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Yes, No, Maybe

von mairio
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Yamato Minazuki
29.09.2018
15.02.2019
20
86.699
17
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11.02.2019 4.493
 
Chapter 19: Joyous Surprises

„Bist du soweit?“, hörte Chiaki seinen Vater fragen.
Er stand im Bad und machte sich die Haare, während sein alter Herr sich am Türrahmen anlehnte und geduldig auf ihn wartete.
„Gleich.“, antwortete der Jüngere, strich sich durch ein paar Strähnen und wusch sich anschließend die Hände.
Kaiki nahm das nickend zur Kenntnis. Beide waren bei den Kusakabes zum Abendessen eingeladen.
Am Abend zuvor hatten Chiaki und Maron ihr erstes Date gehabt. Nachdem er sie nach Hause gebracht hatte, übernachtete Chiaki direkt bei seinem Vater.
Gedanklich ließ er sich die gestrigen Ereignisse nochmal durch den Kopf gehen. Angefangen von dem Restaurantbesuch bis hin zum Spaziergang im Park. Er dachte an Maron’s Liebeserklärung -wie sie ihm sagte, dass sie ihn liebt-, an das Feuerwerk sowie an ihren ersten gemeinsamen Kuss.
Bei den Gedanken an ihre weichen Lippen, wurde ihm heiß.
Das Gefühl sie zu küssen, war einfach unbeschreiblich. Für nichts auf der Welt würde er dieses Gefühl eintauschen wollen.
Verlegen biss er sich auf die Lippe.
Auch wenn es ein paar Stunden her waren, so vermisste er ihre Küsse jetzt schon.
„Ist irgendwas Besonderes passiert?“
Die Stimme seines Vaters riss Chiaki wieder in die Gegenwart zurück.
„Hm?“, drehte er sich mit einem verwirrten Gesichtsausdruck zu ihm um, nahm ein Handtuch raus und trocknete seine Hände ab.
„Du hast so ein verdächtiges Grinsen im Gesicht.“, erklärte Kaiki, den Finger auf seinen Sohn gedeutet.
„Oh.“ Chiaki strich sich beschämt über das leicht gerötete Gesicht. Er hatte nicht mitbekommen, dass er vor sich hin gegrinst hatte. „Es ist nichts!“, verneinte er, „Ich freu mich nur aufs Essen. Habe schon einen Bärenhunger.“
Kaiki legte skeptisch den Kopf schief. „Sicher, dass da nicht mehr dahinter steckt?“, hakte er nach.
„Ja.“, versicherte sein Sohn ihm und setzte ein Lächeln auf.
Kaiki zog nicht überzeugt eine Augenbraue hoch. „Hmm… Und ich dachte, es hätte irgendwas mit Maron zu tun.“, wendete er ein.
Chiaki rieb sich seufzend den Hinterkopf. „Nun, was Maron angeht…“
Eigentlich wollte er seinem Vater über sein Date mit Maron berichten und sagen, dass sie jetzt ein Paar waren. Am liebsten hätte er es auch der ganzen Welt hinausposaunen.
Doch er und Maron hatten sich letztlich geeinigt bis zum Essen zu warten, um ihren Eltern die Neuigkeit zu überbringen.
Und um sich nebenbei noch einen kleinen Scherz zu erlauben.
„Ich habe Maron aufgegeben.“, sagte Chiaki mit ruhiger Stimme, steckte die Hände in die Hosentasche und zuckte mit gespielter Akzeptanz mit den Schultern.
Überrascht Kaiki blinzelte ihn mit großen Augen an.
„Wieso das??“
„Sie empfindet für mich nicht mehr als nur Freundschaft.”
Verwirrung zeichnete sich in Kaiki’s Gesicht ab.
„Ha? Letztens sagtest du mir noch, du wüsstest dass sie dich liebt und wartest darauf, dass sie deine Gefühle richtig erwidert??“
Chiaki ging aus dem Bad raus, lief dabei an seinem Vater vorbei und schüttelte betreten den Kopf. „Da habe ich mich getäuscht! War wohl nur irgendwelches Wunschdenken, was ich mir aus Verzweiflung eingeredet habe.“
„Aber auf dem Ball schien es wie, als wärt ihr euch näher gekommen??“
„Mehr als zwei beste Freunde, die miteinander tanzten und scherzten, war da nicht!“ Schwer seufzend strich Chiaki sich durch die Haare. „Bevor du auf dem Dach aufgetaucht bist, hatte sie mir nochmal klar gemacht, dass sie meine Gefühle nicht erwidern kann.“
„Oh. Okay… Verstehe.“ Kaiki nickte einmal und legte den Kopf kurz in den Nacken. „Schade. Ich hatte mich schon für dich gefreut.“, sagte er. Enttäuschung war in seiner Stimme rauszuhören.
