Eragon Band 6: Schatten über Alagaësia

GeschichteFantasy / P16
28.09.2018
21.08.2019
29
54101
9
Alle Kapitel
85 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hallo alle miteinander, hier kommt die Fortsetzung zu meiner beliebtesten Geschichte "Eragon Band 5: Neubeginn". Ich hoffe natürlich möglichst viele Leser dieser Geschichte wieder hier begrüßen zu dürfen und freue mich natürlich auch über jeden neuen Leser, der zu der Geschichte findet und über jegliche Rückmeldungen.
Leider kann ich nicht versprechen, dass es in den nächsten Wochen regelmäßige Updates geben wird da ich mich möglicherweise mit dieser Geschichte sowie meinen beiden Spin-offs etwas übernommen habe, aber ich schreibe halt immer bei der Geschichte besonders viel, bei der ich gerade irgendwie eine Art Eingebung habe. Außerdem werde ich in der nächsten Zeit allgemein eher wenig Zeit zum schreiben haben.
Alle Orte und Charaktere die in Christopher Paolinis Eragon-Quadrologie vorgekommen sind, gehören natürlich Christopher Paolini alle anderen gehören mir.
Und jetzt viel Vergnügen beim Lesen.
------------------------------------------------------------------
Nur wenige Tage waren vergangen, seit die Helgrind-Priester und ihre menschenfressenden Gottheiten im Namen des Imperiums einen vernichtenden, selbstmörderischen Anschlag auf die Feierlichkeiten zum Tag der Befreiung ausgeübt hatten. Offiziell hatten sie dies im Namen des Königreichs Surda getan und genau das war es, was nun auch die restlichen Völker Alagaësias glaubten. Und genau das wiederum war der Plan von Großmarschall Rillion gewesen. Und mit dem anschließend an den Anschlag ausgebrochenen Krieg zwischen dem Königreich Surda und dem Großkönigreich von Alagaësia hatte Rillions sorgfältig durchdachter und durchgeführter Plan auch seine Früchte getragen.
Daher hatten sich die Eliten des Imperiums wieder im großen Konferenzraum innerhalb ihrer Festung, die gleichermaßen ihre Operationsbasis als auch ihre mächtigste und gefährlichste Waffe darstellte.
Rillion hatte das Szenario bezüglich eines Krieges zwischen den beiden menschlichen Königreichen schon des öfteren durchdacht und war zu dem Schluss gekommen, dass es für das Imperium die klügste Variante wäre, wenn sie zunächst noch passiv vorgehen würden, um die Spaltung zwischen Surda und dem Großkönigreich zu zementieren, sowie deren Streitkräfte durch das gegenseitige bekämpfen zu dezimieren. Und falls sich Rillions Informationen, die das behäbige, föderale Großkönigreich und das zentralistische, militaristische Surda als militärisch ungefähr gleich effektiv bezeichneten sich als unzutreffend herausstellen würden, wäre die im geheimen aufgebaute imperiale Armee durchaus mächtig genug es mit zwei zerstrittenen Fraktionen auf einmal aufzunehmen. Und ihrer Superwaffe, dem Zerstörer, würden ohne detailliertere Informationen nicht einmal die Drachenreiter etwas anhaben können. Die Voraussetzungen für das Imperium konnten also durchaus als gut angesehen werden.
Nun stand das Oberhaupt des Imperiums in seiner gewohnten weißen Uniform sowie seinem roten Umhang vor der Tür des Konferenzraumes die von zwei Elite-Soldaten, indem schon die weiteren wichtigen Persönlichkeiten des Imperiums versammelt waren. Als der Großmarschall den Raum, dessen Boden mittlerweile wie die Böden in allen anderen Räumen in einem glänzenden Schwarz gehalten war betrat, saßen wie zu erwarten an der rechten Tischhälfte des dunklen Konferenztisches Scrainia, die ihr übliches rotes Kampfgewand gegen ein mehrheitlich schwarzes Gewand mit einigen roten Streifen im Brustbereich einem gleichfarbigen Umhang getauscht hatte und Kommandant Cullen, auf der anderen Seite des Tisches saßen Graf Hamlin und Graf Tharos der Flinke, die genauso wie Cullen eine schwarze, imperiale Offiziersuniform trugen. Über einige kleinere verzauberte Spiegel die ebenfalls auf dem Tisch platziert waren, waren auch Fürst Risthart, Prinz Tvolch von den Az sweldn rak Anhûin und der Boss des Rhiks-Kartell, Cador Rhiks, mittels der Traumsicht zugeschaltet.
"So sehen wir uns wieder, meine verehrten Kollegen" begann Großmarschall Rillion, als er mit festem Schritt auf seinen Stuhl zuging "Nun da der Krieg in Alagaësia begonnen hat, müssen wir uns auf eine Strategie für unser Vorgehen in diesem Konflikt festlegen.".
"Unsere Streitkräfte sind bereit für den Angriff" antwortete Kommandant Cullen mit einem Lächeln. Er freute sich auf den bevorstehenden Konflikt, vor allem da er für sich persönlich die Gelegenheit sah sich zu profilieren und möglicherweise im Rang aufzusteigen.
"Nur Geduld, Kommandant" antwortete der Großmarschall ruhig "Aber anhand der Informationen von Fürst Risthart und aller weiteren Quellen sowohl aus dem Großkönigreich als auch aus Surda bestärken mich in der Annahme, dass ein passives Vorgehen aus unserer Sicht zunächst doch sinnvoller wäre. Wenn wir einen sofortigen Angriff gegen zwei Armeen die noch bei voller Stärke sind starten würden, könnten wir möglicherweise verlieren, vor allem da dies die Drachenreiter auf den Plan rufen würde. Wenn wir andererseits ein wenig warten würden, bis sich die beiden Armeen gegenseitig dezimiert haben, haben wir leichtes Spiel.".
"Und was ist mit den Drachenreitern? Oder den Elfen?" fragte nun Graf Hamlin.
"Beiderlei Fraktionen werden sich weitestgehend heraushalten um eine endgültige Spaltung zwischen den menschlichen Königreichen zu verhindern, für den Fall dass wir warten" gab Rillion zurück "Und wenn wir schließlich mit voller Stärke angreifen und beide Armeen am Ende sind, werden wir sie zerschmettern und auch für die Elfen und die Drachenreiter wird es dann zu spät sein. Denn gegen die Macht unserer dann einsatzfähigen Waffe sind auch sie chancenlos.".
"Was ist mit unserem Angriff auf die anderen Clans?" fragte nun Prinz Tvolch.
"Die Zwerge müssen unter allen Umständen aus einem Krieg zwischen den menschlichen Reichen herausgehalten werden, weshalb unsere Angriffe genauestens koordiniert sein müssen" antwortete Rillion und war bemüht seinen ruhigen Tonfall zu behalten. Als Kommandant Cullen gerade etwas hinzufügen wollte, kräuselte sich plötzlich die Oberfläche des großen Spiegels an der Wand. Jenem Spiegel, den der Großmarschall selbst einst zur Kommunikation mit König Galbatorix persönlich genutzt hatte. Doch nun erschien auf der Oberfläche des Spiegels ein Antlitz, welches allen anwesenden unbekannt war. Allen außer der Magierin Scrainia, denn dieses Antlitz, eine groteske metallene Imitation eines menschlichen Gesichts mit einigen Verzierungen dessen Augen wie glühende Kohlen leuchteten, stellte die Maske des Erzschattens Dar'zin dar. Das leicht rötliche glühen der eigentlich metallgrauen Maske ließ die Gestalt noch bedrohlicher wirken, als die Maske alleine es schon tat.
"Der Erzschatten" flüsterte Scrainia dem Großmarschall mit einem sichtbaren Entsetzen im Gesicht zu.
"Wie ist es möglich dass er uns über genau diesen Spiegel kontaktieren kann?" fragte Rillion, der sogar selbst Anzeichen von Verunsicherung zeigte und auch die anderen Anwesenden wirkten verstört.
"Großmarschall Rillion, Lady Scrainia, Kommandant Cullen" begann der Erzschatten bevor Scrainia auf Rillions Frage antworten konnte "Ich freue mich, endlich eure Bekanntschaften zu machen.".
"Was verschafft uns die Ehre?" fragte der Großmarschall den Erzschatten.
"Wie eure talentierte Magierin euch sicherlich mitgeteilt hat, habe ich euer Potenzial gesehen. Ihr habt eine bestens ausgebildete Armee, in die euer Kommandant sicher einiges an Arbeit investiert hat und eine tödliche Waffe die selbst mich beeindruckt." antwortete Dar'zin, dessen Stimme weiterhin leicht verzerrt durch dessen Maske war "Euer Imperium hat enormes Potenzial. Aber ihr nutzt es nicht. Ihr habt das Potenzial euer Land zu übernehmen und die Drachenreiter, eure und meine Hauptfeinde zu vernichten. Ich denke, ihr solltet eure vorsichtige Haltung überdenken und euer volles Potenzial entfalten. Ihr solltet unverzüglich mit euren Operationen beginnen.".
"Und was habt ihr davon?" fragte Rillion wiederum als Antwort "Ihr habt uns doch sicher nicht kontaktiert, nur um euch völlig ohne Eigennutz in unsere militärischen Angelegenheiten einzumischen.".
"Eure Kühnheit beeindruckt mich, Großmarschall Rillion" gab der Erzschatten mit einem tiefen, leisen Lachen zurück "Ich habe sehr wohl ein großes Interesse an der Vernichtung des Ordens der Drachenreiter. Und da ihr ebenfalls Gegner der Drachenreiter seid, halte ich es nur für sinnvoll, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Und ich denke wir können einander sehr nützlich sein.".
"Ihr meint, dass wir einander nützlich sein könnten oder dass wir euch nützlich sein könnten?" antwortete der Großmarschall mit einer weiteren Frage.
"Ihr seid klug, Großmarschall" erwiderte Dar'zin wieder in einem ruhigen Tonfall "Aber ihr solltet wirklich in Erwägung ziehen eure vorsichtige Vorgehensweise zu überdenken. Eure Verbündeten werden es euch danken. Vor allem euer talentierter, ambitionierter Kommandant.".
Mit diesen Worten verschwand das Bild des Erzschattens von der Spiegeloberfläche und hinterließ eine völlig verstörte imperiale Führungsriege. Verunsicherung und auch eine gewisse Art von Misstrauen gegenüber ihrem Vorgesetzten machte sich unter den imperialen Eliten breit. Die Worte des plötzlich aufgetauchten Erzschattens hatten für Verwirrung und Zerstreuung gesorgt.
"Woher hat dieses Monster die Möglichkeit uns zu kontaktieren?" fragte Rillion wütend an Scrainia gewandt "Woher wusste er über unsere Vorgehensweise bescheid? Wie kommt er dazu unsere Methoden in Frage zu stellen? Und wieso in aller Welt haben Sie dieses Monster überhaupt befreit?".
"Ich hatte keine andere Wahl" zischte Scrainia zurück "Und falls ihr mir etwas anderweitiges unterstellen wollt, ihr habt keine Ahnung was ein Erzschatten ist und wozu er imstande sein kann.".
"Ich verstehe" antwortete Rillion finster "Wir müssen in jedem Fall äußerste Vorsicht walten lassen.".
"Wie werden wir nun weiterhin vorgehen?" wollte nun Kommandant Cullen wissen "Werden wir wie geplant warten oder werden wir direkt aktiv vorgehen.".
"Ein sofortiger Angriff wäre Wahnsinn und nicht zu verantworten, aber ich denke bei der ersten großen Konfrontation zwischen den beiden Armeen sollten wir zuschlagen" gab Rillion zurück, der zu intelligent war um nicht zu erkennen, dass diese Antwort die einzige war, die einerseits keinen kompletten Wahnsinn darstellte und ihm andererseits nicht die komplette Missgunst der weiteren Mitglieder der imperialen Führungsriege auf sich zu ziehen "Kommandant Cullen, Lady Scrainia bereiten sie die Truppen vor, ich werde euch benachrichtigen wenn die Zeit gekommen ist. Sie beide werden den Angriff leiten.".
"Danke, Großmarschall Rillion" antwortete Kommandant Cullen während Scrainia mit dem Kopf nickte, bevor die beiden den Konferenzraum verließen und den Großmarschall alleine in dem Raum zurückließen. Das Imperium hatte sich auf eine feste Strategie für den kommenden Konflikt festgelegt, doch obwohl es seine Einigkeit, die einen großen Vorteil darstellen könnte, behalten hatte, hatte es doch seine Eigenständigkeit verloren. Und ein Kontrollverlust war dass, was Großmarschall Rillion sogar noch mehr fürchtete als eine militärische Niederlage. Es war das, was seine Vision von einem Alagaësia unter imperialer Herrschaft wie er sie sich ausmalte, völlig zerstören könnte. Wenn ein Kontrollverlust das Imperium in seiner aktuellen Form nicht komplett zerstören.
Review schreiben