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Tränen des Ozeans

GeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Boris Saalfeld Christoph Saalfeld OC (Own Character) Tina Kessler Viktor Saalfeld Xenia Saalfeld
08.09.2018
01.12.2018
33
37.961
10
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08.09.2018 1.063
 
Erklärung der Zeit:
MEZ = Mitteleuropäische Zeit → die Uhrzeit in Deutschland
ICT = Indochina Time → die Uhrzeit in Thailand
*die erst genannte Zeit ist bei mir die Thailändische! Bei Kapiteln die keinen Zusammenhang mehr zu Thailand haben steht nur die deutsche Zeit mit dem Kürzel MEZ.

Thailand liegt in der UTC+7. Das bedeutet Thailand ist 7 Stunden weiter als der Nullmeridian, also die Mitte der Erde. Wenn man auf eine Weltkarte guckt ist die Mitte England. Alles links davon hängt hinter her und alles rechts davon ist England voraus. Deutschland ist UTC+1, also eine Stunde weiter als England. Daher sind es im Winter 6 Stunden Zeitunterschied zwischen Deutschland und Thailand. (Als kleiner Funfact am Rande: Bei der noch bestehenden Sommerzeit sind wir nur 5 Stunden mit Thailand auseinander und laufen im Sommer unter UTC+2, sind also mit England 2 Stunden auseinander.). Gut.... ich habe genug über Zeit geredet, jetzt viel Spaß beim Lesen.


Komplette Kurzbeschreibung:
Boris und Tobias haben gerade zueinander gefunden, doch niemand weiß bisher davon. Und dann passierte das, was sich niemand hätte vorstellen können, eine Katastrophe, die das Liebesglück der beiden beenden könnte.
Stellen wir uns vor, wir sind nicht im Jahre 2018, sondern im Jahre 2004. Und stellen wir uns vor, wir sind nicht im Sommer, sondern im Winter. Im Winter 2004. Um genau zu sein umschreiben wir das Ende des Dezembers 2004. Der Heiligabend ist vergangen und auch der erste Weihnachtstag ist rum. Nun haben wir den 26. Dezember.  Den 26. Dezember 2004.
Ein Tag, der für einige Menschen hier auf der Welt alles veränderte. Ein Tag mit einer Katastrophe. Ein Tag, an dem viele Menschen starben und mit Angst und Schrecken leben mussten. Ein Tag, seit dem viele Menschen mit einem Verlust kämpfen mussten.
Wir denken an die schreckliche Tsunami Katastrophe vom 26. Dezember 2004 im indischen Ozean, die besonders Indonesien, Thailand und die umliegenden Küstenregionen und Inseln traf. Eine Katastrophe, bei der mehr als 230 000 Menschen ums Leben gekommen sind.



