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The Lost Race

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
David Xanatos Goliath OC (Own Character)
24.09.2018
24.09.2018
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Ein rauer Herbstwind fegte durch den Central Park im Herzen Manhattens. Das Wetter war schon seit Wochen ungewöhnlich, selbst für diese Jahreszeit. Es stürmte dauerhaft, dazu Eisregen und eine Kälte, die einen durch Mark und Bein fuhr als würde sie etwas ankündigen wollen. Es war kein normaler, kalter Herbst. Das Wetter war nur ein Vorbote der kommenden Ereignisse.

Ein nie dagewesenes Gewitter tobte über der Stadt. Die Behörden waren alarmiert, ebenso wie der kleine, grüne Gargoyle namens Lexington, der bei diesem Wetter versuchte eine Antenne auf dem höchsten Turm der Burg auszurichten. Er speiste schon seit Wochen die Wetterdaten in den Computer, den Xanatos ihm zur Verfügung gestellt hatte.

Er war gerade dabei die Antenne korrekt auszurichten als ein Blitz in die Einschlug und den kleinen Flattermann in einem hohen Bogen in den Burghof stürzen ließ.

Nicht schon wieder. , dachte er. Er wusste nicht wie viele solcher Blitzschläge er bisher erlitten hatte. Wäre er ein Mensch hätte ihn schon der erste Einschlag vor Wochen in ein Grillhähnchen verwandelt.

Lexington rannte über den Hof, hinein in den Saal, der voller Geräte und Computer stand. Sie zeichneten die Wetterdaten auf. Dieses unnatürliche Wetter gab es überall auf der Welt gleichzeitig, doch ausgerechnet in Manhatten schien das Epizentrum zu liegen. Er versuchte den Herkunftsort zu bestimmen, doch die Anzeigen blieben wage. Lexington wusste, ebenso wie der restliche Clan und natürlich Xanatos, dass etwas Großes im Anmarsch war.

Goliath und der restliche Clan verbrachten die Nächte nun schon seit einer gefühlten Ewigkeit drinnen. Das Wetter verhinderte, dass sie ihre üblichen Patroullien flogen. Nicht einmal ein Gargoyle, der in gewisser Weise wetterfest geboren wurde, konnte bei Sturm und Hagel einen Fuß vor die Tür setzen.

Lexington saß vor dem Computer, überprüfte die Daten, tippte mit der Zunge zwischen den Zähnen in einer unglaublichen Geschwindigkeit in den Rechner, was seine Finger hergaben.

„Irgendetwas Neues?“, fragte ein großer, roter Flügelmann. Sein Name war Brooklyn und rieb sich müde das Gesicht. Gargoyles waren nicht für Häuser gemacht. Sie mussten den Wind auf den Schwingen spüren. Dieses herumgehocke tat ihnen allen nicht gut.

„Frag bloß nicht!“, sagte Lexington. „Ich habe das Signal manuell neu ausgerichtet. Jede Art von Energie kann ich hier aufzeichnen und entschlüsseln und es kommt absolut nichts dabei heraus! Alles was ich habe ist ein großes Wirrwarr aus Energiefeldern, die alle auf der Insel zusammentreffen. Wüsste ich's nicht anders würde ich sagen etwas will Manhatten auseinander reisen.“

„Tja, Klimaerwärmung kann es nicht sein. Wir frieren ja quasi am Boden fest, wenn wir raus gehen.“, sagte Brooklyn.

„Wenn du versuchst schlau zu klingen ...“

„Nach Monaten hier drin gehen selbst mir die Sprüche aus.“

Plötzlich begann ein großer, roter Knopf rot zu blinken und ein ekelhafter Warnton ertönte.

Lexington riss die Augen auf.

„Nein! Nein! Nein!“, rief er hysterisch.

Mit einem Mal kam Goliath in Begleitung des restlichen Clans in den Raum hinein gestürmt.

„Was ist los?“, fragte er alarmiert.

„Das Energiefeld verdichtet sich!“

„Wo?“, wollte Goliath wissen und sah Lexington über die Schulter.

„Mitten im Central Park! Es ist als ob …“ Er raufte sich seine nicht vorhandenen Haare.

Die Tür des Fahrstuhls öffnete sich und ein Mann im schwarzen Jackett und Pferdeschwanz betrat die Bildfläche. David Xanatos. Milliardär, Genie und charmanter Playboy. Gut, letzteres wurde ihm von der Boulevardpresse zugeschrieben. Aber da sagte er nicht nein.

