Die dunkle Gasse (Klaus x Reader)

OneshotSchmerz/Trost, Übernatürlich / P16
Niklaus Mikaelson
21.09.2018
21.09.2018
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Der Wind fährt Klaus Mikaelson und zieht an seiner Kleidung. Seine Wangen sind eisig kalt, doch das stört ihn kaum. Stattdessen hält er die Augen weiterhin geschlossen und lauscht auf die Geräusche um ihn herum. Die Jazzband, die einige Meter entfernt auf der vollen Straße steht und ihre laute Musik spielt, hüllt ihn in einen leichten Schlaf und lässt ihn fast in die Welt der Träume entgleiten, da vernimmt er plötzlich eine Stimme, die über das Gemurmel der Menschen unter ihm hinweg, an seine Ohren dringt. Dem Herzschlag der Person lauschend, der diese Stimme gehört, öffnet er die Augen, denn die Tatsache, dass es ein Herz gibt, was tatsächlich schlägt, lässt ihn stutzen, denn sonst kann er aus der Richtung keine ähnlichen Geräusche vernehmen.

Ohne lange darüber nachzudenken, erhebt er sich von seinem eisernen Stuhl und steigt auf das schwarze Geländer des Balkons. Der Drang herauszufinden, was in seinem Quarter los ist, überkommt ihn und lässt ihn fast wie automatisch und mal wieder total unüberlegt vom Balkon springen.

Wie auf Befehl hin machen die Leute unter ihm Platz, sodass er sicher mit beiden Füßen auf dem harten Betonboden ankommt. Zwar spürt er einen leichten Schmerz, der entstanden ist, als seine Fußsohlen auf dem Boden aufprallten, doch dieses Gefühl ignoriert er lieber und stellt den Kragen seiner Jacke auf, um das Gesicht vor neugierigen Touristen zu verbergen. Natürlich könnte er auch einfach seine Superschnelligkeit nutzen, aber das würde dann doch zu viel Aufmerksamkeit erfüllen. Zwar fände er selbst das noch nicht so schlimm, doch Elijah würde ihm wieder eine Standpauke halten als wäre er ein kleiner Junge und das will er sich wirklich nicht antun, also versucht er einfach wie die anderen Leute um ihn herum möglichst langweilig und gewöhnlich auszusehen. Natürlich kann er das besonders gut. Schließlich ist er Klaus Mikaelson der legendäre, überall gefürchtet Urhybrid. Wenn er das nicht kann, kann das keiner.

Immer weiter folgt er dem Herzschlag der Person und merkt, dass er immer näher kommt, während es sich so anfühlt, als würde sein Herz schneller zu schlagen beginnen. Er versucht sich selbst einzureden, dass es nur daran liegt, dass er um diese Zeit wirklich keine Lust einen Kampf hat und stattdessen Zeit mit seiner kleinen Tochter verbringen, schafft es aber nicht sonderlich. Der Gerechtigkeitssinn, den er mittlerweile als König entwickelt hat, ist ihm manchmal echt nicht geheuer.

Um eine Ecke biegend, ist der Ton in seinen Ohren fast so laut, dass er sie sich am liebsten abreißen würde. Dort, in der kleinen Gasse, in die er gerade eingebogen ist, steht eine junge Frau. Um sie herum haben sich mehrere Männer positioniert. Ihre leuchtend weißen, spitzen Zähne glänzen sich im Licht des Halbmondes, die auch die junge Frau bemerkt zu haben scheint. Das Zittern ihres zarten Körpers ist kaum zu übersehen. Ihr weiches Haar klebt ihr an der Stirn, die von Angstschweiß bedeckt ist.

Sofort ist ihm klar, was es mit ihr auf sich hat. Sie ist eine Werwölfin und wurde wahrscheinlich von den Vampiren zusammen gedrängt. Schließlich wurden schon vor einigen Jahren die Wölfe aus dem Quarter vertrieben und wissen eigentlich auch von selbst, dass es schlecht für sie ist sich hier blicken zu lassen. Was tut sie also hier?