Chiaki musste sich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen.

Zur selben Zeit bereitete Maron mit ihrer Mutter das Abendessen vor. Gut gelaunt summte sie vor sich hin und rührte ein letztes Mal an der Suppe, bevor sie den Herd herunterdrehte.
„Du scheinst wohl gestern einen schönen Abend mit deinen Freunden gehabt zu haben.“, merkte Korron an und beäugte ihre Tochter neugierig.
Maron nickte. „Es gab gestern auch ein Feuerwerk zu sehen.“, sagte sie und warf einen prüfenden Blick auf den Reis.
Korron schmunzelte. „Tatsächlich? Das ist schön zu hören.“
Wieder nickte die Jüngere. Für einige Sekunden sagten beide nichts mehr, doch Maron spürte wie ihre Mutter sie mit ihren Blicken durchbohrte.
„Was? Habe ich was im Gesicht?“, fragte sie irritiert.
Kichernd schüttelte Korron den Kopf. „Ich würde dich gern was fragen.“
„Schieß los.“
Korron ging auf Maron zu, stellte sich neben sie hin und lehnte sich mit dem Rücken an der Arbeitsplatte an, die Arme vor der Brust verschränkt.
„Sag mal…“, setzte sie an, den Blick eindringlich auf ihre Tochter geheftet, „Was denkst du darüber, es mit Chiaki mal zu versuchen?“
Maron drehte sich abrupt zu ihrer Mutter um. „W-Was??“, brachte sie entgegen, die Augen überraschend geweitet, der Mund halboffen.  
„Was ich sagen will ist, ob du es nicht mal versuchen solltest mit ihm auszugehen.“, sprach Korron in einem sachlichen Ton weiter, „Wenn eine Beziehung nicht funktioniert, dann könnt ihr trotzdem noch Freunde bleiben.“
Daraufhin drehte Maron sich gespielt verunsichert weg.
„W-Wie kommst du plötzlich darauf?“, fragte sie.  
„Naja… Auf dem Ball habt ihr so harmonisch zusammen ausgesehen. Und so glücklich, wie bei Chiaki, habe ich dich bei keinem deiner Ex-Freunde gesehen.“
Maron biss sich kurz auf die Lippe.
„Was ist, wenn ich für ihn nicht mehr als nur Freundschaft empfinde?“, fragte sie mit tonloser Stimme. „Auf dem Ball-…“ Sie hielt inne und stieß einen kleinen Seufzer aus. „Alle waren am Tanzen, die Stimmung war großartig…aber mehr war da zwischen uns nicht.“
Seufzend rieb sich Korron die Schläfe. „Hör zu, Schatz. Ich verlange von dir nicht, dass du ihn heiratest und ihr morgen mit kleinen Enkelkindern ankommt. Aber wie wäre es mit einem einzelnen Date? Einfach um zu sehen, wie es läuft-“
„Das wird nicht nötig sein.“, schüttelte Maron bestimmt den Kopf. „Chiaki und ich sind und bleiben beste Freunde.“, fügte sie ernst hinzu.
„Bist du dir hundertprozentig sicher?“
„Ja! Chiaki hat es letztendlich auch akzeptiert.“
Korron sah ihre Tochter mit einem unschlüssigen Gesichtsausdruck an. Diese schaute kurz zu ihr rüber und begann anschließend das Geschirr aus den Schränken zu holen und das Essen auf die Teller zu verteilen.
Nach einer Weile seufzte Maron leise auf. „Ich habe gelogen.“, gestand sie.
Perplex zog Korron eine Augenbraue hoch. „Gelogen?“
„Ja. Ich war gestern nicht mit Freunden unterwegs, sondern auf ein Date.“
Ihrer Mutter machte ein erstauntes Gesicht.
Im selben Moment kam Takumi in die Küche rein, um sich was zu trinken zu holen. „Worüber redet ihr beide denn?“, erkundigte er sich.
„Unsere Tochter war gestern auf einem geheimen Date.“, antwortete Korron ihm.
Mit hochgezogenen Augenbrauen wandte der Architekt sich an seine Tochter.
