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Die Kunst des Krieges

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Yato Yukine
29.09.2018
22.12.2018
13
33.118
12
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29.09.2018 2.916
 
Titel: Die Kunst des Krieges
Fandom: Noragami
Rating: P18 Slash
Pairing/s: Yato x Yukine
Kurzbeschreibung: Eine Serie von Morden hält die Polizei in Atem. Hilfe erhofft sie sich von einem externen Spezialisten. Schnell stellt sich für Yukine, der mit dem Spezialisten arbeiten soll, eine Frage: Weshalb hatte er solch eine Bestrafung verdient? [AU, Yato x Yukine]
Anmerkung: Spoiler für die erste Hälfte von Staffel 2/den Bishamon-Arc

~~~~~

‚Schraubt eure Erwartungen herunter. In der Realität wird wahrscheinlich keine Person in diesem Raum jemals an einem Fall arbeiten indem es um einen Serienmörder geht – geschweige denn einen Auftragsmörder.‘
Dies waren die Worte seines Ausbilders. Wahrscheinlichkeiten gehörten jedoch noch nie zum Freundeskreis von Yukine. Schon immer hatte er unwahrscheinliche Ereignisse magisch angezogen. Deswegen hätte es ihn eigentlich nicht verwundern dürfen, dass sein erster Fall mit einem Serienmörder zu tun hatte.
Zuerst schien es sich um einen gewöhnlichen Mord zu handeln. Perfekt für einen frischgebackenen Polizisten wie Yukine. Doch als wenige Tage nach Beginn der Ermittlungen ein weiteres Opfer auftauchte zeigte sich langsam das wahre Gesicht des Falles.
Zwei Wochen im Berufsleben und Yukine ermittelte in einem Fall über einen Serienmörder welcher schon vier Opfer gefordert hatte. Keinerlei Informationen über den Täter. Nur die Mordmethode und die Tatsache, dass immer ein Glöckchen am Tatort gefunden wurde, verbanden die Fälle.
Eine angespannte Stimmung lag über dem Revier und zeichnete die Gesichter aller Beteiligten.
Verständlich war die Erleichterung als vor wenigen Stunden verkündet wurde, dass die Mitarbeit eines Spezialisten angefordert wurde.
Unverständlich war für Yukine jedoch die Wahl, welcher Polizist mit dem Spezialisten arbeiten wird. Wieso sollte man jemanden wie ihm, dem Neuling, die Möglichkeit geben mit einem erfahrenen Experten zu arbeiten? Wählte man für so eine Position nicht normalerweise jemanden aus, der sie sich durch seine harte Arbeit verdient hatte?
Noch unverständlicher war für Yukine in dieser Situation nur eines: Wieso bedachten ihn seine Kollegen mit mitleidigen Blicken? Sollten sie ihn nicht beneiden?
Unruhig blickte Yukine sich im Büro um. Jede Sekunde konnte Hiyori den Raum betreten um ihn zum ersten Treffen mit dem Spezialisten zu bringen. Als der Moment schließlich kam griff Yukine hastig nach den sorgfältig sortierten Fallakten auf seinem Schreibtisch, welche ihm – es musste ja so kommen – aus den Händen rutschten und mit einem lauten Knall auf dem Boden landeten.
Alle Aufmerksamkeit lag auf Yukine, er spürte wie sich Blicke in seinen Rücken bohrten. Erst als Hiyori begann die verstreuten Akten aufzusammeln konnte er sich aus seiner Starre lösen. Schnell bückte er sich und half die Akten aufzuheben, die richtige Ordnung war ihm nun völlig egal.
