Um zu leben musst du sterben

von Lea Maus
GeschichteRomanze, Fantasy / P12
24.09.2018
06.12.2018
9
13626
1
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Dieses Kapitel
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Heyho,
nach vielen stressigen Tagen melde ich mich auch mal wieder.
Ich hab echt zu wenig Zeit gehabt um überhaupt zu atmen und bin sehr froh, dass die Klausuren einigermaßen durch sind im Moment.
Allerdings kann ich nicht versprechen, dass ich es jetzt wieder regelmäßig schaffe. Lasst es erstmal 2019 werden, dann wird mein reallife wieder ein wenig angenehmer.

So jetzt habe ich allersings genug gelabert und wünsche euch viel Spaß bei dem, hoffentlich heißersehnten Kapitel

P.S. Vielen vielen Dank an die eine Empfehlung. Es macht mich so glücklich eure Reaktionen zu sehen. Das gilt ebenfalls für Kishi, Meyrin und VampireCat für eure Reviews.
P.P.S. Wir sind mittlerweile bei 822 Aufrufen *AHHHHHHH* Ganz viel Liebe an euch <3

LG Lea

~*~

Meine Nackenhaare stellen sich auf, als die ganzen Gestalten um uns herum unruhig werden. Mit einem Wink des Grafen werden sie augenblicklich wieder still.

Diese vielen Augenpaare, die uns anstarren machen mich langsam aber sicher nervös. "Kanntet Ihr den Professor?", erhebe ich meine Stimme wieder.

"Einer von uns besser als die Anderen.", der Graf deutet auf den Mann des Pärchens ganz am Anfang. "Das hier ist Alfred. Vielleicht sagt Euch der Name etwas. Er war einst der Assistent des Professor."

Ich glaube ich trau meinen Ohren kaum. Der braunhaarige Mann mit dem dunklen Frack, der mich jetzt durchdringend anschaut, soll wirklich meinen Ahnen gekannt haben.

"Ich habe so viele Fragen.", hauche ich. "Das reicht.", mischt sich Timo ein. "Wir werden jetzt gehen."

Entsetzt drehe ich mich zu ihm um. "Was?", kommt es jetzt auch von Chris. Ich weiß genau das er momentan liebend gerne irgendwo anders sein würde. Dennoch steht er hinter mir. Er weiß, wie wichtig mir das hier ist.

Von Timo hätte ich eigentlich etwas ähnliches erwartet. Aber dass er mir jetzt die Möglichkeit nehmen will, Antworten auf meine Fragen zu bekommen, kommt sehr unerwartet.

Als hätte der Graf meinen inneren Konflikt mitbekommen, weist er stumm seine Gefährten an, den Raum zu verlassen. Übrig bleiben nur der Graf, Herbert, Alfred, die Frau im roten Kleid, ein kleiner dicker Mann mit schütterem Haar und eine Frau mit orangenen Haaren.

"Das kann doch nicht dein Ernst sein? Nach allem was wir unternommen haben um hier her zukommen, willst du jetzt einfach gehen?". Ich kann gar nicht glauben was hier gerade abgeht. "Annie, wie kann es sein, dass du das alles so verzerrt siehst. Merkst du denn nicht was hier vor sich geht?"

"Nein, aber ich freue mich sehr, wenn du mich aufklärst.", langsam werde ich stinkig. "Hast du kein ungutes Gefühl im Bauch? Hast du nicht bemerkt, wie komisch die alle hier sind.", zum Ende wird er immer leiser.

"Aber du weißt doch wie viel mir das hier bedeutet. Ich habe nicht so lange darauf hingearbeitet um jetzt zu gehen, ohne Antworten zu bekommen. Eigentlich hätte ich gedacht, dass du mich da hingegen unterstützt." Ich seufze.

"Wie wäre es, wenn wir erstmal ein bisschen bleiben und später nochmal entscheiden was wir machen?", versuche ich ihm entgegen zu kommen.

Sein Blick wird ein wenig weicher und ich weiß schon, dass ich gewonne habe. "In Ordnung. Auf deine Verantwortung." "Yay.", glücklich schmatze ich ihm einen Kuss auf die Wange und drehe mich wieder zum Grafen um.

"Wäre es möglich, wenn ich Alfred die ein oder andere Frage stellen? Also nur wenn das für alle okay ist.", wende ich mich an das kleine Grüppchen. Mein Blick huscht zum Grafen und sehe dass er zustimmend nickt.

"In Ordnung. Alfred-", er wendet sich an eben diesen, "-führe unsere Gäste bitte in die Bibliothek." Dieser nickt und deutet uns ihm zu folgen.

Etwas zaghaft folgen wir ihm und ich merke, dass uns die Frau im roten Kleid ebenfalls hinterher kommt. Alfred führt uns durch die einzige Tür wieder hinaus und durch mehrere Gänge. Schon nach ein paar Abbiegungen habe ich die Orientierung veloren. Sollte irgendetwas passieren, würde ich niemals den Ausgang wieder finden. Es ist echt gruselig wie wenig mich dieser Fakt beunruhigt.