„Ein Date? Mit wem denn? Chiaki?“
„Nein. Chiaki und ich sind nur Freunde.“, rollte Maron beharrend mit den Augen und versuchte sich ein verräterisches Grinsen zu verkneifen. „Ich hatte ein Date mit meinem neuen Freund!“
„Okay…?“ Takumi runzelte die Stirn. „Ist es was Ernstes?“
„Sehr ernst sogar.“, nickte Maron bejahend, „Ich liebe ihn.“
„Oha.“
„Seit einer Weile war da etwas zwischen uns und vor kurzem ist mir erst klar geworden, wie wichtig er mir ist.“
„Stellst du uns den Glücklichen demnächst mal vor?“, fragte Korron.
„Eigentlich… Habt ihr ihn schon kennengelernt.“, grinste Maron ihre Eltern an.
Diese tauschten sich verwirrte Blicke aus. „Echt?“, fragten sie gleichzeitig. Keiner von beiden konnte sich entsinnen, dass Maron ihnen in letzter Zeit jemand neues vorgestellt hatte.
Während ihre Eltern grübelten, wandte Maron ihnen den Rücken zu und lachte stumm in sich hinein.
Im nächsten Moment klingelte es an der Tür.
„Oh. Das müssen Kaiki und Chiaki sein.“, sagte ihr Vater und verschwand aus der Küche.
Korron ging ebenfalls und brachte gleichzeitig das Essen mit raus.
Sie vernahm Stimmen, die sich dem Essbereich näherten. Maron’s Herz begann schon zu flattern, als sie Chiaki’s Stimme heraushörte.
Ein verliebtes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen.
Sie atmete tief durch, nahm Geschirr und Besteck in ihre Hand und verließ damit die Küche.

„Hallo!“, begrüßte sie Kaiki und stellte die Sachen auf dem Tisch ab.
Dieser begrüßte sie erfreut zurück und unterhielt sich weiter mit ihren Eltern.
Während Maron den Tisch deckte, stellte sich Chiaki neben sie und beugte sich etwas zu ihr herunter. „Bekomme ich keine Begrüßung?“, fragte er leise.
Auf seinem Gesicht haftete ein belustigtes Grinsen.
Schmunzelnd zog Maron eine Augenbraue hoch, warf einen schnellen Seitenblick zu ihren Eltern rüber und sah wieder zu ihm hoch.
„Doch.“, sagte sie und lehnte sich zu ihrem Freund nach vorne, um ihm einen Wangenkuss zu geben. Chiaki wandte seinen Kopf in letzter Sekunde jedoch so um, dass ihre Lippen auf seine trafen.
Mit einem Schlag verstummten die Stimmen ihrer Eltern.
Schnell löste Maron den Kuss und sah leicht beschämt zu ihnen rüber. Drei entgeistert blickende Augenpaare starrten sie und Chiaki an.
„Ich wusste, dass da irgendwas faul war!“, platzte es aus Kaiki heraus und zeigte mit dem Finger auf das junge Paar. „Von wegen nur Freunde. Ihr wolltet uns verarschen, oder?“
Sein Sohn lachte zur Bestätigung amüsiert auf, legte einen Arm um Maron und zog sie an sich heran. Diese versteckte vor Verlegenheit ihr gerötetes Gesicht hinter hervor gehaltener Hand.
„Du hast mir aber aufs Wort geglaubt.“, sagte Chiaki kichernd an seinen Vater gerichtet.
„Bitte sagt uns, dass ihr uns nicht doppelt verarscht.“, bat Korron hoffnungsvoll.
„Das ist kein Scherz.“, antwortete Maron mit einem riesigen Lächeln. „Darf ich vorstellen: Mein neuer Freund.“, verkündete sie und schlang glücklich ihre Arme um Chiaki. Er drückte ihr einen Kuss auf die Haare.
Korron schnappte begeistert nach Luft.
„Na endlich!!“ Kaiki umarmte das Paar und insbesondere seine Schwiegertochter in spe stürmisch.
„Erdrück sie nicht!“, mahnte Chiaki ihn.
„Du meine Güte, ich freu mich so für euch!“, kam es von Korron verzückt.
Nur Takumi blickte immer noch sprachlos drein.
Maron sah zu ihrem Vater und biss sich verlegen auf die Unterlippe. „Papa...Sag doch was.“
Es dauerte ein paar Sekunden bis Takumi auf seine Tochter zuging und sie umarmte.
„Ich kann mir keinen besseren Kerl an deiner Seite vorstellen als ihn.“, sagte er, wandte sich auch an Chiaki und legte ihm väterlich eine Hand auf die Schulter.
