Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Show Me Love (SwanQueen)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aurora Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Mulan OC (Own Character) Red / Ruby Lucas
07.09.2018
07.10.2020
22
27.077
12
Alle Kapitel
30 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.10.2020 2.122
 
Hier ist es, das letzte vorgeschriebene Kapitel welches ich im Ärmel hatte.
So regelmäßig wie die letzten Monate waren meine Updates glaube ich noch nie.. Aktuell koste ich die letzten Wochen der Semesterferien aus, bevor es bald wieder los geht * schluchz * ..und ich noch langsamer als sonst mit dem Schreiben vorankommen werde (Schneckentempo ist mein zweiter Künstlername). Deshalb gibt’s jetzt diesen etwas längeren Teil.



"Und?" Marie Margrets erwartungsvoller Blick traf Emma hart wie ein Brecheisen.
Also hatte ihre Mutter doch zugehört, als Emma vor zwei Wochen die anstehenden Klausurenphase beiläufig erwähnte.
..Und die Jugendliche hatte gedacht "Wie läuft es in der Schule?" sei bis jetzt eher eine belanglose Elternfloskel gewesen. Na toll.

Emma wurde schlagartig übel. Vor lauter Frau Mills - Gedankenchaos hatte sie komplett verdrängt, dass ihre Eltern natürlich irgendwann von den miesen Ergebnissen in Deutsch erfahren würden, ..dass Emma ihnen beichten müsste, wie schlecht sie momentan in ihrem eigentlich besten Fach abschnitt.
Dieser Moment war genau jetzt und die Jugendliche war alles andere als darauf vorbereitet.

"Deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen lief es wohl eher mittelprächtig, hm?" Emma senkte den Blick, was ihre Mutter in deren Theorie nur noch mehr bestätigte.
Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt gewesen im Boden zu versinken. Oder wie es Aurora schon öfter passiert war, einfach sofort einzuschlafen, unabhängig von Zeit und Ort.

Emma wollte ihre Eltern stolz machen, aber alles was die Schülerin gerade vor zu weisen hatte war miserabel. Dabei sollten ihre Leistungen doch nur in Deutsch etwas absinken um die verkorkste Situation nicht noch mehr zu befeuern..
Frau Mills' knallharte Bewertung hatte Emma nicht ein berechnet. Und dann auch noch Geschichte. Der Plan war so was von daneben gegangen..
Die ersten Tränen begannen sich in ihren Augen zu sammeln.

"Oh, Emma.." Marie Margret öffnete ihre Arme und Emma verkroch sich in der mitfühlenden Geste ihrer Mutter. "Es lief suboptimal.." schluchzte die Jugendliche nach einiger Zeit. Sie würde mit dem kleineren Übel beginnen: "Nur sechs Punkte in Geschichte."

Die Blondine löste sich aus der Umarmung und sah Marie Margret aufrichtig an.
Sie wollte für ihre Leistungen gerade stehen. Hier, zuhause, an dem Ort wo Emma nicht als Störenfried galt und kein vorhergegangenes Image ihre Ergebnisse erklären konnte. Da musste sie jetzt durch.

"Ich bin selbst voll enttäuscht.." fing sie an. "Dabei hatte ich wirklich gelernt, der Stoff war auch verständlich, aber Herr Gold hat uns alle mit den komischen Fragestellungen verunsichert!" Zornig zog Emma die Nase hoch. "Der ist unberechenbar und so ..übertrieben in allem was er tut. Man weiß gar nicht was der Mann wirklich von einem will."

Marie Margret nickte. Solche Koryphäen gab es an jeder Schule.. Nur doof, dass ihre Tochter ihn im Leistungskurs bekommen hatte.
Mit verständnisvollem Ton fragte die Grundschullehrerin weiter "Und was ist mit Deutsch?".

Emma wischte sich mit dem Ärmel ihrer Weste die Tränen aus dem Gesicht. Wie sehr sie es doch hasste zu weinen. Und dann auch noch wegen so was Bescheuerten.
"Das ist auch nicht gerade besser.." Sie versuchte verzweifelt den Kloß in ihrem Hals herunter zu schlucken. "Lass uns da lieber nicht drüber sprechen."

"Schon gut, aber eins verstehe ich nicht.." Marie Margret zog ihre Augenbrauen kurz zusammen. So ganz lassen konnte sie es doch nicht. "Du warst immer gut in dem Fach, deswegen hast du's ja auch als Leistungskurs gewählt.. Genauso wie Geschichte."
Emma nickte.
"Bloß hast du über Herrn Gold schon öfters gewettert, aber von deiner LK Leitung in Deutsch habe ich nichts von dir gehört.."

Die Tochter drehte zähneknirschend ihren Kopf zur Seite.
"Mama.. Das liegt nicht an ihr." Frau Mills die Schuld für ihr eigenes Versagen in die Stöckelschuhe schieben war echt das Letzte, was Emma ihrer Lehrerin jetzt noch antun wollte. "Die Klausur ist einfach blöd gelaufen. Ich hab's total unterschätzt.."

