Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Life belongs to us

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Het
Arthur Weasley James "Krone" Potter Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Severus Snape Sirius "Tatze" Black
21.09.2018
21.09.2021
33
90.698
8
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
21.09.2018 3.379
 
Man sagt, jeder Mensch hätte einen Stern.
Auch wenn es mehr als albern klingt – ich habe deinen gefunden. Er ist tief in meinem Herzen vergraben und ich weiß er wird sich nie zeigen.
Ich werde es nicht zulassen.
Du fragst dich jetzt sicher warum ich das tue, aber unsere langjährige Freundschaft erscheint mir kostbarer.
Doch ich habe auch Angst, dass du mich auslachen könntest - meine Gefühle nicht erwidern könntest.
Diesen Schmerz möchte ich mir ersparen, darum wird dich dieser Brief auch niemals erreichen.
Wenn ich ehrlich mit mir selbst bin – möchte ich mir einfach nur eine Peinlichkeit ersparen.
Bin ich zu Feige? Ja.
Werde ich jemals den Mut haben dir zu gestehen was ich für dich empfinde? Nein.
Denn Worte alleine werden niemals ausreichen um ausdrücken zu können was ich für dich empfinde.

In Liebe Julie



Die junge Hexe hatte mit der Zeit vergessen, wo sie ihren mehr als peinlichen Liebesbrief versteckt hatte. Das Einzige, was sie wusste war, dass er sich in einem ihren Bücher befand und, bei Merlins Bart, das waren nicht wenig. Das junge Mädchen war schon immer eine Leseratte gewesen. Sobald sie lesen konnte, tat sie es. Erst waren es Märchengeschichten mit einem lächerlichen Seitenumfang von sechs Seiten. Mit der Zeit suchte sie sich Bücher nach der Dicke aus. Es mussten mindestens sechshundert Seiten sein, sonst war es kein Buch. Hatte sie dann zwei bis drei passende Bücher gefunden, die ihren Anspruch gerecht wurden, las sich die junge Hexe das Inhaltsverzeichnis durch. Gab es ihr den Anreiz eine spannende Geschichte zu beinhalten, dann kaufte sie es sich schließlich und las es innerhalb weniger Tage durch.
Nun war sie aber in einem Alter, wo sie nur noch nach Inhalt ging und nicht mehr nach Seitenzahlen und Dicke. Dennoch hatte das junge Mädchen viel zu viele Bücher und nach einigen Monaten konnte sie nicht mehr so genau bestimmen, in welches Buch sie diesen Brief versteckt hatte.

Bepackt mit Büchern bis zum Kinn, eilte die junge Hexe durch die Korridore von Hogwarts. Sie war in der fünften Klasse und war fünfzehn Jahre jung. Es war später Nachmittag. Der Unterricht war schon zu Ende und dennoch trug sie vereinzelt Schulbücher unter den Armen. Gerade schlug sie den Weg zu ihrem Gemeinschaftsraum ein. Bevor es Abendessen gab wollte sie noch schnell ihre Bücher in ihren Schlafsaal bringen, die sie sich soeben aus der Bibliothek nach stundenlangem Stöbern ausgeliehen hatte. Die junge Hexe wurde an ihrem ersten Tag in Hogwarts dem Hause Ravenclaw zugeteilt. Vielleicht lag es daran, dass das Mädchen so gerne Bücher las und dadurch als durchaus intelligent und gebildet bezeichnet werden konnte. Doch Ravenclawschüler zeichnete viel mehr aus als nur deren Intelligenz und Strebsamkeit. Ravenclawschüler waren auch sehr Kreativ und konnten sich schon in jungen Jahren als sehr weise entpuppen. Das junge Mädchen musste sich aber eingestehen, dass sie eigentlich eher in das Haus Hufflepuff gepasst hätte. Wenn sie alleine nach den Eigenschaften des Hauses ging, dann war sie doch eher loyal, freundlich und geduldig als kreativ, weise und intelligent.