„Ich werde sie gut behandeln.“, versprach Chiaki ihm.
„Ich weiß.“ Takumi schenkte ihm ein anerkennendes Lächeln.
Korron schmunzelte. „Du hörst dich an, als würdest du ihm schon deinen Segen für die Zukunft geben, Liebling.“
„Wenn wir schon dabei sind: Wann ist die Hochzeit?“, fragte Kaiki voller Übermut.
Chiaki schlug sich mit der Handfläche auf die Stirn.
„W-Wir sind noch keine vierundzwanzig Stunden zusammen!“, kam es von Maron perplex, die Wangen noch roter angelaufen.
„Und? Im Vergleich zu meist anderen Paaren, kennt ihr euch schon länger!“, entgegnete Kaiki unbeschwert. „Wozu noch warten?“
„Wir leben noch nicht mal zusammen!“, merkte Chiaki an.
„Ich besitze ein leerstehendes Penthouse am anderen Ende der Stadt! Da könnt ihr gerne einziehen.“, sagte Kaiki. „Und das meine ich ernst!“
„Lass gut sein, Vater!“
„In meinen Augen seid ihr beide schon verheiratet.“, lachte Korron. „Erinnert ihr euch? Als ihr zehn wart, habt ihr schon geheiratet!“
„N-Nein, i-ich erinnere mich nicht.“, stammelte Maron.
„Ich habe noch ein Video davon! Das war richtig putzig! Dein alter Pandabär hat euch vermählt.“, sprach ihre Mutter vergnügt weiter.
„Können wir mit dem Essen anfangen?“, fragte Chiaki, um das Thema wechseln zu wollen.
„Natürlich, aber nach dem Essen sollen wir uns alle zusammen hinsetzen und euer erstes Hochzeitsvideo anschauen!“, grinste sein Vater. „Ich freu mich schon bald das zweite zu drehen!“
Gemeinsam stöhnte das junge Paar entnervt auf.
***

***

Die Zeit verging und es dauerte nicht lange bis Maron und Chiaki schon den nächsten Schritt gewagten und zusammenzogen.
Allerdings nicht in das Penthouse, was Kaiki ihnen anbot. Sondern in ein eigenes, neues Apartment -eine 130 Quadratmeter große Maisonette-Wohnung-, welches Chiaki für Maron als Geburtstagsgeschenk gemietet hatte.
Er wollte jede freie Minuten mit ihr verbringen. Jeden Morgen neben sie aufwachen. Und jeden Abend neben ihr wieder einzuschlafen.
Maron war mehr als überrascht von dem derart großen Geschenk gewesen, doch nach minimalen Zögern willigte sie ein mit ihm zusammenzuziehen.
Sie genossen ihre Zweisamkeit und lebten glücklich miteinander zusammen. Ebenso unternahmen das Paar auch viel mit ihren Familien und Freunden.
Perfekter konnte das Glück nicht sein…Doch seit einer Weile ging Chiaki eine Sache durch den Kopf, über die er sich noch unsicher fühlte.

Es war Sonntagnachmittag, der siebenundzwanzigste Oktober.
Ein angenehmer Herbsttag mit leichtem Wind.
Chiaki stand vor dem städtischen Friedhof und wartete auf seinen Vater.
Es dauert auch nicht lange bis er seinen alten Herrn mit einem Strauß Lilien in der Hand erblickte.
„Hm? Ich dachte, Maron wollte mitkommen?“, fragte Kaiki leicht verwundert.
„Nein. Sie wollte uns diese Familienzeit gönnen, hatte sie gesagt.“, schüttelte Chiaki den Kopf und vergrub die Hände in die Jackentaschen.
Kaiki nickte verstehend. „Obwohl sie doch auch zur Familie gehört…“, erwiderte er seufzend.
Beide begaben sich zu Sayuri Nagoya’s Grabstein.
„Alles Gute zum Geburtstag, meine Liebe...“, sprach Kaiki leise, kniete sich vor dem Grabstein hin und ersetzte die alten, vertrockneten Blumen in der davorstehenden Vase mit den neuen. Ebenso wischte er das Laub auf der Oberfläche beiseite. Danach setzte er sich wieder auf.
Chiaki blickte mit einem melancholischen Lächeln auf das Grab herab.
Eine Weile standen beide schweigend da, jeder in seinen eigenen Gedanken und Erinnerungen an Sayuri versunken.
