Rebel with a cause

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Reita Ruki
21.09.2018
04.01.2019
17
51090
3
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Welcome to the show ^^
Der Herbst steht vor der Tür, also ist der richtige Zeitpunkt für den Upload gekommen ^^ Hier folgt nun mein kleiner, bescheidener Beitrag zur Herbstaktion (siehe Forum -> https://forum.fanfiktion.de/t/56104/2) von Helios und Co ^^ Es wäre cool, wenn es demnächst ganz viel zu lesen gibt ^.~ In dem Sinne viel Spaß mit:

Rebel with a cause

Chapter 1

Es war einer dieser Tage im Herbst, an denen die Gedanken fliegen lernen, nur um dann auf dem Boden der Tatsachen zu landen.

Nebelschwaden hingen in der Luft und durchzogen die zahlreichen Straßen des Stadtteils Aoyama. Heute war es echt ungemütlich und die Luftfeuchtigkeit setzte sich in Takanoris Haaren fest, legte eine dünne Schicht Wasser auf seinen blonden Haarschopf. Ebenso fühlten sich seine Sachen klamm an. Es war ungemütlich hier draußen und er sehnte sich nach seiner Couch und einer heißen Tasse Kakao. Wahrscheinlich würde es doch nur auf einen Tee hinauslaufen.

Er hasste es, wenn er zu viel Zeit hatte, über sein Leben zu lamentieren. Aber gerade zu dieser Zeit des Jahres brach alles nur zu gern über ihn herein und der Ruf nach Veränderung wurde laut, die Sehnsucht nach Freiheit. Sein Leben im sogenannten „Goldenen Käfig“ kotzte ihn an. Ihm waren die Hände gebunden und er gefangen in einem Labyrinth aus Regeln und Verpflichtungen. Der Drang dem zu entkommen wurde nur stärker, je länger er darüber nachdachte. Wie ein kleiner Teufel hatte sich dieser Wunsch in seinem Kopf festgesetzt und triggerte ihn immer wieder und wieder, während er im aufkommenden Nieselregen vor seiner Schule stand und sich gegen die Steinmauer hinter sich lehnte. Minuten konnten manchmal so furchtbar lang sein.

Wie er Warten und Langeweile doch verabscheute und gerade stand er sich einfach nur die Beine in den Bauch. Da half auch das Wippen von einem Fuß auf den anderen nichts. Das hatte nur zur Folge, dass der nasse Kies unter seinen Louis Vuitton Sneakern im Takt knirschte.
Veränderung gab es für Menschen wie ihn doch eh nur in schrecklich kitschigen Filmen. Er hingegen würde in dieser Welt versauern und nicht einmal Müsli zum Frühstück essen dürfen.
Missmutig drehte er sich um, als sein Blick an einem Graffiti an der Steinmauer hängen blieb. Takanori blinzelte und sah, dass sich die Schmierereien über die gesamte Mauer zogen. Er mochte sich irren, aber das war sonderbar für diesen Teil der Stadt und erst Recht, da es sich um eine Eliteschule handelte, die sich hinter dieser Mauer befand. Normalerweise wurde da penibel genau darauf geachtet, dass niemand das Image auch nur ankratzte, geschweige denn beschmutzte. Und nun befanden sich kunterbunte Schmierereien auf der sonst so weißen Mauer?

Er kam nicht drum herum und musste grinsen. Das gefiel ihm. Rebellion.
Fasziniert berührte der blonde Junge das Bild eines blauen Aliens. Jedenfalls meinte er, dass es einen Außerirdischen darstellen sollte. Kugelkopf, Irokese, blaue Haut und er trug einen orangefarbenen Raumanzug. Die spitzen Ohren hingegen erinnerten ihn unweigerlich an Yoda. Trotzdem fragte er sich, warum das Männchen keine Augen hatte. Also, Konturen waren da, aber er hatte einfach keine Pupillen und das wunderte ihn, da alles andere im Gesicht penibel akkurat herausgearbeitet war.
„Killer…“, las er die Signatur, die sich zu seiner Rechten befand. Doch dann zuckte er zusammen, als ein Regenschirm über seinen Kopf gehalten wurde und jemand schräg hinter ihm auftauchte.

