Neighbors from Hell - Part 2

von Jassy7890
GeschichteRomanze / P16
14.09.2018
29.03.2019
23
84418
10
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Hallo :)
hier ist schon das nächste Kapitel. Und es ist schon wieder das letzte vorgeschriebene Kapitel :/
Mein Freund hatte die Woche Urlaub und dann ist auch noch mein Auto kaputt gegangen -.- also hatte ich irgendwie nicht die Zeit zum schreiben. Ich hoffe, dass ich es jetzt am Wochenende einrichten kann und halt im laufe der nächsten Woche, damit am Freitag auf jeden Fall ein Kapitel online geht.

Ich hätte da mal eine Frage an euch ...
Meine Story weicht ja immer mal wieder (mehr oder weniger) vom richtigen Verlauf der Serie ab. Das liegt vor allem daran, dass meine Gruppe ja eher eigenständig unterwegs war. Jetzt sind wir aber in Alexandria und eigentlich wollte ich mich jetzt ein bisschen mehr an der Serie orientieren. Das fällt mir in manchen Punkten leichter als in anderen. Meine Frage wäre also, ob ich mich wirklich mehr an die Serie halten soll, oder weiterhin größtenteils mein Ding machen sollte ...
Die Entscheidung ist nämlich noch nicht so richtig gefallen. Manche Punkte will ich auf jeden Fall drin haben, allerdings muss ich sagen, dass die Serie ab Staffel 6 bzw. 7 ein wenig eingebüßt hat. Hm ...
Also lasst mich gerne wissen, was euch lieber wäre und vielleicht wie ihr euch die Zukunft von NFH so vorgestellt habt. Ich bin offen für Vorschläge :D

So jetzt ist aber gut ...
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel und lasst mir gerne eine Review da.
Liebe Grüße.
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> Jamie <


Am liebsten wäre ich wie ein bockiges Kind nach oben in mein Zimmer gerannt und hätte die Tür hinter mir zugeschlagen. Ich wusste nicht, wann ich das letzte Mal so wütend gewesen war.

Mein Atem ging keuchend und erst nach und nach klärte sich meine Sicht und ich begriff, wo ich mich befand. Ich hatte Daryl nach hinten gedrängt, er stand mit dem Rücken zur Wand und mein Finger bohrte sich noch immer in seine Brust.

Langsam ließ ich die Hand sinken, atmete tief durch und es schien, als würde auch die letzte Anspannung meinen Körper verlassen. Kraftlos sanken meine Arme herab und ich sah zu Boden, weil ich ihn nicht länger ansehen konnte. Dann zwang ich mich dazu einen Schritt zurück zu treten.

Daryl stand einfach nur da und sah mich an. Keiner von uns sagte ein Wort, sein Gesichtsausdruck war nachdenklich. Ich wusste nicht, warum er mich so behandelte, als hätte ich vergessen wie hoch der Preis dafür war, dass wir hier sein konnten. Warum er wütend auf mich war.

„Wenn du das alles nicht willst, weiß ich nicht, was das bedeuten soll.“ Sagte ich leise und traute mich nicht mehr in anzusehen. Ich fürchtete, dass mir sein Gesichtsausdruck verriet, dass er tatsächlich nicht hier sein wollte.

„Jamie ich …“ Daryl räusperte sich, seine Stimme klang fast schon flehend.

„Was ist heute passiert?“ Fragte ich leise.

Daryls Schultern sanken herab, er holte tief Luft und sagte genauso leise wie ich zuvor: „Spencer hat mich daran erinnert, dass ich hier nichts verloren habe.“

Bei diesen Worten zuckte ich zusammen und mein Kopf ruckte nach oben. „Was zum Teufel soll das heißen?“

Daryl schnaubte und stieß sich von der Wand ab, unruhig lief er ein paar Schritte in der Küche auf und ab, ehe er zu mir herumwirbelte. „Wirklich? Das weißt du nicht?“ Wieder ein schnauben. „Hast du dich hier mal umgesehen? Es sieht aus, wie bei den beschissenen Desperate Housewives und ich bin mitten drin.“

„Hör auf damit! Du hast jedes Recht dazu hier zu sein. Vermutlich sogar mehr als andere dort draußen.“ Ich zeigte zur Tür, dann hielt ich kurz inne und sah ihn fragend an. „Woher kennst du denn Desperate Housewives?“

Daryl kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. „Er hat recht.“

„Was? Nein das hat er nicht.“ Ich machte einen Schritt in seine Richtung, doch er wich vor mir zurück. Ein trauriges Lächeln auf den Lippen.

