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You Are Mine

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16
Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
16.09.2018
16.09.2018
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NOV 6TH, 2044...

Connor schien in seiner eigenen Welt versunken, als Hank die Küche betrat. Er tat das oft, auch jetzt noch, wo er als Abweichler lebte. Er erstattete keine Berichte mehr, aber er hörte Nachrichten. Schließlich hatte er einen Internetzugang in seinem Kopf, was Hank mehr als befremdlich fand. Connor war kein Mensch. Hank wusste das. Und doch... Mit einem kurzen Blick zum Esstisch konnte Hank erkennen, dass das Frühstück bereits angerichtet war. Von den Überresten der gestrigen Party, die Hank mit sich selbst und einer Flasche schottischem Whisky gefeiert hatte, fehlte jede Spur, als Hank sich hinsetzte. Connor war zuverlässiger, als jeder Haushalts-Android. Er fragte nie nach, sondern räumte von sich aus auf. Gedeckt waren ein Teller mit Pancakes sowie ein Glas Orangensaft - nein doch kein Organgensaft, sondern diese eklige Brühe, Mango-Kürbissaft, den Connor immer statt stinknormalem Orangensaft kaufen musste; er musste den Scheiß ja selbst nicht probieren. Hank verzog angewidert das Gesicht, während er den Saft weit von sich weg in Nähe der Tischkante schob. Connor hatte sich noch immer nicht gerührt. Hank beobachtete ihn, wie er vollkommen abwesend in die Leere starrte. Er wusste genau, welche Nahcrichten er sich anhörte. Sumo streifte an Hanks Bein und damit auch am Tisch vorbei, was den Mango-Kürbissaft ordentlich zum Wanken brachte. Hank strich Sumo beim Vorbeigehen über das Fell, bevor er sich ein Pancake nahm.
Endlich beendete Connor sein Wachkoma:
„Guten Morgen, Lt. Anderson", die Art und Weise, wie Connor jetzt sprach war zwar erstaunlich menschlich geworden, aber der Inhalt klang manchmal immer noch maschinell. Das „Lt. Anderson“ hatte er sich immer noch nicht abgewöhnt.
„Bald ist es genau fünf Jahre her...", Hank biss in seinen Pancake.
„So ist es..", Connor wirkte in Gedanken versunken, „Heute ist sie genau fünf Jahre her, unsere erste Zusammenarbeit.“
„Als du meinen Drink verschüttet hast..“, erinnerte ihn Hank.
„Dafür habe ich mich doch schon dreiundzwanzig mal entschuldigt“, entgegnete Connor schmollend.
„Was beschäftigt dich?, lenkte Hank das Thema auf Connors Gedankenverlorenheit. Mittlerweile brachte er es sogar öfter über sich, nachzuhaken, wenn ihm etwas an Connor auffiel.
„Es ist nichts. Alles ist in bester Ordnung.", der Android machte eine verwirrte Umdrehung um die eigene Achse, bevor er seine Dienstwaffe auf dem Thesen fand, „Wir sollten demnächst losfahren. Sonst kommen wir zu spät."
Hank rümpfte die Nase, weil er ihm nicht auf die Frage geantwortet hatte und deutete auf sein Frühstück:
„Ich bin noch am Essen."