In einem Gewissenskonflikt gefangen, starrt er für wenige Sekunden wie gebannt einfach nur auf die Situation und versucht sich zu entscheiden, was er machen soll. "Hey Jungs, lasst sie in Ruhe", er entscheidet sich dafür für das Mädchen einzustehen. Schließlich war auch er mal nicht mehr als ein Werwolf, bevor er zum Urvampir wurde. Diese Hilfe hätte er sich damals schließlich auch oft gewünscht, wenn sein Vater ihn mal wieder verprügelt hat.

"Was will der denn hier?", fragt einer der Mäner dümmlich und sieht seinen Kumpel an. "Er meint sich mal wieder einmischen zu dürfen und das nur weil, er der Bastard der Urhexe ist", lacht der Angesprochene.

Regelrecht spürt der Hybrid, wie sein Kopf sich rot färbt, während ihn die Beherrschung verlässt. Das reicht ihm! Mit seinem Supertempo läuft er zu dem Vorlauteren, schließt seine Finger feste um den Hals des Mannes und drückt zu. Er spürt wie sich die Adern und die Luftröhre unter dem Druck verformen und immer enger werden. Kurz bevor er dem Mann allerdings ganz den Atem rauben kann, lässt er los und holt stattdessen mit der Hand so aus, als würde er einen Ball mit der flachen Hand zu schlagen versuchen. Geübt erwischt er eine bestimmte Stelle an seinem Hals und trennt den Kopf vom Rest des Körpers. Das runde Haupt fliegt gegen die Wand, prallt ab und landet irgendwo um ihn herum.

Als der Kopf nur wenige Meter von der verängstigten Frau aufkommt, entweicht ihrer Kehle ein Schreckensschrei, der ihm einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Glücklicherweise nimmt der anderer Kerl schnell reiß aus, wodurch Klaus sich endlich der Werwölfin zuwenden kann.

Ihr verschreckter Blick lässt ihn leicht erschauern, weshalb er versucht ein warmes Lächeln aufzusetzen, dass für ihn völlig ungewöhnlich ist, und streckt ihr die Hand hin, die nicht mit Blut beschmiert ist. Ihm ist gar nicht aufgefallen, dass sie zu Boden gesunken ist. Sie ergreift die Hand eher zögernd und streicht sich mit der anderen Hand eine ihrer Strähnen aus dem Gesicht. Die Farbe ihrer Augen verzaubert ihn fast, als nur einen kurzen Blick hineinwirft.

"Ich bin Klaus", stellt er sich unnormal freundlich vor und wischt das Blut seiner Hand an seiner Jeans an. "K-Klaus?", harkt sie unsicher nach: "Klaus Mikaelson, d-der Urhybrid?" "Genau der", erwidert er grinsend: "Und wie ist dein Name?" "Ich heiße Y/N", stellt sie sich ebenfalls vor und versucht ebenfalls ein Lächeln zustande zu bringen. "Was macht eine Werwölfin im French Quarter?", bekundet er sein Interesse. "Ist es so offensichtlich? Ich bin auf der Suche nach meiner Familie", sie beißt sich auf die Lippe und sofort fühlt es sich so an, als würde ein Schwarm von Schmetterlingen in seinem Magen flattern: "Man hat mir gesagt, sie wäre hier, aber da habe ich mich wohl geirrt." "Ich weiß nicht, ob deine Familie hier ist, aber vielleicht wäre es jetzt wirklich besser, wenn du mit zu mir kommst", schlägt er vor. "Warum sollte ich das tun?", ihr rechter Mundwinkel wandert in die Höhe und nun bringt sie ein wirklich echtes Lächeln zustande: "Schließlich kenne ich sie nicht und wenn ich mich nicht ganz täusche, sind sie kein Vampir von der zarmen Sorte." "Hybrid, wenn ich bitten darf", sein freundliches Grinsen verwandelt sich in ein belustigtes Grinsen. "Noch schlimmer", kommentiert sie. Er setzt einen gespielt beleidigten Blick auf: "Ich bin sicher, dass du mich gar nicht so schlimm finden wirst, wenn wir uns einmal besser kennen, Liebes."
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