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The Nurse

von Moonie21
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Magneto / Eric Lehnsherr OC (Own Character) Professor X / Professor Charles Francis Xavier
15.09.2018
15.03.2021
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14.05.2019 1.262
 
Raven sah mich eine Weile an, aber da meine Gesichtsfarbe wohl nicht besser wurde, und sie vielleicht das erste Mal Respekt vor mir hatte, nickte sie nur, rief Katie und Buster, und ging wieder rein.

Nach etwa zehn Minuten, in denen ich das Gefühl hatte, mehr oder weniger zu erfrieren, kam das Gefühl langsam wieder in meine Beine zurück, und mein Geist wurde klarer. Sobald ich stehen konnte, stakste ich wieder rein, an der Mensa vorbei, direkt in mein Zimmer.
Zumindest versuchte ich es.
„Sie sehen schlimm aus“, sagte Warren, der geflügelte Junge. Er kam mir auf dem Flur mit den Zimmern entgegen.
„Gut, dass das nicht dein Problem ist, junger Mann“, sagte ich. „Hast du schon gegessen?“
„Ich warte auf eine Freundin.“
„So?“
„Ja, Alice. Sie verspätet sich gerne.“
„Na dann. Bitte richte Professor Xavier aus, wenn du ihn siehst, dass ich erwarte, ihn wie abgesprochen vorzufinden.“
„Sicher.“ Er nickte. „Bis dann, Schwester.“ Dann ging er. Sein rechter Flügel streifte mich, als er sich an mir vorbeidrückte.


In meinem Zimmer angekommen, setzte ich mich erstmal. Fast schon mechanisch nahm ich meine Instrumententasche hervor, und holte aus ihr das Bild mit Engel. Das tat ich gerne, wenn ich mich an die Zeit im KZ erinnert hatte. So konnte ich mich wieder daran ermahnen, wie Engel eigentlich ausgesehen hatte. Nicht blutend an einen dreckigen OP-Tisch gebunden. Sondern lächelnd, stark, und einfach er selbst .

Es wurde ein oder zweimal an meine Tür geklopft, was ich gepflegt ignorierte. Ich saß an meinem Schreibtisch, und zeichnete die Aussicht von meinem Fenster aus, während das Radio lief, das hier schon gewesen war, als ich eintraf. Engels Bild hatte ich bald wieder verstaut. Ich sah es mir gerne an, aber ich wusste, dass es ich in ein Loch zog – daher versuchte ich, das auf ein Minimum zu beschränken.
Als ich das nächste Mal von meiner Zeichnung aufsah, um ein Messer zu suchen, damit ich den Stift spitzen konnte, fiel mir auf, dass ich losmusste. Also nahm ich den Käfig mit den Mäusen, die aufgeregt herumflitzten, wickelte ihn in meinen Schal ein, damit man nicht sah, was ich da transportierte, und machte mich auf den Weg. Die wenigen Meter hatte ich glaube ich noch nie wirklich meine Ruhe, auch wenn ich sie hätte brauchen können.
Buster kam mir hechelnd und schwanzwedelnd entgegen, Katie rannte hinterher.
„Schwester, schau mal!“, rief sie, und ich musste mich einmal mehr fragen, ob so ein junges Kind wirklich von Zuhause fort in ein Internat gewollt hatte, oder ihre Eltern Angst vor ihrer Mutation hatten. „Buster geht es besser als vor seinem Unfall, er rennt dauernd herum!“
„Ja, das sehe ich“, meinte ich, und lächelte. Dummerweise konnte ich nicht regulieren, wie gut es einem Wesen ging, nachdem ich es komplett geheilt hatte – Buster schien ich eine Verjüngungskur verpasst zu haben. Hoffentlich bemerkte das sonst niemand.
„Danke nochmal!“ Katie drückte sich an mich, und schien wohl meine Rippen brechen zu wollen. Mit einer Hand hielt ich den Käfig, mit der anderen Hand tätschelte ich ihr den Rücken.
„Na los“, meinte ich nach einer Minute, in der wir schon gemustert wurden, „du musst doch sicher noch Hausaufgaben machen.“
„Stimmt!“ Sie ließ mich los, als wäre das eine bahnbrechende Erkenntnis, und rannte mit Buster weiter den Flur entlang.
Die Mäuse im Käfig quiekten, und ich spürte ihre kleinen Herzchen rasen.
Sie wussten wohl, dass ihnen nichts Gutes blühte.


