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Die Augen des Ozeans

von Amatani
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12
Elizabeth Swann James Norrington Lord Cutler Beckett OC (Own Character) Will Turner
27.09.2018
30.06.2020
8
41.714
16
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15.11.2018 2.665
 
Captain James Norrington lief direkt und mit sicheren Schritten den Hügel hinauf zu dem Anwesen des Gouverneurs. Es war ein angenehmes Gefühl, endlich auf alt bekannte Gesichter zu stoßen und seine Füße wieder auf festen Boden zu haben, ohne, dass es um einen herum schwankt. Aber er fühlte sich auch seltsamerweise schuldig für das, was er in den nächsten Momenten beschließen würde. Es betraf Miss Rigwell, der mysteriösen, verlorenen Frau aus dem Atlantik. Die Frage, was letztendlich mit ihr passieren würde quälte ihn überraschenderweise mehr, als er sich zugestehen wollte. Es fühlte sich an, als wäre es seine Pflicht sich um sie zu kümmern, nachdem er sie im Wasser gesichtet und aus dem eiskalten Atlantik auf die Dauntless gezogen hatte. Aber da war noch etwas über sie, was er nicht einzuordnen wusste. Er konnte es beinahe fassen. Immer dann, wenn ihre blauen Augen synchron mit ihrem Lachen oder Lächeln zu schimmern begannen. Oder wenn sie Abends am Essenstisch etwas witziges, originelles von sich gab und ihr lächeln stets hinter dem Weinglas zu verstecken versuchte. Aber auch in den Momenten, in denen sie mit den Männern über die Geschichten redete, die sie so liebte. Ihr Blick fing an zu leuchten, sobald sie die Tragödie über Sydney Cartons Opferung beschreibt, Jay Gatsbys unerreichbare liebe oder der vorurteilhaften Stolz des Mr. Darcy. Er fragte sich des öfteren, woher sie diese fantastischen Geschichten kannte, denn, so weit er wusste, waren sie in keinem Buch nieder geschrieben.
Aber sie war immer besonders interessiert, wenn seine Männer anfingen, über die Piraten auf der See zu erzählen, ihren Abenteuern und der neuen Welt. Halb schien sie diese zu glauben und zur anderen Hälfte war sie verängstigt. In diesen Momenten fühlte sich James zu ihren dunklen, blauen Augen angezogen, doch er konnte nicht erklären weshalb.
Mittlerweile stand er schon auf der Türschwelle des Anwesens und klopfte kräftig auf das Holz. Ein Diener stand vor ihm in der offenen Türe und bat ihn herein, führte James durch die große Halle und lies ihn im Arbeitszimmer des Gouverneurs zurück. Das Zimmer war voll gestopft bis oben hin mit Büchern, Dokumenten, Papieren. Die einzige Stelle, an der kein vollgeschriebenes Blatt oder ein dickes Buch über die Finanzen Port Royals lag, war das Fenster. Hatte man das Glück wie James in diesen Moment, konnte man den grünen Hügel hinunter schauen, zu dessen Fuß der Hafen langsam zur Ruhe kam und die Schiffe mit den Wellen hin und her schaukelten, während die Sonne sich am Horizont rot färbte und im orangefarbenen Meer versank. Für die nächsten Wochen wird die Dauntless allerdings nicht mehr den Hafen verlassen, würde nicht mehr gen Sonnenuntergang entgegen segeln sondern festgetaut und mit gesenktem Anker am Steg mit der Flut und Ebbe auf und ab reiten. Er hörte die entfernten Schritte des Gouverneurs.
„Captain Norrington! Schön, sie wieder in Port Royal zu wissen.“, sprach der Gouverneur mit einem breitem Lächeln, während er seine Perücke zurecht rückte.
„Angenehm, wieder zurück zu sein Gouverneur Swann.“, antwortete er mit ebenfalls einem Lächeln zurück und schüttelte die Hand des älteren Mannes.
