Clean

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
08.09.2018
06.12.2018
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Jungkook

„Lass uns doch ein bisschen über deine Schulzeit quatschen“ sagte Tuan in unserer Einzeltherapie.

„Was wollen Sie denn wissen?“

„Für dich scheint dieses Thema ziemlich unangenehm zu sein, warum?“

„Ehrlich gesagt finde ich dieses Thema langweilig. Ich bin zur Schule gegangen und habe sie abgebrochen“

„Du warst ein außerordentlich guter Schüler“

„Ach ja?“

„Ich habe ein paar Aufzeichnungen von deiner Schule bekommen“ sagte er und das überraschte mich jetzt.

„Die waren bestimmt sehr spannend“ sagte ich sarkastisch.

„Du hast einen Schreibwettbewerb gewonnen?“

„So mit zwölf“

„Faszinierend“ meinte Tuan und ich musste lachen.

Kookie, du hast unglaublich gute Noten geschrieben und jetzt auf einmal bricht du die Schule ab?“ fragte er und wurde wieder ernster. Meine Augen brannten, weil mir die Tränen kamen. Die Geschichte von Bobby war ziemlich hart für mich. Seine schwarzen Haare, sein Lächeln, seine Grübchen, einfach jede starke Erinnerung brachte mich zum heulen.

„Ich konnte nicht mehr weiter machen!“ sagte ich und konnte heute nicht mehr weiter reden. Nach der Sitzung bekam ich wieder mein Handy.



Seokjin 9:04 Uhr

Ich habe Finn gesehen, ihm geht es gut.



„Hi, geht es dir gut?“ fragte Jin, als ich ihn anrief.

„Seokjin! Du kannst mir doch nicht nur schreiben, dass du ihn gesehen hast! Wo war er? Wie sah er aus?“

„Wie ein Arsch, also wie immer“

„Kannst du bitte einmal ernst bleiben? Wo war er?“

„Mit irgendeiner Tussi unterwegs“ sagte er und ich hielt mein Handy fester.

„War er high?“

„Bestimmt, was erwartet man von Drogenjunkies?“

„Manchmal bist du echt ein Arsch, Seokjin!“ sagte ich und lag auf. Sofort wählte ich die Nummer von Finn und wollte hören was er dazu zu sagen hatte.

„Hey Babe, wie läuft es bei dir?“ fragte er und hörte sich noch müde an.

„Bist du alleine?“

„Was?“

„Liegt eine bescheuerte Tussi neben dir im Bett, weil du vor kurzem deinen Schwanz in ihre Muschi gesteckt hast?“ fragte ich und erklärte es ihm deutlicher.

„Hast du deinen beschissenen Verstand verloren?“

„Finn, ich weiß, dass du mit irgendeiner zusammen warst“

„Ja, ich habe mich nur mit ihr unterhalten“

„Seokjin meinte das anders“

„Dein Bruder kann mich ja auch nicht leiden“

„Ich bekomme hier drinnen einfach nichts mehr mit“

„Ich war danach mit ein paar Freunden feiern, war betrunken und bin dann zu Hause eingepennt“ sagte Finn und ich wünschte, dass ich ihm glauben könnte.

„Es tut mir leid“

„Du musst mir vertrauen“

„Das tue ich“ log ich.

„Ich muss jetzt auflegen“

„Okay“ sagte ich und lag auf. Als ich auf dem Boden saß hatte ich noch ein bisschen Zeit, bis Tuan zurück kam. Bildlich stellte ich mir einen tiefen Zug von einem Joint vor. Hoseok! Er hatte Koks! Aber ich möchte nicht wieder Rückfällig werden. Ich will abschalten. Ich erinnerte mich wieder an Finn. Er musste dieses Weib gevögelt haben. Das sagte mir mein Bauchgefühl, außerdem machte mich diese Vorstellung wütend. Ich hasste es betrogen zu werden, besonders wenn man mich dann noch anlügt.

Als ich in den ersten Stock lief, wurde ich von Wut angetrieben. Wenn Finn böse sein konnte, dann konnte ich das auch. Vor Taehyungs Tür blieb ich stehen und klopfte an. Wollte ich das tatsächlich machen? Auf der Terrasse letztens, habe ich zwischen uns beiden was gefühlt und da war ich bestimmt nicht die Einzige. Er wollte es auch.