„Ich verstehe diese Werte nicht!“, rief Lexington und sprang von dem Stuhl vor dem Monitor.

„Die Werte sind korrekt, fürchte ich.“, sagte Xanatos an den Gargoyle gewandt. „Irgendetwas reißt mitten in New York ein gewaltiges Loch in Raum und Zeit. Und so ungern ich das zugebe, mein genialer Verstand hat keine Ahnung, was er dagegen tun kann.“

„Ich wüsste jemanden, aber der ist auf und davon.“, sagte Lexington.

Xanatos schwieg. Ein sensibles Thema. Ja, es gab Dinge, da verschlug es selbst jemanden wie ihm die Sprache.

„Er kann uns jetzt auch nicht helfen.“, sagte Xanatos und griff in die Innentasche seines Jacketts und holte eine Art kleine Fernbedienung heruas „Ich habe einige Beobachtungsdrohnen im Gebiet.“

„Falls es sie nicht zerlegt hat.“, sagte Lexington.

Xanatos drückte einen Schalter auf seiner Fernbedienung und auf einem der großen Bildschirme erschien das Kamerabild einer der Roboterdrohnen von denen er gesprochen hatte.

Die Blitze des Gewitters schlugen unkontrolliert im Park ein, spalteten Bäume und setzten Büsche in Brand. Der Boden riss auf und ein in Feuer und Blitzen wirbelnder Spalt öffnete sich. Er wurde von Minute zu Minute breiter und größer.

So etwas hatte keiner von ihnen jemals gesehen.

Mitten im Feuer tauchten Gestalten auf. Große Wesen in goldenen Rüstungen mit langen Speeren und großen Hochschilden. Ihre Gesichter wurden von den Visieren ihrer Helme verdeckt.

Einer der goldenen Soldaten, die aus dem Spalt marschierten, warf seinen Speer nach der Drohne. Nur noch Bildschirmrauschen.

„Irgendetwas sagt mir, dass sich unsere Probleme gerade massiv gesteigert haben.“, sagte Xanatos.


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Es war eine Armee. Eine Armee unbekannter Herkunft, die sich im Central Park durch den Spalt aus Energie quetschte. Die durch ihre Helme gesichtslosen Soldaten marschierten in Mitten des Sturms der Gezeiten auf. Er machte ihnen nichts aus, denn die Energie, die er aussandte war für sie wie das Sonnenlicht. Es stärkte sie, gab ihnen Kraft in der bevorstehenden Schlacht.

Sie würden kommen wie der Sturm, der das alles entfachte. Sie würden ihren rechtmäßigen Platz wieder einnehmen und dieser Ort, dieses Manhatten, war perfekt um ein Exempel zu statuieren.

Einer der goldenen Soldaten ritt auf einem gewaltigen Streitross an den Gruppen aus Soldaten vorbei. Das Pferd trug einen ebenso goldenen Streitpanzer und einzig die rot leuchtenden Augen verrieten, dass es nicht von dieser Welt kam.

Sirenen heulten auf und in Mitten dieses Sturm aus Feuer, Eis und Energie kamen gepanzerte Wagen angebraust. Bis an die Zähne bewaffnete Polizisten und Soldaten sprangen heraus und stellten sich der Armee und dem Spalt.

„Tötet Sie.“, befahl der Mann auf dem Ross. „Der Krieg hat begonnen.“

Die goldenen Soldaten stürmten auf die Menschen zu. Kugeln und abgefeuerte Raketen konnten ihnen nichts anhaben. Diese dummen Sterblichen würden schon bald erkennen, dass ihr Kampf völlig sinnlos war.

Die goldene Armee erschlug die schreienden und schießenden Menschen und strömte wie eine endlose Welle der Vernichtung aus dem Spalt zwischen Raum und Zeit in jeden Winkel der Stadt, die niemals schläft. Der Big Apple wurde zum Schlachtfeld zwischen den Fremden und allem, was die Menschen aufbieten konnten: Panzer, Soldaten, selbst die fanatischen Steinhauer schwangen ihre Hämmer. Alles in völliger Verzweiflung ob des unbesiegbaren Feindes, der endlos aus dem Riss strömte.

David Xanatos sah aus seinem Büro besorgt auf die Stadt hinab, die sich in diesem Gemetzel selbst zu zerfleischen drohte. Es war das erste Mal seit vielen Jahren dass er echte, tatsächliche Angst verspürte. Sie brauchten Hilfe eines ganz anderen Kalibers. Weder er noch die Gargoyles konnten sich dieser Bedrohung alleine stellen.
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