„Deine Mutter hätte sich riesig für euch gefreut.“, durchbrach Kaiki die Stille zwischen ihnen, ohne den Blick vom Grab abzuwenden. „Sie hatte Maron geliebt wie als wäre sie ihre eigene Tochter.“
„Ja, ich weiß…“, brachte Chiaki seufzend entgegen.
„Sayuri war immer glücklich darüber, wenn du und Maron ihr im Haushalt ausgeholfen habt, wenn sie es nicht mehr konnte.“, sprach sein Vater in Erinnerungen schwelgend weiter, „Sie hatte mir damals auch mal gesagt, dass Maron die ideale Ehefrau für dich wäre. Dass sie hofft, dass du sie eines Tages zur Frau nimmst.“
Erstaunt weiteten sich Chiaki’s Augen. „Das hat Mutter gesagt?“
Kaiki drehte sich nickend zu ihm um und lächelte traurig.
„Ich hatte letztens einen Traum…Es ist eine Weile her seit ich das letzte Mal von deiner Mutter geträumt habe.“
„... Was geschah in dem Traum?“
„Sie ging mit Maron Brautkleider suchen und organisierte mit Leidenschaft eure Hochzeit.“
Chiaki musste schlucken. „Wow…“, war das einzige was er hervorbrachte.
Ein kurzes, betrübtes Lachen entkam seinem Vater, der sich schnell über die Augen strich und sich eine kleine Träne wegwischte. Anschließend schaute Kaiki zum Himmel auf.
„Nun denn… Es ist schon spät.“, sagte er und sah Chiaki mit einem Lächeln an, „Wir sollten langsam gehen. Du solltest deine Freundin nicht alleine zu Hause warten lassen.“, fügte er augenzwinkernd hinzu.
Der Jüngere nickte, den Blick nachdenklich in die Ferne gerichtet.
Gerade als sie den Friedhof verließen und Kaiki sich von seinem Sohn verabschieden wollte, fiel Chiaki ihm ins Wort:
„Ich- ehm…“ Er zögerte für einen Moment und strich unbeholfen durch die Haare. „Ich…eh, komme mit dir kurz mit.“, meinte er schließlich zu sagen. „Und, uhm, hättest du was dagegen wenn wir Takumi und Korron einen Besuch abstatten?“
„Nein, hätte ich nicht.“ Kaiki neigte fragend den Kopf. „Was willst du denn bei ihnen?“
Es dauerte ein paar wenige Sekunden bis Chiaki ihm antwortete. Ein entschlossener Blick spiegelte sich in seinen braunen Augen wider.
„Ich hätte mit euch etwas zu bereden.“, sagte er mit einem geheimnisvollen Lächeln.
***

Vier Wochen später:

„Lass uns heute in den Freizeitpark gehen.“
Maron drehte sich mit einem verwunderten Gesichtsausdruck zu ihrem Freund um.
„Wir waren doch letztens zu deinem Geburtstag erst im Freizeitpark. Und soweit ich weiß, gibt’s keine neuen Attraktionen. Wieso willst du denn nochmal dorthin?“, fragte sie und wandte sich wieder ihrem Spiegel zu. Gerade war sie dabei sich die Haare zu bürsten, die in der Zwischenzeit bis über die Schulter nachgewachsen waren.
„Wieso nicht?“, zuckte Chiaki grinsend mit den Schultern. „Du liebst den Park genauso wie ich. Außerdem waren wir bisher immer in der Gruppe da gewesen. Ich würde gerne mal mit dir alleine dort hingehen.“, umarmte er sie von hinten.
Dies schien Maron überzeugt zu haben. „Okay, gehen wir!“, stimmte sie breit lächelnd zu.
Freudestrahlend drückte Chiaki ihr einen Kuss auf die Wange. „Super!“
Kurz darauf zogen beide sich um und machten sich auf dem Weg.

Im Freizeitpark angekommen amüsierte das Paar sich ausgiebig.
Sie nutzten jeden Spielstand und jede einzelne Attraktion aus (bis auf das Geisterhaus). Ebenso wurden viele Fotos gemacht. Besonders Maron hatte immer wieder Spaß daran, ihren Freund an unbeobachteten Momenten abzulichten, was er mit einem belustigten Augenrollen hinnahm.
Die Stunden vergingen und der Park begann in seinen Lichtern bunt zu leuchten.
Als letzte Attraktion blieb nur noch das Riesenrad übrig, was Chiaki unbedingt für den Schluss aufbewahren wollte.
„Das Beste kommt immer zum Schluss.“, zwinkerte er Maron zu, die amüsiert auflachen musste.
