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The Nurse

von Moonie21
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Magneto / Eric Lehnsherr OC (Own Character) Professor X / Professor Charles Francis Xavier
15.09.2018
15.03.2021
23
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09.02.2019 688
 
Wir standen in der Eingangshalle, zusammen mit den anderen Lehrern und den Schülern, und sahen uns den großen Weihnachtsbaum an, der über Nacht erschienen war. Den Tag über hatte Charles den Kindern frei gegeben, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, unter den strengen Augen von Raven die Nordmanntanne mit allem zu schmücken, was glänzte und glitzerte.
Die Kinder, die etwas bekommen hatten, hatten ihre Sachen bereits in freudiger Erwartung unter die Tanne gelegt.
„Gut ausgesucht“, lobte Charles Hank, der mit hinter dem Rücken verschränkten Armen auf die Tanne sah.
„Ich habe keine Ahnung, was Sie meinen“, sagte er lächelnd.
Erik stand etwas abseits neben mir und Raven, bei der Kiste mit „Schmuck“.
„Das ist mein erster Weihnachtsbaum mit Messern als Schmuck“, stellte ich fest, und seufzte. „Ich hoffe nur, dass sie nicht runterfallen, und jemanden verletzen.“
„Für dich wäre es doch kein Problem, so eine Stichwunde. Oder?“, fragte Raven. Ich hatte das Gefühl, dass alles, was sie zu mir sagte, dazu diente, mich zu provozieren.
„Das nicht“, meinte ich und zählte in Gedanken bis zehn. „Aber ich hätte gerne frei, zumindest diesen Abend.“
„Aha.“
Ich würde gerne noch etwas erwidern, als Erik sich einschielt, und Raven dazu brachte, zusammen mit ihm eine Girlande aus aneinander geknoteten Pullis um die Tanne zu legen. Ihre Miene hellte sich auf, als er es ihr anbot, und sie folgte ihm breitwillig. Mir wurde klar, was ich schon geahnt hatte. Charles war wie ein Bruder für sie, und sie wie der einzige Halt in seinem Leben für ihn.
Aber lieben tat sie nur Erik. Es war eine ehrliche, eine kindliche und vollkommene Liebe. Was er für sie empfand war ähnlich. Ich spürte, das spürte vermutlich jeder, dass sie ihn mehr liebte, als er sie. Aber das beide mit einem starken Band verbunden waren. Sie erinnerten mich unwillentlich an Engel und mich – wieso konnte ich nicht sagen. Aber wenn die beiden ein Strick verband, dann Engel und mich ein Stahlseil.
„He, Miss Maggie!“, rief ein junges Mädchen, dessen Namen ich mir nicht merken konnte. Ich wusste nur, dass sie einige Zentimeter über dem Boden schwebte, ohne es kontrollieren zu können. Im Moment wurde meine Aufmerksamkeit aber eher auf die drei riesigen Hackmesser gelenkt, die sie in ihrer Hand hielt. „Wollen Sie die aufhängen?“
„Nein, danke! Aber warte, ich möchte dabei sein, wenn du das machst. Wer weiß…“
„Ich kann mit Messern umgehen!“, sagte das Mädchen empört, als ich zu ihr trat. Zum Beweis begann sie, mit den Messern zu jonglieren, und ich hätte ihr die Messer am liebsten aus der Hand geschlagen. Aber wie ich mich kannte, würde ich mich eher selbst verletzen, und das, was sie da tat, sah wirklich sehr gut aus. Trotzdem atmete ich auf, als sie aufhörte. „Kannst du mir dann wenigstens helfen?“
„Sicher, was soll ich tun?“ Sie winkte mich näher.
„Du musst mich hochheben, ich will eines der Messer da neben den Pfefferstreuer!“
Ich schätzte die Höhe ab. „Gut, abgemacht. Aber lange kann ich dich nicht hochhalten.“
„Wieso, dabei bin ich doch leicht!“, meinte sie empört, ging aber in die Hocke, damit sie sich etwas abstoßen konnte, um mir mit etwas Schwung zu helfen. Ich griff sie an der Hüfte, hoffte, dass ich wirklich stark genug war, und hob sie so hoch, wie ich konnte. Absatzschuhe halfen nicht dabei, das Gleichgewicht zu halten, aber sie beeilte sich.
„Was haben Sie denn da auf ihrem Arm?“, fragte mich da ein Junge, der uns zusah, während das Mädchen auch das letzte Messer befestigte. Ich folgte dem Blick des Jungen, und erstarrte. Bevor ich etwas sagen konnte, formte er mit seinen Händen einen Trichter. „Professor, die Schwester hat ein Tattoo! Mama sagt immer, das darf man nicht!“
„Was denn für eines?“, rief Charles lächelnd zurück.
„Nummern!“, rief der Junge quer durch den großen Saal.
„Erik, ist das nicht…“ hörte ich Raven auf einmal rechts von mir, sie mussten mit ihrer Pullischlange schon sehr nahegekommen sein.
Ich war wie erstarrt, ließ das Mädchen aber rasch runter, und eilte aus dem Saal, bevor jemand etwas sagen konnte.

Draußen auf dem Weg hörte ich, wie Erik nach mir rief.


„Maggie! Maggie, warte!“
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