„Eines Tages wird auch dir klar werden, dass das hier einfach nicht meine Welt ist.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging davon. Wie vor den Kopf geschlagen blieb ich zurück. Ich hörte, wie er die Treppe hinaufstieg und als die letzte Stufe knarrte, setzte ich mich in Bewegung.

Diese Unterhaltung war definitiv noch nicht zu Ende.



Ich fand Daryl in seinem Zimmer, seine Schultern waren angespannt und er warf mir einen warnenden Blick zu, doch er forderte mich nicht dazu auf, zu verschwinden. Also trat ich ein und schloss die Tür hinter mir.

„Aber er musste dich daran erinnern.“ Sagte ich und meine Stimme klang erstaunlich ruhig dafür, dass ich innerlich total aufgewühlt war.

„Was?“ Brummte er und zerrte an seiner Jacke. Lautlos landete sie auf dem Fußboden.

„Spencer. Du sagtest, er habe dich daran erinnert, dass du nicht hier her gehörst.“ Daryl verzog den Mund und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.

„Richtig. Für einen kurzen Moment hatte ich das vergessen.“ Er ließ sich auf das Bett sinken und wandte den Blick von mir ab.

„Weil es nicht die Wahrheit ist Daryl.“ Sagte ich mit Nachdruck und kam ein Stück näher, sofort schnellte sein Kopf nach oben und der Blick aus seinen Augen sagte mir, dass er immer noch nicht bereit für meine Nähe war. Also blieb ich erneut stehen.

„In dieser Sache wirst du mich nicht umstimmen können. Ich weiß wo mein Platz ist. Wo er schon mein ganzes Leben lang war.“ Bei diesen Worten brach mein Herz. Ich wusste noch immer nicht alles, was er erlebt hatte, bevor er nach Atlanta gekommen war. Doch jetzt war bestimmt nicht der Moment, um darüber zu reden.

„Wenn du seiner Meinung bist, warum hast du ihn dann geschlagen?“ Meine Stimme zitterte, doch ich versuchte nicht länger, meine Gefühle vor ihm zu verbergen.

Er gab ein verächtliches Geräusch von sich. „Wegen dir.“

Erstaunt riss ich die Augen auf, doch bevor ich etwas darauf erwidern konnte, fragte er: „Was machen wir hier?“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Für mich war die Sache hier eindeutig. Doch für ihn? Vor allem nach dem, was er mir gerade gesagt hatte? Daryl knurrte und als er mich wieder ansah, flackerte Wut in seinem Blick auf, nur um kurz danach so kalt zu werden, dass mir ein Schauer über den Rücken lief.

„Ich bin nicht gut genug für dich. Vielleicht solltest du dir jemand anderen suchen. Jemand der dich auf bescheuerte Partys begleitet.“ Ich wandte kurz den Blick ab und dann pfiff ich darauf, ob er meine Nähe wollte oder nicht und überbrückte endlich den letzten Abstand zwischen uns. Ich stand jetzt so dicht vor ihm, dass er den Kopf in den Nacken legen musste um mich ansehen zu können.

„Ja vielleicht hast du recht.“ Ich zuckte mit der Schulter, bemühte mich darum, cool zu wirken. Das hier war gefährliches Terrain und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Daryl zog eine Augenbraue in die Höhe.

Ich ging etwas in die Hocke, um ihm richtig in die Augen sehen zu können. Sein Blick wurde wachsam, doch er blieb wo er war. „Weißt du, ehrlich gesagt gibt es da jemanden.“ Er verzog den Mund und sein Blick wurde dunkel. Ich musste lächeln. Jetzt oder nie.

„Er ist ziemlich groß.“ Sagte ich so leise, als wollte ich ihm ein Geheimnis verraten. Langsam strich ich mit meinen Fingern von seiner Hüfte aufwärts zu seinen Schultern. „Und ziemlich breit. Sogar so breit, dass ich mich hinter ihm verstecken könnte.“ Sein Atem stockte, als ich mit meinen Fingern seine nackten Arme hinunter fuhr.

„Oh und ziemlich stark. Er kann mich hochheben, so als wäre ich nicht schwerer als ein Sack voll Federn.“ An seinen Unterarmen hielt ich inne und strich über seine Haut. Ich spürte wie seine Muskeln zuckten und musste mir auf die Unterlippe beißen. Dann schob ich seine Arme zur Seite.

