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❤ Blue Heart ❤ - (Connor x Reader)

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Hank Anderson RK800-51-59 Connor
08.09.2018
18.10.2018
4
11.160
3
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13.09.2018 2.924
 
(Y/N) = setzte deinen Namen ein
(L/N) = setzte deinen Nachnamen ein


•۰•♡•۰•


Am nächsten Morgen taten dir ein paar Muskeln mehr weh nachdem du dich müde im Bett aufgesetzt hattest und verschlafen ins Morgenlicht sahst. Dein Gehirn brauchte einen Moment um dich daran zu erinnern, dass du nicht zuhause warst.
„Achja.“
Vor dich hin murmelnd schlurftest du zum Bad nur um in den Spiegel zu schauen und ob deines Anblicks leise zu seufzen. Wie immer taten deine Haare alles, nur nicht das, was du von ihnen wolltest. Wenig später lagst du in deiner Wohnküche auf dem Sofa, betrachtetest die Zimmerdecke und kautest auf den Resten des kalten Essens von gestern – besser als nichts. Die Wohnung in der du dich befandest bestand nur aus zwei Zimmern und einem Bad. Wohnzimmer und Küche waren kombiniert auch wenn man die zwei Kochplatten und den Miniofen kaum als Küche bezeichnen konnte. Der Blick aus dem Fenster konnte mit einem einzigen Wort beschrieben werden. Grau.
Das Fenster zeigte nämlich auf die Hauswand des Nachbargebäudes. Insgeheim warst du einfach nur dankbar, dass auf der anderen Seite eine Wand und kein Fenster war, ansonsten hättest du dich vermutlich sehr beobachtet gefühlt. Ein Blick auf dein Handy zeigte, dass du keinen Empfang hattest und dir wurden lauter fremde Netzwerke angezeigt mit denen du dich nicht verbinden konntest. Wenigstens wusstest du so schon einmal die Uhrzeit – falls die noch stimmte. Irgendwann würde deinem Handy der Akku ausgehen. Das war aber nur eines der Dinge über die du dir Gedanken machen musstest. Ein paar Minuten später klingelte es und als du die Tür öffnetest sahst du dich erneut dem Androiden vom Vortag gegenüber.
„Ich bin hier um sie abzuholen.“
„Einen Moment.“
Du warfst dir schnell deinen Mantel über, bevor du aus der Tür tratest und sie hinter dir ins Schloss fiel. Ein Vorteil dieser Türen war, dass man keinen Schlüssel hatte der verloren gehen konnte. Obwohl deine Wohnung an sich nicht besonders nach hightech aussah, verwendete auch dieser Apartementkomplex ein neues Sicherheitssystem, bei dem die Türen entweder durch einen Scanner oder durch einen manuell eingebbaren Code geöffnet werden konnten. Zusätzlich war der Scanner mit einer Kamera verknüpft die in der Lage war Individuen zu erkennen. Somit war es möglich bestimmten Personen den Zugang zu erlauben, beziehungsweise ihn für fremde Personen zu sperren, obwohl diese den Code wussten. Insgeheim wundertest du dich ob du dir deinen Code jemals würdest merken können, insofern würdest du fürs Erste den Scanner nutzen müssen. Auch, wenn du das ein wenig gruselig fandest.
Im Auto wartete bereits Leutnant Anderson. Allerdings dieses Mal auf dem Rücksitz. Du stiegst neben ihm ein und Connor setzte sich ans Steuer.
„Guten Morgen.“, gabst du grüßend von dir, dann schnalltest du dich an.
„Guten Morgen am Arsch.“, kam es leicht verwaschen zurück.
„Alles in Ordnung mit ihm?“, fragtest du Connor während du den betrunkenen Mann leicht besorgt betrachtetest.
„Der Leutnant hatte einen „kleinen Morgentrunk“, wie er es nennt.“
„Ich bezweifle irgendwie, dass das seiner Arbeit so zuträglich ist, außerdem dachte ich Trinken sei im Dienst verboten.“
„Ich tringge wann ich will!“, sagte Hank etwas lauter als nötig.
„Ich stimme ihnen da zu, allerdings ist es mir unmöglich ihn davon abzuhalten.“
Connor warf einen Blick in den Rückspiegel und dir zu. Du kamst nicht umhin zu bemerken, wie die kreisförmige LED an seiner rechten Schläfe kurz gelb aufleuchtete, bevor sie zu ihrem normalen, hellen Blau zurück kehrte.