Sie stiegen in die Kabine ein und setzten sich zusammen auf eine Bank hin. Auch wenn eine Riesenradfahrt für Maron nichts Neues war, so blickte sie dennoch immer wieder begeistert aus den Kabinenscheiben raus, wenn es in die Höhe ging.
Nicht nur hatte man einen wunderbaren Ausblick auf den Park oder die Stadt; man konnte bis zum Strand, den Hafen sowie das Meer hinaussehen.
„Das Beste kommt wirklich immer zum Schluss. So eine Aussicht ist einfach wundervoll.”, schwärmte sie. Liebevoll sah Maron zu ihrem Freund auf und küsste ihn kurz auf die Lippen. „Der Tag heute war einfach wundervoll.“ Zufrieden grinsend lehnte sie sich an seine Schulter an.
„Da bin ich froh.“, lächelte Chiaki erleichtert und drückte sanft ihre Hand, die er die ganze Zeit über hielt.
Für zehn lange Sekunden sagte niemand mehr was. Maron blickte verträumt nach draußen, während Chiaki sie ansah.
„Maron.“, sagte er leise, die Stimme warm und gefühlvoll.
„Hmm?“ Die Angesprochene richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihn und sah zu ihm auf. Zögerlich biss ihr Freund sich auf die Lippe. Letztlich nahm er tief Luft und sprach weiter: „Ich habe nicht ohne Grund dich darum gebeten, den Tag heute mit mir hier zu verbringen.“
Leicht irritiert zog Maron ihre Augenbrauen zusammen. „Nicht ohne Grund?“, wiederholte sie verwirrt.
Plötzlich ließ Chiaki von ihrer Hand los und holte etwas aus seiner Jackentasche hervor.
Eine kleine, silberne Box.
Er öffnete die Box und ein silberner Ring mit einem großen, schönen Diamanten kam zum Vorschein.
Im nächsten Moment rutschte er von der Bank herunter und kniete sich vor sie hin.
Maron schnappte hörbar nach Luft. Sie hielt sich beide Hände vor den Mund und sah ihn mit schockiert großen Augen an.
Unterdessen hatte ihre Kabine den höchsten Punkt erreicht.
„Ich weiß, dass wir offiziell noch nicht lange zusammen sind.“, begann Chiaki zu sagen, „Aber seit ich zurückdenken kann, liebe ich dich. Seit dem Tag, an der wir uns damals kennenlernten liebe ich dich. Und mit jedem vergangenen Tag, verstärkten sich meine Gefühle für dich. Bis zum jetzigen Zeitpunkt. Gestern liebte ich dich. Heute liebe ich dich mehr denn je. Und morgen werde ich dich sogar noch mehr lieben als heute.“
Maron’s Herz schlug so schnell, wie der Flügelschlag eines Kolibris. Chiaki schaute ihr mit Liebe und Hoffnung in die Augen.  
„Maron… Mein Leben wäre ohne dich an meiner Seite nicht komplett. Daher frage ich dich...“ Er nahm den Ring aus der Box und hielt ihn ihr entgegen. „Willst du mich heiraten?“, wisperte er.
Maron nickte einmal, zweimal, sogar dreimal. „Ja! JA!“, sagte sie ohne zu zögern und schluchzte. Tränen hatten sich in ihren Augen gesammelt und liefen ungehemmt herunter. „Natürlich will ich!“
Chiaki strahlte sie mit einem überglücklichen Lächeln an. Er setzte sich wieder hoch und steckte ihr den Ring an den Finger.
Schluchzend warf sie sich in seine Arme und beide küssten sich liebevoll.

„Er ist wirklich wunderschön.“, sagte Maron voller Ehrfurcht, während sie den Ring an ihrem Finger betrachtete. Das Paar fuhr gerade den Aufzug zu ihrem Apartment hoch.
Noch immer konnte sie nicht glauben, dass Antrag wirklich geschehen war.
„Hoffentlich ist das kein Traum!“, sprach sie weiter, eher zu sich selbst als zu Chiaki.
Er gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn.
„Du träumst nicht.“, lächelte er. „Der Ring hatte übrigens meiner Mutter gehört.“
Überrascht sah sie ihn an. „W-Wirklich?“
„Ja. Zuvor hatte er meinem Großvater väterlicherseits gehört und er hatte damit um die Hand meiner Großmutter angehalten. Auf jeden Fall hatte mein Vater ihn mir gegeben, nachdem er erfahren hatte, dass ich vorhatte dir einen Antrag zu machen.”