Nachdem alle Akten aufgesammelt waren und die Beiden den Raum verlassen hatten bedachte Hiyori ihren jüngeren Kollegen mit einem aufmunternden Lächeln. „Es gibt keinen Grund nervös zu sein, Yukine-kun. Du wirst recht schnell verstehen, warum sich die Anderen so verhalten.“
„Ich erhalte keine Erklärung bevor ich diesen Spezialisten treffe?“, fragte Yukine nach. Kaum hatte er die unerwartete Stimmung nach der Verkündung der Zusammenarbeit mit dem Spezialisten bemerkt hatte er versucht dieser auf den Grund zu gehen. Doch Jeden den er danach fragte wollte keine Antwort geben. Selbst Kazuma, der für Yukine schon nach dieser kurzen Zeit die Rolle eines Mentors eingenommen hat, blockte jede Nachfrage ab.
„Du musst das Schweigen verstehen. Die erste Handlung des Treffens wird das Unterschreiben einer Verschwiegenheitserklärung sein“, erklärte Hiyori während sie zielstrebig eine Straße überquerte. Als sie Yukines perplexen Gesichtsausdruck sah entwischte ein kurzes Lachen über ihre Lippen. „Der Spezialist möchte seine Identität und die seiner Quellen schützen. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist arbeitet er mit uns zusammen.“
Leider konnte Yukine die Sorge des Spezialisten nachvollziehen, auch wenn dadurch seine Unruhe und Neugierde noch einmal verstärkt wurden.
Bedingt durch seine Anziehungskraft für unwahrscheinliche Ereignisse versuchte er möglichst vorbereitet sein Leben zu bestreiten. Natürlich mochte er es somit nicht besonders keinerlei Informationen über seinen neuen Partner in diesem Fall zu besitzen. Die Ungewissheit nicht einmal zu wissen ob ihn ein Mann oder eine Frau erwartete ließ ihn mit jedem Schritt den er zurücklegte unruhiger werden.
Nach gut einer Stunde – zumindest fühlte es sich für Yukine so an, vermutlich sind nur 10 Minuten vergangen – erreichten sie ihr Ziel. Hiyori betrat ein kleines Café, welches sich abgelegen in einer Seitenstraße versteckte, und steuerte zielstrebig einen Tisch in der Ecke des Raumes an. Ein Sichtschutz aus heckenförmigen, undefinierbaren Grünzeug machte es Yukine unmöglich zu erkennen, ob der Spezialist schon anwesend war. Was nicht der Fall war, wie es sich herausstellte.
„Wir werden nicht lange warten müssen, bis Ya…der Spezialist eintrifft“, erklärte Hiyori, als sie es sich auf einem der Stühle bequem machte. Yukine setzte sich neben sie und warf ihr einen fragenden Blick zu.
Zeit um auf diese unausgesprochene Frage zu reagieren hatte sie nicht, denn in diesem Moment öffnete sich die Eingangstür. Leise, kaum vernehmbare, Schritte wurden von Yukine wahrgenommen. Leider erlaubte das Heckenmonster namens Sichtschutz ihm nicht den Neuankömmling zu sehen. Erst als dieser sich ihm gegenüber auf den Stuhl, welcher beide Wände des Raumes im Rücken hatte, recht unzeremoniell fallen ließ konnte er den Spezialisten betrachten.
Schock durchströmte den jungen Polizisten. Womit auch immer er gerechnet hatte, darauf war er nicht vorbereitet gewesen. Handelte es sich hierbei um einen Streich, den man den Neulingen beim ersten schwereren Fall spielte? Anders konnte Yukine sich diese Situation nicht erklären. Es musste sich einfach um einen Streich handeln.
„Ich beginne am besten gleich mit den Vorstellungen. Yato, in diesem Fall wurde Yukine als dein Partner ausgewählt. Yukine, dir gegenüber sitzt Yato, der uns in vielen Fällen als Spezialist zur Seite gestanden hat“, begann Hiyori fröhlich das Gespräch, ein leicht nervöser Unterton schwang in ihrer Stimme mit.
„Unmöglich…“, entwich es Yukine bevor es ihm bewusst wurde. Seine Augen starrten ungläubig den angeblichen Spezialisten an. „Das kann doch nicht dein Ernst sein! Diese Person kann doch nie im Leben…!“ Ein unsanfter Tritt von Hiyori gegen sein Schienbein brachte ihn zum Verstummen. Entsetzt wanderten seine Augen zwischen den beiden anderen Personen am Tisch hin und her.
Das vergnügte Lachen des Spezialisten erschallte durch das Café, wodurch die Kellnerinnen neugierig miteinander zu tuscheln begannen. Yukine hingegen fühlte sich nun völlig so, als wäre er im falschen Film.
Nachdem sein Lachen verklungen und nur noch ein breites Grinsen auf seinem Gesicht zu sehen war, traf Yukine ein herausfordernder Blick. „Da hast du mir eine interessante Person gebracht, Hiyori! So offen hat noch niemand seine Meinung über mich verkündet. Richtig erfrischend“, schnurrte Yato und erntete dafür einen tadelnden Blick von Hiyori. Diesen schien er nicht einmal zu bemerken, als er Yukine seine Hand entgegen hielt. „Freut mich dich kennenzulernen.“
Zögernd erwiderte Yukine das Händeschütteln, um seine Hand nur wenige Sekunden später versucht dezent an seiner Hose abzuwischen. Schweißhände. Als hätte noch etwas gefehlt um den schockierenden ersten Eindruck zu perfektionieren.
Erneut wanderten Yukines Augen ungläubig an Yato auf und ab. Er hatte zwar nicht erwartet, dass der Spezialist in einem Anzug auftauchen würde – zumindest versuchte er sich das im Nachhinein einzureden – aber solch ein Auftreten hatte er auf keinen Fall erwartet. Statt dem erwarteten – letztendlich gab er es doch zu – Anzug trug Yato einen abgetragenen, schwarzen Jogginganzug auf dessen Brust eine gelbe Krone gestickt war. Um den Hals trug er ein weißes, zerfranstes, plüschiges Etwas, das wohl ein Halstuch darstellen sollte. Dazu trug er braune Stiefel.
Als seine Augen sich wieder auf Yatos Gesicht fokussierten wurde er von einem neugierigen, leicht schelmischen, Blick getroffen. Wachsame blaue Augen, welche die Musterung eindeutig bemerkt hatten, drohten Yukine in ihren Bann zu ziehen. Schnell senkte er seine Augen auf die Akten und ermahnte sich selbst vorsichtiger zu sein. Der Ausdruck in Yatos Augen gefiel ihm ganz und gar nicht. Er fühlte sich wie die mögliche Beute, die von einem Raubtier beobachtet wurde.
Durch ein Räuspern versuchte Hiyori die abhanden gekommene Aufmerksamkeit wieder zu erlangen. Yukine entspannte sich deutlich, als er spürte wie Yatos Blick sich von ihm löste. „Würdest du mit diesem Treffen fortfahren, Yato?“
Kurz setzte der Angesprochene ein Schmollen auf bevor er einige Blätter aus seiner Jackentasche herausfischte und entfaltete. Schwungvoll schob er den Aktenstapel vor Yukine zur Seite und breitete die Blätter vor diesem aus. „Ich präsentiere: Die gemeinsam gestaltete und von der Polizei akzeptierte Verschwiegenheitserklärung. Hier bräuchte ich eine Unterschrift…Hat jemand von euch einen Stift dabei?“
Stirnrunzelnd sah Yukine von dem Vertrag zu Hiyori und erhielt von dieser ein bestätigendes Nicken. Daraufhin suchte er seine Jackentaschen nach einem Stift ab um die Erklärung zu unterschreiben. Mental erweiterte er sein Bild von Yato mit der Notiz ‚wenig vorausschauendes Denken und unorganisiert‘. Zumindest einen Stift hätte er mitbringen können.