„Interessant“, dachtest du, während du aus dem Fenster sahst und versuchtest Hanks Beschwerden über Connors Fahrstil auszublenden.
Als ihr endlich das DPD erreicht hattet, hatte sich Lt. Anderson soweit ausgenüchtert, dass er zumindest gerade laufen konnte und nur noch halb so viel fluchte wie zuvor. Auch dieses Mal konntest du ein Staunen nicht unterdrücken, als ihr das hell erleuchtete Gebäude betratet. Ohne Zwischenstopp ging es dieses Mal direkt zu Hanks Vorgesetztem. Während du etwas unsicher das Büro durch die Glastür betratest blieben die beiden anderen draußen.
„(Y/N)(L/N) bitte setzen sie sich doch.“, erhob sich der Mann hinter dem Schreibtisch und deutete auf den Stuhl davor.
„Ich bin Captain Jeffrey Fowler, angenehm.“
„Angenehm“, nach kurzem Händedruck setztest du dich und sahst ihn erwartend an.
Irgendwie erstaunlich, dass dieser Mann vermutlich gerade über deine Zukunft entscheiden würde. Dein Gegenüber war mittleren Alters, er sah relativ kräftig aus und war glatzköpfig. Ihn umgaben nicht nur eine Aura der Autorität sondern auch ein Hauch schlechter Laune, der vermutlich mit der Menge an Arbeit zu tun hatte, die sich teilweise auf seinem Schreibtisch auftürmte.
„Nun, ich war nicht minder überrascht als Hank gestern mit Ihrem Ausweis hier bei uns auftauchte. Außerdem haben wir keine Personalakten über sie und sonst praktisch auch keine Informationen.“
Er warf einen Blick auf den Bildschirm seines Pc's und tat etwas, dass du nicht sehen konntest. Dann runzelte er die Stirn.
„Die einzigen Informationen über sie stammen von vor zwanzig Jahren. Nach einer Betriebsfeier wurden sie als Vermisst gemeldet und nie wieder gesehen. Können sie mir das erklären?“, fragte der Captain mit einem Blick, der sehr gut zu einem Schuldirektor gepasst hätte, der einen Schüler beim Schwänzen des Unterrichts, oder schlimmerem ertappt hatte. Obwohl du wusstest, dass du nichts falsch gemacht hattest wurde dir trotzdem unangenehm warm.
„Tut mir leid, ich habe wirklich absolut keine Ahnung.“, verlegen fuhrst du dir durch deine Haare.
„Ich war nach der Feier auf dem Weg nach Hause als es anfing zu regnen, ich rannte um eine Ecke und dabei direkt in Connor hinein. Da habe ich Leutnant Anderson und Connor auch das erste Mal getroffen.“
Dein Gegenüber seufzte, stützte die Ellenbogen auf seinen Tisch und legte die Hände aneinander dich dabei sehr genau musternd.
„Was soll ich jetzt wohl mir ihnen machen?“
Du warst dir ziemlich sicher, dass dies zumindest teilweise eine rhetorische Frage war, antwortetest aber trotzdem.
„Keine Ahnung, ich könnte vielleicht die hiesige Polizei unterstützen, immerhin muss ich ja mit irgendetwas mein Geld verdienen und ich habe nun einmal diesen Beruf gelernt und keinen anderen.“
Schulterzuckend wartetest du auf eine Antwort auch wenn du keine Ahnung hattest was dich erwarten würde. Mit einem Seufzen setzte sich Fowler wieder normal hin.
„Was das angeht würde ich mich freuen sie in unserem Team willkommen zu heißen. Ihre zeugnisse von vor zwanzig Jahren zumindest sind ausgezeichnet und wir sind leider etwas...unterbesetzt.“
Bei diesen Worten legte sich ein erleichtertes Lächeln auf deine Lippen.
„Allerdings erst einmal in der Funktion als Berater. Sie bekommen keine Waffe und so ziemlich jeder hier steht über ihnen, Ist das klar?“
Wieder folgte ein sehr eindrücklicher Blick auf den du zur Antwort nur nicktest. Dann griff Fowler nach etwas und schob es über den Tisch in deine Richtung.
„Das ist ein neuer Ausweis. Passen sie gut darauf auf, es war nicht leicht einen zu bekommen. Ich hoffe sie wissen, dass sie mir etwas schuldig sind.“
Wieder ein Nicken deinerseits.
