Überstunden

von JaliceTo
OneshotRomanze, Sci-Fi / P16
Dr. Henry Wu OC (Own Character)
22.09.2018
22.09.2018
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Überstunden


Es war komplett still im Labor. Ein Großteil der Mitarbeiter waren nach Hause in den wohlverdienten Feierabend gegangen - heim zu ihren Familien, ihren Partner, ihren Freunden. Vielleicht genehmigen sich die hart arbeitenden Wissenschaftler, Genetiker, Biotechniker und Tierpfleger die für Jurassic World arbeiten, gerade in diesem Moment einen Wein oder ein anderes alkoholisches Getränk um auf den Feierabend an zu stoßen.

Ebenso war ein Großteil des Publikumsverkehrs in ihren Hotelzimmern und ließen die beeindruckenden Erlebnisse im weltberühmten Themenpark Revue passieren. Oder sie waren in einem der vielen Restaurants und Bars, die sich auf der Hauptstraße zum Innovationzentrum befanden. Wer würde jetzt noch arbeiten?

Dr.Henry Wu hätte theoretisch seit zwei Stunden Feierabend gehabt. Doch der leidenschaftliche Wissenschaftler stand in einem hinteren Teil des weitläufigen Labors und schlug sich mit Überstunden herum. Es machte dem dunkelhaarigem Mann nichts aus, eine Weile länger zu bleiben - außerdem wollte er noch einmal die angefangene Arbeit eines neuen Mitarbeiters überprüfen. Es war bekannt das gerade diese Mitarbeiter Fehler machen. Und es wäre eine Schande wenn nun zum Beispiel ein Ankylosaurus anstatt mit dunkelgrünen Schuppen nun mit gelben entstehen würde.
Es war Henry´s Verantwortung darauf zu achten, dass diese blutigen Anfänger keine verhängnisvollen Fehler machen würde.


Und genau aus diesem Grund stand der Wissenschaftler über dem ´Hammond X P 20´ - der technologischen Maschine, die für die Zusammensetzung der Dinosaurier DNA zuständig ist und überprüft sorgfältig die letzte eingegeben DNA auf irgendwelche Fehler.
"Es ist die falsche Codenummer"
Es war nichts weiter als ein leises Murmeln und der Fehler war ihm sofort ins Auge gestochen. Auch wenn es den Wissenschaftlern im Labor mittlerweile möglich war die DNA eines neuen Dinosauriers unter einer Stunde fertig zu kreieren - so musste man doch darauf achten, verdammt noch mal keine lächerlichen Anfängerfehler zu machen. Und die falsche Codenummer ein zu geben war etwas, das Wu nicht tolerieren konnte. Jetzt durfte er sich um dieses Problem kümmern, denn bei einem unfertigen DNA Exemplar in der technologischen Anschaffung, bleibt der Prototyp nur zwei Stunden ´gespeichert´ bevor er in seine Grundstruktur zerfällt.
Der dunkelhaarige Mann betätigte per Touchscreen einige Felder und machte sich an die Arbeit, diesen lästigen Fehler selbst zu korrigieren.


"Diese Karte ist nicht für den Bereich zulässig Miss"
Der Sicherheitsmann war überrascht, das um diese Uhrzeit noch jemand ins Labor wollte. Abgesehen von den Angestellten, die zur Nachtschicht generell unterbesetzt waren, gab es kaum jemanden, der jetzt in den Bereich des Labors wollte, welcher für die Öffentlichkeit nicht zu sehen war.  Er selbst war her gerufen worden, weil es eine stille Sicherheitsmeldung gegeben hatte. Jemand hatte versucht mit einer Mitarbeiter Karte für den Zuständigkeitsbereich für das Futterlager des Parks - hier in den Eingang für Mitarbeiter zum Labor zu gelangen.
"Können Sie sich ausweisen?"
Eine weitere Frage, die der Sicherheitsmann an die junge Frau in Freizeitkleidung und mit roten Sneakern richtete.
"Alles was Sie wissen müssen, steht auf der Karte. Ich würde gerne zu meinem Freund - er macht sicherlich wieder Überstunden. Dr.Henry Wu", erwiderte die junge Frau und beobachtete wie der Blick des Sicherheitsmannes von überrascht zu skeptisch wechselte.
"Sie wollen zu Dr.Wu?"
Die Fremde konnte ihm diese Frage nicht verübel - jeder der Henry Wu kannte, wusste das er so auf seine Arbeit fokussiert war - nicht über privates redete und fasziniert von der Wissenschaft und was man damit erreichen konnte war.
"Ja - ich dachte das die Überbrückung der Zugangsberechtigungen die man mir einräumen wollte schon geschehen war. Ich habe Biochemie studiert und arbeite momentan im Futterlager - also genau genommen arbeite ich seit zwei Tagen hier im Park und Miss Dearing sagte mir, man würde sich um das Problem mit der Zugangskarte kümmern", erklärte die Fremde und der Sicherheitsmann wusste nicht, ob er ihr glauben sollte. Natürlich hätte er nun seinen Vorgesetzten fragen können, aber der wäre bestimmt nicht begeistert, wenn man ihn um 22 Uhr Abends anrufen würde.
"Hier - wenn das kein Beweis ist, dann rufen sie ihn doch an - ich bin mir sicher Henry ist begeistert, wenn man ihn bei seiner Arbeit stört", fügte die Fremde noch hinzu und hielt dem Sicherheitsmann wenig später ihr Smartphone hin.