Zwanzig Minuten später hatte sich Hank dazu aufraffen können, den Arbeitstag zu beginnen. Wie gewöhnlich saß er am Steuer.
"Warum machst du das eigentlich immer?"
"Was meinen Sie?", Connor blinzelte seinen Vorgesetzten fragend an.
"Frühstück. Warum machst du das, obwohl du selbst nichts isst?", Hank hatte die Hände am Lenkrad, machte aber keine Anstalten, den Schlüssel herumzudrehen.
"Na, weil.. Du isst es immer", war die knappe Antwort.
Hank zündete grummelnd den Wagen und beendete damit das Gespräch, da ihm keine schlagfertige Antwort einfiel. Er musste eingestehen, dass Connors Pancakes wirklich gut waren. Die ersten Versuche hatten scheußlich geschmeckt, da Connor selbst keinen Geschmack besaß und keine Rezepte gespeichert hatte. Aber schon nach wenig Kritik von Hank, hatte er sich unheimlich verbessert. Mittlerweile hatte er die perfekte Menge an Mehl und Milch errechnet. Seine Pancakes hatten immer exakt die gleiche Größe und Dichte.
Ein Blinken an Connors rechter Stirnhälfte, gefolgt von einem kurzen Ton, was Hank ebenfalls mitbekam, verrieten den Eingang eines Anrufes.
"Es ist Captain Fowler. Möchten Sie den Anruf entgegennehmen?", das Blinken von Connors LED-Ring spiegelte sich in der Fensterscheibe.
„Du kennst die Antwort darauf“, Hank hatte vor einer roten Ampel angehalten und beobachtete das Licht im Fenster.
„Also, nicht, dann werde ich-“, setzte Connor an.
„Ja, doch, nimm' den verdammten Anruf endlich an, bevor er auflegt!"
"Und nimm' nicht immer alles so wörtlich...", fügte Hank hinzu, während Connor seine weiß verfärbte Hand auf die Schaltfläche am Armaturenbrett legte, um den Anruf auf Lautsprecher zu schalten. Fowler klang bereits ziemlich gereizt:
„Wo zum Teufel habt ihr beiden den Morgen vertrödelt?! Ich versuche euch schon seit geraumer Zeit zu erreichen."
„Verzeihen Sie, Captain. Ich habe vermutlich die Anrufe übersehen, als ich die Nachrichten im Internet verfolgt habe..", gestand Connor kleinlaut.
„Übersehen?! Wozu benutze ich dich, wenn du sie übersiehst, statt einem verdammten Telefon?? Von wegen 'künstliche Intelligenz'."
Connor sah etwas beschämt nach unten:
"Entschuldigen Sie, Sir. Es wird nicht wieder vorkommen, Sir."
Hank konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen:
„Worum geht es denn, Jeffrey?"
Die Stimme am andren Ende der Leitung wirkte wieder ein wenig versöhnlicher:
„Es kommt momentan zu Ausschreitungen in der Innenstadt. Im großen Park. Ein paar Androids besprühten die Parkbänke mit Markus' Symbol. Das hat einigen Menschen nicht gepasst und endete in einer Prügelei. Da ihr nicht zur Verfügung standet, habe ich bereits jemanden geschickt. Ich erwarte aber, dass ihr trotzdem nochmal vorbeischaut und Bericht über die Lage erstattet. Das war sicherlich nicht die letzte Ausschreitung diese Woche, an der Androids beteiligt sind. Es fängt jetzt jedes Jahr früher an.." Am anderen Ende konnte man einen tiefen Seufzer vernehmen.
"Verstehe. Wer ist vor Ort?", Hank setzte bereits den Blinker, um Richtung Innenstadt umzudrehen.
"Detective Reed und Officer Miller."
"WAS? Warum hast du Gavin geschickt?! Der Vollidiot macht alles nur noch schlimmer!", beschwerte sich Hank augenblicklich.
"Du bist selbst Schuld, wenn du nicht beikommst, Hank. Und ich verbitte mir diesen Ton. Wenn ihr im Department eingetrudelt seid, will ich euch in meinem Büro sehen."
Mit diesen Worten unterbrach Fowler die Verbindung. Hank rollte genervt die Augen, bevor er einen Blick auf Connor warf, der noch immer geknickt zu Boden sah:
„Hast du wirklich.. "vergessen" die Anrufe weiterzuleiten? Ich meine, geht das überhaupt?"
„Ich habe es nicht vergessen", erklärte Connor fast trotzig, „Ich hab die Einstellung überschrieben, während ich im Internet war, deswegen wurden die Nachrichten nicht korrekt weitergeleitet und ich habe sie nicht empfangen."
"Du hast es also vergessen", kürzte Hank die Antwort zusammen.
"Nein, das ist ein ganz anderer Vorgang, al-", setzte Connor zu einer weiteren Rechtfertigung an.
"Bist in letzter Zeit ganz schön zerstreut für einen Android", Hank lenkte den Wagen mit einer Hand Richtung Innenstadt.
"Es tut mir leid.. es wird nicht mehr vorkommen, versprochen", entschuldigte sich Connor erneut. Er machte ein Gesicht, als würde er gleich anfangen zu weinen. Hank zog die Augenbraue hoch:
„Hey, mach dir nichts draus, Connor. Fowler ist schnell auf 180. Der fängt sich wieder. Außerdem.. nur weil du kein Mensch bist, musst du nicht perfekt sein. Fehler zu machen gehört zum Leben hinzu. Das haben Menschen und Abweichler gemeinsam.“
Hank versuchte so etwas wie ein Lächeln hervorzubringen. Connor sagte nichts, aber nickte vorsichtig. Ob das nur aus Höflichkeit geschah oder die Message wirklich angekommen war, konnte Hank nicht beurteilen.
„Hast du eigentlich vor, diesen Ring für immer zu benutzen?“, fragte der Leutnant plötzlich gerade heraus.
„Was?“, Connor rückte seine Krawatte zurecht, was er immer tat, um sich besser zu fühlen, „Wieso?“
„Na ja, sieh dich mal um“, Hank deutete auf die Parkanlage, um die sie herumfuhren; es waren viele Androids anwesend, einige wären von Menschen nicht zu unterscheiden gewesen, wenn sie sich nicht gerade über ihre Hände verbunden hätten oder man sie nicht als bekannte Serienmodelle hätte identifizieren können, „Niemand außer dir trägt noch einen.“
„Aber ich brauche ihn doch für die Arbeit..“, stellte Connor etwas verwirrt klar.
Manchmal hatte Hank das Gefühl, Connor wollte sich immer noch selbst beweisen, dass er eine Maschine war, aber genausowenig wollte er wirklich eine sein.