„Jamie.“ Hauchte er verzweifelt, als ich auf seinen Schoß kletterte. Nun saß ich rittlings auf ihm, unsere Gesichter nur Zentimeter voneinander entfernt.

„Er kann ein ganz schöner Dickkopf sein. Und so unglaublich starrsinnig.“ Ich verdrehte lächelnd die Augen, als er den Mund öffnete um etwas zu sagen.

„Und obwohl er ein Mann ist, kann er mir mit seiner Haarlänge fast Konkurrenz machen.“ Ich strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht und er schnappte nach Luft. Dann legte ich meine Finger auf seine Wangen, sein Bart kitzelte unter meiner Haut.

„Was wir hier machen?“ Ich küsste seine Nasenspitze, dann lehnte ich mich nur soweit zurück, dass wir uns in die Augen sehen konnten. „Wenn du es zulässt, bin ich deine Freundin.“ Flüsterte ich und seine Augen weiteten sich. „Doch bevor ich das sein kann, muss dir eine Sache klar sein: Du bist so viel besser, als du von dir selbst denkst. Du bist ein guter Mensch Daryl. Ein guter Mann. Ich wünschte, du würdest das sehen, was ich sehe.“ Ich legte meine Hand auf sein Herz. „Einen ehrlichen, mutigen, loyalen, tiefgründigen Mann der noch dazu wahnsinnig Sexy ist und verrückte Dinge mit meinem Herzen anstellt. Also zieh dich nicht zurück. Ich will alles von dir. Alles, was du zu geben bereit bist.“ Mit einem Finger fuhr ich über seine Unterlippe. Ganz leicht lächelte er. Dann legte er seine Hände an meine Hüften und zog mich ein Stück näher. Ich musste schlucken, als ich ihn spürte.

„Gott, du machst es einem verdammt schwer.“ Brummte er – und dann küsste er mich. Dieser Kuss war sanft und zärtlich und durchzuckte mich wie ein Blitz. Seine Finger gruben sich in meine Hüften, meine spielten mit seinen Haaren. Als ich sie über seine Brust wandern ließ, stöhnte er und ich grinste an seinen Lippen. Als wir uns voneinander lösten, ging unser beider Atem schwer.

„Es sollte nicht schwer sein.“ Murmelte ich. Daryl schluckte, dann umfasste er mein Kinn und hob meinen Kopf ein Stück an.

„Du machst es mir schwer, dir nicht mit Haut und Haaren zu verfallen.“ Seine Stimme war so leise wie ein Windhauch, aber dennoch tief und rauchig und bescherte mir eine Gänsehaut.

Plötzlich packte er mich fester und ich quiekte erschrocken auf, als er aufstand und sich umdrehte. Sanft legte er mich auf sein Bett, nicht eine Sekunde ließen wir einander los und so landete er auf mir.

Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sah mir tief in die Augen.

„Ehrlich gesagt, bist du schon ziemlich lange mein Mädchen.“

Ich zog eine Augenbraue in die Höhe und lächelte. „Dein Mädchen?“ Fragte ich und er erschauderte in meinen Armen.

Mit geschlossenen Augen murmelte er: „Gott, sag das nochmal.“ Ich gluckste leise.

„Was? Dass ich dein Mädchen bin Daryl Dixon?“ Er knurrte bevor er mich endlich wieder küsste.



Als ich das erste Mal aufwachte, war das Schlafzimmer in bläuliches Licht getaucht. Daryls Arm lag auf meinem Bauch und als hätte er gespürt, dass ich wach war, zog er mich enger an sich.

„Hey.“ Murmelte er in mein Haar.

„Hey.“ Gab ich grinsend zurück und drehte mich so, dass ich ihn ansehen konnte. Seine Haare waren verwuschelt, doch er lächelte leicht, ehe er mir einen kurzen Kuss gab.

„Es gibt da noch etwas, das ich dir erzählen muss.“ Sagte er und seine ernste Stimme ließ mich aufhorchen. „Gestern Abend habe ich Aaron getroffen, er hat mich gebeten ihn auf seinen Touren zu begleiten.“ Schlagartig war auch die restliche Müdigkeit aus meinem Körper gewichen.

„Oh.“ Sagte ich nur, weil ich einen Moment brauchte, um diese Neuigkeit sacken zu lassen. Daryl sah mir aufmerksam ins Gesicht, sagte aber nichts. Nach ein paar Minuten des Schweigens fragte ich: „Was hast du zu ihm gesagt?“

„Ehrlich gesagt bin ich um die Antwort herumgekommen, weil Eric aufgetaucht ist.“ Fragend runzelte ich die Stirn.

„Also bist du ihm die Antwort noch schuldig?“ Er nickte. „Und was hältst du von seinem Vorschlag?“

Daryl spielte mit einer meiner Haarsträhnen. „Anfangs habe ich ihn für verrückt gehalten.“

„Aber jetzt nicht mehr.“ Sagte ich. Er schüttelte den Kopf, dann seufzte er.

„Du findest es nicht gut, dass Mitch mit den anderen loszieht.“ Er richtete sich ein Stück auf, ließ mich aber nicht los. „Wie sieht es aus, wenn ich da rausgehe?“

Ich biss mir auf die Zunge um nicht das erste zu sagen, was mir durch den Kopf ging. Denn das wäre selbstsüchtig gewesen. „Ich werde mir Sorgen um dich machen.“ Sagte ich ehrlich, Daryl gab ein leises brummen von sich.

„Was ist?“ Fragte ich und setzte mich nun richtig hin.

„Ist schon lange her, dass sich jemand sorgen um mich gemacht hat.“ Sagte er leise. Als ich ihm eine Hand an die Wange legte, drehte er den Kopf in meine Richtung.

„Du würdest ihn gern begleiten.“ Stellte ich fest. Ein Muskel an seinem Kiefer zuckte, als er die Zähne zusammenbiss. Nach ein paar Herzschlägen nickte er langsam.

„Wirst du mich davon abhalten?“ Bei dieser Frage stockte mir der Atem.

„Ich will ehrlich sein Daryl, am liebsten wäre es mir, wenn du hier bei mir bleiben würdest. Aber du kennst dich dort draußen aus. Du weißt, was zu tun ist.“ Als er lächelte, hielt ich inne und zog eine Augenbraue in die Höhe, doch er sagte nichts dazu, wartete ab, dass ich fortfuhr. „Wenn du das machen möchtest, werde ich mich dir nicht in den Weg stellen. Vorausgesetzt, du kommst zurück zu mir.“ Als Mitch mir erzählt hatte, dass er auf die Besorgungstour fahren würde, hätte ich fast die Nerven verloren. Doch mittlerweile verstand ich, warum er das tun wollte. Und auch wenn ich die Vorstellung hasste, Daryl nicht mehr um mich zu haben, so verstand ich auch ihn.

„Ich komme immer zurück zu dir.“ Sagte er und zog mich an sich, um meine Lippen mit seinen zu versiegeln.

„Wie lange werdet ihr unterwegs sein?“ Fragte ich nach einer Weile.

„Ich weiß nicht, Aaron hat mich bis jetzt nur gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ihn zu begleiten.“



***




Mitch schlug die Autotür des Transporters zu und drehte sich zu mir um.

„Bitte sei vorsichtig.“ Sagte ich, als er mich in seine Arme zog.

„Das weißt du doch.“ Er hielt mich an den Schultern fest und sah mir ins Gesicht. „Heute Abend sind wir wieder zurück. Glenn und Tara waren auch lange da draußen. Sie kennen sich aus.“ Ich sah nach rechts und Tara winkte mir zu. Glenn sah ich nicht, vermutlich verabschiedete er sich von Maggie. Aiden war mir um einiges sympathischer als Spencer und er war so nett gewesen, den Streit von gestern nicht zu erwähnen.

Mitch hingegen hatte wohl mit Daryl gesprochen, die beiden waren nach dem Frühstück für eine Stunde verschwunden. Mir war das ganz lieb, denn ich wusste immer noch nicht, was Daryl letztendlich dazu gebracht hatte, Spencer die Nase zu brechen. Denn ja, so viel hatte ich mittlerweile erfahren, seine Nase war tatsächlich gebrochen.

Daryl blieb weiterhin bei seiner kryptischen Antwort, dass sie sich wegen mir geprügelt hatten. Irgendwann hatte ich aufgehört nachzufragen. Gestern Nacht hatte er sich mir auf eine Weise geöffnet, die bisher noch nicht da gewesen war. Und ich hoffte, dass jetzt wo wir alles zwischen uns geklärt hatten, mehr solcher Momente folgen würden.