Es dauerte einige Sekunden, bis der Sicherheitsmann die Details auf dem Bildschirm des Smartphones erkennen konnte. Doch die Aussage der Fremden stimmte - denn das Foto zeigte Dr.Henry Wu und die Blondine, beide elegant gekleidet an einem Tisch in einem noblen Restaurant sitzend und in die Kamera lächelnd. Henry hatte seine Hand sanft auf die der jungen Frau gelegt.
"Ich werde Sie rein lassen - Sie sollten Miss Dearing allerdings noch einmal auf die Problematik mit der Karte ansprechen"
Der Sicherheitsmann gab einen Code ein und wenige Sekunden später öffnete sich die Tür.
"Vielen Dank", bedankte die Blondine sich und irgendwo würde sie Henry schon finden.

Ein tiefes Seufzen entfuhr Henry. Der Fehler hatte sich nicht nur durch den Code gezogen, dem neuen Mitarbeiter waren neben der falschen Eingabe des Codes noch weitere unzulässige Fehler unterlaufen und für den Bruchteil einer Sekunde, bereute Henry es, die Sache nicht einfach ruhen gelassen zu haben. So sehr er seine Arbeit und die Anerkennung die er dafür erntete auch liebte, so sehr musste er nun an seine Freundin denken.

Phoebe war so verständnisvoll, dass er von einer Sechs Tage Woche vielleicht wenn es hochkommt den Sonntag Nachmittag für ein paar Stunden in ihre kleine Wohnung an der Küste von Mexiko kommen kann. Bestimmt war sie nun schon zu Hause - mit der letzten Fähre ans Festland gefahren. Aber nein er würde jetzt keine weiteren Gedanken an die Blondine verschwenden - es gab so viele Probleme die noch gelöst werden mussten. Also straffte Henry seine Schultern und konzentrierte sich erneut.

"Darf ich dir bei den Überstunden behilflich sein?"

Mitten in der Bewegung hielt der Wissenschaftler inne - war er schon zu lange in diesem Labor, dass er sich nun dank der Überstunden nun schon ihre Stimme einbildete. Vielleicht war alles, was Henry jetzt brauchen würde eine Tasse frisch gebrühten Tee. Als Henry allerdings Schritte hörte, die sich im näherten, drehte er sich langsam um und konnte erkennen, das er sich  Phoebes Stimme nicht eingebildet hatte.
"Ein neuer Mitarbeiter hat Fehler gemacht, die mehr als unangebracht sind - ich fürchte du wärst keine große Hilfe", sagte Henry ehrlich heraus und die meisten Menschen hatten etwas gegen seine - direkte Art und Weise, doch nicht so die Blondine.
"Dann solltest du diesem ´neuen´ sagen das solche Fehler - tödlich enden können", erwiderte Phoebe und konnte die Müdigkeit in den dunklen Augen des Wissenschaftlers erkennen. Sie ging näher auf ihn zu, strich vorsichtig über seine Wange und hauchte ihm dann einen Kuss auf die Lippen.

Die Emotionen die bei dem übermüdeten und überarbeiteten Wissenschaftler durch diese unerwartete Handlung ausgelöst wurden, überforderten Henry für einen Moment, obwohl er automatisch den Kuss erwiderte. Vorsichtig legte Henry eine Hand um die Hüfte der jüngeren, zog sie näher an seinen Körper und spürte wie Phoebe seine Nähe suchte. Ihre Händen versuchten das weiße Hemd welches er trug, während des Küssen auf zu bekommen - so spürte Henry das starke Verlangen der Lust nach zu geben. Er wollte sich im Moment nicht weiter mit den Fehlern, die nicht seine eigenen waren auseinander setzten.

"Du hast mir gefehlt Phoebe", sagte Henry leise der Kuss vorbei war und Phoebe sich auf seinem Schoss nieder gelassen hatte. Den Kopf hatte die Blondine auf die Schulter des älteren gelegt und ihre braunen Augen geschlossen.
"Du mir auch", sagte Phoebe und genoss die Berührung ihres Freundes, als dieser sanft mit seinem Zeigefinger an ihrem Hals entlang strich. Henry hatte so wunderbare sanfte Hände und die Zeit die beide zusammen verbringen konnten, war einfach zu gering bemessen.
"Es fährt um 01:00 noch eine extra Fähre ans Festland - seit dem neuen Touristen Ansturm müssen sie dort auch länger arbeiten", flüsterte Phoebe und griff nach Henry´s Hand.
"Du willst hier sitzen bleiben und die letzte Fähre nehmen?", fragte Henry nach und drückte die Hand der anderen sanft.
"Ihr habt doch einen Ruheraum oder? Oder war es ein Pausenraum? Auf jeden Fall steht dort ein Bett", ein kurzer liebevolles Lächeln zierte die Lippen der jüngeren und Henry verstand worauf sie hinaus wollte.
"Vielleicht ist es genau das richtige um mich von diesen - Fehlern ab zu lenken", murmelte der Wissenschaftler leise und spürte einen Moment später, wie Phoebe ihm einen sanften Kuss auf die Wange gab. Die Überstunden und die Fehler des neuen Mitarbeiters konnten warten - Henry wollte jetzt nur noch die kommenden Stunden genießen, bis beide zur Fähre gehen würden, die sie zurück ans Festland bringen würde.


ENDE
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