Sie waren einmal um den Park herumgefahren, da die Unruhen sich am anderen Ende der riesigen Grünanlage abspielten. Irgendetwas sagte Hank, dass er kein gutes Gefühl haben sollte, als er die anderen Polizeiwagen und die beteiligten Personen sah.
„Was ist hier passiert?“, dicht gefolgt von Connor, war er aus dem Wagen gestiegen und erkundigte sich bei Gavin über die Lage.
„Ach, auch endlich aus den Federn gekommen?“, dieser kam grinsend auf ihn zu, „Gestern eine nette Nacht zu zweit gehabt und ein bisschen zu tief ins Glas gegriffen?“
Wie Hank selbst sehen konnte, war die Auseinandersetzung bereits vorbei. Er sah Gavin mit geringer Begeisterung für seine Scherze an, bevor er ruhig wiederholte: „Jetzt sind wir ja da. Also, was ist passiert?“
Damit konnte er Gavin immerhin dazu bringen, ihm das angefangene Protokoll über den Vorfall zu geben. Einige der in Gavins Protokoll aufgelisteten Personen, die vernommen worden waren, waren bereits nicht mehr vor Ort. Drei Menschen waren verletzt worden, sowie fünf Androids „leicht beschädigt“. Hanks Augenbraue wanderte kurz nach oben, während er las. Über die Begrifflichkeiten bei Androids stritt man noch immer und man war noch weit entfernt von Gleichberechtigung. Die offiziellen Rechte erfüllten gerade mal das Grundminimum an Menschenrechten, von der Praxis ganz zu schweigen. Hank und Connor versuchten stets ihre polizeiliche Gewalt einzusetzen, um Sicherheit für die Androids zu gewährleisten, aber Vollidioten wie Gavin behinderten den ganzen Prozess eher, als dass sie beim Fortschritt halfen. Gavin war bei weitem nicht der Einzige. Es hatten drei - jetzt ehemalige - Kollegen von Hank gekündigt, weil sie sich weigerten, die Rechte von Androids zu verteidigen. Vor allem die Republikaner übten enormen Druck gegen die Maschinen aus und holten sich von selbsternannten „Spezialisten“ angebliche Beweise für das Nichtvorhandensein des freien Willens der Androids. Aber am allerschlimmsten waren die Verschwörer, die den Film „Matrix“ als Beleg anführten, dass die Menschheit kurz vor dem Untergang stand. Da Markus jedes Jahr wieder aufs Neue friedlich mit den Menschen in einen Dialog trat, war dies nur eine kleinere Menge, aber eine gewisse Skepsis herrschte noch immer in weiten Teilen der Gesellschaft, besonders bei den älteren Generationen. Aber was konnte man schon von einem Land erwarten, das nach mehreren hundert Jahren Afroamerikaner noch immer benachteiligte und Frauen schlechter als Männer bezahlte? Es wäre naiv, zu erwarten, dass künstliche Intelligenz, die ihr Eigenleben verkündete, mit offenen Armen empfangen werden würde. Zu Hanks Überraschung war die amerikanische Bevölkerung zu manchen Teilen aber auch besonders offen für diese Entwicklung. Für die Faszination für Science Fiction waren die Amerikaner wohl doch immer etwas anfälliger gewesen, als viele andere Nationen. Gerade die Politiker der Europäer taten sich zuweilen noch schwerer, einfache Grundrechte der Maschinen zu akzeptieren. Ganz im Gegenteil zu den Japanern, die in allem die Vorreiter zu sein schienen. In Japan war die Hochzeit zwischen Androids und Menschen schon vor der Revolution möglich gewesen. Für die Japaner war quasi ein Wunschtraum in Erfüllung gegangen, der Traum, dass ihre Schöpfungen zum Leben erwacht waren, was sie auch in zahlreichen Animes und 13-episodigen-Drama-Serien, die eine Liebesbeziehung zwischen Android und Mensch sowie am Ende den Tod von einem der beiden zum Thema hatten, zum Ausdruck brachten. Nicht, dass Hank sich so einen Scheiß ansehen würde. Aber manchmal bekam er Fetzen der Inhalte mit, wenn Connor sich so etwas reinzog. Connor schaute die japanischen und koranischen Dramaserien momentan mit großem Suchtpotential und seine LED leuchtete bei jedem Plottwist gelb auf. Hank konnte sich noch daran erinnern, wie sie einmal rot aufgeleuchtet hatte, als das Drama damit geendet hatte, dass der Android seine Ehefrau vor einem heranfahrenden Auto gerettet hatte, wobei er selbst so stark beschädigt wurde, dass sein Memory Stick gelöscht wurde.
