Macarons doux-amers

von ChocoCoco
GeschichteHumor, Mystery / P16
Chocola Aikawa Kakao OC (Own Character)
22.09.2018
23.09.2018
3
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22.09.2018 819
 
Macarons doux-amers


Die zartblauen Haare der jungen Dame wehten sanft umher, als sie das Fenster ihres Schlafzimmers behutsam öffnete. Trotz des Faktes dass sie nur bekleidet in einem dünnen Seidennachhemd an dem Fenster stand, fror sie nicht. Stattdessen blickten die babyblauen Augen neugierig nach draußen. Sie besaß einen unermüdsamen Blick. Immer gespannt darauf, was als nächstes passieren würde. Und mit ihrer Annahme, hatte sie natürlich mal wieder recht...


Quinn Shiroppu
Zufrieden klopfte ich mir die Hände an der Schürze ab, nachdem ich das frisch beladene Blech in den Backofen schob. Macaron neben mir aber gähnte nur Müde. ,,Njaaa... So wird das aber nie etwas!"
Ich verdrehte Stumpf die Augen, ehe ich mich überrascht umblickte und eine Hand an die Ohrmuschel hielt. ,,Hörst du das?"
,,Was?!" Sofort erhob sie die Katzendame mit dem schneeweißen Fell und legte vor Neugierde den Kopf schief. Ab und an verlor das sonst so eitle Wesen dann doch mal seine Manieren.
,,Na, das sind die Leute die deine Meinung interessiert!" Ich grinste schelmisch, während die Katze beleidigt fauchte und von der Theke sprang, ehe sie schlussendlich von der Küche aus in den Verkaufsraum stapfte.
Ja, ich hatte die Katze sehr sehr lieb.
Aber eigentlich war sie ja nicht mal eine Katze. Denn kaum war ich ihr gefolgt, schon entdeckte ich die Dame faul auf einer der noch leeren Verkaufstische herumsitzen. Und mit 'Dame' meine ich auch Dame.
Und eines musste Ich zugeben: In ihrer wahren dämonischen Gestalt war sie eine Schönheit. Augen und Lippen so rot wie Blut und kinnlange, wellige Haare von einem strahlendem Blond. Es war mehr als offensichtlich dass Macaron sich auch ihrer schlanken Figur und dem Vorbau einer gut gebauten 20jährigen bewusst war, denn stets sah ich sie nur in einem weinroten, eng anliegendem Spagettiträgerkleid und einer Federboah. Ihre Füße steckten in ebenso roten High-Heels und ihre Wimpern umrahmten ihre schmalen Augen tiefschwarz. Gerade war aje dabei sich die spitzen und dennoch geplegten Nägel rot zu lackieren, wobei sie konzentriert auf ihre Hand starrte. ,,GEH SOFORT DA RUNTER!" Mit einer Zeitschrift -Choco a lá Choco, Ausgabe 9- schlug ich ihr auf die Haarpracht. Ich hatte sie schon oft genug angestarrt, als dass ich ihrem Anblick verfallen würde.
,,KYAAAH!" Eilig sprang sie von dem Tisch und blickte mich dann mit ihren immer noch Katzengleichen Augen an. ,,Du irre Furie von einer Hexe!" Sie rümpfte erneut die Nase. Ich hingegen legte die Zeitschrift stumm bei Seite und ging wieder zurück in die Küche. Behutsam hob ich das Backblech aus dem Ofen, ehe ich es abstellte damit sie abkühlen konnten.


Macaron
Meine Wenigkeit hockte nun im Verkaufsraum beleidigt auf dem Boden. Frech, Aufmüpfig und Vorlaut. Ja, das war Quinn. Aber ihre Seele war rein. Ach, was heißt hier rein. Ich wusste dass ihre Seele in Zukunft verdorben werden würde. Und dazu würde ich meinen Teil beitragen. Doch das alles würde noch eine Zeit lang dauern. Das Mädchen konnte ja noch nicht einmal Muffins backen, ohne das jene in Flammen aufgingen... Zumindest dachte ich dies, als ich sie das erste mal backen sah...

,,Quinn, Quinn Shiroppu?"
Es war Winter. Das Mädchen stand draußen und schloss gerade das eiserne Tor, der Konditorei, als die samtene Stimme der Dämonin sie aufblicken ließ. Doch sie sah niemanden. Vor dem Tor blickte sie nur eine schneeweiße Katze, welche Mühe hatte nicht in den weißen Puderflocken zu versinken. Quinn lächelte. ,,Wo kommst du denn her? Hast du dich etwa verlaufen?" Das Mädchen öffnete das Tor, hob die Katze mühelos hoch und wandte sich dem Schloss zu. Macaron doux-ames. Eigentlich ein Laden für Süßspeisen und Feingebäck, doch mit seiner creméweißen Fassade, dem tiefschwarzen Dach und den darauf verteilten kleinen Türmen, konnte man ihn schon gut als ihren persönlichen Palast bezeichnen. Sie schloss das goldene Tor noch eilig, ehe sie sich mitsamt der Katze ins Innere des Palastes begab.
,,Hast du Hunger?" Weiterhin sprach die Blauhaarige mit dem Vierbeiner. Zwar bekam sie keine Antwort, doch sie verschwand einfach in der Küche. Kaum kam sie mit einer Schale Milch wieder heraus, da erblickte sie auch schon etwas... ungewöhnliches. Macaron, welche sich gierig über das gleichnamige Gebäck hermachte. Sie sah zur entrüsteten Quinn. ,,Ich wiederhole mich eigentlich ungern... Aber: bist du Quinn Shiroppu? Wenn ja," sie streckte ihre Hand aus, während sie mit einer immer noch das Tablett voller Macaron hielt, ,,Ich würde sehr gern einen Pakt mit der schließen~.


Unsere gesamte Geschichte war irgendwie verzwickt. Surreal. Eine Anomalie für sich. Doch ehe ich mir weiter einen Kopf darüber machen konnte, hörte ich auch bereits das läuten der kleinen Glocke über dem Tor.
Kundschaft~


~Tief, tief im Wald soll es einen Laden geben, in welchem eine Hexe deine kühnsten Wünsche erfüllt. Doch behalte: der Preis ist hoch, so bedenke deinen Wunsch. Denn für jede Tat in deinem Leben, wird ein Preis von ebenso hohem Wert verlangt~
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