„Und was soll ich so tun als Berater?“
„Ganz einfach.“
Fowler warf einen Blick durch seine Glastür in Richtung von Hank und Connor von denen ersterer scheinbar in eine Auseinandersetzung mit einem Kollegen geraten war. Ihre Stimmen hörte man sogar durch das Glas, wenn auch gedämpft.
„Hank wird sie im Auge behalten, damit sie keinen Mist bauen. Wie weit sie bei seinen Ermittlungen helfen können bleibt ihm überlassen.“
Du hattest den Blick von der Szene außerhalb noch nicht abwenden können und runzeltest die Stirn.
„Wenn ich mir das so ansehe werde wohl eher ich ein Auge auf ihn haben müssen.“, dachtest du laut, während Connor und ein paar Kollegen versuchten Hank und den Anderen davon abzuhalten sich anzugreifen. Fowler seufzte erneut und dir wurde langsam bewusst, dass Hank scheinbar noch weniger Vorzeigepolizist war als vermutet.
„Das kann ich nicht ganz abstreiten. Aber achten sie darauf wo ihr Platz ist.“, ermahnte er dich noch einmal, bevor du mit deinem neuen Ausweis das Büro verlassen durftest.
Hinter dir stand der Captain und warf Hank und dem Grüppchen, dass sich um ihn gebildet, hatte böse Blicke zu.
„Schluss jetzt ihr zwei! Oder muss ich erst wieder Konsequenzen ziehen?!“
Und damit verschwand er wieder in seinem Büro wie ein Bär, der aus seiner Höhle getreten war, gebrüllt hatte und sich nun wieder seinen eigenen Geschäften widmete.
„Alles in Ordnung?“
„Lt. Anderson hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit.“, versuchte Connor zu erklären, während du dem eindeutig wütenden, inzwischen Vorgesetzten, einen Blick hinterher warfst.
„Kommt ihr oder wollt ihr Wurzeln schlagen? Wir haben einen neuen Fall.“, grummelte er und steuerte missmutig auf den Ausgang zu.
„Willkommen im Team.“
Der Android schenkte dir die Andeutung eines Lächelns, während ihr euch auf den Weg machtet Hank zu folgen. „Und wehe du nennst mich Leutnant Anderson.“, rief eben jener ohne sich zu dir umzudrehen.
Du notiertest dir dies im Geiste.
„Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mir so schnell nicht langweilig werden wird.“
Auf diesen Kommentar reagierte Connor nur mit einem fragenden Blick, bevor er Hank davon abhielt sich ans Steuer zu setzen. Immerhin war der Leutnant noch nicht voll wieder nüchtern.
„Darf man fragen was das eben für eine „kleine Meinungsverschiedenheit“ war?“, erkundigtest du dich.
„Gavin. Du wirst ihn früh genug kennen lernen. Er ist ein Arsch. Kein schlechter Cop, aber ein Arsch.“
Das war alles an Informationen, die du über den Vorfall bekamst und du hattest beschlossen es dabei bewenden zu lassen. Solange bis man dir von allein mehr erzählte.
„Ich bin jetzt also offiziell Berater, was genau soll ich tun?“
„Tu einfach was man dir sagt. Sollte kein schlechter Anfang sein.“, grummelte Hank.
„Wir sind da.“, merkte Connor an und stellte den Wagen vor einem leicht herunter gekommenen Gebäude ab, bei dem es schon vor Polizisten wimmelte, die alles abgesperrt hatten.
Bei diesem Anblick spürtest du wie langsam wieder diese Aufgeregtheit bei dir einsetzte. Nicht im negativen Sinne, sondern im positiven. Das war es wofür du ausgebildet wurdest. Mörder zu jagen, Verbrechen zu lösen.  Du konntest nicht anders als dir selbst zuzugeben, dass es dir gefiel was du tatest, du mochtest die gewisse Anspannung in der Luft, wenn man zum ersten Mal den Tatort betrat und das Adrenalin. Du warst auf der Jagd und das gefiel dir an deinem Job. Was dir dieses Mal weniger gefiel war die Tatsache, dass du dich zurück halten musstest, außerdem, dass du mit einigen technischen Errungenschaften konfrontiert wurdest, mit denen du kaum etwas anfangen konntest. Zum Beispiel mit Androiden. Wie funktionierten sie? Wie reagierten sie auf Dinge? Warum taten sie die Dinge die sie taten? Und konnten sie wirklich nichts fühlen oder allzu eigenständig denken?