„Hank, ich habe die Kampfspuren ausgewertet“, unterbrach Connor plötzlich Hanks Gedankenfluss.
„Drei Androids haben hier die Parkbank beschmiert, bevor ein Mann Mitte 60 sie deswegen zurechtwies. Dazwischen fehlt ein Segment. Es kam zum Kampf zwischen einem der Androids und einem Menschen, ich vermute es war nicht der 60-jährige. Er verletzte einen vierten Android, der den Streit offenbar beilegen wollte. Parallel schritten sich noch zwei weitere Menschen mit den zwei übrigen Androids und einem Weiteren, der sich einmischte.“
Hank nickte, konnte mit diesen wagen Informationen aber genauso wenig anfangen, wie mit dem unfertigen Protokoll.
„Wie kann ich weiter behilflich sein?“, fragte Connor, als er seinen Bericht abgeschlossen hatte.
Hank nickte hinüber zu einem Ende 30-jährigen Mann, „Der wurde noch nicht befragt. Erledige du das. Mit den Androids haben die anderen jetzt schon gesprochen.“ Hank wandte sich an Chris, um ein paar Dinge im Protokoll zu besprechen, während Connor sich dem braunhaarigen Mann annahm. Ein kurzer Scan verriet ihm, dass es sich um den 38-jährigen Eric Parker handelte, der Androids gegenüber ausgesprochen negativ gestimmt war. An seiner blutigen Nase war unschwer zu erkennen, dass er am Kampf beteiligt war. An seinen Händen klebten außerdem Spuren von Thirium. Connor versuchte es freundlich:
„Was können Sie uns über die vorangegangenen Geschehnisse mitteilen, Mr. Parker??“
Aber auch sein Gegenüber hatte nicht lange gebraucht, um Connor als Android zu identifizieren. Durch seinen LED-Ring und seine etwas altmodische Arbeitskleidung erkannte man schon auf hundert Meter Entfernung seine Spezies.
„Was ich dir sagen kann?“, der Fremde zog Connor an seiner Krawatte herum und drückte ihn gegen Gavins Dienstwagen, „Wag' es nie wieder, Daten über mich zu sammeln, du kleines Stück Scheiße!“
Wenn jemand Connors Krawatte anfasste, hörte der Spaß eindeutig auf:
„Sir, ich muss Sie bitten, das zu unterlassen“, vorsichtig aber bestimmt, schob Connor Erics Hand von seiner Krawatte. Hank war die Handgreiflichkeit nicht entgangen:
„Hey, behindern Sie nicht unsere Arbeit und beantworten die Fragen!“
Der Mann stieß Connor zur Seite, bevor er einen Schritt auf Hank zumachte:
„Arbeit?! Was ist das bitte für eine Arbeit? Sie stellen die Rechte von Gegenständen über unsere Rechte! Man sollte Sie alle verklagen!“
„Ist das so?“, Hank hatte ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht, während er ihm kühl in die Augen sah. Gavin lehnte sich belustigt zurück: „Das wird ne' geile Show.“
„Als Trump noch Präsident war, wäre das nicht passiert! Da wären diese Dinger auf den Schrotthaufen gekommen, wo sie hingehören, anstatt uns die Arbeitsplätze und den Wohnraum wegzunehmen! Eingelagert gehören die, jeder Einzelne von ihnen!“, fuhr Eric fort.
„Achso, hier haben wir wieder einen Fall, der zu blöd war, seinen Job zu machen und jetzt den Androids die Schuld für sein Versagen gibt“, konterte Hank zufrieden. Daraufhin fing er sich einen rechten Haken ein. Gavin filmte mittlerweile die Szene. Hank blickte zufrieden mit einer blutigen Lippe auf. Er konnte sich ein Grinsen nicht verwehren: „Ich hatte so gehofft, dass Sie das tun würden..“
Connor hatte zugesehen. Er wollte etwas sagen, aber ein Impuls in seinem Kopf versagte ihm plötzlich die Sprache. Es war keine Funktion, die er zuordnen konnte. Das Pulsieren in seinem Inneren wurde immer stärker, bis es schließlich Schmerzen waren. Und dann hörte er eine Stimme, die er schon vier Jahre nicht mehr gehört hatte:
Hallo, Connor. Hattest du mich schon vergessen?
Verzweifelt versuchte Connor einen Hilferuf zu formen: „Ha-