In Gedanken versunken und durch Eile gehetzt, sah sie die vier Personen nicht, welche um die Ecke geradewegs auf sie zukamen. Gerade als sie um die Ecke bog und ein Buch daran hindern wollte herunter zufallen, rannte sie in jemanden hinein. Mit einem lauten Krachen fielen ihre Bücher zu Boden und verteilten sich über den steinernen Boden. „Tschuldige“, murmelte die junge Hexe und kniete sich nieder, um die Bücher wieder einzusammeln. „Bist du nicht diejenige die aufpassen sollte?“, fragte Ilayda sie. Die Slytherin Zwillinge Ilayda und Aleyna Dunn. Für das junge Mädchen gehörten sie schon seit ihrem ersten Schultag zu den Personen, um die sie einen großen Bogen machte. Sie hatte keine Lust auf irgendwelche Konflikte und wollte ihre Schulzeit unbeschadet überstehen.

Doch ab und an lief sie den Zwillingen dann doch über den Weg. Die beiden unzertrennlichen Schwestern ließen keine Gelegenheit aus der jungen Hexe deutlich zu zeigen welche Rangordnung hier in Hogwarts herrschte. Seit dann auch noch der jüngere Bruder von Sirius Black auf die Schule gekommen war – war die Truppe eigentlich komplett.
Könnte man meinen, doch auch Severus Snape schloss sich ihnen an.
Es gab viele Gerüchte über Severus. Manch einer erzählte sich, dass er in Lily Evans verliebt sei und das schon seit ihrer Ankunft in Hogwarts. Andere behaupteten, dass er sich den Zwillingen und Regulus angeschlossen habe, damit er geschützt sei vor ihren Attacken gegen minderwertige Zauberer.
Auch die junge Hexe konnte nicht bestreiten, dass etwas Geheimnisvolles den jungen Zauberer Severus Snape umgab. Seine Augen waren undurchdringlich und die junge Hexe fragte sich jedes Mal aufs Neue, wie er das machte. Wie konnte Severus seine Gefühle so gut von der Außenwelt verbergen? War es Training oder doch eher reines Talent?

Julie hatte fast alle Bücher zusammengesammelt als ihr etwas Weißes ins Auge stach. Auf dem Umschlag prangte eine rote Nelke, welche von einer Knospe zu einer strahlenden Blume innerhalb weniger Augenblicke heranwuchs.
Das Briefpapier hatte sie von ihrer Schwester geschenkt bekommen. Es war nicht nur unglaublich kitschig, sondern zudem roch es auch nach einer Mischung aus Rosen, Lilien und Nelke.
Panisch ließ sie ihre Bücher fallen und versuchte den Umschlag zu erhaschen, doch Regulus war schneller. Er schnappte sich den Brief vor ihrer Nase weg und begann ihn auszupacken. „Gib das her!“, rief die junge Hexe panisch. Sofort sprang sie auf, sodass ihre Bücher wieder auf den Boden krachten, doch das war Julie egal. Sie versuchte nun mit aller Macht an diesen Brief zu kommen, der überhaupt nichts in Regulus Händen zu suchen hatte. Doch Regulus wehrte sie ab. „Ließ laut vor!“, forderte Aleynas mit einer viel zu hohen Stimme. Grinsend begann er den Brief leise zu lesen, ohne weiter auf Julies verzweifelte Versuche, den Brief zurückzubekommen, einzugehen
Besorgt sah Julie nach oben und versuchte das Gesicht von Regulus zu deuten. Auf der einen Seite schien er belustigt und auf der anderen unglaublich wütend. Doch da war noch mehr. Was es war, wusste die junge Hexe nicht. Da war ein kleiner Schatten gewesen, viel zu schnell um ihn deuten zu können. „In Liebe, Julie….“, murmelte er leise und sah dann zu ihr herunter. Regulus Blick und seine Stimme machten Julie nervös. Sein undefinierbarer Blick und die raue Stimme brachten sie um ihren Verstand. Nicht etwa, weil sie das auf irgendeine Art und Weise attraktiv fand – sondern eher, weil sie ihn somit noch weniger einschätzen konnte als sie es ohnehin schon nicht konnte. Und dieses Gefühl, den Gegenüber nicht einschätzen zu können, mochte Julie absolut nicht.
Noch immer brannte Regulus Blick auf ihr. Beschämt sah sie weg und schaute auf das Buch, welches ihr womöglich größtes Geheimnis gelüftet hatte... >>Mein Leben als Muggel<< prangte auf dem blauen Einband. Natürlich musste es eines ihrer Lieblingsbücher sein.