Vor der weit offen stehenden Tür drehte sich Hank noch einmal um,
„Kein Wort von dir, nichts anfassen und mir auf keinen Fall in meinem Weg rumstehen, verstanden?“, meinte er mit einem Finger auf den Androiden deutend und sichtlich mit immer noch schlechter Laune. Dann warf er einen Blick zu dir.
„Dasselbe gilt für dich. Es sei denn du hast etwas Wichtiges anzumerken. Wir wollen doch mal rausfinden wie gut du für diese Arbeit geeignet bist.“
Und damit drehte er sich um in Richtung Tür.
„Hi, Hank, ich dachte schon du tauchst gar nicht mehr auf.“, begrüßte ihn ein fülliger Mann, der ein wenig fehl am Platz aussah.
„Und dann noch in Gesellschaft.“
Er wirkte erstaunt als er erst dich ansah und dann an Hank vorbei spähte um Connor zu mustern, der etwas hinter dem Leutnant stand.
„Oh, wie ich sehe hast du dir endlich einen Androiden zugelegt?“
„Sehr witzig, was ist passiert?“, ging Anderson einfach an dem Mann vorbei ins Haus.
Connor und du folgten auf dem Fuß.
„Nichts Besonderes. Der Vermieter hatte festgestellt, dass der Bewohner seit Monaten nichts mehr hat von sich hören lassen und auch seine Miete nicht mehr zahlte. Also hat er beschlossen mal vorbei zu schauen. Und dabei hat er dann die Leiche entdeckt.“
„Shit.“, fluchte Hank, als ihr das erste Zimmer betraten und der extrem starke Geruch von Verwesung euch entgegen schlug.
Auch du konntest dir ein Fluchen nicht verkneifen. Der Geruch war so schlimm, dass du im ersten Augenblick dachtest dich übergeben zu müssen. Die wenigstens Ermordeten deren Fall du bisher zugeteilt wurdest waren so schlimm verwest wie dieser hier.
„Oh, der Geruch war schlimmer bevor wir die Fenster geöffnet haben.“, merkte der dickliche Mann an ohne besonders davon beeindruckt zu sein, während du immer noch versuchtest den Brechreiz zu unterdrücken und nur durch den Mund zu atmen.
„Gott. Kotz bitte draußen wenn du dich übergeben musst!“, meinte Hank in deine Richtung bevor er sich wieder der Leiche zuwandte.
„Sein Name ist Carlos Ortiz. Man hat ihn erst so spät gefunden, weil er wohl eher ein Einzelgänger war und keinen Umgang mit seinen Nachbarn pflegte.“
Du nahmst die Hand von Nase und Mund, einen ersten Blick auf die Leiche werfend. Der Tote war aufgedunsen aber vermutlich auch zuvor nicht besonders dünn gewesen. Er lag halb an eine Wand gelehnt, wirkte nicht besonders gepflegt und selbst von da wo du standest konntest du mehrere Stichwunden erkennen. Absolut auffällig an der Szene war das, was über der Leiche in großen, roten Lettern an die Wand geschmiert war.
„Ich lebe.“, dachtest du mal wieder laut, bereutest kurz danach aber wieder geatmet zu haben.
Hank ignorierte dich einfach, der Android warf dir einen undeutbaren Blick zu und trat dann an dir vorbei näher an die Leiche heran. Das war einer der Momente in denen du dir wünschtest nicht atmen zu müssen. Oder so etwas wie den Geruchssinn einfach ausschalten zu können.
„Er liegt wohl schon ungefähr drei Wochen hier. Wir werden mehr erfahren sobald der Gerichtsmediziner auftaucht.“
Hank nickte nachdenklich während er alle Informationen in sich aufgenommen hatte. Dann kniete er neben der Leiche nieder um sie sich näher anzusehen. Auch du tratest langsam etwas näher heran.
„Das Messer da drüber ist wohl die Tatwaffe?“, fragtest du.
Du hattest es nach dem Hereinkommen erspäht, kein Wunder, denn jeder Beweis war sorgfältig mit kleinen Nummern und Schildchen versehen und man musste aufpassen wo man hin trat.
„Scheint so.“, gab der dickliche Mann von sich.