„Nun.“ Gouverneur Swann setzte sich hinter seinem Schreibtisch und bat mit einer Handgeste, das Norrington sich ihm gegenüber setzte. „Ich bin schon ganz aufgeregt, was sie mir alles zu berichten haben. Aber zu aller erst: Alles verlief nach Routine?“ Der Captain räusperte sich.
„Den Vollständigen Bericht der Patrouille wird Morgen früh vor ihnen liegen, Sir. Allerdings muss ich mit ihnen etwas äußerst wichtiges besprechen.“
„Worum handelt es sich, Captain?“ Wie sollte er das nur erklären?
„Meilen bevor wir in Canaries anlegten, zogen wir eine junge Frau aus dem Atlantik. Ich möchte ihnen vorher versichern, Gouverneur, es war Meilenweit kein anderes Schiff in Sicht, bis auf die Dauntless. Sie blieb bei uns an Bord. Cassandra Rigwell, junge 18 Jahre, wie eure eigene Tochter, Elisabeth Swann.“ Der Captain hoffte, mehr Sympathie für die junge Frau beim Gouverneur zu gewinnen, wenn sie seiner Tochter gleichaltrig wäre. Zum Glück sah Cassandra jünger aus, als sie tatsächlich war. Sein Gegenüber lauschte ihm ungläubig und James räusperte sich noch einmal, bevor er den Part seiner Geschichte begann, dessen Worte er tausendmal wiederholt und korrigiert hatte, um ein bestmögliches Licht auf die Situation zu werfen. „Es handelt sich um eine junge Frau mit, wie mir scheint, guten Absichten und ohne Familie oder Heimat, zu der sie zurück kehren könnte. Sie sagt, sie stammt von den nördlichen Kolonien.“ Dennoch verheimlicht sie etwas, dachte Norrington bei sich selbst. „Sie scheint ein gutes und großzügiges Fräulein zu sein, und doch verängstigst, wohin sie nun gehen soll. Allerdings handelt es sich bei ihr um eine außerordentlich gebildete Person, nicht im Sinne von Salon-gesellschaftlichem Verhalten, sondern eher ihre Manieren und Charakterstärke. Sie scheint aber weder Erfahrung noch Hintergrund im Bereich der Arbeit oder als Dienstmädchen zu haben sondern wuchs, wie mir scheint, in einer gebildeten Schicht groß. Die drei Wochen auf dem Rückweg zum Hafen bin ich mehrere Möglichkeiten durchgegangen, dieses Mädchen bestmöglich unterzubringen und hoffe, ihr nehmt den Vorschlag an, da ihr euch damals ebenfalls um den jungen Turner gesorgt habt.“ Sein geübter Vortrag war damit beendet und nun wartete Norrington auf die Antwort. Es blieb mehrere Augenblicke still.
„Ihr habt sie im Atlantik gefunden? Wie hat sie das überlebt?“
„Daran zerbreche ich mir ebenfalls seit Tagen meinen Kopf, Sir. Miss Rigwell sprach, sie wurde von ihrem Schiff gestoßen und behauptet, es könnten nicht mehr als nur wenige Minuten gewesen sein, als wir sie aus dem Wasser zogen.“ Gouverneur Swanns Hand legte sich unter sein Kinn, als würde er über das Nachdenken, was er vor wenigen Sekunden zu hören bekam.
„Seltsam, in der Tat.“ Es vergingen weitere Augenblicke. „Befindet sich das Mädchen noch an Bord?“
„Ja, Sir. Sie weigerte sich die Dauntless zu verlassen, da sie um keine passende und angebrachte Kleidung verfügt. Sie trägt momentan noch eine abgetragene Royal Navy Uniform.“ Tatsächlich hätte es der jungen Frau nichts ausgemacht, in der übergroßen Männerkleidung das Schiff zu verlassen und sich unter die Menschen zu mischen. Doch Norrington wusste besser, dass sie in solch eine Aufzug aufgefallen wäre wie ein bunter Hund und ihre Reputation, die sie dank der dekadenten Gesellschaft aufrecht zu erhalten hatte, unglaublich darunter leiden würde. Und somit wäre die Suche nach einem passendem Heim in Port Royal ungemein schwerer geworden. Also bat er sie, noch eine Weile auf dem Schiff zu warten, bis sich eine Lösung ergab.
„Ich verstehe. Estrella!“ Eine Magd kam wenige Sekunden später in sein Arbeitszimmer hinein. „Nimm mehrere Kleider aus der Kommode meiner Tochter und geh damit hinunter in den Hafen zur Dauntless. Falls du das Schiff nicht findest, wird Gilette dir helfen. Er wird beim Hafenmeister sein. Aber bitte, beeile dich.“ Die Frau war wieder verschwunden, fragte nicht nach, was diese Seltsame Aufgabe zu bedeuten hatte. „Und Estrella!“ Die Magd kam wieder zurück geeilt. „Nimm eine Bürste und all das mit, was eine junge Frau braucht. Sie wird in einem schrecklichem Zustand sein.“
Mit einem kurzen „Ja, Sir.“, war die Frau verschwunden. „Wir wollen das junge Ding ja nicht in übergroßer Männeruniform und krausigem Haar auf dem Marktplatz vorführen. Nun Captain, ich kann mir vorstellen, das ihr das Mädchen als Mündel in einer der Familien bringen wollt, nicht wahr?“ Norringtion zog fragend die Augenbrauen hoch.
„In der Tat, Gouverneur.“
„Ich denke allerdings, das ihr die mir bekannten Familien hier in Port Royal nicht gerecht werden. Es kommt also nur eine in Frage.“
„Welche? Ich werde sofort aufbrechen und ihnen Miss Rigwell vorstellen.“, sprach James voller Energie. Sie hatte eine Chance. Und es schien einer der Adligen Familien zu sein.
„Ich werde sie Aufnehmen, Captain.“, lächelte Gouverneur Swann mit einem breiten Lächeln. Erst war er verwirrt. Dies war ein zu großer Gefallen für eine junge Frau, die dem Gouverneur völlig fremd war. „Elisabeth vereinsamt hier, wisst ihr. Der einzige Umgang meiner Tochter ist der junge Turner, aber mit jedem Monat der vergeht, wird der Kontakt zwischen den beiden schmälernd aufgrund der unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellungen. Meine Tochter würde sich über Gesellschaft einer gebildeten gleichaltrigen Frau, einer Freundin, freuen. Ich werde das junge Fräulein erst gerne treffen, doch ich vertraue auf euer Urteilsvermögen. Ist dieses Mädchen wirklich so intelligent und einsam, wie ihr erzählt, nehme ich sie liebend gerne als Mündel in meiner Familie auf.“
eine Welle der Erleichterung durchzog den Captain. Er hatte mit dem besten gehofft, aber dass sich der Gouverneur Port Royals selbst anbot, sie aufzunehmen, damit hatte er am wenigstem gerechnet. Wenn alles ab diesen Zeitpunkt gut verläuft, wird sie eine Frau des Wohlstands sein, ohne Existenzängste. Sie würde glücklich werden, wie er ihr versprochen hatte.
„Ich werde Miss Rigwell umgehend berichten.“, sprach er mit einem Lächeln, ungewöhnlich für ihm in Dienst und gegenüber einer höheren Autoritätsperson.
„So werde ich auch Miss Swann Bescheid geben.“ Beide gaben sich zum Abschied die Hände und aufgeregt verließ er das Anwesen und lief auf dem gleichen, verschlungenem Pfad den Hügel hinunter, dem er vor wenigen Minuten nervös hinauf gekommen war.

Der Stoff zwischen meinen Fingern fühlte sich so anders an, als das, was ich normalerweise gewohnt war. Weich und glatt, geschmeidig, fein verarbeitet. Es war solch ein tolles Gefühl.