Bis jetzt war es eines der besten Bücher, die Julie jemals gelesen hatte. Die Hexe Daisy Hookum beschrieb ihr Leben in der Muggelwelt, in welcher sie für ein Jahr lang auf jegliche Art von Zauberei verzichtet hatte. Damit wollte sie herausfinden, wie die Muggel so lebten. Wie sie ohne Zauberei klarkamen. Für Julie war es unvorstellbar auch nur im Ansatz auf Magie verzichten zu müssen und deshalb war es so faszinierend den Erfahrungsberichten der Hexe zu folgen. Für Muggel wäre ein Fantasy Roman etwas, was mit Magie zu tun hatte. Für Julie war Fantasy etwas, was nicht mit Magie zu tun hatte. Keine Zauberkräfte zu haben. Etwas Unvorstellbares.

„Lasst uns allein!“, grollte plötzlich Regulus Stimme und Julie schrag zusammen. „Aber Regulus – wir können sie uns doch jetzt gemeinsam vornehmen. Was ist an diesem Brief so besonders … ich hab Lust auf Spaß!“, quengelte Ilayda ungeduldig. „Bist du taub, Dunn?! Verschwindet, hab ich gesagt!“, fauchte Regulus und schubste Ilayda unsanft von sich. Diese legte ihre Stirn in Falten, überlegte kurz und zog anschließend schmollend mit ihrer Schwester und Severus von dannen.
Nachdem die drei verschwunden waren, ging Regulus bedrohlich auf Julie zu. „ Ich dachte, du wärst eine halbe Veela …“, plötzlich fasste Regulus unter ihr Kinn und drehte ihr Gesicht zu sich, sodass sie gezwungen war ihn anzusehen. Julie biss sich auf die Zähne und schaute an Regulus vorbei. Julies Herz pochte aufgeregt gegen ihren Brustkorb und sie schluckte schwer. Und nach anfänglichem Zögern traute Julie sich Regulus ins Gesicht zu schauen. Doch nach wenigen Sekunden sah sie wieder weg und hoffte, dass dieser Moment bald enden würde.

Die junge Hexe ahnte schlimmes und wartete nur darauf, was jetzt kommen würde. Sie kannte Regulus nicht wirklich. Allerdings hatte sie viel von ihm gehört. Vor allem durch Sirius. Dieser erzählte ihr einmal, dass Regulus das Vorzeigekind der Familie Black war.
Regulus war im Haus Slytherin, so wie es schon immer in der Familie Black Tradition war. Sirius hingegen wurde in das Haus Gryffindor gesteckt und nur ein Muggel wusste nicht, dass zwischen diesen beiden Häusern schon seit Anbeginn der Zeit eine Rivalität bestand.
Regulus spielt in seinem Haus Quidditch auf der Position des Suchers, wohingegen Sirius für Quidditch nicht viel übrig hatte. Er schaute sich zwar jedes Spiel an, einfach weil sein bester Freund Quidditch spielte und ebenfalls der Sucher war, aber wirklich begeistern konnte ihn der Sport noch nie.

Regulus war reinblütig und zeigte es jedem anderen auf der Schule. Muggelstämmige Zauberer wurde schikaniert und keinesfalls ernst genommen. Das war im Übrigen nicht nur bei Schülern so. Auch vor Lehrern zeigte er deutlich, aus welcher Familie er kam.
Sirius hingegen verteidigte muggelstämmige Zauberer eher vor seinem Bruder und legte sich regelmäßig mit Slytherinschülern an. Doch nicht nur er tat das, sondern auch seine drei besten Freunde taten es.  „Ich habe dich etwas gefragt!“, durchbrach Regulus Julies Gedankengänge. Fragend sah sie ihr Gegenüber an. Und als Regulus auch nur einen Moment unaufmerksam war, indem er die Augen schloss, um seine Frage noch einmal, aber dieses Mal genervter zu stellen, versuchte sie erneut nach ihrem Brief zu fischen. Julie schlug seine Hand von ihrem Kinn, damit sie beweglicher war, um anschließend an den Brief zu gelangen.
Julie bekam ihn gerade noch so zu fassen und riss ihn Regulus aus der Hand, um anschließend davon zu laufen. Allerdings hatte die junge Hexe nicht damit gerechnet, dass er vermutlich auf etwas dergleichen vorbereitet war oder zumindest mit so etwas gerechnet hatte. Das machte Regulus um einiges schlauer als Julie erwartet hatte. Denn die Zwillinge, zum Beispiel, hätten nie im Leben so schnell reagiert, geschweige denn darüber nachgedacht.
Doch das war eines der Eigenschaften die Regulus von den anderen Unterschied: seine Intelligenz.