„Verzeihen Sie, junger Herr. Es gab einen Unfall, daher meine Verspätung.“ Die Stimme seines Chauffeurs war stoisch wie immer.
„Kein Problem. Ich warte noch nicht lange.“ War zwar gelogen, aber er war so erzogen worden, dass er niemanden Umstände machen sollte. Selbst den Angestellten nicht.
„Yamazaki-san, was halten sie hiervon?“, fragte er schließlich einfach nach und drehte sich zu dem ergrauten Mann um. Der jedoch sah alles andere als begeistert aus.
„Nichts als stupider Vandalismus! Ich verabscheue solche Menschen. Das waren sicherlich wieder irgendwelche schlecht erzogenen Jungs. Das ist kein Umgang für sie, Master Matsumoto. Da schätze ich ein schönes Musikstück viel mehr. Wie war ihre Klavierstunde heute?“
„Gut. Wie immer. Ich mache Fortschritte.“ Innerlich aber kehrte die Ernüchterung zurück. Klar, bunte Bilder passten nicht in seine grau-weiße Welt.
„Gehen wir nach Hause. Mir ist kalt“, schlug der Teenager schließlich vor und wurde von seinem Chauffeur zur schwarzen Limousine geleitet, von der ihm sogar die Tür geöffnet wurde. Als wenn er nicht in der Lage wäre etwas allein zu tun.  

*******

„Die Herrschaften lassen sich entschuldigen. Es ist leider ein Termin dazwischen gekommen.“
Takanori sah auf, nickte ihrer Bediensteten zu und besah sich das Hühnchen sowie die grünen Bohnen, die er auf einem Teller vor die Nase gestellt bekommen hatte. Wieder einmal Diätessen, da er ja mopsig im Gesicht geworden war und das seine Mutter nicht leiden konnte.
„Nicht anders zu erwarten. Geht sicherlich wieder um einen lukrativen Deal“, mutmaßte Takas älterer Bruder, der nebenher auf seinem Netbook herum tippte. Seine Finger flogen nur so über die Tasten. Direkt stahl sich ein arrogantes Grinsen auf seine Lippen.
„Yeah! 35.000,00 Yen und das in den letzten zwei Stunden! Daran solltest du dir ein Beispiel nehmen, Taka-baka!“
Missmutig stopfte sich der Jüngere eine Gabel voll Bohnen in den Mund.
„Nein, danke! Dieser Börsenkram liegt mir nicht und kann ja nicht jeder so viel Glück haben wie du!“
„Das ist kein Glück, das ist eine Kombination aus Wissen und Können. Man muss eben den Markt ununterbrochen beobachten und verkaufen, wenn das Meiste rausspringt. Was hast du denn mit den Aktien gemacht, die du zum 16. bekommen hast?“
„Liegen oben im Safe. Keine Ahnung was damit ist. Hätten sie an Wert verloren, hättest du eh schon Alarm geschlagen.“ Viel Interesse hatte Taka an diesem Gespräch nicht und so sah er zu dem Flatscreen, der an der Wand hing. Dort begannen gerade die Nachrichten. Seine Familie pflegte diese stets zu verfolgen. War angeblich gut für die Allgemeinbildung. Nur er sah sie sich gerade aus Mangel an Alternativen an.

>>Auch heute meldete die tokioter Polizei erneute Vorfälle von Vandalismus. Seit ca. drei Wochen häufen sich die Beschwerden. Immer wieder werden öffentliche und auch private Gebäude im Schutz der Nacht mit wilden Schmierereien beschmutz. Die Täter benutzen handelsübliche Spraydosen, konnten aber bisher nicht identifiziert werden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine organisierte Gruppe Jugendlicher handelt, die ausschließlich nachts agiert. Ein Muster ließ sich bisher nicht erkennen, da sich die ersten Meldungen auf den Raum um den Bahnhof Ueno konzentrierten. Die neuesten Vorfälle hingegen ereigneten sich bei dem beliebten Gebiet der Roppongi Hills sowie der Eliteschule Aoyama. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Falls sie etwas Verdächtiges beobachtet haben, wenden sie sich vertrauenswürdig an die örtliche Polizei. … Gerade einmal drei Monate im Amt…<<

„Was regen die sich denn eigentlich so über ein paar Schmierereien auf?“, fragte Takanori an seinen älteren Bruder gewandt. Der sah schließlich von seinem Netbook auf.
„Na was denn? Ist doch normal. Die beschmutzen Gebäude mit irgendwelchen Parolen und hässlichen Bildern, nur weil sie Aufmerksamkeit wollen. Um mehr geht’s da eh nicht. Und was ist? Andere dürfen den Dreck wegmachen und das Stadtbild wieder herstellen. Das ist nicht gerade das Verhalten, was löblich ist. Garantiert irgendwelche Teenies, denen langweilig ist und die meinen, dass ist cool. Erbärmliche Gestalten, meiner Meinung nach. Wird Zeit, dass sie die fassen! Dann können die nämlich schrubben und den Mist beseitigen!“
„Aber das Bild, das sie eben gezeigt haben von den beiden Vögeln war eigentlich ganz schick“, kommentierte Taka und leerte nun seinen Teller. Viel war eh nicht drauf gewesen.
„Nun sympathisiere doch nicht mit diesem gesetzlosen Gesindel! Es ist nun nichts Ehrenhaftes dabei, Häuserwände zu beschmieren. Mit Kunst hat das alles nichts zu tun!“
Takanori verzog sein Gesicht.
„Jetzt sag nicht, dass Kunst nur das ist, was auf ner Leinwand existiert…“
„Da gehört Kunst aber hin…“
Der blonde Junge atmete tief ein. Das war ein Kampf gegen Windmühlen. Die Gehirnwäsche seiner Eltern hatte bei seinem Bruder hervorragend gewirkt und so entzog er sich lieber einer Diskussion mit dem anderen. Das brachte eh nichts und immerhin krabbelte er sowieso schon wieder mit seiner Nase ins Internet, um irgendwelchen Börsenkram zu erledigen.
„Ich bin fertig mit Essen und ziehe mich nun auf mein Zimmer zurück. Muss noch Hausaufgaben erledigen.“ Daher legte er sein Besteck wie es sich gehörte auf den Teller und schob den Stuhl wieder an den Tisch heran nachdem er aufgestanden war. Seinen Bruder schien diese Info allerdings am Arsch vorbei zu gehen.

*******

Als Taka am nächsten Morgen aus der schwarzen Limousine stieg, fiel sein Blick unmittelbar auf eine Gruppe Männer, die überfragt vor der Mauer standen, die seine Schule umgab. Einen von diesen konnte er unverkennbar als den Schuldirektor identifizieren. Der schlug genervt seine Hände über den Kopf zusammen und wetterte darauf los.
„Wie kann es sein, dass das in zwei Nächten nacheinander passiert? Macht die Polizei überhaupt irgendwas oder sitzen Sie nur herum?“
Taka blieb unmittelbar stehen, um einen Blick auf die Wand zu werfen. Er musste schmunzeln, da er sehen konnte, dass sich neben dem Alien nun noch ein weiterer Schriftzug befand sowie zwei Tauben. Genau diese Symboliken hatte er gestern auch im Fernsehen gesehen.
„Wir bedauern den Zwischenfall sehr, aber wir wissen nicht, wo die Täter zuschlagen. Selbstverständlich kümmern wir uns nach den Ermittlungen schnellstmöglich um die Beseitigung.“
„Herr Suzuki, entschuldigen sie bitte. Die Zentrale teilte uns mit, dass auch neue Schmierereien im Hibiya Park gemeldet wurden. Dort ist der gesamte Boden betroffen.“, sprach ein deutlich an seiner Uniform erkennbarer Polizist wohl seinen Vorgesetzten an, der eben noch versucht hatte, den aufgebrachten Schulleiter zu beruhigen. Vergeblich verstand sich.
„Was ist mit dir? Ab, in den Unterricht! Hier gibt es nichts zu sehen!“, herrschte der Direktor derweil Takanori an. Er hatte wohl doch zu auffällig gestarrt.
„Jawohl, Direktor.“ Der blonde Junge deutete wiederum eine leichte Verbeugung an und verschwand im Inneren des Gebäudes. Das was er da aufgeschnappt hatte, fand er allerdings schon recht interessant. Die Polizei hatte also keinen blassen Schimmer, was hier vor sich ging, geschweige denn, wie sie die Kleinkriminellen schnappen sollten. Aber gut, die Stadt war groß und sicherlich hatten sie nicht genug Einheiten, die sie abkommandieren konnten, um aufzupassen, dass bloß niemand Wände vollschmierte. Trotzdem amüsierte es ihn, dass jemand der Polizei so auf der Nase herumtanzte.

*******

In den nachfolgenden Stunden ließ Takanori der Gedanke an die Vorfälle in seiner unmittelbaren Umgebung nicht los. Es war nicht so, dass er wollte, dass die Verantwortlichen bestraft wurden. Viel mehr fand er, dass ihre Präfektur noch mehr Verschönerungen nötig hatte. Aber dieser Gedanke lag wohl eher in seiner eigenen Zwickmühle begründet. Schließlich verlief sonst bei ihm alles in geordneten Bahnen und da wurde jegliche Abweichung nicht geduldet. So ein kleiner Stilbruch zwischendurch tat  ganz gut, wo er doch seit langem aus dieser Enge entfliehen wollte.

Sein Interesse galt demnach viel mehr seiner eigenen Situation als der Gerechtigkeit. In seinen zwei Freistunden, in denen sie sich eigentlich dem Selbststudium widmen sollten, verzog er sich in die schulinterne Bibliothek, die sowieso nicht gerade regelmäßig von den Schülern genutzt wurde. Dort aber hatte er seine Ruhe und was noch viel wichtiger war: ordentlichen Internetzugang. Also hockte er sich in dem abgeschiedensten Teil der Bibo vor einen der bereitgestellten Rechner und begann seine Recherche erstmal bei den Seiten der örtlichen Polizei. Da dieser Fall bereits der Öffentlichkeit bekannt gemacht worden war, konnte er so am einfachsten an Daten und Fakten gelangen. Diese wiederum listete er für sich chronologisch geordnet auf und markierte ebenso auf einer Karte die Orte des Geschehens.

Sehr schnell fiel ihm dabei auf, dass die Tatorte sternförmig angeordnet waren. Jedenfalls machte das für ihn diesen Eindruck. Also konnte er verstehen, dass die Polizei im Dunkeln tappte, denn es gab keine Hinweise wann wieder zugeschlagen wurde, genau so wenig in welchen Abständen oder ob der ganze Zauber nicht bereits vorbei war. Nur daran wollte er selbst nicht so ganz glauben. Welcher Verbrecher hörte schon auf, wenn es gerade am Schönsten war? Immerhin hatte das Handeln der Person oder der Personen bisher noch keine Konsequenzen nach sich gezogen. Es war demnach nicht naheliegend, dass die Vorfälle einfach stoppten.

Und wie es immer so war, fanden sich im Internet genug Hater und auch Befürworter dieser Aktionen. Die Bevölkerung war geteilter Meinung. Er selbst war unschlüssig. Sicherlich sympathisierte er nicht mit Kriminellen und war dafür, dass Täter bestraft wurden, wenn es sich wirklich um eine Tat handelte, bei denen jemand zu Schaden kam und bei der der Verantwortliche mit kriminellen Intensionen handelte. Aber Bilder taten doch niemanden weh. Werte wurden doch nicht zerstört, nur weil man sie besprühte. Niemand starb davon. Viel mehr waren das kreative Ausbrüche, die für die Öffentlichkeit sichtbar waren. Es erwartete doch auch niemand, dass die Graffitis wieder entfernt wurden. Wobei selbst dieser Gedanke unausgegoren war. Wurde nur ein Name irgendwo hingeschmiert, sah das schon nicht so pralle aus. Das sollte dann wirklich wieder weg. Aber richtige Bilder, Kunstwerke sollten anders bewertet werden. Diese waren hübsch anzusehen und verliehen dem Ort das gewisse Etwas. Letztendlich musste es stimmig sein.

