Etwas zwischen uns hat sich verändert

von Laurea
OneshotRomanze, Freundschaft / P12
17.09.2018
17.09.2018
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Ich einem Anflug von Spinnerei und Melancholie hab ich mir einen kleinen Oneshot zusammengesponnen über zwei Charaktere meiner Geschichte „Die Hexe von Bruchtal, die mir persönlich sehr ans Herz gewachsen sind. Nur sind die beiden keine kleinen Kinder mehr. Es wäre besser „Die Hexe von Bruchtal vorher gelesen zu haben, sonst kommt man nicht mit.



Ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen!

Lg Steffi









Es hat sich etwas verändert zwischen uns




Der Ringkrieg lag bereits 15 Jahre zurück und aus den beiden kleinen Kindern wurden junge Erwachsene. Lynn und Losian lebten immer noch in Rohan. Sogar noch im gleichen Haus. Sie waren beide immer noch unzertrennlich, auch wenn Losian seine Freundin nun mit anderen Augen sah als früher. Aus dem frechen kleinen Mädchen mit der Stupsnase war eine hübsche junge Frau geworden. Sie war immer noch ein kleiner Wildfang, welcher sehr gerne lachte und ein großes Herz besaß. Doch ihre krausen Haare fielen ihr nun in weichen Locken über die Schultern. Losian bekam immer weiche Knie wenn die schönen, warmen, braunen Augen der jungen Frau ihn anstrahlten. Lynn reichte Losian bis knapp unter das Kinn und er zog sie des Öfteren damit auf das sie so klein war, was seiner Freundin gar nicht gefiel. Doch gab es da Dinge, die Losian überhaupt nicht passten. Viele andere Jünglinge wollten die Gunst oder gar die Liebe seiner Lynn für sich gewinnen. Die meisten trauten sich, wegen Ihm, sowieso nicht in ihre Nähe. Er hatte sie schon sein ganzes Leben lang beschützt und würde das auch den Rest seines Lebens tun. Losian hatte keine Ahnung, wann genau er sich in Lynn verliebt hatte. Wahrscheinlich war er schon immer in sie verliebt gewesen. Ihrer beider Freundin, die Elbe Laurea hatte es einmal zu ihm gesagt, als sie der kleinen Lynn beim Spielen zugesehen hatte. „Man muss sie einfach gern haben.“, da hatte die Elbe wohl Recht.



Die beiden hielten immer noch den Kontakt zu der großen Heilerin aus Bruchtal. Oft schickten sie Briefe in das verborgene Tal, welche jedes Mal beantwortet wurden. Laurea kam sie sogar besuchen und brachte ihren Gemahl, den Fürst Glorfindel aus  Gondolin  und ihre kleine Tochter Nerwen mit. Lynn und Losian freuten sich sehr über den Besuch und waren ganz vernarrt in das kleine Elbenmädchen. Laurea war es auch, die ihnen etwas Sindarin beibrachte und sie in der Heilkunst unterrichtete. Beide arbeiteten auch in den Häusern der Heilung. Losian selbst hatte schon immer den Wunsch anderen helfen zu können und so war es für ihn von Anfang an klar, dass er ein Heiler werden wollte. Lynn tat es am Anfang nur, um Losian nah zu sein. Sie mochte es nicht, wenn sie getrennt voneinander waren, doch später fand auch sie Gefallen daran und blieb bei einer Heiler Ausbildung.



Nervös zupfte Losian an einer Blume herum und wartete auf Lynn. Heute würde er ihr endlich sagen, was genau er für sie empfand und hoffte aus tiefstem Herzen, dass auch sie ihn gern hatte. Nicht wie einen Bruder, sondern wie eine Frau eben einen Mann gern hatte. Er hatte sich mit ihr auf der Wiese vor der Stadt verabredet. Hier hatten sie als Kinder oft gespielt. Tief in Gedanken erinnerte er sich daran, wie ihm auffiel, dass Lynn sich verändert hatte. Gut eigentlich hatte ihn Laurea darauf gestoßen.