Regulus packte Julie fest am Arm und zog sie mit einer solchen Wucht zu sich zurück, dass der jungen Hexe das Herz stehen blieb und sie erst einmal über ihre eigenen Füße stolperte, die soeben noch zum wegrennen bereit gewesen waren.
„Dummes Ding“, kommentierte Regulus das eben Geschehene unbeeindruckt und nahm Julie den Brief wieder aus der Hand.
„Du bist eine halbe Veela, oder?“, fragte er dann erneut und drückte Julies Arm noch fester. Schnell nickte Julie, die es schon fast aufgegeben hatte, aus dieser Situation mit ihrem Brief zu entkommen. Jeder an der Schule wusste mittlerweile, dass ihre Mutter eine Veela war. Darum hatte Julie viele Neider, doch auch genauso viele Verehrer.
Und gerade, weil jeder wusste was sie war, wunderte sie sich über seine Frage. „Was findest du nur an ihm?“, fragte Regulus nachdenklich.
„Er ist um einiges netter als du. Er hat ein gutes Herz …“, weiter konnte sie nicht sprechen. Regulus unterbrach sie. „Erspar mir dein Gesülze Burton!“ Unverblümt sah Regulus sie an. Julie wurde rot im Gesicht. Sie mochte es nicht, wenn man sie so ansah und sie von oben bis unten scannte. Diese Situation war ihr mehr als unangenehm und sie betete zu Merlin, dass sie aus dieser Situation heil wieder herauskommen würde.
„Bekomme ich meinen Brief zurück? Bitte?“, fragte Julie flüsternd und deutete auf den Brief in seiner Hand. „Nein.“ Seine Antwort hätte sie eigentlich nicht mehr überraschen sollen, doch das tat sie. Julies Röte verschwand urplötzlich aus ihrem Gesicht und sie wurde Kreidebleich.

„Der Spaß fängt doch gerade erst an“, lachte Regulus beherzt. „Dieser Brief hier und sein Inhalt…“, er wedelte mit Julies Brief herum. „…wird nur solange unser Geheimnis bleiben, wie du das machst, was ich möchte. Da du nicht nur hübsch sondern auch zumindest ein wenig schlau zu sein scheinst …“, er schaute ihre Bücher auf dem Boden an, welche noch immer kreuz und quer über dem Boden verteilt lagen. „… kannst du zum Beispiel gleich damit anfangen meine Hausaufgaben für morgen und die nächste Woche zu erledigen. Wenn es gewünscht ist, kommst du zu uns in den Slytheringemeinschaftsraum und räumst auf. Wenn ich will, dass du meine Sachen faltest oder du mich fütterst, während ich mit einem dummen Mädchen in meinem Bett Spaß habe: dann wirst du das tun!“ „Warum sollte ich das tun?“, fragte Julie dümmlich.
„Nun stell dich nicht dumm, Burton! Aber gut - wenn du nicht tust was ich sage, werde ich meinem Bruder das hier zeigen und nicht nur meinem Bruder – die ganze Schule wird davon erfahren.“ Regulus zwinkerte ihr zu und faltete den Brief der jungen Hexe auseinander und fing an ihn ihr vorzulesen. Julie biss sich auf die Lippe, startete noch einen lächerlichen Versuch zitternd nach dem Brief zu greifen, doch sobald sie die Worte "Bin ich zu feige?" aus seinem Mund hörte, rollte die erste Träne über ihre Wange. Bei dem amüsierten Blick, den Regulus ihr zuwarf, bevor er genüsslich „Ja“ sagte... Das alles war ihr einfach zu viel. In diesem Brief hatte sie ihre Gefühle offenbart. Diese Gefühle galten jemandem, mit dem sie schon seit der ersten Klasse befreundet war. Sirius Black.