PROLOG – 23. Dezember 2004 – MEZ: 20:45 Uhr Donnerstag – POV Boris Saalfeld

Ich sah aus dem Fenster. Unter mir lag die kleine Welt. Es leuchteten die Lichter. Es war bereits dunkel. Draußen war es sehr kalt. Morgen war der heilige Abend, Weihachten. Eigentlich ein Fest der Liebe. Ein Fest, welches man mit seiner Familie feiern sollte. Gemütlich mit Glühwein am Weihnachtsbaum sitzen und den Schneeflöckchen draußen zusehen, wie sie durch die Luft tanzten.
Für mich würde es dieses Jahr nichts der gleichen geben. Ich durfte Weihnachten in dem geliebten Thailand meines Vaters verbringen und all seine Hotels abklappern und Promotion betreiben. Super langweilig und viel zu stressig. Und zu allem Überfluss wurde ich dazu auch noch begleitet. Und zwar von niemand Anderem als meiner geliebten Ex-Freundin Vivian Wiesner.
Ich stöhnte. Ich ärgerte mich über mich selber. Wieso gab ich auch immer nach? Warum machte ich das hier? Wieso war ich nicht einfach zu Hause geblieben? Und das ausgerechnet an Weihnachten. Mein Vater aber meinte, wir könnten dort ganz entspannt ein besonderes Weihnachten erleben. Toll, es war heiß, es gab keinen Schnee und keinen Weihnachtsbaum.
Was war das denn für ein Weihnachten? Mal abgesehen davon, dass ich die Person, die ich eigentlich liebte nicht sehen konnte. Und das auch noch für mehrere Wochen. Das mit Tobias und mir war noch so frisch. Bislang wusste keiner von uns, bis auf Tina und Romy. Wir genossen unser frisches Glück sehr, doch jetzt musste ich statt mit ihm mit Vivian in Thailand rumreisen. Alles war besser als das.
Ich vermisste Tobias. Vor allem musste ich etwas gut machen. Er hatte mir gesagt, ich solle selbstbewusster werden. Ich solle meinem Vater sagen, dass ich nicht nach Thailand möchte. Hätte ich mal auf ihn gehört, doch ich hatte es nicht geschafft. Jetzt war Tobias sauer, dass ich so lange weggegangen war, Vivian machte sich neue Hoffnungen mich zurück zu erobern und mein Vater saß zu Hause und hoffte wahrscheinlich direkt, dass wir mit Enkelkindern zurück kamen, übertrieben gesagt. Vivian saß neben mir. Sie hatte die Augen geschlossen und schlief.
Es war komisch neben ihr zu sitzen. Sie war zwar eine nette Frau, doch wenn man wusste, dass sie eigentlich noch etwas von einem wollte und man selbst nicht mal auf das Geschlecht stand, war es doch sehr schwierig.
Wir waren heute um 16:01 Uhr in München losgeflogen, mit dem Norwegian Air Shuttle. Der Zwischenstopp war Oslo und von dort aus ging es direkt nach Krabi in Thailand. Ankommen sollten wir dort um 12:45 Uhr Ortszeit. Das hieß auf deutsch 6:45 Uhr. Ich erinnerte mich an die Worte meines Vaters. „Du wirst nach Thailand fliegen! Keine Wiederworte! Die Tickets sind bereits gebucht!“, hatte er gesagt. Nach dem Gespräch war ich genervt aus dem Büro gegangen.
Ich hatte Tobias gesucht. Schließlich musste ich ihm noch etwas beichten. Gefunden hatte ich ihn dann auf dem Tennisplatz, bei der kaputten Ballmaschine. „Ich werde nach Thailand fliegen...“, hatte ich geflüstert. Er hatte mich schockiert angesehen. „Aber du willst das doch gar nicht!“, meinte er. Ich hatte genickt. „Aber es geht nicht anders! Es ist wichtig!“, antwortete ich.
„Wem ist es wichtig? Dir? Dem Hotel? Oder einzig und allein nur deinem Vater?“, fragte Tobias. Ich sah hinunter. „Letzteres...“, murmelte ich. „Boris, das kannst du nicht mit dir machen lassen!“, hatte er mich aufgefordert. Er legte seine Hand auf meine Schulter.
„Tobias bitte... Akzeptier es einfach. Ich muss beruflich nach Thailand... Mach es nicht noch schlimmer, als es eh schon ist!“, maulte ich. „Gut... viel Spaß dabei!“, maulte er zurück und sah mich böse an. Ich hasste diesen Blick. Sonst strahlte er immer. Er hatte so wunderschöne braune Augen. Dann war er sauer gegangen. Und ich Idiot, was hatte ich gemacht? Ich war heim gegangen und hatte gepackt.
Ich bereute es gerade so sehr. Ich wollte zurück und Tobias um den Hals falls. Ich wollte ihm sagen, dass er Recht hatte und dass ich nicht mit ihm streiten will. Er war schließlich meine große Liebe. Statt schöne Tage mit ihm ging es für mich als aller erstes nach Khao Lak. Das lag an der Westküste Thailands.
Von dort aus würden wir immer weiter Richtung Norden reisen und die Hotels nacheinander abklappern. Am Ende würden wir im größten Hotel der Top Komfort Kette landen, in Bangkok. Von dort ging es dann zurück nach München, dachte ich zu diesem Zeitpunkt jedenfalls noch...
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