Rose Hathaway 2 Kampf der Mächte

von Dhampir
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Dimitri Belikov Ibrahim "Abe" Mazur Janine Hathaway Rosemarie "Rose" Hathaway Tasha Ozera Vasilisa "Lissa" Dragomir
15.09.2018
29.04.2019
7
14.388
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15.09.2018 2.154
 
Hallo Leute
hier sind die ersten Kapitel von der Fortsetzung Rose Hathaway. Wünsche Euch viel Spaß beim Lesen. Natürlich würde ich mich über Euer Feedback freuen.
LG Dhampir
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Dimitri POV

Ich erwachte auf einer kleinen Lichtung, die umringt war von hohen düsteren Bäumen. Langsam streckte ich meine Arme und Beine in alle Richtungen, da spürte jede Faser meines Körpers die wohltuende Wärme der aufgehenden Sonne.

Meine Finger fuhren durch den morgendlichen Tau, der silberschimmernd auf den Spitzen des Grases blitzte. Bedächtig setzte ich mich auf und betrachtete mir die Lichtung genauer. Die Lichtung säumte ein grüner satter Teppich, auf dem sich ein unbeschreibliches schönes Blumenmeer befand. Die Blumen waren so vielfältig, dass es mir für einen kurzen Moment den Atem raubte. Obwohl mir all das Schöne hier offenbart wurde, lief mir dennoch ein eiskalter Schauer über den Rücken.

Sofort sendete mir mein Geist ein Signal
>Pass auf< Ohne zu zögern sprang ich auf, und mein Körper spannte sich an. Durch die jahrelange Arbeit als Wächter hatte ich gelernt, Situation einzuschätzen und zu beurteilen. Jedoch war diese Situation untypisch für jeden Wächter.

Mein Blick schweifte über die Bäume, da wurde es mir klar. Das Gefühl, was gerade in mir vorherrschte ging vom Wald aus. In dem Wald, der die Lichtung fest im Griff hatte, verbarg sich das Böse. Die finstere Macht, die auf ihre Chance wartete. Das Böse wollte von der Leine gelassen werden, um dann in mein Innerstes eindringen zu können. Gerade betrachtete ich den Wald, als eine vertraute Stimme meinen Namen rief.

„Dimitri…Dimitri…“

Langsam drehte sich mein Körper um, dennoch schaute ich in den zähen Nebel. Leichte Nebelschwaden brachen sich im Licht der aufgehenden Sonne und diese waren die Vorboten für einen schönen sonnigen Tag. Langsam lichtete sich der Nebel und zarte Umrisse traten aus dem morgendlichen Dunst. Leichte Schwaden des Dunstes wurden von der Person vertrieben, die ich nun erblickte.

„Rose…“ Ein kaum hörbares Flüstern entkam meinen Lippen. Meine Rose hatte es geschafft mich in meinen Träumen besuchen zu können. Sie verkörperte all das Gute, was mir in den letzten Monaten widerfahren war. Das Gute hatte vorerst gesiegt. Meine Beine folgten nicht mehr meinem Verstand, sie hatten nur ein Ziel. Rose, lauft zu Rose.

Doch umso schneller ich über die Wiese rannte, desto weiter entfernte sich Rose von mir. Aus irgendeinem Grunde wurde der Abstand zwischen uns nicht kleiner. Rose deutete an, dass ich stehen bleiben sollte. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, dadurch konnten finstere Gefühle meine Seele streifen. Dunkelheit überflutete meinen Körper, dabei warfen die Bäume finstere Schatten auf mich. Erneut ertönte die Stimme von Rose

„Dimitri lass los…Befreie Dich von diesen dunklen Gedanken“

Was wollte Sie damit andeuten. Rose ging behutsam in meine Richtung, trotzdem war ihr Gang von Sicherheit und Stärke geprägt. Wenige Schritte trennten uns voneinander, als Rose von einer unsichtbaren Mauer abgehalten wurde. „Dimitri…Vertrau mir…“

Das waren die letzten Worte von Rose, bevor sie ohne Vorwarnung in die Dunkelheit zurückgezogen wurde. Die Dunkelheit kroch unaufhaltsam über die Lichtung, dabei spürte ich wie Sie ihre Fühler nach mir ausstreckte. Gerade versuchte die dunkle Macht nach mir zu greifen, da explodierte eine gigantische Kraft.

Vom Zentrum dieses übernatürlichen Knalles erstreckte sich ein Licht, dass seine unermesslichen Flügel über die Lichtung ausbreiteten. Die engelsgleichen Schwingen stellten seine Macht zur Schau. Das Licht der Liebe ließ meine finsteren Gedanken verstummen.
In meinen Kopf herrschte nun vollständige Stille, dennoch hörte ich im Unterbewusstsein eine leise Stimme. „Vertrau mir…Öffne Dich…“ Ohne weiter darüber nachzudenken, erlaubte ich dem Gast die Tore zu meiner Seele zu passieren. Vor wenigen Tagen noch hätte ich keinem Wesen gestattet, die Tore zu meiner Seele zu durchqueren. Jetzt wurde mein Handeln von einer Logik beherrscht, die meiner üblichen Vorgehensweise widersprach.

Sollte es wahrhaftig Rose gewesen sein, die mein Handeln beeinflusst hatte. Im Handeln und Tun glich es eher der sogenannten Rose-Logik. Meine Augen waren durch den hellen Strahl so geblendet worden, dass ich sie für einen Moment schloss. Blinzelnd öffneten sich meine Augen, wobei weiße Blitze mein Gesichtsfeld kreuzten. Die Blitze verschwanden aus meinem Augenwinkel und was ich dann erblickte raubte mir zum zweiten Mal den Atem.

Die enorme Macht, die sich gerade über die Lichtung erstreckt hatte, formte sich jetzt zu einem elfengleichen Wesen. Das Wesen öffnete seinen Körper einen spaltbreit, um kurze Zeit später zwei Personen seine Pforten durchqueren zu lassen. Hand in Hand durchschritten Rose und Lissa diese Pforte. Beide sahen noch genauso aus, wie ich sie in Erinnerung gehabt hatte. Lissa mit ihrem lieblichen Wesen, und Rose wild und anmutig zugleich. Ihr Weg endete vor meinen muskulösen Körper, sodass ich Rose beinahe berühren konnte. Ich wollte gerade meine wahre Liebe in die Arme schließen, als mich Lissa davon abhielt.

„Warte Dimitri, wir haben nicht allzu lange Zeit. Die Dunkelheit ist auf dem Weg hierher, nur mit größter Mühe können wir Sie im Zaum halten.“ Abwechselnd schaute ich erst Rose und dann wieder Lissa an. Das Spielchen wiederholte ich noch ein oder zweimal, bevor mein Verstand wiedereinsetzte. „Ihr Beide…? Lissa was soll das heißen?“ Nun erzählte mir Lissa in knappen Sätzen, was in den letzten Monaten vorgefallen ist.

Sie erzählte mir, dass Rose einen unbekannten wenn auch mysteriösen Brief bekommen hatte. Dieses seltsame Schriftstück, so sagte sie mir, stammte von einer gefährlichen Person. Dem Strigoi, der behauptete ihr Vater zu sein. Rose wollte mich in dieser Sache um Rat fragen, jedoch verschlang der Nebel meine Seele. Dadurch ließ mein Innerstes ihre Nähe nicht zu und ich stieß sie von mir weg. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, was Tasha mit ihrem Spielchen angerichtet hatte. Weiter berichtet mir Lissa, wie Rose sich auf die lange gefährliche Suche nach mir machen wollte. Lissa und Christian hatten durch ihre unzähligen Kontakte meinen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen können. Ihre Reise sollte in dem kleinen Örtchen Baja enden, jedoch geriet Rose in die Fänge ihres abartigen und mächtigen Strigoi Vater.

Der Vater, war laut Aussage von Lissa, musste früher ein hochangesehener Geschäftsmann gewesen sein. Aus diesem banalen Grund verwandelten die Strigois ihn in ihresgleichen. Die Hierarchie der Strigois war relativ simpel. Je mächtiger ein Moroi in seinem vorherigen Leben war, umso höher stieg er in der Rangordnung nach oben. Lissa seufzte kurz bevor sie mir dann seinen Namen verriet.

„Sein Name ist Abe Mazur.“ Ungewollt schrie ich Lissa an. „Wie bitte… Abe Mazur ist ihr Vater…Er wurde vor mehr als zehn Jahren für Tod erklärt. So steht es jedenfalls in den Berichten.“

Durch die Angst stellte Rose fest, was für eine starke Macht sie in sich trug. Die weiße Magie, die in ihrer Seele tief verborgen war, wurde durch den Biss des Strigois freigesetzt. Das Licht sowie das Böse sind nun fest verankert in den Untiefen ihres sensiblen Ichs. Doch im Innersten der Seele gibt es eine empfindliche Gradwanderung zwischen den zwei größten Mächten, die Jeder von uns in sich trägt.

Das Licht und die Dunkelheit, verhalten sich auf groteske Weise wie Yin und Yang. Die zwei mächtigsten Herrscher unseres Geistes können jedoch nicht ohne ihren impulsiven Gegenspieler existieren. So bizarr sich das Ganze anhören mag, aber jeder von uns beherbergt sein eignes Yin und Yang in Tiefen seines inneren Ichs. Wenn die Schalen der Waage von Licht und Dunkelheit gerecht gefüllt blieben, so wäre das Licht der Sieger jeden Wettstreites zwischen Gut und Böse. Jedoch sollten wir nie vergessen, dort wo das Licht ist, ist auch Schatten. In diesen Schatten ruht all das Böse, und wartet auf seine Gelegenheit den Thron zu besteigen. Denn durch die Herrschaft des Bösen wird unsere Seele vergiftet und lässt sie auf grausame Art und Weise verkümmern.

Doch Rose trug diese imposanten Kräfte, die ihre Herrschaft auf übelste Weise zur Schau stellen wollten, in ihr. Die Waage des Yin und Yang ihrer Seele war sensibel und verletzlich, wie Rose selbst. So unglaublich es mir erschien aber die Wahrheit blieb trotzdem die Gleiche.  

Die Mutter von Rose war eine weiße Hexe.

Durch meine jahrelange Arbeit hatte ich über die Existenz dieser Person gehört, die Magie praktizierten. In der Welt der Moroi, Dhampire und Strigoi gab es weitere Spezies, die Hexen. Diese Personen Sie hüten ihr Geheimnis und beschützten ihresgleichen, dass komplette Gegenteil der Strigoi. Die Angriffe der Strigoi folgten ohne jeden Sinn und Verstand. Das Einzige was von Interesse für dunklen Kreaturen war, ist zum einen ihr Essen und zum anderen die Moroi. Sie wollten die Blut-Linien der Moroi auslöschen, insbesondere die adligen Morois. Ihre Mahlzeit bestand aus dem Blut ihrer auserwählten, in den meisten Fällen jedoch eher willkürlichen Opfer.

Seit meiner frühsten Kindheit lehrte man mich, wie und wann man einen Strigoi am besten töten konnte. Es gab zahlreiche Methoden aber die effektives davon, war das Pfählen mit unserem silbernen Pflock. Auf dieser Art und Weise nahmen wir den Untoten ihre Macht. Jedoch wurde mein ganzes Wissen in Frage gestellt, durch Rose.
Bei ihr vereinigten sich die Mächte des Lichts und des Bösen.
Ihre Mutter, eine weiße Hexe, vererbte Rose die Macht über das Licht.
Doch ihr Vater hatte auf grausamster Weise in ihr das Böse erweckt.

Die bösen Mächte schlummerten nun in den Tiefen ihrer Seele. Im Enddefekt kam es auf Rose an, ob Sie der Versuchung des Bösen wieder stehen konnte.                                                  
Lissa betonte immer wieder, dass Rose die beiden mächtigen Herrscher ihrer Seele im Griff hatte.  Seufzend versuchte ich Rose eine Strähne hinter das Ohr zu streichen, jedoch glitt meine Hand durch sie hindurch. Lissa, wieso kann ich Rose nicht berühren?“ Verzweifelt blickte ich zu Lissa hinüber. Sie legte sanft ihre Hand auf meinen Arm, dadurch spürte ich Mitgefühl und Güte ihres sanften Wesens. „Dimitri, ich musste Rose helfen. Wir beiden konnten nur zusammen Dich besuchen. Ich bin in dem Traum von Rose, dadurch wird es Ihr gestattet mit Dir sich in Verbindung zu setzen. Eure Liebe hat all das geschafft.“ Bevor ich das Wort an Lissa richtete, wurde mein Blick eine Spur sanfter. „Lissa, kann sie mich hören“ Mit einem Nicken bejahte Lissa meine Frage. Nun war es an der Zeit, dass ich ihr meine Geschichte erzählte. Meine Ausführungen waren nicht so ausführlich wie die von Lissa, aber sie sollte es dennoch verstehen können. Ich beendete mit einem letzten Satz das Geschehene.                                                                                        
„Der ganze bösartige Nebel, der meine Seele umhüllte hatte, verblasste allmählich durch diesen silbernen Ring. Er führte meine Seele auf den rechten Pfad zurück. Ich wurde wieder Dimitri Belikov. Seitdem sehe ich meine Welt wieder klarer, jedoch ergab sich daraus eine heikle Situation. Nun bräuchte ich bei diesem Problem eure Hilfe und euren Rat. Wir müssen es schaffen, dass Tasha mich freiwillig gehen lässt. Sonst könnte es passieren, dass ich meinen Job verlieren würde.“ Man sah Lissa an, wie sie über das Ganze nachdachte. „Dimitri, ich glaube gemeinsam werden wir eine Lösung finden. Ich bitte Dich, gehe nochmal zu Oskana und berichte ihr von unserer Zusammenkunft. Mit ihrer Hilfe können wir den Geist von Tasha beeinflussen. Ich bin dafür noch nicht stark genug, um alleine ihr die Stirn bieten zu können. Dimitri…es kommt…wir müssen sofort weg von hier. Sei vorsichtig und pass auf Dich auf.“                                                                                                                                              
Die Umrisse von Lissa und Rose wurden von Sekunde zu Sekunde schwächer. Die letzten Worte waren kaum ausgesprochen, da schritten sie unaufhaltsam zu dem Wesen. Ein letztes Mal blickte Rose zu mir. In ihrem Blick sah ich die Sehnsucht nach meiner Person. Sie erreichten gerade den Rand der Pforte, da rief ich meine Worte. „Ich liebe Dich Rose“ Ihr Blick wurde eine Spur intensiver, bevor sie und Lissa die Pforten des Wesens durchquerten. Dann verschloss sich die Pforte und das elfengleiche Wesen verblasste in der Dunkelheit.

Die Dunkelheit kehrte unaufhaltsam in meinem Traum zurück. All das Schöne, was ich gerade gespürt hatte, wurden von der Macht des Bösen vertrieben. Zum ersten Mal seit langer Zeit, wurde ich durch das Klingeln des Weckers aus meinem Traum gerissen. Durch den schrillen Schrei meines Erweckers, stand ich zu guter Letzt völlig neben der Spur.

Allmählich lichtet sich meine Benommenheit und mein Körper registrierte das nächste Problem. Mein T-Shirt war durchtränkt von dem nächtlichen Schweiß. Mein Blick richtete sich unwillkürlich auf den Wecker, der auf dem kleinen hölzernen Nachttisch stand. Der uralte Wecker hatte mir schon oft gute Dienste geleistet. Er begleitete mich seit frühster Kindheit auf meinen Reisen. Zwar endeten die Reisen stets an der Akademie, jedoch war es jedes Mal einzigartig. Ich zog mir geschwind ein neues Shirt an, dabei wurde mir eines vor Augen geführt.

Der Traum, in den ich Lissa und Rose begegnet war, hatte mich die ganze Nacht in seinen Bann gezogen gehabt.
>Was schon fünf Uhr nachmittags<
schoss es mir durch den Kopf.                                        
Der uralte Wecker zeigte mir sein wahres Gesicht heute Nachmittag. Es war verdammt schwer, mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Meine Gedanken hingen noch immer in meiner eigenen Traumwelt ab. Sie folgten nicht wirklich einem klaren Muster, dabei war jedes einzelne Teil des Puzzles auf seine eigene Art und Weise wichtig.
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