Die beiden lernten sich auf der Zugfahrt nach Hogwarts kennen und unterhielten sich angeregt darüber, in welches Haus sie eingeteilt werden würden. Schon damals fand Julie Sirius hübsch und liebenswert.
Aus ihrer anfänglichen Bekanntschaft wurde tiefe Freundschaft und ihre Beziehung zueinander war schon von Anfang an von einer starken Loyalität und Vertrautheit geprägt. Von Jahr zu Jahr wurde ihre Freundschaft stärker und inniger. Irgendwann bemerkte die junge Hexe, dass sie viel mehr empfand als Freundschaft. Sie liebte ihn. Und seitdem die Beiden nun in der fünften Klasse waren, wurde es immer schwieriger für Julie mit diesem Geheimnis zu leben.
Es war schwierig für die junge Hexe ihre Gefühle geheim zu halten. Vor allem da Sirius ein absoluter Mädchenschwarm an der Schule war und der Gryffindorschüler gefühlt jede Woche eine neue Flamme an seiner Seite hatte.
Der jungen Hexe versetzte das immer wieder aufs Neue einen Stich in ihrem Herzen. Sie sah mit an, wie er die verschiedensten Schönheiten umschmeichelte und umwob, wie er um ihre Aufmerksamkeit buhlte und ihnen schöne Augen machte. Bis er schließlich mit einer von ihnen wild knutschend im Gang stand und diese schon fast anmaßend begrapschte. Natürlich in aller Öffentlichkeit.
Irgendwann war der Grad des Möglichen für Julie erreicht und sie musste mit ihren Gefühlen herausplatzen. Doch anstatt es ihm zu sagen – schrieb sie einen Brief. Um zu verhindern, dass er von ihren Gefühlen wusste. Ihre Freundschaft zu Sirius war ihr dann doch wichtiger.

„Auch wird mein Bruder von diesem Brief und deinen Gefühlen erfahren, wenn du auch nur noch ein Wort mit ihm redest! Du wirst dich von ihm und seinen dämlichen Freunden fernhalten! Haben wir uns verstanden? “, befahl Regulus. Julie sah ihn aus einem Schleier von Tränen an und nickte stumm.
„Haben wir uns verstanden?!“, grollte Regulus wütend. „Ja“, piepste Julie mit brüchiger Stimme und schaute wieder zu Boden. „Heute beim Abendessen setzt du dich zu mir und dann werde ich dir erst einmal meine Hausaufgaben geben. In der Hoffnung du wirst sie bis morgen erledigt haben und ich eine gute Note bekommen“, befahl Regulus und machte sich allmählich ich von dannen. „Achso, und noch was… Ich werde nicht nur den Brief gegen dich verwenden … Ich werde dir dein ganzes Leben zu Hölle machen!“

Und dann war er verschwunden. „Komm zurück… Komm zurück!“, krächzte sie und versuchte ihm hinterher zu laufen. Julie wollte den Brief zurück. Sie wollte verhandeln, doch sowohl ihre Stimme als auch ihre Beine hatten versagt. Verzweifelt lehnte sie sich gegen die kalte Wand und rutschte auf den Boden. Wie ein Häufchen Elend saß die junge Hexe auf dem steinernen Boden und weinte leise vor sich hin. Regulus Black hatte ihren Liebesbrief gefunden und erpresste sie nun damit.  
Julie hatte gehofft, dass der Slytherinschüler sie verschonen würde mit seinen Schikanen. Doch allem Anschein nach fing sein gerissenes Spiel gerade erst an. Die junge Hexe fürchtete sich vor dem, was das Ganze mit sich mit sich bringen würde. Wie sollte sie es schaffen sich von Sirius fernzuhalten? Die beiden waren sehr gute Freunde. Sirius würde mit Sicherheit eine Erklärung wollen. Doch sie könnte ihm keine geben. Sonst müsste sie ihm von seinen Gefühlen erzählen und ihn dadurch zu verlieren war um einiges schlimmer, als ihn und seine Freunde einfach zu meiden. So oder so stand eigentlich fest, dass die junge Hexe ihren besten Freund verlieren würde. Das einzig Gute daran war, dass sie dann endlich von Sirius loskam. Sie hoffte, dass sie nun endlich frei für jemand anderen war und sie die regelmäßigen Eifersuchtsattacken, welche für eine halbe Veela nichts Seltenes war, hinter sich lassen konnte.

