Eragon Band 6: Schatten über Alagaësia

GeschichteFantasy / P12
28.09.2018
29.05.2020
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05.07.2019 2.005
 
Hi, hiermit möchte ich mich erstmal ganz herzlich für mittlerweile 3232 Aufrufe, 77 Reviews (ganz besonderer Dank an meinen treuesten Review-Schreiber Alexeragon, aber natürlich auch an alle anderen Review-Schreiber), 17 Favoriteneinträge und 8 Empfehlungen bedanken, genauso wie für die mittlerweile über 18000 Aufrufe bei meiner ersten Geschichte "Eragon Band 5: Neubeginn". Vielen Dank dafür, dass ihr mich dadurch immer weiter motiviert und zum schreiben anspornt.
Und jetzt viel Spaß mit dem neuen Kapitel.

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"Ihr werdet uns also erlauben, die Einladungen an die Oberhäupter der Adelshäuser mit einem königlichen Siegel zu versehen, Majestät?" vergewisserte sich Jocy noch einmal, nachdem sie eine grobe Notiz bezüglich des Wortlautes der Einladungen auf ihrer Notiztafel festgehalten hatte. Zuvor hatten sich Nasuada, Herzog Derron und Jocy darauf festgelegt, in den geheimen Botschaften von Nasuadas Überleben zu berichten um ihre Bedeutung als Symbol von Einigkeit und Zusammenhalt zu nutzen, um den Adel gegen die unbekannte, aber dennoch offensichtliche Bedrohung zu vereinen. Und das königliche Siegel sollte als Beweis dafür dienen.
"Natürlich" bestätigte Nasuada mit ruhiger Stimme "Die Adeligen werden einen Beweis bezüglich meines Überlebens haben wollen bevor sie sich zu einem Treffen bereit erklären werden, schließlich werden sie nach der Zerstörung von Iliera vorsichtig sein, nicht in eine Falle gelockt zu werden.".
"Ihr solltet noch ein wenig warten bevor ihr damit anfangt, Einladungen an den Adel zu schicken" platzte plötzlich Murtagh in die Besprechung "Ich habe mich mit Eragon unterhalten und er hat mich darauf hingewiesen, dass es einen Verräter gegeben haben muss, der unserem Feind verraten hat, dass sich die Großkönigin, fast alle Mitglieder des Hochadels des Großkönigreiches, der surdanische König sowie beide Hauptarmeen zum Zeitpunkt der Zerstörung Ilieras dort befunden haben. Wir sollten also erst einmal abwägen, wen der anwesenden Mitglieder des Adels wir möglicherweise verdächtigen können. Besonders sollten wir dabei jene in Betracht ziehen, die Iliera überlebt haben.".
"Wer hat denn abgesehen von euch dreien, die auch nur dank Murtaghs schnellem eingreifen überlebt haben, überhaupt noch überlebt" fragte daraufhin Derron Montrillon.
"Verdächtig verhalten hätten sich vermutlich fast alle der führenden Adeligen, da fast jeder seine persönlichen Interessen über das Wohl von Alagaësia gestellt hat" gab Nasuada zu bedenken und ging dabei nicht auf Derrons Frage ein.
"Aber bei eigentlich allen diesen Adeligen können wir davon ausgehen, dass niemand sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hätte, nur um uns zu verraten" vermutete Jocy "Die Informationsquelle könnte auch eine Person niedrigen Ranges oder ein Surdaner gewesen sein, die ihren Tod freiwillig in Kauf genommen hat. Denn von den bei den Besprechungen Anwesenden haben nur Julos Tabor, der Iliera auf Nasuadas Geheiß hin verlassen hat und Fürst Risthart die Zerstörung Ilieras überlebt.".
"Risthart, natürlich" rief Murtagh aus "Er hat uns sowohl den Tipp gegeben, der die großkönigliche Armee in das Desaster bei Furnost geführt hat und uns zufällig einen Tipp bezüglich des Angriffs der surdanischen Armee auf Iliera gegeben. Außerdem hat er ständig für Zwietracht und Unruhe gesorgt und ist relativ kurz vor der Schlacht abgereist. Und ich habe ihn gut genug gekannt, um zu wissen, dass er das Großkönigreich und dessen Neuerungen im Vergleich zum alten Imperium gänzlich ablehnen würde.".
"Das kann ich als Oberhaupt eines Adelshauses, das in seiner Vergangenheit selbst über eine mächtige Handelsflotte verfügt hat bis uns das Imperium unsere Handelsgenehmigung entzogen hat bestätigen, da ich Fürst Risthart dadurch ebenfalls persönlich kennengelernt habe" bestätigte Derron Montrillon "Er ist ein absolut machtgieriger Mensch.".
"Und dadurch dass Teirm ein Stadtstaat ist, hätte er zusätzlich die Möglichkeit, derartige Machenschaften gut zu verbergen" fügte Nasuada hinzu.
"Also ziehen wir Fürst Risthart als hauptverdächtigen Verräter in Betracht?" fragte nun wieder Jocy "Für diesen Fall sollten wir zunächst nur Kontakt zu Adeligen und anderweitigen Persönlichkeiten aufnehmen, denen wir wirklich vertrauen um Bündnisse zu schmieden, da Fürst Risthart innerhalb des Adels gut vernetzt ist. Und unsere Versuche den Adel wieder zu vereinen, werden wir verschieben müssen, bis wir selbst wieder an Stärke gewonnen haben und euer Überleben garantieren können, Großkönigin Nasuada.".
"Wenn wir einen Großteil des Adels im dunklen lassen, wird der Adel möglicherweise einen neuen Großkönig bestimmen oder das Reich würde sich wohlmöglich komplett auflösen" gab Nasuada zu bedenken "Das wäre viel zu riskant.".
"Aber wenn ihr und der Adel hier aufgespürt werdet, hätte unser Feind eine noch größere Möglichkeit, alle Führungspersönlichkeiten auf einen Schlag zu eliminieren" entgegnete nun wieder Jocy "Wir sollten uns erst einmal auf verlässliche potentielle Verbündete beschränken und entweder warten oder auf einzelne Adelige zugehen. So würden wir auch einen potentiellen Verräter besser enttarnen und eliminieren können.".
"Was meinst du dazu, Murtagh?" fragte daraufhin wieder Nasuada.
"Ich glaube es ist wirklich geschickter, wenn wir die Vertrauenswürdigen einladen und ansonsten einzeln Kontakt aufnehmen" antwortete Murtagh "Das dauert zwar länger, ist aber sicherer und außerdem sollte man mit einem einzelnen Adeligen doch besser verhandeln können, als mit einer ganzen Gruppe, wo sich jeder sofort benachteiligt fühlt, wenn man gegenüber einem anderen Zugeständnisse macht.".
"Ich denke, ihr könntet mit eurer Einschätzung recht haben, Murtagh" stimmte Derron Montrillon dem jungen Drachenreiter zu "Wir sollten den Vorschlag meiner Schwester umsetzen.".
"Aber wie wollen wir definieren, wen wir als vertrauenswürdig einstufen?" fragte nun wieder Nasuada in die Runde "Wir können uns ja nicht einmal bei allen ehemaligen Unterstützern der Varden sicher sein, dass sie uns unterstützen würden. Und nur Haus Montrillon und Haus Hammerfaust werden uns wohl nicht reichen.".
"Aber das wäre schon einmal eine Basis" antwortete Murtagh "Und wenn wir zusätzlich Unterstützung bei den anderen Völkern sowie bei einzelnen weiteren Adelshäusern finden, wären wir schon mal einen Schritt weiter. Und sobald unser wahrer Feind sich offenbart, was nach so etwas großem wie der Zerstörung Ilieras nur noch eine Frage der Zeit sein sollte, werden wir es noch einmal einfacher haben, Unterstützer zu finden.".
"Auf die Zwerge als Unterstützer werden wir schon einmal nicht hoffen können, da sie sich gegenwärtig im Clan-Krieg befinden und dadurch außenpolitisch quasi Handlungsunfähig sind" erwiderte nun wieder Nasuada "Wir müssen also auf die Elfen und die Urgals hoffen, wofür wir auf jeden Fall Eragon brauchen werden, da er die besten Verbindungen zu diesen Völkern hat. Und bei den menschlichen Adeligen müssen wir hoffen, dass wir sie wenn es soweit ist als Unterstützer gewinnen können, bevor sie sich aus Furcht mit dem Feind verbünden. Und ein paar weitere verlässliche Verbündete würden mir schon einmal einfallen.".
"Eragon wird in Kürze hier eintreffen" sagte Murtagh "Und bis dahin können wir auf jeden Fall schon einmal ein Schreiben an Gräfin Katrina und alle anderen absolut verlässlichen Persönlichkeiten schicken, so dass wir auf jeden Fall eine gemeinsame Reaktion auf diese Bedrohung planen können.".
"Ich werde sofort damit beginnen" antwortete Jocy und fing an zu schreiben, während Derron Montrillon seine Gäste zum Abendessen einlud.
Obwohl das Haus Montrillon viel von seiner früheren Macht verloren hatte, waren im luxoriösen Speisesaal des Anwesens, der direkt an die Gartenanlage angrenzte, köstliche Speisen aufgetischt. Das Essen an sich fand in einem kleinsten Kreis statt, nur Nasuada, Murtagh, Jocy und Herzog Montrillon waren zugegen. Das Essen verlief in einer gemütlichen Atmosphäre und nachdem zuvor stundenlang über die aktuelle politische Lage und die weitere Vorgehensweise gesprochen worden war, drehten sich die Gespräche während des Essens eher um die Vergangenheit. Um die Unterstützung des Hauses Montrillon für die Varden, um die diesbezüglichen Folgen für beide Seiten, um den Krieg und den Untergang des Imperiums, sowie die Geburt des Großkönigreiches und wie sich alles hätte zum Guten entwickeln sollen.