„Zeichen eines Einbruchs?“, fragte Hank während er die Stichwunden ansah, scheinbar völlig ungerührt von dem furchtbaren Gestank. Hatte der Mann überhaupt einen Geruchssinn?
„Nein, laut Vermieter war die Tür abgeschlossen und die Fenster waren verrammelt als er hier eintraf. Vermutlich hat der Mörder das Haus über die Hintertür verlassen.“
„Und für so etwas hat man mich hier her beordert?“, grummelte Leutnant Anderson in seinen Bart, bevor er sich wieder erhob und im Rest des Raumes umsah.
„Was wissen wir über seinen Android?“
Android? Du wundertest dich, dann runzeltest du die Stirn. Es schien schon so als hätte fast jeder in der Stadt einen Androiden. Zumindest hattest du bereits eine Menge davon in den Straßen gesehen. Aber dann fragtest du dich wie er darauf kam, dass der Tote in so einer herunter gekommenen Bruchbuden einen Androiden gehabt hatte. Während du noch überlegtest fiel dein Blick wieder auf den Schriftzug über der Leiche. Du warst so in Gedanken, dass dir erst nach mehrmaligem Lesen etwas daran auffiel. Die Buchstaben waren unglaublich präzise gemalt. Schon eher wie gedruckt, was allerdings nicht sein konnte. So akkurat könnte kein Mensch malen oder schreiben, zumindest nicht ohne wenigstens eine Schablone zu haben. Könnte es also wirklich sein? Und wäre dann der Android der Täter? Eigentlich gingst du davon aus, dass die Androiden blind Befehlen folgten und, dass es in ihrer Programmierung lag, dass sie den Menschen kein Haar krümmen durften. Deine Miene verfinsterte sich bei dem Gedanken, dass dich eventuell mal ein Roboter angreifen würde. Ob du da wohl eine Chance hättest? Zumindest dieser tote Mann hatte keine gehabt.
„Die Nachbarn haben bestätigt, dass er einen besaß. Allerdings war hier kein Android als wir eingetroffen sind...und ich geh jetzt etwas frische Luft schnappen. Ihr findet mich draußen, falls was sein sollte.“
Und damit verschwand er aus dem Raum.
Aus dem Augenwinkel nahmst du eine Bewegung wahr. Scheinbar beschäftigte sich auch Connor mit dem Tatort. Er war neben dem Messer in die Knie gegangen und du sahst gerade noch, wie er das Blut auf der Klinge mit zwei Fingern berührte und diese dann zum Mund führte.
Du verzogst das Gesicht bei der Vorstellung, dass er sich gerade drei Wochen altes Blut in den Mund steckte.
„Was zur Hölle Connor!“, wurde Hank laut, der das scheinbar auch gesehen hatte.
„Was verdammt nochmal tust du da?“
Connor, völlig ungerührt davon von Hank angefahren worden zu sein, erhob sich.
„Ich analysiere das Blut.“, erwiderte er völlig ruhig.
„Ich kann Proben in Echtzeit analysieren.“, fügte er dann noch erklärend hinzu.
„Tut mir leid, ich hätte sie warnen sollen.“, meinte er endlich auch mit einem Blick auf dich.
Hank wirkte kurz sichtlich verstört.
„schon...gut. Nur verzichte bitte in Zukunft darauf noch mehr Beweise in den Mund zu nehmen.“
„Verstanden.“, gab Connor von sich und starrte dann wie fasziniert auf die Finger die er im Blut gehabt hatte.
Was zur Hölle war nur mit diesem Androiden los? Irgendwie hattest du gedacht die Technik wäre so weit, dass er einfach alles scannen würde ohne etwas zu berühren. Aber so etwas war dann doch mehr als überraschend. Und dezent ekelhaft. Auch wenn du den faszinierenden Part nicht leugnen konntest. Trotzdem wurde dir wieder flau im Magen.
„Heilige Scheiße ich glaubs einfach nicht.“, fluchte Anderson im Hintergrund.
Langsam fragte sich ein Teil deines Gehirnes, ob du nicht vielleicht doch einfach durchgeknallt warst. Anders konntest du dir nicht erklären, dass du mit einem den Tatort probierenden, menschlich aussehenden Androiden und einem fluchenden, Alkoholiker von Polizist zusammen arbeiten würdest.
„Schätze es stimmt wirklich, dass man sich in diesem Job seine Partner nicht aussuchen kann.“
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