Julies Mutter war eine Veela und eine sehr hübsche noch dazu. Es war also kein Wunder, dass ihr Vater, Richard, sich Hals über Kopf in Julies Mutter Aethel verliebt hatte.
Aber auch Julies Mutter verliebte sich in ihn, auch wenn sich Veelas nur äußerst selten verliebten. Kurz nachdem die beiden sich kennengelernt hatten, wurden sie ein Paar. Sie bekamen ein Tochter, heirateten und bekamen noch ein Kind. Eine wirkliche Ehekriese hatten ihre Eltern noch nie gehabt, doch Julie wusste, dass ihre Mutter oft genug Eifersuchtsanfälle bekam, die mindestens genauso schlimm sein konnten wie eine Ehekriese.
Ihr Vater hatte ihr einmal erzählt, dass ihre Mutter so eifersüchtig war, dass sie zu einem vogelähnlichen Wesen wurde, da er sich mit einer Arbeitskollegin getroffen hatte, um mit ihr über etwas Berufliches zu reden.
Ihre Mutter schämte sich so sehr für ihr Verhalten und ihren dramatischen Wutausbruch, dass sie beschloss sich zwei Haare auszureißen. Nicht nur, um wie ein Mensch zu altern, sondern auch um sich nie wieder zu verwandeln.
Diese beiden Haare überreichte sie einem berühmten Zauberstabmacher in Bulgarien, welcher zwei wunderschöne Zauberstäbe herstellte. Sowohl Nele, Julies große Schwester, als auch Julie selbst bekamen diese Zauberstäbe geschenkt, als sie in die Schule kamen.

Wenn Julie sich Haare rausriss, dann passierte rein gar nichts. Sie war nämlich sowohl Mensch als auch Veela. Eben ein halbes Wesen. Demnach musste sie auch Eigenschaften akzeptieren, die sie nicht wollte und mit denen sie nicht klarkam.
Julie konnte ihre Eifersucht nicht kontrollieren und auch andere veelatypische Charakterzüge tauchten ab und an auf, ohne, dass sie es wollte.
So zum Beispiel war sie unglaublich stur und stolz. Fehler ihrerseits würde sie sich nie eingestehen können. Auch bei Diskussionen gab sie ungerne nach und redete solange auf ihren Gegenüber ein, bis sie dann endlich recht hatte, auch wenn sie es eigentlich nicht hatte. Auch konnte und wollte sie sich ihre Gefühle für jemanden oder etwas nicht eingestehen.
Wenn Julie vor anderen weinte, war es ihr unglaublich peinlich. Wenn sie für jemanden etwas empfand, war es ihr unglaublich peinlich. Und wenn sie sich bei jemandem entschuldigen wollte, dann konnte sie nicht über ihren Schatten springen und es tatsächlich tun.
Niemals wollte Julie negative Gefühle, wie Trauer oder Schmerz in der Öffentlichkeit zeigen.
Und die junge Hexe schwor sich, dass heute auf dem Gang das erste und letzte Mal war, wo sie vor jemand anderen zu weinen begann oder gar von ihren Gefühlen redete.



Ein herzliches Willkommen zu meiner FF.
Endlich ist es soweit und ich präsentiere euch mein Baby was einst in Kinderschuhen steckte und nun so langsam laufen lernt. Ich bin unglaublich stolz auf mein Werk und froh es endlich hochladen zu können. In erster Linie möchte ich bei EALDWINEbedanken die mir geholfen hat und immer noch hilft meine Kapitel zu lesen uns zu verbessern! Ich bin dir wirklich dankbar!  

Ich möchte noch einmal darauf verweisen, dass eine Großzahl der Figuren nicht mir sondern J.K.Rowling gehören. Ich leihe mir ihre Figuren für meine Geschichte lediglich aus.

Lasst mir doch gerne eure Meinung da und ansonsten kann ich nur sagen: viel Spaß beim lesen der nächsten Kapitel, die ich wöchentlich hochladen werde :)

Liebe Grüße :*
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast