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Macarons doux-amers

von ChocoCoco
GeschichteHumor, Mystery / P16 / Gen
Chocola Aikawa Kakao OC (Own Character)
22.09.2018
23.09.2018
3
3.550
 
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23.09.2018 1.820
 
Der erste Wunsch

~Mille-Feuille der Macht~



Naomi Nakahara
Meine Freunde hatten mir in der Schule von jenem Laden berichtet. ,,Der Schokoladen der wünsche erfüllt? So ein Unfug!"
,,Es gibt ihn wirklich Naomi!"
,,Stimmt, hab auch schon was davon gehört. War nicht eine aus der A Klasse dort?"
,,Ja, wir könnten sie ja mal fragen und da- Naomi, wo gehst du hin?"
Ich war bereits aufgestanden und hatte meine Tasche geschiltert. Mein Name lautet Naomi Nakahara und ich war Schülerin der B Klasse einer öffentlichen Gesamtschule in Tokyo.
Ich hasste es dort. Ich hasste das Gebäude. Ich hasste den Unterricht. Ich hasste sogar meine Freunde. Es war langweilig. Monochrom. Jeder Tag wie der andere.
Und so, wie jeden Tag, stapfte ich also nach Hause. Ich schmiss mich auf's Bett. So wie immer. Meine Eltern waren nicht daheim. Dienstreise. So wie immer. Später würde ich mir selbst etwas zu essen machen. Soba. So wie immer. Oder zumindest jeden Donnerstag. Eingenommen von meinen negativen Gedanken drückte ich mir mein Kissen aufs Gesicht und stöhnte. ,,Argh... Es ist so ätzend!" Ich schmiss das Kissen an's Fenster. In diesem Moment entdeckte ich etwas. An der Fensterscheibe befand sich etwas. Herzförmig. Viel Spitze. Eine Karte? Ich erhob mich aus meinem Selbstmitleid und stapfte zum Fenster, welches ich öffnete. Gierig schnappte ich sogleich nach dem Kärtchen und hiefte mich auf die Fensterbank, wo ich neugierig zu lesen begann.

Chocolat Noir

~Der Schokoladen der Wünsche erfüllt~

Die Karte lag schnelle im Müll, als man bis drei zählen könnte. Meine Freunde waren wirklich so darauf versessen, dass ich irgendwo im Wald herumrannte nur damit ich zu einer Pseudohexe mit angeblicher magischer Schokolade gelangte, dass sie mir sogar so eine Karte ans Fenster schmissen? Erbärmlich! Ganz sicher nicht mit mir! Nein, ganz bestimmt nicht... Niemals.
,,Aber einen Versuch wäre es eigentlich doch wert..." Ich hätte mir am liebsten selbst auf die Zunge gebissen. Woher kam das denn bitte nun? Dennoch schwirrte mir jener Gedanke den Rest des Tages im Kopf herum. Was hatte ich denn schon zu verlieren? Sollte ich mich im Wald verirren, da alles nur Blöff war, könnte ich ja die Polizei alarmieren. Ich grinste leicht. Und ein schönes Sümmchen an Schmerzensgeld würde ja möglicherweise auch noch springen...
Nein, nun war es beschlossen für mich. Mit meinem Einkauf beladen verließ ich den Supermarkt, ging die Hauptstraße entlang, vorbei am großen Park, bog in ein Wohnviertel ein welches gerade gebaut wurde und schlängelte mich an der Baustelle vorbei ehe ich bereits den Rande des Waldes erblickte. ,,Was habe ich schon zu verlieren..." Rief ich es mir noch ein letztes mal in Gedanken, ehe ich in den Wald rannte.

Ich wusste nicht wie lange ich schon gerannt war. Aber meine Füße schmerzten und ich sah, wie langsam die Dämmerung einsetzte. Tatsächlich brach Panik in mir aus. Im Finsteren würde ich nie aus dem Wald finden! Aber ich musste! Ich musste! ICH MUSSTE EINFACH! Im nächsten Moment musste ich mir keine Sorgen mehr um all das machen. Als mein Kopf gegen den harten Baumstamm schlug, taumelte ich zurück ehe ich schweigend das Bewusstsein verlor.