Losian fragte Laurea Löcher in den Bauch. Sie war gerade wieder mit ihrer Familie auf Besuch in Edoras und beide warteten am Rande der Stadt auf Lynn. Nerwen und Glorfindel wollten in die Stallungen gehen, da das kleine Elbenmädchen einen Narren an Pferden gefressen hatte und ihr Vater ihr sowieso keinen Wunsch abschlagen konnte. Lachend wehrte die ehemalige Hexe aus Bruchtal ab „Losian! Wir sind hier, um ein wenig Spaß zu haben und ich möchte gerne erfahren, wie es euch in den letzten Jahren ergangen ist. Ich  bin als eure Freundin hier und nicht als Lehrmeisterin.“ Der Junge errötete und kratzte sich verlegen am Hals „Verzeihung Laurea.“, die Elbe lächelte und strich ihm durch die Haare „Du warst schon immer viel zu erwachsen für dein Alter. So ganz anders als Lynn. Aus ihr sprüht die Lebensfreude nur so und sie bringt wirklich jedes Herz zum Schmelzen.“ Losian legte den Kopf schief und dachte an seine langjährige Freundin. Es stimmte. Er war immer gut drauf, sobald er Lynn auch nur kurz ansah. Sie war seine beste Freundin. „Außerdem ist aus ihr eine wunderschöne junge Frau geworden. Sie wird sicherlich bald viele Verehrer haben.“, nun ruckte der Kopf des Jungen zu der Heilerin herum, die ihn wissend anlächelte. Verehrer? Wieso sollte sein Wildfang Verehrer haben? Sie war doch noch ein halbes Kind! Auch wenn sie bereits 16 Sommer zählte! Grübelnd wanderte sein Blick weiter, als er ihre Stimme hörte, welche nach der Elbe rief. Losian hob den Kopf und sah Lynn auf sie zulaufen, mit wehendem Kleid und strahlend braunen Augen und zum aller ersten Mal sah er sie mit anderen Augen. Er sah kein kleines Kind mehr auf sie zukommen, sondern eine junge Frau. Sein Herz begann zu rasen und klopfte so laut, dass er Angst hatte die beiden Frauen würden es hören. Lynn schloss die Elbe stürmisch in die Arme, welche die Umarmung lachend erwiderte. Als das Menschenmädchen Laurea wieder losließ, flog sie auch Losian in die Arme und küsste ihn, wie immer, zur Begrüßung auf die Wange. Nur dieses Mal lief der junge Mann bis unter die Haarwurzeln rot an.



Das war wohl der Moment wo er sich bewusst wurde, dass er sie liebte. Seit diesem Tag war er süchtig nach ihren Berührungen. Selbst wenn sie ihn nur anlächelte oder ihm augenrollend in die Seite stieß, wenn er sie wieder ärgerte, machte ihn glücklich. Jeder andere Mann wurde als potentieller Rivale angesehen und wütend in Grund und Boden gestarrt, sobald er ihr auch nur zu nahe kam. Seufzend ließ er sich rücklings ins Gras sinken und verschränkte seine Arme hinter dem Kopf. Das hatten sie als Kinder oft getan. Einfach in die Wolken gestarrt, wobei Lynn immer wieder laut lachend auf eine Wolke gezeigt hatte und ihm erklärt wie diese ihrer Meinung nach aussah. Vom Hund bis zum Pferd war alles dabei. Lächelnd schloss er die Augen und dachte an diese Zeit zurück. Erst als sich ein Schatten über sein Gesicht ausbreitete öffnete er die Augen und blickte direkt in die braunen Augen seiner besten Freundin. Erschrocken riss der junge Mann seine Augen auf und wich mit einem erschrockenen Laut zurück. Die junge Frau lachte leise „Verzeih! Ich wollte dich nicht erschrecken.“ Sie ließ sich neben ihm nieder und blickte ihn mit schief gelegtem Kopf fragend an „Was wolltest du mir unbedingt sagen?“ Der arme Junge brachte kein Wort über seine Lippen und stotterte nur immer zusammenhanglos ein paar Brocken zusammen. Lynn runzelte besorgt ihre Stirn. Dieses Verhalten passte so gar nicht zu ihrem Freund.



„Was ist denn los Losian? Geht es dir nicht gut? Dein Gesicht ist ganz rot.“, schon lag ihre weiche warme Hand auf seiner Stirn und prüfte ob er nicht Fieber hätte. Losian selbst errötete und räusperte sich verlegen „Es geht mir gut Lynn.“ Die Augenbraue zusammengezogen sprühten kleine Blitze aus ihren wunderschönen braunen Augen. „Lüg mich nicht an! Ich kenne dich jetzt mein ganzes Leben und weiß ganz genau, wann du lügst! Wir sind doch Freunde oder?“ Losian holte tief Luft und ergriff ihre Hände „Lynn ich möchte, dass du mir zuhörst und mich einmal ausreden lässt ja? Sonst finde ich womöglich nie wieder den Mut dazu, dir das zu sagen.“ Verwirrt wurde er von seiner Kindheitsfreundin angestarrt. „Ich will nicht mehr dein Freund sein.“ Als er das sagte, weiteten sich Lynns Augen und Tränen liefen über ihre Wange. Schluchzend versuchte sie sich von Losian loszureißen, doch dieser hielt sie fest und zog sie mit einem Ruck in seine Arme. „Ich will nicht mehr nur dein Freund sein Lynn. Es macht mich wahnsinnig dich jeden Tag zu sehen und dich nicht berühren zu können! Es macht mich wahnsinnig wenn ich sehe wie andere Männer mit dir sprechen oder dich auch nur ansehen! Ich weiß ich habe kein Recht so zu denken aber ich will, dass du mir gehörst. Nur mir verstehst du? Es zerreißt mich Lynn!“, dann holte er tief Luft und flüsterte ihr ins Ohr „Le Melin Lynn!“ Seine Freundin erstarrte regelrecht in seinen Armen. Natürlich verstand das Mädchen, was Losian ihr sagte. Laurea hatte ihnen Sindarin beigebracht. Ein wenig zumindest. Fast schon panisch wartete Losian auf irgendeine Reaktion von ihr. Doch sie starrte einfach nur auf seine Brust. Es kam ihm wie Stunden vor, als sie langsam den Kopf hob und ihn anstarrte. Die Tränen liefen immer noch. „Ist das wahr?“, ihr Freund konnte einfach nur nicken, zu gefesselt war ihr von ihrem warmen Braun.



Plötzlich verzogen sich die Lippen der jungen Frau in seinen Armen zu einem strahlenden Lächeln und mit einem lauten Schrei des Glücks, sprang sie ihm regelrecht in die Arme. „Oh Losian schon so lange warte ich, dass du mir diese Worte sagst! Ich liebe dich auch!“, bevor Losian auch nur reagieren konnte, hatte Lynn bereits ihre Lippen auf seine gedrückt und küsste ihn leidenschaftlich. Der junge Mann riss erst seine Augen auf, bevor er sie nach einigen Sekunden genussvoll schloss und Lynn so fest wie möglich an sich drückte. Sie zu küssen war wohl das beste Gefühl, dass er jemals hatte. Am liebsten würde er sie nie wieder loslassen aber leider mussten beide atmen. Als sich ihre Lippen trennten, hatten beide rote Wangen, verschleierte Augen und waren wohl ziemlich außer Atem. Lynn lächelte ihn strahlend an, was er nur erwidern konnte und in einem Anflug von Euphorie hob er sie auf seine Arme und drehte sich lachend mit ihr. Ihr glockenhelles Lachen ließ sein Herz auf das doppelte anschwellen und er gab Laurea in Gedanken Recht. Man musste Lynn einfach lieben.
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