Als ich bei Charles ankam, war die Tür offen. Und was ich sah, gefiel mir nicht.
„Ah, guten Abend Maggie“, begrüßte Charles mich, der zusammen mit Erik an einem Tisch saß und
Schach spielte. „Ich habe von Buster gehört, das macht dich hier zu einer Heiligen.“
Darauf ging ich gar nicht ein. „Guten Abend, Charles. Was macht Erik hier?“
„Erik wurde eingeladen, um im Falle eines Falles zu helfen“, sagte Erik leicht feindselig.
„Ich schaffe das schon alleine“, war meine schroffe Erwiderung. „Außerdem muss nicht jeder meine Vorgehensweise kennen.“
Erik musterte den eingewickelten Käfig in meiner Hand. „Was, wenn Charles mich dabeihaben möchte?“
Ich musterte meinerseits Charles, der gerade einen Turm verschob und damit freies Feld für Eriks Pferd auf seinen König schuf. „Dann scheint er mir kindlicher, als ich gedacht hatte.“
„Es wäre schön“, meinte Charles. Ihm fiel erst auf, dass mir das nicht so recht passte, als er zusammenzuckte, weil ich die Tür so fest zuknallte.
„Na dann los, ich hoffe, unser Besucher hat sich etwas zu Lesen mitgebracht – spannend wird das nicht.“
„Ich kann mich schon beschäftigen, danke.“ Ich spürte seinen Blick auf mir, aber er konnte starren, so lange er wollte. „Wenn mein Patient jemanden braucht, dem er die Hand halten kann, bitte. So wird das sicher nichts, ab ins Bett. Rücken frei, und auf den Bauch liegen, bitte. Sieh zu, dass du eine bequeme Position hast, denn wenn du dich nachher bewegst, dann gnade dir Gott!“
„Ist es ratsam, mit so einer Laune an einem Patienten zu arbeiten?“, fragte Erik, und sah Charles dabei zu, wie dieser milde lächelnd zu seinem Bett rollte. Ich konnte an seinem Gesicht durchaus ablesen, dass Erik hatte dabei sein wollen, und dass Charles niemanden brauchte. Aber Erik nervte mich, und das wollte ich loswerden.
„Ist es ratsam, mich das zu fragen, wenn ich so eine Laune habe?“, gab ich zurück, und nahm Charles das Oberteil ab.
„Ich würde sagen, ihr habt Gleichstand“, sagte Charles, und knuffte seine Kissen zurecht.
„Was ist in dem Käfig, sind das Mäuse?“ Erik wickelte den Käfig auseinander.
Ich schob meine Ärmel hoch, wobei meine Nummer sichtbar wurde. „Ja, das sind Mäuse. Und die brauche ich, zufrieden?“ Ich sah ihn wütend an. „Erik, wehe du hinterfragst mich, ich weiß was ich tue.“
„Das ist mir durchaus klar“, sagte er ruhig. „Ich weiß nicht, wieso du so abweisend bist.“
Ich knallte den Käfig etwas fester als gewollt auf den Nachttisch. Die Mäuse quiekten aufgeregt. „Ich kann es nicht leiden, wenn mir jemand ein Geheimnis aus der Nase zieht, hinter mir herrennt und mir am Ende noch den Grund zum wütend werden nimmt. Ganz einfach.“
Das schien er zu verstehen, denn er fragte nicht weiter, sondern wich meinem Blick aus und schwieg.
„Bin soweit“, sagte Charles. Er hatte den Kopf auf den Armen abgelegt, und sah mich an.
„Gut, dann los.“


Ich setzte mich neben Charles auf Charles Rollstuhl, öffnete den oberen Teil des Käfigs, und legte eine Hand auf Charles Rücken, wo die kleine Narbe war, und legte die andere Hand in den Käfig, sodass die Mäuse gar nicht anders konnten, als auf ihr zu sitzen.
„Erik, egal was passiert, du darfst weder mich, noch Charles, noch die Mäuse anfassen, ist das klar?“
Ich fixierte ihn, wie er da hinten auf seinem Stuhl saß, und das Schauspiel musterte.
„Was würde passieren?“, fragte Charles.
Ich seufzte. „Willst du das wissen? Kannst du es dir als Professor nicht zusammenreimen?“
„Er würde sterben.“
„Richtig.“
„Wieso würde ich sterben?“, fragte Erik.
„Charles?“ Ich schloss die Augen, und suchte schon mal den Punkt, an dem ich seine Verletzungen am besten spüren konnte.
„Sie heilt, in dem sie Schmerzen und Verletzungen absorbiert. Und damit sie meine Verletzung nicht bekommt oder behält, werden die Mäuse gebraucht. Maggie ist gewissermaßen ein Leiter für Schmerz. Und indem sie mir die Gesundheit gibt, die die Mäuse haben, und ihnen meine Verletzungen eintrichtert, werde ich gesund. Wenn du sie dabei berührst, nehme ich an, würdest du die neue Maus werden.“
„Aber wie hast du dann die Toden im-“
„Noch ein Wort, und ich benutze dich statt der Mäuse“, fauchte ich Erik an. Er verstummte.
Ich schloss die Augen. „Bereit, Charles?“
„Bereit.“

Also fing ich an.
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