„Daryl muss irgendwas richtigmachen.“ Mitch grinste. „Mir hast du fast den Kopf abgerissen, als ich dir erzählt habe, dass ich die Anderen begleiten werde. Daryl hingegen bekommt noch ein Küsschen, bevor er zu Aaron geht.“ Er schüttelte den Kopf und ich schlug ihm lachend auf die Schulter.

„Hör auf damit. Ich habe mich bei dir entschuldigt. Und nur, weil ich es mittlerweile verstehen kann, heißt das trotzdem nicht, dass ich eure Entscheidungen gut finde.“

„Ich mache nur Spaß.“ Er zog mich wieder an sich. Wir wurden unterbrochen, als jemand gegen den hellen Transporter klopfte. Als ich den Kopf hob, stellte ich fest, dass Daryl mittlerweile auch da war. Er stand in einiger Entfernung und beobachtete Mitch und mich.

„Wir müssen los.“ Nicholas schob sich an Mitch vorbei. Seine dunklen Locken standen ihm wirr vom Kopf ab. Mitch verzog den Mund.

„Irgendwie gefällt mir der Kerl nicht.“ Flüsterte er mir zu.

„Pass auf dich auf.“ Sagte ich und trat einen Schritt zurück. Mitch nickte noch einmal, dann stieg er ins Auto.

„Er kommt zurück.“ Sagte Jill, als ich neben sie trat. Sie und Mitch hatten sich bereits voneinander verabschiedet.

„Ich weiß.“ Seufzte ich. Dann wurde der Motor gestartet. „Wer ist das?“ Ich deutete auf das Seitenfenster, ein Junge sah zu uns hinüber.

„Sein Name ist Noah.“ Jill winkte und sah mich dann wieder an. Bei meinem Gesichtsausdruck musste sie lachen. „Ich weiß, er sieht unglaublich jung aus. Aber sie sagen, er weiß was er tut.“

„Na dann.“ Brummte ich und betete zu Gott, dass alle in diesem Auto wieder zurückkommen würden. Der Wagen musste kurz anhalten, als das große Tor geöffnet wurde. Sobald es offen war und die Reifen über den asphaltierten Boden rollten, setzte so plötzlich laute schrille Musik ein, dass ich erschrocken zusammen zuckte. Mein Blick ruckte zu Jill. Auch sie hatte die Augen weit aufgerissen.

„Das tun sie, damit sie draußen die Beißer ablenken können.“ Ich hatte gar nicht mitbekommen, wie Deanna sich uns genährt hatte. Ich nickte.

Jill murmelte: „Mitch wird das hassen.“

Grinsend nickte ich ihr zu. Mitch würde das auf jeden Fall hassen. Techno und House hatte er noch nie gemocht. Deanna hatte sich bereits wieder von uns abgewandt um mit jemand anderem zu sprechen. Als ich meinen Blick umher schweifen ließ, entdeckte ich Daryl, der ein paar Meter entfernt stand.

Ich drückte Jills Schulter als ich an ihr vorbeiging.

Daryl begrüßte mich mit einem knappen nicken, als ich bei ihm ankam.

„Das wird dir nicht gefallen.“ Sagte er nach einer Weile.

„Was meinst du?“ Ich musste mir eine Hand über die Augen legen, weil die Sonne so sehr blendete, dass ich ihn kaum sehen konnte.

Daryl trat von einem Fuß auf den anderen. „Aaron will bereits heute Nachmittag los. Er hat ein paar Tage eingeplant, aber es kann auch sein, dass wir länger unterwegs sind. Je nach dem.“ Er zuckte mit der Schulter und warf mir einen fast schon unsicheren Blick zu.

„Du hast recht, das gefällt mir nicht.“ Sagte ich und fuhr mir mit der Hand übers Gesicht. Dann sah ich mich kurz in Alexandria um. Auf den Straßen war einiges los. Spencer war mir heute Morgen kurz begegnet, doch als er mich gesehen hatte, war er so schnell umgekehrt, dass man meinen könnte, er wäre vor mir geflüchtet.

Als ich Daryl wieder ansah, hatte er die Stirn gerunzelt. „Dann bleiben uns noch ein paar Stunden richtig?“ Langsam nickte er. Ich grinste. „Soweit ich weiß, haben wir das Haus für uns allein.“ Er verstand sofort, was ich damit meinte und sein Blick verdunkelte sich.

Dann nahm er meine Hand in seine und mein Herz setzte kurz aus. Ohne ein Wort zu sagen, zog er mich mit sich. Oh ja, gestern Nacht hatten wir einen großen Schritt gemacht.
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