„Hey Kookie, fängt etwa die Gruppentherapie schon an?“ fragte Taehyung, als er mir die Tür öffnete.

„Nein, darf ich rein kommen?“

„Klar, ist halt nur ein wenig Chaotisch hier, also nicht wundern“

„Danke“

„Worum geht es denn?“ fragte er mich, als ich in seinem Zimmer direkt vor ihm stand.

„Ich muss einfach nur wissen, was das zwischen uns war draußen auf der Terrasse“ sagte ich und er sah mich nervös an. Ich rückte ein wenig näher, sodass unsere Hüften sich fast berührten. Keine Reaktion. Ich legte meine Hand auf seine Wange und er schluckte. Himmel, er macht alles viel komplizierter, als es eigentlich sollte. Damit alles ins Rollen ging, presste ich meinen Mund auf seine Lippen, woraufhin Taehyung erstarrte. Doch dann zog er mich enger zu dem Kuss und das mächtige Gefühl verstärkte sich. Der Kuss war unglaublich, aber leider drückte er mich weg.

„Ich kann das nicht“ sagte er und ich sah ihn verwirrt an.

„Was? Warum nicht?“

„Ähm….e-es geht einfach nicht“ meinte er und das war jetzt peinlich.

„Oh okay, tut mir leid“

„Kookie, es liegt nicht an dir“

„Stehst du etwa auf Frauen?“

„Nein, so ist das nicht. Ich bin Süchtig“ sagte er und ich riss die Augen auf. Der will mich doch verarschen! Oder?

„Ist das dein Ernst?“

„Ja, so ziemlich jede Droge ist ein Problem für mich und da gehört auch diese Gewisse Sache dazu“ erklärte er und ich konnte eine halb Latte durch seine Jogginghose sehen.

„Scheiße, das tut mir so leid“ sagte ich panisch und nahm seine Hand, aber er riss sie mir wieder weg.

„Kookie, ich bin auf Entzug“

„Also kein Sex?“

„Gerade nicht“

„Darfst du dir wenigstens ein runter holen?“ fragte ich und er musste höllisch lachen.

„Nein, kannst du etwa ein kleines bisschen Heroin nehmen und dann weiterhin clean bleiben?“ fragte er und damit hatte sich die Sache auch geklärt.

„Können wir bitte so einfach tun, als wäre hier das ganze nicht passiert?“

„Ich höre gerade wohl nicht richtig“ sagte ich wütend und war dabei zu gehen.

„Warte! Kookie, ich wollte dich letztens auf der Terrasse küssen, dass wollte ich schon als ich dich das erste Mal gesehen habe“ sagte er und da ging mein Herz auf.

„Aber es geht nicht“ fügte er noch hinzu, aber das enttäuschte mich wieder.

„Ist okay“ sagte ich und ging aus seinem Zimmer raus. Jetzt war ich auf beide wütend. Auf Finn und Taehyung. Hatte ich tatsächlich Gefühle für beide?

„Ich bin froh von den Drogen los gekommen zu sein, trotzdem wird man so leicht wieder Rückfällig“ sagte Taehyung in der Gruppentherapie, als würde er das erwähnen was vor kurzem vorgefallen war.

„Wie kaputt wir doch alle sind“ sagte Yoongi und gab mal wieder einen dummen Kommentar von sich.

„Du bist nicht dran“ sagte Amber.

„Ist das nicht faszinierend? Dass wir über die Muße und das Privileg verfügen, und hier auf unsere Probleme einen zu schleudern. Mit Tränen als Gleitgel“ machte Yoongi weiter.

„Das reicht jetzt!“ sagte Amber.

„Widerlich!“ kam es von Jimin und ehrlich gesagt musste ich mir das Lachen verkneifen. Kommt schon, die Gleitgel Metapher war irgendwie lustig.

„Ich meine….“ wollte Yoongi weiter machen, aber Ambers Blick war zu ernst.

„Schon gut. Schon gut. Ich lass es“ sagte er, aber eigentlich waren seine dummen Bemerkungen das Einzige was mich noch zum lachen brachte. Ich hatte schon genug Gedanken von Finn, Taehyung und Bobby.
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