Was mir das Gefühl aber direkt wieder nahm, waren die vier diversen Stofflagen, die man unter und über diesem Kleid trug. Von dem Korsett einmal ganz abgesehen. Die Magd lies mir insgesamt drei Kleider hier, entschieden habe ich mich letztendlich für das blaue einfache zwischen meinen Fingern. Es war hübsch, aber nicht zu aufdringlich. Mit einem Seufzer erhob ich mich vom Bett des Captains und schob die Vorhänge an dem kleinen Fenster der Tür zu, die mir Captain Norringtion freundlicher Weise für mich hat anbringen lassen, damit keine neugierigen Augen hinein schauen konnten. In diesem Moment wäre es eh kein Problem gewesen. Murtogg und Mullroy waren die einzigen der Mannschaft, die sich momentan auf der Dauntless befanden und diese bewachten. Und da ich für die beiden eher eine Schwester war, brauchte ich keinesfalls etwas befürchten. Was mir allerdings Angst machte, waren diese Kleider. Ich hatte keine Ahnung, welche dieser Dinger in richtiger Reihenfolge angezogen wurden. Ich nahm dass, was am schlichtesten aussah und zog es zuerst an, dann das Korsett. Es sah zumindest nicht falsch aus. Unmittelbar kam das nächste Problem: Das Korsett zubinden. Ich stellte mich vor dem Spiegel, drehte mich um und versuchte, das verdammte Ding zu zubinden. Sicherheitshalber band ich es nicht allzu eng, ich wollte nicht aufgrund von Sauerstoffmangel umkippen oder meine Rippen und Innereien perforieren. Als die anderen beiden ebenfalls über meinem Kopf gezogen waren, knotete ich hinten das samitge Kleid zu und betrachtete mich im Spiegel. Ich schien ein wenig kleiner als die eigentliche Trägerin dieses Kleides, aber es passte mir noch. Es war ein fremder Anblick, aber kein schlechter. Dieses Vogelnest auf meinem Kopf musste noch entfernt werden und zum Glück brachte die Magd auch eine Bürste mit. Dazu sogar noch Parfum und etwas, was Schminke gewesen zu sein schien. Ich brauchte nur die Bürste. Bis unter die Schultern langes, braunes Haar, verknotet von Wasser, Wind, Regen und drei Wochen lang nicht gekämmt, das wird schmerzhaft. Und für wahr. Das ich überhaupt noch Haare am Ende dieser schmerzhaften Prozedur hatte, blieb mir ein Rätsel.
Wieder einen Blick in den Spiegel und ich sah aus wie eine Adlige aus dem 18. Jahrhundert. Meine Haut war mittlerweile durch die Sonne ein wenig gebräunt und auch mehr Sommersprossen zierten nun mein Gesicht, die sich über meine hohen Wangenknochen zogen. Mit nervösen Blick starrte ich meine dunkel blauen Augen im Spiegel an. Ich kam mir vor wie eine Fremde, als würde ich jemand anderes in die Augen schauen. Die Augenringe sprachen von schlaflosen und verweinten Nächten, die niedrig hängenden Augenlider von viel Stress. Ein einziger Gedanke folgte danach, als ich mich in meine eigenen Augen anstarrte: Du musst alles tun, um hier zu überleben.
Ein Klopfen.