Nachdem er sich im Internet ein paar Fotos vom Vandalismus angesehen hatte, war er auf den Trichter gekommen, dass es sich um eine Gruppe handeln musste. Sie setzten ja sogar Unterschriften unter ihre Meisterwerke. Anscheinend war das üblich, wie er herausfand, als er sich etwas mehr mit der Materie befasste. Der unmittelbare Unterschied zwischen dem, was Google ausspuckte, mit dem, was bei ihnen an der Schulmauer zu sehen war, sah man nur zu deutlich: Hier ging es nicht darum, irgendwelche Wände mit der eigenen Signatur zu beschmieren, es ging darum, Kunst zu verbreiten. Vielleicht hatten alle diese Gruppen es gemein, dass sie von der Gesellschaft gehört werden wollten, aber die Art und Weise, wie die aktuell agierende Gruppe das durchführte, unterschied sich von den anderen. Sie sprühten nicht einfach ein Pseudonym an die Wände und verschwanden wieder, nein, sie hinterließen kleine Gemälde, Symbole, hinter denen sich eine Bedeutung verbarg. Ganz sicher wollten sie damit eine Nachricht hinterlassen, aber niemand nahm sich die Zeit diese Message zu entschlüsseln. Er hingegen wollte alles darüber erfahren. Die Botschaft, die Hintergründe. Er war sich sicher, dass mehr dahinter stecken musste.

Leider war es Zeit für Taka seine Recherche abzubrechen, denn zwei Stunden Mathematik erwarteten ihn. Seufzend kramte er seine Unterlagen zusammen, während er seinen Gedanken nachhing. Was für eine Gruppierung steckte nur dahinter und wer plante das alles? Irgendjemand musste schließlich der Drahtzieher sein. Und was trieb sie an? Er war sich sicher, dass diese Gruppe wirklich was auf dem Kasten hatte und es ihnen nicht darum ging, irgendwas irgendwohin zu sprühen. Sicherlich suchten sie sich ihre Orte gezielt aus. Nicht einfach so waren sie letzte Nacht zurückgekommen, um das Bild an der Schulmauer zu beenden. Doof war nur, dass die Suchmaschine ein heilloses Durcheinander ausgespuckt hatte, als er nach dem Namen gesucht hatte, der neben dem Alien stand. War zwar ein netter Versuch gewesen, aber eigentlich was es abzusehen, dass dabei nichts rauskommen konnte.

*******

Nachdem auch eine weitere, viel tiefgründigere Recherche keine neuen Erkenntnisse gebracht hatte, resignierte Takanori. Das konnte echt nicht wahr sein und in den Nachrichten häuften sich die Berichte von neuen beschmierten Flächen. Ob das eine direkte Herausforderung an die Polizei war? Die sahen sich nämlich nach wie vor machtlos gegenüber den neuen Vorkommnissen.

Letztendlich half alles nichts. Gegen 23 Uhr schlich sich Taka wieder zur Hintertür hinaus und stahl sich durch ihren weitläufigen Garten. Er hoffte wirklich, dass ihn niemand erwischte. Wie er seinen nächtlichen Ausflug erklären sollte, wusste er nämlich nicht. Abendlicher Spaziergang? Die Wahrheit konnte er jedenfalls nicht sagen. Wie klang das auch: Ich bin auf Verbrecherjagd, weil die Polizei unfähig ist? Und dann war das wiederum auch nur die halbe Wahrheit. Immerhin jagte er keine Verbrecher, sondern er betrieb Feldforschung. Er war neugierig auf die Menschen hinter diesen Vorfällen und auf ihre Beweggründe. In seinem jugendlichen Idealismus verehrte er diese Vandalen regelrecht. Sie taten das, was er nicht vermochte zu tun: Regeln brechen, sich verwirklichen und das ohne jegliche Konsequenzen. Taka bewunderte sie. Vielleicht sogar mehr, als er eigentlich sollte.