Geweckt wurde ich, da mich etwas kitzelte. Jedenfalls kitzelte mein Finger. Wurde ich etwa gerade gefressen?! Ich schack auf. Doch entgegen meiner Erwartungen befand ich mich nicht im Wald, umzingelt von Wölfen oder sonstigem. Stattdessen ruhte ich auf einem himmelblauen Sofa mit vielen pastellfarbenen und wirklich sehr flauschigen Kisse in einem niedlichen Verkaufsraum. Hier und da duftete es vorzüglich nach verschiedensten Süßspeisen. Neben mir hockte die wohl eleganteste Katze die ich je gesehen hatte. Schneeweißes geschmeidiges Fell, blutrote Augen und eine rubinrote Schleife um den Hals. Mittig an der Schleife eine Art verzierte Brosche: Macaron. Ich erhob mich, wobei der Vierbeiner nicht von meiner Seite wich. Zögerlich näherte ich mich den Auslagen mit den Gebäcken. Madeleine der Herzensgüte, Heilendes Tiramisu und noch viele weitere ungewöhnliche Namen las ich auf den kleinen verzierten Kärtchen neben den Gebäckstücken. Ich runzelte die Stirn und streckte die Hand aus.
,,Ich muss dich sehr bitten dies zu unterlassen~"
Ruckartig wandte ich mich um. Ein Mädchen war in den Verkaufsraum getreten. Schulterlanges hellblaues Haar, welches bauschig auf ihren Schultern lag. Große, babyblaue Augen welche mich warmherzig anblickten. Sie trug sehr viel Fell, wie zum Beispiel ihren pastellrosa Poncho mit vielen lilafarbenen Schleifen. Außerdem hier und da Wollsäume. Sowohl an Poncho als auch an ihren Ärmeln und an den Spitzen ihres rosanen Kleides. In ihrem Haar befand sich ein Aragemant aus hellrosa Spitze mit verschiedenen pastellfarbenen Süßspeisen und einer weiteren Schleife. Um die Schulter hing ihr eine rosa Tasche welche wie ein Schaf aussah. Sie sah niedlich aus. Wie alt sie wohl sein mochte?
,,Pardon? Hast du mich nicht gehört Darling?" Sie legte den Kopf schief. Sofort erwachte ich aus meiner Trance. ,,Verzeihung!" Ich zog eilig meine Hand zurück. Doch auch in nächsten Moment spürte ich wie sich ein dünner Arm um meinen Hals legte. ,,Quinn, unser Dornröschen ist erwacht." Ich wandte meinen Kopf schnell um. Die Katze war weg. Stattdessen stand nun hinter mir eine elegante Frau, dessen Augen verlangend funkelten. Ich wollte mich losreißen, doch ihr Griff war erstaunlich fest. ,,Hey~ So duftene Seelen sollten nicht so ungehorsam sein~" Sie kicherte schelmisch, doch jenes verging ihr sobald die Blauhaarige ihr mit einer Zeitschrift ins perfekte Gesicht schlug. Sie ließ von mir ab und wich zurück. ,,FURIE!" Beleidigt stolzierte sie davon.
Das Mädchen jedoch aber bleib und legte nur seufzend die Zeitschrift weg, ehe sie lächelnd zu mir blickte. ,,Entschuldige Macaron. Sie ist immer etwas... Eigen was Kunden angeht." Sie räusperte sich. ,,Willkommen in der Konditorei Macaron doux-amers. Mein Name lautet Quinn Shiroppu und ich bin die Pâtissière dieses schönen Ladens." Freudig breitet sie die Arme aus. ,,Wie kann ich dir behilflich sein?~"
Ihre Stimme allein zog mich in einen Bann, welcher mich alle Fragen vergessen ließ. Wie kam ich hier her? Wie finde ich zu dieser Chocolaterie? Chocolat Noir hieß sie. Nicht Macaron doux-amers. All dies verschwand einfach aus meinem Kopf.
,,Mein Name lautet Naomi Nakahara." Brachte ich dann doch endlich ein Wort heraus. ,,Und ich wollte zu einem Laden, welcher angeblich magische Schokolade verkauft."
Ihr Lächeln verschwand. Stattdessen ging sie ein paar Schritte auf mich zu. Ich ging die selbe Anzahl an Schritten nach hinten. Was hatte sie nun vor? Wieder breitete sich Panik in nur aus. Dann stieß ich an einen der Tische. Ich sah nach hinten, ehe ich wieder nach vorn blickte und Quinn genau vor mir sah. Ich kniff die Augen zusammen. ,,Tzihi~ ♡." Ich hörte nur dieses Kichern, ehe ich wahrnahm wie sie nir offensichtlich mit den Finger auf die Nasenspitze stupste. Ich öffnete die Augen wieder, währenddessen hatte sie mir aber bereits den Rücken gekehrt. ,,Lass uns das alles doch bei einer Tasse Tee besprechen. Ich werde dir dann den Weg erklären aber: warum willst du da eigentlich hin?~" Ohne mich anzusehen verließ sie den Verkaufsraum und stellte dabei diese Frage. Ich schwieg, folgte ihr jedoch.

Kurz darauf fand ich mich in einem Wintergarten wieder, in welchem prächtige Pflanzen sich an den Glasscheiben hinaufrankten. Quinn saß mir gegenüber an dem eisernen Gartentisch. Genüsslich trank die Blauhaarige ihren Tee. Vor uns auf dem Tisch standen die Kanne und einige Makronen in verschiedensten Farben. Ich hingegen hatte meinen Tee noch nicht einmal angerührt. Die Katzenlady war mitrlerweise wieder die Katze und blickte mich von Quinn's Schulter aus durchbohrend an.
,,Also, du wolltest zu Chocola Aikawa?" Quinn ergriff sich wieder meine Aufmerksamkeit. ,,Uhm, wie bitte?" Ich legte den Kopf schief, woraufhin sie nur kurz auflachte. ,,Oh, ich meine natürlich Chocolat Noir! Aber Chocola Aikawa ist der Name der Chocolatierin, welche den Laden betreibt." Ruhig begann Quinn weiter zu erzählen. Als sie am Ende war, blickte sie mich freudig an. ,,Aber weißt du was?" Ihr Blick versteinerte sich. ,,Alles was du dort bekommst, kannst du auch hier haben~ ♡" Zuckersüß klang ihre Stimme und erfüllte jeden Winkel der Konditorei. Ich blickte sie an. Doch dann nickte ich. Ein stilles Einverständnis. ,,Wenn das so ist..." Sie erhob sich von ihrem Stuhl. ,,So nenne mir dich bitte deinen Wunsch." Erneut lächelte sie.
Was war mein Wunsch? Aus dieser monochromen Welt zu entkommen? Nein, es war etwas anderes...
,,Ich will die Macht besitzen." Meine Stimme klang eisern. Ja. Macht. Das war es, was ich wollte. Die Macht über den anderen zu stehen. Sie kontrollieren zu können. Ja, das war es! Ich begann zu grinsen.
Quinn hingegen lächelte nur behutsam. ,,So sei es~" Sie verschwand in den Verkaufsraum, ehe sie mit einem Tabeltt zurückkehrte. Darauf befand sich ein Blätterteiggebäck. ,,Mille-Feuille. Auch Napoléon-cake genannt. Diese Gebäck wird dir deine gewünschte Macht bescheren doch d-" Ich ließ die Blauhaarige gar nicht erst ausreden. Stumm nahm ich das Gebäck mit den bloßen Händen. Wie ein Tier schlang ich es herunter. Es war ein wahrer Genuss. Ob so sich wohl Macht anfühlte? Ach was, ich würde es ja bald herausfinden...

So verließ ich die Konditorei und blickte nicht mehr zurück. Doch dennoch spürte ich weiterhin Macarons erdolchenden Blick in meinem Rücken. Irgendwas wusste die Katze, was ich nicht wusste...


Quinn
Ich sah Naomi lächelnd hinterher, während ich Macaron durch's Fell strich. ,,Es ist so amüsant wie sie nicht einmal von dem Preis erfahren wollte." Schnurrte die Katzendame und ließ ihren Blick vom Fenster ab, als die Schülerin außer Sichtweite geriet. ,,Tja, aber das ist ja nicht unsere Schuld~ ♡"


Macaron
Ein gute Woche war nun vergangen, seit Naboki oder wir auch immer ihr Name war unsere Konditorei besucht hatte. Quinn und ich hockten gerade beim Frühstücken als die Blauhaarige lachend von ihrer Zeitung aufblickte. Ich blickte sie neugierig an. ,,Naomi Nakahara... Als Preis für deine Machtbegierde nehme ich mir nun von dir deinen Verstand~ ♡" Quinn hielt lachend ein Fläschchen hoch. Ich selbst überflog den Zeitungsartikel.

Schülerin wird in die Psychatrie eingewiesen

Vergangenen Dienstag wurde die 17Jährige Naomi N. in eine Psychatrie eingewiesen. Sie tyrannisierte ihre High-School indem sie willkürlich mit verschiedenen Materialien um sich schmiss und immer wieder Befehle herumschrie.
Als ihr niemand gehorchen wollte wurde sie aggressiv und be-...


Weiter las ich nicht. Stattdessen faltete ich die Zeitung zusammen und lächelte Quinn an. ,,Menschen sind so naiv und geleitet von ihrer unstillbaren Gier. Und ihre Seelen schneller gebrochen, als man es denkt~" Zufrieden setzten wir unser Frühstück fort. Doch nach einigen Minuten erläutetet wieder sie Glocke am Tor. Wir sahen uns etwas verwirrt an. Wer besuchte uns denn so früh am Morgen?


~Tief, tief im Wald soll es einen Laden geben, in welchem eine Hexe deine kühnsten Wünsche erfüllt. Doch behalte: der Preis ist hoch, so bedenke deinen Wunsch. Denn für jede Tat in deinem Leben, wird ein Preis von ebenso hohem Wert verlangt~
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