Kaum hatte er seine Unterschrift beendet da wurden die Papiere schon von Yato eingesammelt. „Wie immer werde ich der Polizei eine Kopie zusenden“, meinte Yato mit einer angedeuteten Verbeugung zu Hiyori gewandt. „Ich stehe euch zu Diensten und wir können mit einer Vorstellung des Falles beginnen! Ich bin gespannt wobei ihr dieses Mal meine Hilfe benötigt!“
Wäre Yukine nicht schon davon überzeugt gewesen, dass es sich bei Yato in keinen Fall um einen Spezialisten handeln kann, hätte er dies spätestens in diesem Moment gedacht. Dieser begeisterte, und viel zu laute, Ausruf ließ ihn nicht gerade in einem professionalen Licht erscheinen.
Glücklicherweise wurde Yatos Euphorie durch die Frage der Kellnerin nach Bestellungen unterbrochen, wodurch sich Yukine die Gelegenheit bot seinen Zweifel an den mentalen Zustand des ‚Spezialisten‘ in eine der hintersten Ecken seiner Gedanken zu verbannen.
Bevor  Yukine mit der Darlegung begann atmete er einmal tief ein und aus um seine Konzentration wieder auf den Fall zu lenken. „Es handelt sich um einen Serienmörder der in den letzten 2 Wochen vier Personen getötet hat. Da es keinerlei Verbindungen zwischen den Opfern gibt gehen wir von einer zufälligen Auswahl der Opfer aus. An jedem Tatort wurden Glöckchen gefunden“, nach kurzem blättern in den durcheinander geratenen Akten fand Yukine das passende Tatortfoto, „welche vom Typ her identisch sind. Die Opfer wurden durch eine spezifische Giftmischung getötet, die rein aus Giftpflanzen gewonnen wurde. Durch eine hohe Konzentration reichte eine kleine Menge des Giftes aus um die Opfer zu töten. Wie den Opfern das Gift verabreicht wurde ist unklar.“
Abwartend sah Yukine zu Yato, der inzwischen selbstständig angefangen hatte durch die Fallakten zu blättern. Der heitere Gesichtsausdruck war einem ernsten, konzentrierten gewichen. „Zeitpunkte der Tode?“
„Abends, zwischen 22 und 1 Uhr.“
„Alle Opfer scheinen aus wohlhabenderen Verhältnissen zu kommen“, stellte Yato beim Betrachten der Tatortfotos fest.
„Alle hatten hohe Positionen in ihrer Berufssparte inne, jedoch sind sie in völlig unterschiedlichen Bereichen tätig. Ein Grund wieso wir davon ausgehen, dass er Täter sich seine Opfer zufällig aus der wohlhabenden Schicht aussucht.“
Kurz leuchteten Yatos Augen mit einem frechen Ausdruck auf. „Es ist wirklich erstaunlich wie gut ein Neuling sich in diesem Fall auskennt. Besonders wenn er eine solch schreckliche Unordnung in seinen Fallakten hat.“
Yukines Wangen nahmen einen rötlichen Schimmer an. Seine Augen senkten sich auf seine gefalteten Hände. „Die Unordnung war ein Unfall“, murmelte er leise und warf Hiyori einen entsetzten Blick zu als diese ihr Kichern mit einem gespielten Hustenanfall zu tarnen versuchte.
Yato hingegen gab sich keine Mühe sein Lachen zu verbergen, wodurch Yukines Gesicht eine noch dunklere Färbung annahm. Hastig versuchte er sein Unbehagen dadurch zu verbergen das er wieder über den Fall sprach. „Die Opfer wohnten alle in Apartmentkomplexen mit guten Sicherheitsvorkehrungen in unterschiedlichen Teilen der Stadt. Da keinerlei Einbruchsspuren vorhanden sind und die Alarmsysteme deaktiviert waren vermuten wir, dass die Opfer den Täter in ihre Wohnung gelassen hatten.“
„Eine Person die das Vertrauen von ihren Opfern besitzt und sich mit Giftpflanzen auskennt…ein Arzt?“, vermutete Yato mit nur noch einem kleinen Grinsen auf den Lippen.