Gehüllt in einen übergroßen schwarzen Pulli mit Kapuze und im Schutz der Nacht marschierte er auf direktem Weg zu seiner Schule. Klar könnte er jeden Tag auch dorthin laufen, aber seine Eltern bestanden auf den Bring-und-Hol-Service. Das war wieder so ein Prestige-Ding. Vorführen, dass man sich das leisten konnte. Nicht mehr und nicht weniger. Er selbst fühlte sich dabei nur wie ein weiteres Instrument seiner Eltern, dass gezielt eingesetzt wurde, um ihren Wohlstand zu demonstrieren. Nicht selten durfte er daher brav irgendwelche Musikstücke bei Feiern oder Veranstaltungen seiner werten Eltern vortragen. Wie sehr er es hasste nach ihrer Pfeife zu tanzen. Nur welche Konsequenzen ihn erwarteten, wenn er mal nicht mehr das machte, was man von ihm verlangte, wusste er nicht. Vor allem, da sein Bruder ihm mit gutem Beispiel vorauseiferte. Den Stempel des schwarzen Schafes der Familie hatte er also so oder so bereits sicher, da er Vergleiche mit ihm haushoch verlor. Welch Ernüchterung.

Was genau sich Taka nun von seinem nächtlichen Ausflug erhoffte, wusste er selbst nicht.  Wie sollte er sich verhalten, wenn er die Verantwortlichen fand? Auch das hatte er nicht bedacht. Die Wahrscheinlichkeit war schließlich schwindend gering.  Aber sein innerer Drang war einfach stärker als die Vernunft, die ihm zuflüsterte, dass das, was er hier machte, auch durchaus gefährlich sein könnte.



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Natürlich kommen wir alle nicht um ein Nachwort drum herum. Ich hoffe, bisher hat euch die Story gefallen. Und wenn nicht, dann hinterlasst mir trotzdem einen verärgerten smily ^.~ Einfach wieder verschwinden ohne ein Lebenszeichen zu hinterlassen ist nämlich doof.

Disclaimer: Band nix meins und ich verdiene kein Geld damit. Parallelen zu real existierenden Personen sind rein zufällig.

Nevertheless, „Rebel“ ist der Grund, warum „Undone“ in der Prioritätenliste ein Stück nach hinten gerutscht ist. Sorry für die lange Wartezeit, aber ich krieg einfach nicht alles parallel auf die Reihe. Angefangen habe ich mir dieser Story ja doch schon vor ein paar Monaten (…aber dauert ja noch lang bis Herbst… ehem…) Wie lang die Sache hier laufen wird, kann ich aktuell noch nicht sagen, aber vorerst gibt es jede Woche (Freitag oder Samstag) einen Upload. Ja, ich weiß, ich und meine tollen Planungen x.x“ Ich denke trotzdem, dass es 10 Kapitel werden (So viel zu „Och, ich schreib ne kurze Story. Passt schon.“… kurz…) Jedenfalls sind regelmäßige Uploads bis Anfang November in trockenen Tüchern. Wäre also super, wenn ihr immer mal wieder reinschaut.

Gebetat ist das Ganze wie immer nicht. Also sagt’s mir, falls euch irgendwas auffällt, was unbedingt korrigiert werden muss.

Bei den Main-Actors bleibt es dieses Mal wohl bei R’nR ^^

Ich hab es mir natürlich auch nicht nehmen lassen, ein kleines Cover anzufertigen ^^ Visuelle Untermalung ^.~ Wer aufmerksam liest, dem wird sicherlich auch was auffallen ^^
https://picload.org/view/dlwlrwii/rwac2.png.html

Ansonsten liest man sich nächste Woche wieder ^^