Into you

von ReadaBook
GeschichteRomanze / P18
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
15.09.2018
11.07.2019
67
203008
22
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
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Hey ihr Lieben! (:

Bevor ihr dieses Kapitel lesen werdet, seid euch bitte im klaren, ob ihr das wirklich wollte. Ich habe schon einmal angesprochen, dass dieses Thema sehr sensibel ist und selbiges zieht sich aktuell durch diese Story. Ich kenne euch - meine Leser - nicht persönlich und weiß nicht, welche Geschichte hinter eurer Person steckt, jedoch könnte es sein, dass euch dieses Kapitel Nähe geht, vor allem, wenn ihr ähnliches durch habt, deshalb entscheidet bitte bewusst, ob ihr dieses Chapter lesen wollt.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei denen bedanken, die meine Geschichte favorisieren und Kommentieren. Ich weiß, dass diese Geschichte nicht unbedingt gut gelesen wird, das sehe ich an der Resonanz, umso dankbarer bin ich denen, die mir immer fleißig ihre Meinungen und Gedanken schreiben und diese Geschichte weiterhin verfolgen. Danke!

Und jetzt viel Spaß beim lesen. ❣

__

Allison' Sicht

Das stetige Klopfen an meiner Zimmertür, geht mir irgendwann so sehr auf die Nerven, dass ich mich doch dazu entscheide aufzumachen.

Mit einer weinenden Clair hätte ich jedoch nicht gerechnet. Eher mit einem wütenden Liam, der mir Pflichtbewusst wie eh und je mitteilt, dass wir zu spät kämen. Er hätte sowieso gegen Windmühlen gekämpft, denn als ich oben ankam, hab ich diesen Spitzenfummel gegen eine gemütliche kurze Shorts und einem hellem Top getauscht. Nicht sicher, ob es an der Temperatur in meinem Zimmer oder dem Streit zwischen ihm und mir lag, fröstelte ich und zog deshalb eine wirklich dünne Jacke - welche ebenfalls wie die Hose in Babyrosa gehalten ist - über.

Babyrosa. Welch Ironie.

Sanft drückt Clair mich zur Seite, um sich Zutritt in mein Zimmer zu verschaffen, dabei schnieft sie einige Male und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht.

"Kannst du dich bitte hinsetzen und mir einfach zuhören. Nichts sagen.. nur zuhören."

Clair's Stimme gleicht nur einem weinerlichen Hauchen. Sie scheint wirklich ziemlich aufgelöst.  

Die Frage was los ist, lässt mich ihrer Bitte nachkommen. Überfordert mit der Gesamtsituation lass' ich mich im Schneidersitz auf mein Bett nieder und gib meiner besten Freundin die Zeit zum Durchatmen, die sie braucht. Nervös tigert sie auf und ab, spielt dabei unruhig mit ihren Händen herum, bis sie plötzlich stehen bleibt und mich aus ihren von Tränen überzogenen Augen ansieht.

"Du bist schwanger und ich weiß, dass die Entscheidung was du tun wirst, ganz bei dir liegt. Offenbar hast Du deine Entscheidung schon getroffen und.. auch wenn ich es nicht verstehen kann, will ich dir mit dem was ich dir gleich erzählen werde nicht reinreden."

Sie wendet den Blick ab und setzt sich an den Rand meines Bettes. Ohne mich anzusehen, fängt sie mit ihrer Erzählung an.

"Ich war 17 als ich meinen ersten richtigen Freund hatte. Mit diesem hatte ich auch meinen ersten Geschlechtsverkehr. Ich denke, du weißt am besten wie das ist. Am Anfang hat man nahezu immer Sex. Man ist verliebt und will sich am liebsten gar nicht voneinander lösen, die Nähe des Anderen immer spüren."

Ich weiß ganz genau wovon sie spricht. Auch wenn Liam und ich zu Beginn unseres Kennenlernens eine Freundschaft mit Vorzügen führten, konnten wir kaum die Finger von einander lassen.

Irgendwie war von Anfang an klar, dass Liam mehr als nur eine Affäre ist.

Granny sagte einst zu mir; 'Sich zu verlieben dauert 0,2 Sekunden, aber die Folgen können bis zu Monate dauern.'

Die Folge unserer Liebe wächst gerade in meinem Bauch heran.  

"Nachdem wir das gefühlt tausendste Mal unserer Beziehung Sex hatten, sah er mich erschrocken an. Das Kondom war weg, irgendwie verrutscht." Ein fast schon amüsiertes Schnauben entfährt der Blonden, während ich stillschweigend da sitze, an dem Zierkissen, welches auf meinem Schoß liegt fummel und gespannt auf die Musterung ihren helles Kleides blicke. "Ich dachte,  sowas kann natürlich nur mir passieren kann."

Es ist merkwürdig, doch genau dasselbe habe ich auch gedacht. Jeder normaldenkene Mensch weiß, dass die Anti-Baby-Pille nicht in Kombination mit Alkohol wirkt und trotzdessen, dass ich über diese Tatsache aufgeklärt war, habe ich an diesem Tag mit Liam geschlafen.

"Den Teil in dem ich mich verrückt machte erspar' ich uns. Du wirst ähnliche Gedanken haben. Die Sorge darum, wie man das schaffen soll. Auch wenn du älter bist, als ich es damals war kann ich diese bedenken verstehen. Gerade in deiner Situation. Deine Karriere hängt da dran, aber wenn das jemand schaffen kann, dann du, Alli!"

Jetzt dreht sie sich doch zu mir herum und sieht mich beinah euphorisch an.

"Du wärst nicht die erste Künstlerin, die eine Babypause einlegt und danach zurückkommt. Es gibt einige Künstler, die Kinder haben. Beyoncé, die Kardashian's oder auch Cardi B."

Dass die Kardashian's nicht von Show zu Show oder von Stadt zu Stadt pendeln müssen, um auf der Bühne abzuliefern, erwähne ich besser nicht. Clair scheint davon überzeugt zu sein, dass es funktioniert.

"Warum sollte es bei euch nicht klappen?" Der Gesichtsausdruck meiner besten Freundin wird traurig. Gedankenverloren zupft sie unsichtbare Flusen von meiner Decke.

"Ihr habt das nötige Geld, eine.. nein, sogar zwei Villen, die groß genug für eine ganze Fußballmannschaft wären, oder aber ihr sucht euch was eigenes. Ihr habt alles was gute Eltern brauchen. Das Herz an der richtigen Stelle, ja.. ja, vielleicht seid ihr jung, aber ich bin mir sicher, dass ihr eurem Kind den richtigen Weg aufzeigen könnt. Ihr habt euch!"

Die Tränen, die sich wegen ihrer lieben Worte in meinen Augen bilden, unterdrücke ich, lausche stattdessen ihrer weiteren Erzählung.

"Wir hatten damals nicht viel. Nur uns und unsere Eltern, aber das hat gereicht. Aus der anfänglichen Panik wurde Freude. Das Gefühl, als ich beim Frauenarzt war und zum ersten Mal sah, was in mir heranwächst, die Herztöne meines Kindes hörte.. es war unbeschreiblich."

Ein trauriges Lächeln Bildes sich auf ihren schmalen Lippen. Ich muss hart schlucken, denn da Clair offensichtlich kein Kind hat, kann ich mir denken, was passiert sein muss.

"Bereits als ich im 4. Monat war, haben wir angefangen Dinge für unser Baby zu besorgen."

Clair's Stimme bricht. Eine einzelne Träne läuft ihre Wange entlang. Um ihr meinen Trost auszusprechen, lege ich meine Hand auf ihre und drücke leicht zu.

Diese Geste scheint sie zu bestärken, denn sie spricht mit leiser Stimme weiter.

"Wir kamen gerade vom Flohmarkt, als ich ein leichtes ziehen im Bauch verspürte. Ich dachte mir nichts dabei, nahm an, dass es unser Baby ist, welches sich bemerkbar macht. Immer wieder tat es zwischenzeitlich weh, in der Nacht wurde es dann so schlimm, dass ich nicht mehr aufstehen konnte. Die leichten Schmerzen wurden zu unaushaltbaren Krämpfen, die mein Körper nicht standhielt."

Überhaupt nicht im Klaren, ob ich das was folgt wirklich hören will, unterbreche ich meine beste Freundin.

"Clair, du musst nicht.. " –"Doch Alli, ich muss. Ich muss dir das erzählen, damit du verstehst! Ich wurde ohnmächtig und wachte erst im Krankenhaus wieder auf. Kurz fehlte mir die Erinnerung an das Geschehene, doch als ich in das Gesicht, meines Vaters sah, kam das was passiert ist zurück. Sofort schlug ich die Decke zur Seite und legte meine Hände auf meinen Bauch. Es hat sich anders als sonst angefühlt, irgendwie leer und unvollständig, als würde etwas fehlen. Der Mitleidige Blick von Dad hat mir bestätigt, was ich schmerzvoll ahnte. Ich habe unser Baby verloren. Zu begreifen, dass es von heute auf morgen nicht mehr da ist, es nie das Licht der Welt erblicken wird, es nichts mehr gibt, dass ich auf diese Weise wie unser Baby lieben kann,.. es war unfassbar schwer. Doch weißt du, was das schlimmste war? Es Gavin zu sagen, ihm sagen zu müssen, dass unser Kind weg ist, dass es uns einfach so entrissen wurde. Auch er kam nur schwer damit klar, so schwer, dass er sich von mir trennte, weil ich ihn jedesmal an diesen Verlust erinnerte. Ich weiß nicht was gewesen wäre, wenn zu diesem Zeitpunkt niemand für mich da gewesen war. Meine Brüder und mein Dad gaben mir halt, durch sie kam ich aus diesem Loch. Es war nicht leicht, aber ich verzichtete auf psychologische Betreuung, obwohl man mir diese nahe lag, lieber konzentrierte ich mich auf den Sport. Und weißt du,.. ich bin froh, nicht nur, weil ich einen Ausgleich fand, sondern, weil ich dich wahrscheinlich nie kennengelernt hätte, wenn ich mich für eine Behandlung und gegen den Sport entschieden hätte, immerhin war ich bei unserem ersten Aufeinandertreffen joggen. Ich bin dankbar dafür. Du bist eine tolle Person, ohne zu überlegen, hast du mir geholfen und mich nach der Trennung von Colton sogar bei dir aufgenommen. Du gehörst zu den großherzigsten Menschen, die ich kenne und ich zweifle deine Fähigkeiten Mama sein zu können kein bisschen an."

Ihre Worte berühren mich. Ich kann mich nicht daran erinnert Clair je so ernst und erwachsen erlebt zu haben. Nie hatte ich gedacht, dass hinter so einem Sonnenschein, eine solch tragische Geschichte steckt. Es beweist mir, dass man immer erst hinter die Fassade blicken muss, um die wahre Person zu erkennen.

Jetzt verstehe ich auch wieso Clair solche Panik hatte, als sie vermutete schwanger zu sein. Sie hatte Angst selbiges erneut durchmachen zu müssen.  

Natürlich hab' auch ich schon darüber nachgedacht, wie es wäre ein Baby zu haben. Dieses im Arm zu halten, bedingungslos zu lieben, auf seinem Weg des erwachsen werden zu begleiten, aber die Vorstellung an all diese Dinge reicht nun mal nicht aus.

Clair's Geschichte ist traurig und sie zeigt mir einmal mehr, dass das Leben manchmal ungerecht ist. Dass Menschen, die sich auf ihr Baby freuen, ihr Glück ohne jegliche Vorwarnung weggenommen wird und Menschen, wie ich, die gar nicht darauf vorbereitet waren, dieses Glück zugemutet wird.

Angestrengt erhebe ich mich vom Bett, fahre mir müde durch mein offenes Haar und wische mir unauffällig die Tränen aus dem Gesicht, bevor ich mich zu meiner besten Freundin herumdrehe.

"Clair, das was dir passiert ist hat mir unendlich leid, niemand sollte das durchmachen müssen. Ich bin stolz auf dich, daraus gekommen zu sein und ich bin dir dankbar für dein Vertrauen, aber wie du sagtest; die Entscheidung liegt ganz bei mir."

Auch Clair steht auf und kommt auf mich zu. Ihre schilfgrünen Augen gleiten mit einem Milden Lächeln zu meinem freiem Bauch.

"Hast du es jemals gefühlt? Auch wenn es noch sehr klein, kaum sichtbar ist,.. es lebt Alli. Egal wie weit du bist, du wirst es spüren, wenn du deine Hand auf deinen Bauch legst."

Mein Herzschlag beschleunigt sich, das warme Nass in meinen Augen, kann ich nur mit allergrößter Mühe zurückhalten. Meine Nerven sich vollkommen überstrapaziert und so öffne ich meine Tür und bitte Clair zu gehen.

"Alli, ich verstehe deine Bedenken, das tue ich wirklich, aber wirf das Geschenk, was man euch gab nicht einfach weg."

Mit dieser indirekten Aufforderung läuft Clair an mir vorbei. Noch kurz bleibe ich wie angewurzelt an der geöffneten Türe stehen, ehe ich diese  Schließe und mich mit dem Rücken an selbige lehne.

Wie ein Karussell drehen sich meine Gedanken rund um das Gespräch mit Clair. Ich meinte, was ich sagte, niemand hat verdient so etwas durchzumachen, ich bewundere ihre Stärke offen ihre Geschichte mit mir geteilt zu haben, aber was, wenn ich mich für das Baby entscheide und mir dann das Gleiche wie ihr und zig anderen Frauen widerfährt, wenn ich anfange dieses Kind zu lieben und es mir dann weggenommen wird.

Ist es nicht einfacher, wenn man sich die Entscheidung  selbst abnimmt, wenn man darauf vorbereitet ist und sich erst gar nicht an das Kind, welches in einem wächst bindet.

Als mich ein warmer Schauer durchläuft, blicke ich erschrocken nach unten. Vertieft in meinem abstrusen Gedanken, habe ich nicht wahrgenommen, wie sich meine linke Hand wie von selbst auf meinen Bauch gelegt hat.  

Auch wenn ich weiß, dass es nicht sein kann, bilde ich mir ein etwas fühlen zu können. Ich kann es nicht beschreiben, es ist nicht greifbar und doch kann ich es spüren.

Mein Baby.

__

https://my.w.tt/3csGQSYuMX

Puh, ziemlich emotional. Es tut mir fast schon leid solche Kapitel zu schreiben.

Hättet ihr damit gerechnet, dass Clair diese Erfahrung gemacht hat? Findet ihr es richtig, dass sie diese mit Allison teilte?

Es gibt zwar noch immer keine Entscheidung, aber einen kleinen Anfang, wie ich es nennen würde, oder wie würdet ihr die 'Bauch-Touch-Geste' interpretieren?

Schreibt mir sehr gern eure Meinung! (:
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