„Wurde schon überprüft. Sie waren bei unterschiedlichen Ärzten in Behandlung.“
„Ich sehe hier nur den Obduktionsbericht, haben die Ärzte ihre Patientenakten nicht herausgegeben?“
Verwundert hob Yukine eine Augenbraue. „Eine Anforderung der Patientenakten wurde nicht für nötig gehalten, da die Todesursache nicht von Vorerkrankungen beeinflusst wurde.“
„Es handelt sich bei den Opfern um Personen in hohen Positionen. Würde so eine Person zu ihrem normalen Arzt gehen um sich wegen einer Krankheit behandeln zu lassen, welche ihren Ruf oder ihrer Karriere schaden würde?“
Ein genervtes Schnauben entwischte Yukine bevor er sich an Hiyori wandte. „Dieser Typ war in anderen Fällen eine Hilfe? Jemand der solche Theorien aufstellt? Ich glaube ihr wollt mich verarschen. Da hat unser ‚Spezialist‘ wohl zu viele Krimis gelesen. Ein Untergrundarzt der im Geheimen einflussreiche Menschen behandelt und ihnen statt einem Medikament Gift verabreicht?“
Scheinbar unbeeindruckt von Yukines lauteren Tonfall, der die Kellnerinnen besorgt in ihre Richtung blicken ließ, spielte erneut ein Lächeln um Yatos Lippen. Doch diese Mal ließ es Yukine soweit zurückweichen wie sein Stuhl es ihm erlaubte. Wirkte Yato bisher mehr wie eine Katze die vorhatte mit ihrer Beute zu spielen, so strahlte sein ganzer Körper nun den Willen zu töten aus.
„Wäre ich so unnütz würde mich dann die Polizei wieder und wieder anbetteln ihr zu helfen? Ich denke nicht.“ Seine Stimme klang wie ein warnendes Schnurren. Es sagte Yukine eindeutig, dass er keinen weiteren Schritt in diese Richtung machen durfte. Auch wenn diese Warnung nicht nötig gewesen wäre, alle seine Instinkte schrien eben dies während sie panisch im Kreis rannten.
Der junge Polizist befand sich in keiner Lage auch nur einen Finger zu heben, was von Hiyori erkannt wurde. Mit leicht zitternder Stimme versuchte sie die Besprechung wieder in Gang zu bekommen. „Nach den Obduktionsberichten hatten nur zwei der Opfer eine Verletzung oder Erkrankung die eine Behandlung erfordert hätte.“
Innerhalb weniger Augenblicke konnte sich Yato, ganz im Gegensatz zu Yukine, wieder fangen und setzte eine enttäuschte Miene auf. „Schade. Ich fand meine Theorie wirklich interessant.“
Ein lautes Klingeln durchdrang die immer noch vorherrschende, angespannte Stimmung. Yukine konnte ein erschrockenes Zusammenzucken nicht unterdrücken bevor er sein Handy als Verursacher des plötzlichen Lärmes ausmachen konnte. Mit einem kurzen, entschuldigenden Nicken in Hiyoris Richtung erhob er sich von seinem Stuhl. Erst als er die Tür des Cafés hinter sich geschlossen hatte nahm er den Anruf entgegen. „Was gibt es neues Kazuma?“
„Es wurde ein weiteres Opfer gefunden.“

Die Tür hatte sich kaum hinter Yukine geschlossen als sich die Stimmung bei den zurückgebliebenen Personen schlagartig änderte.
Mit einem lauten Knall lernte Yatos Kopf die Tischplatte kennen. Ein gequältes Stöhnen konnte von ihm gehört werden, welches sich nach einigen Momenten in Worte wandelte. „Wieso tust du mir das an Hiyori?“
Zum wiederholten Male an diesem Tag lachte Hiyori laut auf. „Da lag ich mit meiner Vermutung wohl goldrichtig“, ein Strahlen legte sich auf ihr Gesicht, „aber halte dich bitte etwas zurück. Ich würde mich schuldig fühlen wenn Yukine wegen dir für den Rest seines Lebens verstört ist.“
„Du gibst mit deinen Segen deinen jüngeren Arbeitskollegen zu verführen?“, murmelte Yato gerade noch verständlich gegen die Tischplatte, „Ich glaube der Junge sollte sein unschuldiges Bild von dir unbedingt noch einmal überdenken…wobei ich deine Fähigkeiten als Verkupplerin anzweifle.“
Empört schnaubte Hiyori auf und verpasste Yato einen leichten Schlag gegen seinen Kopf. Quittiert wurde dies mit einem gespielt schmerzerfüllten Ausruf Yatos, auch wenn sein Gesicht weiterhin Kontakt mit der Tischplatte pflegte.
