Let me keep you safe

GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16
Burnett James Holiday Brandon
23.09.2018
01.10.2018
2
3.178
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23.09.2018 1.332
 
AN: Schon wieder eine neue Geschichte. Was ist in letzter Zeit nur los mit mir? Mich hat anscheinend die Muse geküsst, aber ich finde es schade, dass es sich dabei nicht um HIMYM handelt. Ich meine, ich finde es schön, dass ich jetzt so viele Ideen habe und dass es mal ein neues Pairing ist, das mich so begeistert, aber ich habe schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, dass ich es einfach nicht hinkriege meine angefangenen Geschichten zu beenden.
Okay, genug gelabert. Sorry dafür.
Wie auch immer, viel Spaß mit dem Kapitel.



Holiday Brandon konnte nicht schlafen.
Erschöpft und grübelnd wälzte sie sich nur immer wieder hin und her.
Aber es war kein Wunder. Wie sollte sie auch schlafen können, bei den Dingen, die in ihrem Kopf vorgingen.

Ihre Schwester, ihr Zwilling war ermordet worden.
Und wer auch immer es getan hatte war nun scheinbar hinter ihr her.
Ihr Exverlobter, der sie mit ihrer Schwester betrogen hatte, war einer der Hauptverdächtigen.
Aber nun sah es so aus, als wäre er unschuldig.

Nicht, dass das wirklich überraschend war.
Holiday war drei Jahre lang mit Blake zusammen gewesen.
Ja, der Verrat kam aus dem Nichts. Niemals hätte sie ihm zugetraut, dass er sie betrügen würde.
Aber trotzdem hatte sie gewusst, dass er kein Mörder war und ihrer Schwester nichts angetan haben konnte.

Trotzdem hatte es sich unglaublich gut angefühlt, ihn zu schlagen und anzuschreien.
Da war nicht nur die Wut über den Tod von Hannah, sondern auch Wut über seinen Seitensprung dahinter.
Als er damals am Hochzeitstag einfach nicht in der Kirche aufgetaucht war und Hannah ihr dann zögerlich erzählt hatte, was zwei Jahre zuvor zwischen ihne passiert war...

Holiday hatte niemals ihre Wut raus gelassen. Nicht wirklich.
Sie hatte Hannah gesagt, dass sie sie nicht sehen wollte, war so ruhig und gefasst wie möglich mit ihrer Mom heim gefahren und hatte tagelang geweint.
Ihre Trauer und Enttäuschung über diesen furchtbaren Verrat hatte sie raus gelassen, doch niemals ihre Wut.

Holiday hatte seit dem kaum ein Wort mit ihrer Schwester gesprochen, sie nur auf Familienfeiern gesehen.
Dabei hatten sie sich doch vorher so nah gestanden. Ein Herz und eine Seele. Zwillinge eben.
Sie hatte oft an sie gedacht, aber der Schmerz war einfach zu schlimm gewesen um sich damit auseinander zu setzen.

>Ich brauche mehr Zeit<, hatte sie sich immer wieder eingeredet. >Später.<
Und jetzt würde es kein Später mehr geben. Denn Hannah war tot.

Holiday schlug die Decke zurück, schwang ihre Beine aus dem Bett und setzte sich auf der Bettkante auf.
So konnte das nicht weiter gehen. Sie musste hier raus.
Sie nahm eine braune Jogahose aus ihrem Kleiderschrank und zog sie sich an.
Sie steckte ihr Nachthemd einfach hinein und zog dann einen dünnen, roten Pullover drüber.

Schnell bürstete Holiday sich durch ihr langes, rotes Haar, das vom Hin- und Herwälzen ganz zerzaust war, schlüpfte in ein Paar Halbschuh und dann war sie auch schon zur Tür heraus.
Gierig saugte sie die frische Nachtluft ein und spürte schon wie sich ihr Herzschlag wieder beruhigte.
Sie stieg die Stufen von der Veranda, die ihre kleine Hütte umgab, hinunter und ging etwa 5 Schritte, bevor sie stehen blieb.

>Wohin?<
Sie war einfach ohne nachzudenken rausgelaufen, weil ihre doch ziemlich geräumige Hütte ihr plötzlich so einengend vorgekommen war.
Aber es war mitten in der Nacht. Wo sollte sie nun hingehen?
Und was wenn jemand sie brauchte?
Sie war doch die Campleiterin, nein, Schulleiterin, hier in Shadow Falls.
Das Sommercamp für übernatürliche Kids, welches vor Kurzem zu einem Internat umgebaut wurde.

Kylie, ihr liebster Schützling hier, bekam nachts manchmal Visionen und kam dann zu ihr.
Wie Holiday selbst war Kylie Geisterseherin.
Dann fiel Holiday ein, dass Kylies momentaner Geist Hannah war.
Nur so hatte sie überhaupt von Hannahs Tod erfahren.