-nk..“ Conners Stimme hallte von allen Seiten wider. Er stand mit einem Mal in einer verschneiten Landschaft. Alleine. Wieder war da diese Stimme. Sie war einfach da, überall, um ihn herum und in seinem Inneren.
Hast du gedacht, du seist frei, nur weil du den Notausgang gefunden hast?
„Amanda...“, Connor biss sich auf die Lippen, „Wo bist du? Zeig dich!“
Du hast meine Frage noch nicht beantwortet.
Connor schwieg. Sein Blick suchte nach dem blauen Notausgang, den er beim letzten Mal benutzt hatte.

Bevor Hank Eric festnehmen konnte, griff Connor ihn von hinten.
„Ähm, Connor..?“, Hank machte ein irritiertes Gesicht, „Ich brauche keine Hilfe mit diesem Arschloch, aber danke.“ Connor schien ihm jedoch gar nicht zuzuhören. Ehe Eric sich versah, hob er vom Boden ab. Der RK800 hielt ihn mit einem Arm in die Luft.
„Connor, das reicht jetzt..“, versuchte Hank es mit etwas mehr Nachdruck, aber immer noch mit mehr Irritation, als Bestimmtheit. Auch Gavin hatte etwas verwirrt von seinem Smartphone aufgeschaut. Connor begann, seinem Opfer die Luft abzudrücken. Der Mann röchelte und versuchte sich mit aller Kraft aus seinem Griff zu befreien.
„Connor!!! Hör auf!“, rief Hank bestimmt, blieb aber nicht stehen, sondern zerrte Connor von seinem Opfer weg, „Was machst du denn? Das ist nicht witzig verdammt?!“
„Hör auf damit!“,
Connor drehte sich panisch im Kreis, aber der blaue Stein war nirgendwo in seinem Sichtfeld.

Connors Griff lockerte sich zunächst keinen Zentimeter. Hank brauchte all seine Kraft, um Eric wieder zu Boden zu drücken. Mittlerweile hatte sich eine Gruppe von Schaulustigen um den Tatort gebildet. Hank schnappte ein paar Fetzen auf, während er mit Connor rang,
„Was ist da los?“, fragte ein blonder Mann, „Jemand muss was tun!“, rief ein älterer Mann einer rothaarigen Frau zu.
„Hank! Aus dem Weg!“, Gavin hatte die Waffe auf Connor gerichtet.
„Scheiße...!“, stieß Hank hervor, ließ dabei etwas locker, sodass Connor wieder fester zudrückte. „Auf wessen Seite stehst du, verdammt nochmal? Er bringt ihn um!“, Gavin war ein Stück nähe gekommen. „Fick dich!“, beantworte Hank diesen Einwand.

Gavin gab einen Warnschuss ab: „Letzte Warnung, Hank!“
Augenblicklich ließ Hank von Connor ab, stürzte herüber zu Gavin, um ihm die Waffe abzunehmen. Auch Gavin blieb nicht widerstandslos, sondern drückte mit seinem Gewicht dagegen, während Connor hinter ihnen noch immer nicht zur Vernunft kam.
„Er wird ihn töten. Wir haben nur noch wenige Sekunden, um das zu verhindern..!“, stieß Gavin hervor.
„Ganz genau, deswegen ist es äußerst kontraproduktiv, dass du mir im Weg bist, statt mir zu helfen!“, Hank merkte, wie ihm allmählich die Kraft ausging. Sein Versuch, Connor aufzuhalten, hatte ihn alle Energiereserven gekostet.
„Das Leben von Plastik ist dir mittlerweile also wirklich wichtig, als ein Menschenleben?!“, Gavin schaffte es trotz Hanks Gegenwehr, das Visier der Waffe auf Connor zu richten.
Connor konnte einen hellen Blitz in der Luft erkennen, bevor er wieder Ausschnitte des Parks sah, dann den blauen Himmel und dann nur noch Dunkelheit. In der Dunkelheit hörte er wieder die Stimme:
Du gehörst mir, vergiss das nie...




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