Ein paar Minuten später öffnet Alfred eine unscheinbare Tür und lässt mir den Vortritt. Voller Neugier bin ich mit zwei schnellen Schritten drin und drehe mich staunend im Kreis.

"So viele Bücher.", hauche ich verträumt und betrachte die großen, verstaubten Regale, die bis unter die hohe Decke reichen. Die Wände sind komplett voll mit Büchern und nur ein Kamin gegenüber von der Eingangstür und ein paar Kerzenleuchter an der Decke erhellen das Ganze. Vor dem Kamin stehen mehrere gemütlich aussehende große Sessel.

"Genau wie der Professor.", murmelt Alfred amüsiert und steuert einen der Sessel an. "Kommt, setzt Euch zu mir.", lädt er uns ein. Der Einladung gehe ich sehr gerne nach und winke Timo und Chris ebenfalls dazu. Die beiden stehen noch unschlüssig in der Tür.

"Na los. Kommt. Die Sessel sind saubequem.", langsam kommen sie näher und setzen sich zu uns.

"Okay, was habt Ihr für Fragen.", eröffnet Alfred das Gespräch.

Augenblicklich bombadiere ich ihn mit meinen Fragen. Schnell reiche ich Timo mein Notizbuch, damit er sich die Antworten stichwortartig aufschreiben kann. Dafür bin ich zu sehr damit beschäftigt mich an alle Fragen zu erinnern.

Wir sprechen noch sehr lange. Zwischenzeitlich gesellt sich die braunhaarige Frau, die sich als Sarah vorstellt, zu uns, Timo und Chris werden lockerer und Alfred bietet mir das 'Du' an. Tatsächlich können Alfred und Sarah viele meiner Fragen beantworten.

Ein lautes Magengrummeln unterbricht unsere gemütliche Unterhaltung. Sofort wird alles still.

"Was war das?", entsetzt starren Alfred und Sarah zwischen uns hin und her. "Das war wohl mein Magen.", murmele ich. "Die Zeit vergeht verdammt schnell, wenn man sich gut unterhält."

Flink suche ich mein Handy und sehe erstaunt, dass es bereits nach 4 Uhr nachmittags ist. Wir sind schon über 4 Stunden hier. "Jungs, habt ihr was zu essen mit?", ich drehe mich zu Timo und Chris und traue meinen Augen kaum.

Friedlich schlafend sind beide auf den Sesseln zusammengerollt. Ich hab gar nicht mitbekommen, dass sie sich aus dem Gespräch ausgeklinkt haben. Ein Kichern entkommt meinen Lippen.

"Okay, von denen kann ich in nächster Zeit nichts mehr erwarten. -", ich wende mich wieder Alfred und Sarah zu. "Wie wahrscheinlich ist es, dass ihr hier etwas zu essen für mich habt?"

Ein wissender Blick wechselt zwischen Alfred und Sarah. "Folg mir. Eine Kleinigkeit haben wir hier.", damit steht Sarah auf und bedeutet mir ihr zu folgen. "Was ist mit denen?", ich zeige mit meiner Hand in Richtung meiner schlafenden Freunde.

"Alfred wird bei ihnen bleiben und auf die beiden aufpassen.", versichert Sarah mir. Okay, damit kann ich leben. Zustimmend nicke ich und folge Sarah aus dem Raum.

"Wo gehen wir denn hin?", zügig schließe ich zu ihr auf. "Lass dich überraschen. Es wird dir gefallen.", ein spitzbübisches Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht. Ich füge mich der wirklich nichtssagenden Aussage und gehe mit Sarah durch die steinernen dunklen Gänge.

Nach ein paar Minuten bleibt sie vor einer recht unscheinbaren Holztür stehen. Mit viel Drama öffnet Sarah die Tür und offenbart mehrere lange Tische, die aneinander gereiht sind. Auf eben diesen Tischen stehen Unmengen an Tellern, Schüsseln und Töpfen, alle gefüllt mit verdammt lecker riechenden Gerichten.

"Oh mein Gott. Wer soll das denn alles essen?", ein wenig ironisch drehe ich mich ein wenig in Kreis. Ein überfordertes Lachen kommt über meine Lippen. Das hatte ich definitiv nicht erwartet.

"Der Graf hat es eventuell ein wenig zu gut gemeint.", lachend stellt sich Sarah neben mich. "Wie kommt ihr an all das Essen? Das was ich mitbekommen habe, ist, dass ihr seltener Essen braucht.", umschreibe ich es vorsichtig.

"Das hast du gut erkannt. Wir haben die ein oder anderen, sagen wir mal Eingeweihten außerhalb des Schlosses, die uns mit manchen Sachen versorgen." Okay, das erklärt es ein bisschen.

Ich gehe ein paar Schritte auf den ersten Tisch zu und kann Burger, Pommes und Chicken Nuggets erkennen. Sofort meldet sich mein Magen und ich greife automatisch nach einem Teller.

"Aber wenn ich schon mal die Möglichkeit habe, dann greife ich doch gerne zu."
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