„Darf ich dich bitte an deinen nun schon gut ein Jahr anhaltenden Versuch erinnern Kazuma und die Tussi zusammen zu bringen?“ rechtfertige Yato seinen Zweifel.
„Die Beiden sind hoffnungslose Fälle! Bishamon-san ist so blind in Sachen Liebe, dass jede Andeutung in diese Richtung an ihr abprallt. Und von Kazuma-san möchte ich gar nicht erst anfangen. Der schmachtet Bishamon-san so offensichtlich an, hat aber nicht genügend Mumm in den Knochen um den ersten Schritt zu machen. Manchmal scheint er dazu bereit zu sein, aber Sekunden später verlässt ihn der Mut. Man könnte fast meinen er hält Bishamon-san für ein Monster, welches ihm bei einem falschen Schritt anfällt.“
„Bishamon ist ein Monster. Jedes Mal wenn wir uns begegnen versucht sie mich umzubringen“, warf Yato ein, was von Hiyori mit einem das-hat-einen-anderen-Grund-und-das-weißt-du-genau Blick erwiderte wurde.
Kurz hob Yato, den Blick spürend, seinen Kopf von der Tischplatte um Hiyori ein unschuldiges Lächeln zuzuwerfen. „Soweit meine Informationen stimmen habt ihr eine Wette laufen wann die Beiden zusammenkommen. Kann man sich daran noch beteiligen?“
„Woher weißt du von der Wette?“
„Meine Quellen bleiben geheim. Aber ihr hättet nicht Kuraha die Aufbewahrung des Geldes anvertrauen sollen. Er ist schlecht im Verstecken. Kazuma hat keine Woche gebraucht bis er das Versteck zufällig fand.“
„Verflucht. Kazuma-san weiß von der Wette?“ Ein rötlicher Schimmer schlich sich auf Hiyoris Wangen, wahrscheinlich erinnerte sie sich an all ihre Versuche die Wette zu ihren Gunsten zu beeinflussen. „Okay, du kannst dich beteiligen. Sorge nur dafür, dass Bishamon-san nie etwas darüber erfährt.“
„Abgemacht. Wobei ich mich frage wie ich das ermöglichen soll.“
„Finde einen Weg.“ Hiyoris Stimme hatte einen drohenden Tonfall angenommen. Beeindruckt schien Yato davon nicht als er sich nun endgültig von seinem neuen Freund – der Tischplatte – verabschiedete und sich in seinem Stuhl zurücklehnte.
„Eine Frage hätte ich noch bevor Yukine fertig ist mit telefonieren“, selbst während der Fallbesprechung hatte seine Stimme nie so einen ernsten Tonfall angenommen, „nach seinem Verhalten zu urteilen habt ihr euch an das Protokoll gehalten?“
„Natürlich haben wir das“, antwortete Hiyori mit einem traurigen Ausdruck in den Augen, „aber selbst wenn er die Wahrheit erfährt wird sich sein Verhalten gegenüber dir nicht ändern. Yukine-kun gehört nicht zu den Personen die sich von so etwas beeinflussen lassen.“
Ein bitteres Lachen entkam Yato. „Bist du dir da sicher? Bisher hat jeder, inklusive du, ihr Verhalten mir gegenüber geändert nachdem sie erfahren hatten, dass ich mein Geld normalerweise als Auftragsmörder verdiene.“
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