Sie hatte Kylie gebeten Hannah auszurichten, dass sie, Holiday, mit ihr reden wollte.
Aber Hannah hatte sich nicht mehr viel gezeigt, seit Holiday von ihrem Tod wusste. Und sie hatte schon gar nicht mit ihr gesprochen.
Aber vielleicht würde sie sich ihr ja jetzt zeigen.
In dieser stillen Nacht, wenn sie ungestört reden könnten.

Holiday beschloss an den See zu gehen.
Dort könnte sie vielleicht etwas meditieren und versuchen, Kontakt zu ihrer Schwester aufzunehmen.
Kylie wusste, was mit Hannah geschehen war und würde deshalb heute Nacht bestimmt keine Vision bekommen.
Aber falls doch, müsste sie eben mit Burnett darüber reden.

>Burnett.<
Holiday schüttelte den Gedanken an ihren Co-Camp-/Schulleiter aus ihrem Kopf.
Sie hatte dadrin gerade wirklich schon genug, worüber sie sich Gedanken machen konnte.

Sie war noch nicht weit gelaufen, als sie das Gefühl hatte verfolgt zu werden.
Kurz spürte sie Angst in sich aufkommen und fluchte innerlich über sich selbst.
Es war keine gute Idee gewesen, nachts allein durch das Camp zu laufen, wenn sie doch wusste, dass ein Serienkiller hinter ihr her war.

Aber dann lauschte sie auf ihre Umgebung.
Sie hörte Grillen zirpen und ein paar nachtaktive Vögel rufen.
Es klang nicht nach Gefahr.
Sie konnte zwar nicht mit Tieren kommunizieren wie manch andere Feen, aber wenn die Tiere starke Emotionen aussandten, wie zum Beispiel Angst, konnte sie etwas davon aufschnappen.
Schließlich hatte sie die Gabe des Gefühlelesens und -beeinflussens.
Und sie spürte von den Tieren nichts.

Trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, verfolgt zu werden.
Wieder konzentrierte sie sich stark auf die Emotionen um sie herum, aber wer immer sie verfolgte hielt weit genug Abstand, dass sie seine Gefühle nicht spüren konnte.
Einen Plan fassend, lief Holiday weiter. Nach etwa 20 Metern legte sie etwas im Tempo zu, als hätte sie es eilig.
Einige hundert Meter joggte sie fast, dann drehte sie sich abrupt um und lief ein paar Meter zurück.

Ihr Verfolger schaltete nicht schnell genug und Gefühle flossen in Holiday ein.
Wut, Angst und Sorge waren greifbar.
Sie waren die dominantesten Gefühle in der Person, aber Holiday konnte beim besten Willen nicht identifizieren, welches Gefühl am stärksten war.
Es war, als würden die drei Emotionen um die Oberhand kämpfen und alle paar Sekunden gewann ein Anderer.

Sie hatte diese spezielle Mischung von Gefühlen in letzter Zeit mehrfach bei einer Person wahrgenommen.

"Bist du das, Burnett?", fragte sie, kaum lauter als ein Flüstern. Aber es reichte.
Etwa 5 Meter entfernt raschelte es im Gebüsch und der große, dunkelhaarige Vampir trat zwischen den Bäumen hervor.
"Was tust du hier mitten in der Nacht?", fragte Burnett sie anklagend.
"Dasselbe wollte ich dich auch gerade fragen", gab Holiday zurück.

"Ich war auf einem Rundgang, als ich dich gehört habe", antwortete er, irgendwie zu schnell.
Holiday wünschte sich in diesem Moment die Lügendetektorfähigkeit eines Vampirs zu haben.
"Du bist dran", sagte Burnett auffordernd.
"Ich konnte nicht schlafen", antwortete Holiday wahrheitsgemäß. "Ich musste mal raus."

"Zu dieser Nachtzeit, während Serienkiller und Abtrünnige auf dich und das Camp lauern?", fragte er ungläubig.
Holiday musste zugeben, dass er Recht hatte und wurde kleinlaut.
"Ich habe nicht nachgedacht", sagte sie. "Entschuldige."

Burnett seufzte und sie konnte spüren, wie seine Wut nachließ und Erleichterung Platz machte.
"Komm, ich begleite dich zurück", sagte er.
"Nein", sagte Holiday sofort.

"Nein?", fragte Burnett nach.
"Nein, ich gehe noch nicht zurück", erklärte Holiday. "Ich gehe an den See. Du darfst mich dorthin begleiten, wenn du dich dann besser fühlst."
Sie verschwieg ihm, dass auch sie sich dabei besser fühlen würde, nun da sie sich erlaubt hatte, an die lauernden Gefahren zu denken.
Was sie auch verschwieg war, dass sie ihn auch gern dabei hätte, wenn sie nicht in Gefahr wäre.
Dass sie ihn einfach gern bei sich hatte.



Das war's erstmal. Das nächste Kapitel wäre dann wahrscheinlich aus Burnetts Perspektive. Nicht in der Ich-Form, die benutze ich nicht gern. Aber eben mehr auf seine Gefühle und Gedanken eingehend.
Würde mich wirklich sehr dolle über ein paar Reviews freuen.
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