Murtagh versuchte zwar, aktiv an der Unterhaltung teilzunehmen, aber da er über die meisten Gesprächsthemen nur am Rande bescheid wusste, sie nur aus der verzerrten Perspektive des Imperiums kannte, kam er sich ein wenig fehl am Platz vor oder sogar selbst darin als unfreiwilliger Antagonist vorkam, fühlte er sich unwohl. Er kam sich fehl am Platz vor, weshalb er die erstbeste Gelegenheit nutze um sich höflich zu verabschieden und das Abendessen zu verlassen. Nachdem er den Speisesaal verlassen hatte, begab er sich in den Garten des Anwesens, wo sein Seelenpartner Dorn den Tag damit verbracht hatte, sich von der erschöpfenden Reise auszuruhen. Obwohl die Sonne bereits am untergehen war und die Gartenanlage ziemlich groß war, hatte er Dorn schnell erreicht gehabt. Er freute sich schon darauf, sich endlich in Ruhe mit seinem Seelenpartner über die Ereignisse der vergangenen Tage auszutauschen. Schließlich war Dorn das einzige lebende Wesen, dem er voll und ganz vertraute und bei dem er sich voll und ganz geborgen fühlen konnte. Das einzige Lebewesen bei dem er das Gefühl hatte, nicht alleine zu sein. Klar hatte er zu Eragon ein brüderliches Verhältnis und auch Nasuada und Jocy mochte er beide sehr, aber er hatte zu viele schlechte Erfahrungen mit anderen Menschen gemacht um einem anderen Menschen bedingungslos zu vertrauen. Er hatte einen grausamen Vater gehabt, dessen Erbe ihn sein gesamtes Leben gebrandmarkt hatte und ihm immer wieder geschadet hatte und als er es aus dem Schatten seines Vaters hinaus geschafft hatte, war er eine willenlose Marionette gewesen, die dazu gezwungen war ein Monster zu sein. Und dann hatte ihn Nasuada, für die er bereit gewesen war alles zu opfern, ihn zurückgewiesen. Er hatte zwar Verständnis dafür, dass sie als Königin der Vernunft folgen wollte und es aus diesem Blickwinkel unmöglich für sie gewesen war, sich auf ihn einzulassen, war es dennoch eine weitere Enttäuschung für ihn gewesen.
"Und, wie seid ihr voran gekommen?" fragte Dorn seinen Reiter und stupste ihn mit seiner gewaltigen Schnauze leicht an.
"Langsamer als es mir lieber ist" antwortete Murtagh und strich Dorn mit seiner Hand über die Schnauze "Eragon wird in Kürze zu uns stoßen, aber ansonsten läuft es sehr schleppend. Wir wissen einfach nicht wem wir vertrauen können und wen wir überhaupt nur als Unterstützer in Betracht ziehen können, ohne unsere Sicherheit zu gefährden.".
"Es gibt doch so viele Leute die damals den Varden gegen das Imperium geholfen haben, gibt es denn auch bei diesen Leuten niemanden der euch helfen würde" wollte nun wieder Dorn wissen "Es gibt doch einen gemeinsamen Feind, der eine Bedrohung für jeden darstellt.".
"Doch, die gibt es schon" gab Murtagh zu "Aber wie Eragon es richtig gesagt hat, reicht in unserem aktuellen Zustand ein einziger Verräter unter hundert potenziellen Verbündeten, um jegliche Hoffnung zu zerstören. Wenn Eragon bei uns ist, können wir immerhin die anderen Völker effizient um Unterstützung ersuchen und dann auch vereinzelt auf die menschlichen Adeligen zugehen. Aber solange werden wir warten müssen.".
"Warum muss immer alles so kompliziert sein? Haben wir beide nicht schon genug durchmachen müssen?" fragte nun wieder Dorn und hob plötzlich seinen Kopf und knurrte leise, woraufhin sich auch Murtagh umdrehte. Und plötzlich sah er Jocy hinter sich stehen.
"Geht es dir gut, Murtagh?" fragte sie, nachdem sie aufgrund von Dorns leisem knurren kurz zusammengezuckt war.
"Ja, es geht mir gut" antwortete Murtagh, doch Jocy konnte schnell erkennen, dass dies nicht stimmte.
"Wir kennen uns jetzt schon eine ganze Weile und ich merke doch, dass irgendetwas nicht stimmt" erwiderte Jocy hartnäckig "Du kannst es mir doch sagen.".
"Es ist einfach alles. Das was war, das was ist und das was noch kommt" gab er zurück "Aber ich will dich damit nicht belasten.".
"Und ich will nicht, dass es dir schlecht geht" antwortete Jocy und legte ihre Hände zärtlich auf seine Brust "Lass mich dir helfen.".
"Ich glaube nicht, dass du mir helfen kannst" erwiderte Murtagh, doch er machte keine Anstalten, ihre Hände von seiner Brust zu entfernen.
"Dann lass es mich wenigstens versuchen" flüsterte Jocy, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und küsste Murtagh auf die Lippen.
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