Wieder sah Maron auf ihren Ring herab. Behutsam hielt sie sich die Hände vor die Brust, der Verlobungsring hinter ihrer anderen Hand versteckt, wie als wolle sie den Ring beschützten.
„Ich werde gut darauf Acht geben.“, sagte sie und küsste Chiaki zärtlich.
Ihre Wangen röteten sich und sie bekam ein riesiges Lächeln auf ihren Lippen.
Sie war verlobt! Und das nicht nur mit irgendjemanden - Sondern mit Chiaki Nagoya!
Ihr bester Freund.
Ihr Geliebter.
Der Mann, den sie über alles und von ganzem Herzen liebte.
Ihr Herz fühlte sich an, als würde es in tausend fröhliche Einzelteile zerspringen.
Die Fahrstuhltür öffnete sich und beide gingen raus.
„Ich kann es kaum erwarten allen davon zu erzählen!“, rief sie aus und lief fröhlich Richtung Haustür. „Meinen Eltern, unseren Freunden… der ganzen Welt!“
Ihr Verlobter nickte und kicherte amüsiert in sich hinein.
Das Paar betrat ihre gemeinsame Wohnung.
Als Maron ins Wohnzimmer ging und das Licht an machte-
„Herzlichen Glückwunsch!!!“, riefen ihr mehrere Stimmen entgegen. Es regnete von allen Seiten Konfetti.
Erschrocken zuckte Maron zusammen und wich etwas zurück. Sie brauchte einen Moment, um zu registrieren, was soeben vor sich ging.
Ihre Eltern, Kaiki sowie auch ihre engsten Freunde -Natsuki, Shinji, Miyako und Yamato- standen im Wohnzimmer. Alles war mit roten und weißen Ballons sowie Girlanden dekoriert. Essen und Getränke standen auf den Tresen der offenen Küche. Auf dem Wohnzimmertisch befand sich sogar eine schöne zweistöckige Torte mit der Aufschrift „She said YES!“.
Verwirrung wie auch großes Erstaunen waren in ihren Gesichtsausdruck abzulesen.
„W-W-Was zum-“, brachte sie fassungslos entgegen. Ein Arm legte sich um ihre Taille.
„Zur Feier unserer Verlobung.“, grinste Chiaki.
„Eine Überraschungsverlobungsfeier!“, kam es von Natsuki augenzwinkernd, die mit einem Glas Champagner auf ihre Freundin zuging und sie umarmte. Dann warf sie einen erstaunten Blick auf ihre Hand. „Wow!! Der Ring ist ja unglaublich schön! Du musst uns unbedingt erzählen, wo und wie er dich gefragt hat!“
Maron starrte völlig entgeistert in die Runde. „I-Ihr wusstet alle von dem Antrag??“
„Deine Mutter und ich wussten es mit Kaiki zusammen als Erstes, da Chiaki letztens zu uns kam und nach unserer Erlaubnis gefragt hatte.“, antwortete Takumi ihr zuerst. „Und wie ich dir schon mal sagte: Ich könnte mir keinen besseren Mann an deiner Seite vorstellen als ihn.” Er schenkte dem Paar ein stolzes, zufriedenes Lächeln.
„Uns hatte Chiaki erst vor kurzem in seine Pläne eingeweiht.“, setzte Shinji grinsend fort. „Übrigens, ich habe dich noch nie so nervös erlebt!“, lachte er in Chiaki’s Richtung. „Auf jeden Fall hatte er uns für die Wohnung einen Ersatzschlüssel gegeben und in innerhalb von wenigen Stunden sollten wir alle diese Party aufstellen, nachdem er dich aus der Wohnung gelockt hat.“
Maron hielt sich beide Hände vor das Gesicht und fing vor Freude an zu lachen und weinen. „Oh mein Gott…!“ Beschämt versteckte sie sich in Chiaki’s Brust, der sie freudig in seine Arme nahm.
„Hör gefälligst auf mich zum Weinen zu bringen…!“, nuschelte sie in sein Hemd rein.
Sorry.“, lächelte er entschuldigend und strich ihr zärtlich über den Kopf.
Nach wenigen Minuten hatte Maron sich von ihrem Schock erholt und es wurde auf das frisch verlobte Paar angestoßen.  
***

Es wurde bis spät in die Nacht gefeiert.
Ab einer bestimmten Uhrzeit war es allerdings soweit, dass ihre Gäste sich nach und nach verabschiedeten und sich auf dem Heimweg machten.
Dennoch konnte Maron sich nichts Schöneres als den heutigen Tag vorstellen.