„Ja bitte?“ Norringtion betrat die Kajüte. „Captain.“, lächelte ich ihm entgegen und versuchte, die dunkle Schlussfolgerung aus meinem Kopf zu schütteln und kam auf den Mann zu. „Nun bin ich angebracht gekleidet, findet ihr nicht?“
„Man kann kaum Glauben, dass wir euch vor drei Wochen nass und zitternd aus dem Atlantik gezogen haben, Miss.“ Er lächelte warm, begutachtete mein neues Ich von Oben bis Unten. „Euer Charme strahlt förmlich.“, sprach er leise, und ebenfalls leise dankte ich ihm. Mit einem Räuspern und leichtem Kopfschütteln schien er sich wieder fassen zu wollen. „Ich habe eine Abmachung treffen können, sodass ihr als Mündel in eine Familie aufgenommen werdet. Der Gouverneur selbst übernimmt diese Aufgabe und erwartet euch sehnsüchtig mit seiner Tochter auf seinem Anwesen, um euch kennen zu lernen.“
„Der Gouverneur?“ Ich stoppte meine kindlichen Bewegungen mit dem Kleid und schaute den Captain erstarrt an. „Er hat den höchsten, gesellschaftlichen Rang hier in Port Royal, nicht wahr? Weshalb würde er mich in seine Obhut nehmen? Eine fremde, mysteriös auftauchende Frau? Das macht keinen Sinn.“
„Miss Rigwell… Cassandra.“, sprach er ruhig und stellte sich mir gegenüber, während ich ihn verwirrt ansah. „Der Gouverneur ist ein herzlicher und gutmütiger Mensch. Ich erzählte ihm, ihr wäret ein intelligentes, gewitztes junges Mädchen von 18 Jahren. Er vertraut auf mein-“
„18?“, fragte ich ihn verwundert. „Weshalb verspricht ihr mich jünger, als ich eigentlich bin? Wenn er es herausfindet. Wenn-“ Er streckte die Arme aus und legte seine Hände sanft um meine Handgelenke, um meine wild gestikulierende Arme hinunter zu nehmen und mir in die Augen sehen zu können. „Weil ihr jetzt dadurch die Möglichkeit habt, im Adel zu leben. Fern von Risiken in einer Gesellschaftsschicht zu rutschen, in der ihr verkommen oder auf die Straße kommen würdet. Ihr habt eine Zukunft vor euch, das habe ich versprochen. Ich habe mein bestmögliches getan, nun seid ihr dran, indem ihr bei dem Treffen das gute Bild einhaltet, welches ich ihm in den Kopf gesetzt habe. Und dazu seid ihr mit eurer Intelligenz mehr als nur fähig.“ Er lies meine Handgelenke los und schaute mit bittenden Blick zu mir hinunter. Alles, um zu überleben, schoss es mir wieder durch den Kopf. Ich seufzte und steckte mir mein Haar hinters Ohr. Ich sagte mir vor drei Wochen, diesen Mann könne man vertrauen und er versprach mir eine gute Situation. So soll es also sein.
„Dann gehe ich besser jetzt von Bord.“ Ohne es selbst zu steuern, legte sich eine Traurigkeit auf meine Stimme, obwohl ich eigentlich froh sein sollte. Ich bekam eine Bleibe, eine gute dazu. Um mich war gesorgt. Aber der Fakt, das gerade vertraute, all die Routinen zu verlassen, den Captain zu verlassen und sich wieder neu zurecht zufinden, neue Kontakte zu knüpfen.
„Die Kutsche wartet bereits auf euch.“, erklärte er mir und hielt seine Hand hin, um mich  hinaus aufs Deck zu einem der Langbote zu begleiten, die mich zum Hafen fahren würde. Mit dem Kleid wurden einfache Aufgaben wie zum Beispiel eine Strickleiter an der Seite des Schiffes hinunter klettern, zu einer unglaublichen Hürde, doch als die Männer in dem Boot in Armlänge waren, hob mich einer hinunter auf die hölzerne Bank. Ich strich die Falten am Kleid glatt, als sie zu rudern anfingen. Captain Norrigtion blieb zurück auf der Dauntless und stand an der Reling, seine Arme verschränkt hinter seinem Rücken und schaute mir nach. Es musste lächerlich aussehen, wie ich in einem eigentlich zu großem Kleid da saß, während der Wind mir die Haare ständig ins Gesicht schleuderte. Doch der Blick des Captains wich nicht von mir ab, sondern lag auf mir, als würde ich in fremde Welten ziehen und dies wäre dass finale Lebewohl. Erst jetzt schoss es mir durch den Kopf: Ich würde ihn doch noch zwischendurch treffen, oder nicht? Mit ihm Abends zusammen speisen und über den Alltag sprechen können? Oder war das nun nicht mehr angebracht, weil ich dem Adel angehören würde? Ich habe mich nicht einmal verabschiedet! Ohne nachzudenken hob ich den Arm bis auf die Höhe des Oberkörpers und winkte mit meiner Hand zum Abschied. Ich schien ein Lächeln bei ihm erkennen zu können und kurz darauf tat sein Arm meinen gleich. Ich hoffte inständig, dies hier kein Abschied war.
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