Es war ein Tag voller Überraschungen und die Glücksgefühle rauschten ihr wie Adrenalin noch durch den Körper.
„Ich kann immer noch nicht glauben, dass du das alles geplant hast.“ Sie und Chiaki lagen hellwach und eng umschlungen im Bett. An Schlaf war gerade gar nicht zu denken.
Er bewegte seinen Arm unter sie und küsste sie auf den Kopf.  
„Ich bin froh, dass du ‚Ja‘ gesagt hast.“, entgegnete er, „Es wäre sonst peinlich gewesen, allen mitzuteilen, dass sie die Deko abhängen müssen.“
„Wäre auch schade um den Kuchen gewesen!“, neckte sie ihn. Maron sah mit einem warmen Lächeln zu ihm auf. „Du überraschst mich immer und immer wieder.“, sagte sie und gab ihm einen Kuss auf die Wange, „Du und dein verdammtes Poker-Face.“
Chiaki lachte, hob sachte ihr Kinn an und küsste sie zärtlich. „Ich liebe es dich lächeln zu sehen, mein Engel.“, flüsterte er. Maron kicherte kurz auf, ehe sie ihn weiter küsste. Ihre Hände fanden sich in seinen Haaren wieder.
Ihre Küsse wurden mit den Momenten leidenschaftlicher, intensiver und fordernder.
Maron spürte, wie Chiaki sein Gewicht verlagerte und sie auf die Matratze drückte. Seine Lippen bewegten sich heiß auf ihren, ließen ihr Körper zu flüssiges Feuer werden.  
Eine Hand wanderte unter ihrem Shirt, schob den Stoff Zentimeter für Zentimeter hoch. Seine Fingerspitzen strichen wie Seide über ihre Haut, verursachten ihr einen angenehmen Schauer darauf. Maron unterbrach den Kuss und keuchte kurz auf.
Chiaki zog ihr das Shirt über den Kopf. Für einen Moment hielt er inne und betrachtete sie; die Augen verdunkelten sich vor Verlangen.
Maron setzte sich auf, um auch ihm das T-Shirt auszuziehen. Ihre Hände glitten über seine trainierte Brust entlang bis runter zur Gürtellinie.
Er beugte sich wieder zu ihr nach vorne und küsste voller Leidenschaft. Sie schlang ihre Arme um ihn und ließ sich rücklings auf die Kissen fallen.
Seine Lippen streiften liebevoll ihre Wange, wanderten ihren Hals herab und verwöhnten sie an ihrer empfindlichsten Stelle an der Halsbeuge. Wieder musste sie genüsslich aufkeuchen.
Gleichzeitig spürte sie seine Hände sanft über ihren nackten Oberkörper wandern.
Er ließ von ihrem Hals und ihrem Nacken ab und begann Küsse auf ihren Schultern, ihren Brüsten, ihrem Bauch bis zu ihren Hüften zu verteilen. Ihr ganzer Körper schauderte.
„…Chiaki-“, wisperte sie atemlos.  
Der Angesprochene kam sich wieder zu ihr hoch und küsste sie auf den Mund. Eine Hand ruhte am Bund ihres Slips.  
Maron ließ ihre Hände über seinen Körper sowie unter seiner Boxershorts wandern. Ohne sich voneinander zu lösen, entledigten beide sich ihre restlichen Kleidungsstücke.
„Du bist so wunderschön.“, wisperte Chiaki inmitten der Küsse. Seine Hände fuhren ihren gesamten Körper entlang.
Er küsste und berührte sie überall. Besonders an Stellen, an der er sie aus dem Verstand brachte.
„Chiaki…“, stöhnte Maron erregt auf.
Sie legte ihre Beine um seine Hüfte, um ihn so nah wie möglich zu haben.
Im nächsten Moment spürte sie ihn in sich. Während sie sich ihrer Leidenschaft hingaben, ließen seine Augen nicht von ihren los.
Nach einer Weile lag Maron eingerollt in Chiaki’s Arme, atemlos. Den Kopf an seine Brust gebetet.
Das schwache Licht der Morgensonne brach hinter den Vorhängen durch die Fensterscheiben.
Eine Hand spielte sanft mit ihren Haaren, einzelne Strähnen strichen durch seine Finger.
„Ich liebe dich, mein Engel.“, sprach er leise.
Maron schloss ihre Augen, lauschte den regelmäßigen Schlägen seines Herzens, als sie ihm sagte: „Ich liebe dich auch. Für immer.“
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