"So etwas passiert, Emma. Ich bin mir sicher, du findest einen Weg die Noten auszugleichen."
Die Jugendliche wusste was ihre Mutter von ihr in diesem Moment erwartete und seufzte.
"Ich kümmer' mich drum. Dem Geschichtslehrer zeig ich noch was ich kann und in Deutsch häng' ich mich ab jetzt einfach mehr rein." Mehr als nichts sollte machbar sein, oder?

Das war genau das was Marie Margret hören wollte. Sie zog ihre Tochter nochmal feste an sich und drückte Emma einen Kuss auf die Stirn "Ich bin so stolz auf dich, mein Schatz. Die Oberstufe ist kein Zuckerschlecken, aber ich bin überzeugt dass du das schaffst."

Dem Schatz wurde schlagartig ganz mulmig bei den Worten seiner Mutter.

Schnell huschte sie die Treppen hinauf und verschwand in ihrem Zimmer, doch Emma gelang es nicht ihren Kopf abzuschalten.
Gerade war alles zu viel. Die Prüfungsergebnisse, Frau Mills, ihre Eltern die sie nicht enttäuschen wollte.. Fieberhaft suchte Emma nach einem Ventil für den angestauten Stress ihrer Zwickmühle.
Was sie jetzt dringend brauchte war frische Luft.

Zuhause würde das Gedankenchaos sie wie schon so oft nicht loslassen und schlussendlich verschlingen. Emma hatte es satt, noch schlechter als sonst zu schlafen und sich den Großteil der Nächte im Bett zu wälzen.

Hastig fischte die Blondine eine Leggins aus ihrem Kleiderschrank und zog sich rasch um, bevor sie die Treppe hinunter polterte. "Ich bin eine Runde laufen!" rief sie noch schnell in den Flur um ihre Eltern zu informieren.
Dann setzte die Jugendliche sich ihre Kopfhörer auf und beinahe hätte Emma vergessen den Schlüssel mit zu nehmen, welchen sie nun mit einem Klimpern in ihrer Jackentasche verstaute.

Nachdem die Tür hinter ihr zu gefallen war, lehnte sie sich kurz mit dem Rücken dagegen und schloss die Augen.
Kühle Herbstluft füllte ihre Lunge als die Blondine einen tiefen Atemzug nahm. Schließlich öffnete sie ihre Augen wieder und machte die ersten entschlossenen Schritte auf dem Gehweg.

Emmas Beine hatten kein Ziel. Sie rannte einfach nur fort.
Fort von den Gedanken an dunkelroten Lippenstift, aufgeknüpften Blusen, samtigen Stimmlagen und weit, weit weg von dem was die Erinnerungen an Frau Mills in ihr auslösten.

Zunächst zogen die Straßen und Häuserreihen ihres Viertels an Emma vorbei, dann das Grün der Spazierwege am Rande der Kleinstadt und schließlich fand sie sich auf einem der Feldwege wieder.

Sie war schon ein ganzes Stück weit gelaufen, als Emma die Puste ausging und sie sich mehr und mehr auf ihre Atemtechnik konzentrieren musste, um kein ekliges Seitenstechen zu bekommen.
Von diesem Moment an war ihr Kopf endlich leer.


Das Wetter wurde gegen Abend immer schlechter, dunkle Wolken hingen bedrohlich über der Stadt und am nächsten Schultag regnete es.

Emma beobachtete von ihrem Platz aus wie ihre Mitschüler Nässe und Kälte von draußen in den Deutschfachsaal brachten. Einige hatten Regenschirme dabei.
Sie und Ruby gehörte zu den Radfahrern, deren Jacken jetzt über den Lehnen der freien Stühle hingen, die zur Heizung hin gedreht wurden, sodass sie während der Doppelstunde hoffentlich trocken konnten.

Der Boden wurde mit jedem Schüler der den Raum betrat schmutziger. Emma warf einen Blick über ihre Schulter in Richtung Tür, um zu erkennen dass die Fußmatte des Deutschfachsaals weg war.
Frustriert ließ sie ein Grummeln aus ihrer Kehle kommen, biss sich jedoch gleich auf die Unterlippen als sie merkte wie sehr sie diese Kleinigkeit störte.

Die Blondine hatte ihre sowieso durchnässten Schuhe vor dem Saal ausgezogen und saß nun in gelb-orange geringelten Socken da.

"Hot." Emma blickte auf und warf Rebecca einen fragenden Blick zu.
"Na, die hier." sichtlich amüsiert zeigte die Mitschülerin auf Emmas Füße. "Achso." Die Siebzehnjährige verdrehe belustigt die Augen und wackelte mit ihren bunt eingepackten Zehen.

Beccs lachte kurz auf, legte dann ihre Sachen an ihrem Platz auf der anderen Seite des Raums ab und kam schließlich wieder auf ihre Freundin zugelaufen.

Emmas Blick klebte erneut auf dem dreckigen Boden des Deutschfachsaals. Wie konnte man nur ihren Tempel der Gefühlsachterbahnen so beschmutzen. Sie war empört.

"Mensch, du starrst schon wieder Löcher in die Luft." Rebecca ließ sich auf den freien Platz neben Emma sinken.

"Mhm.." Emma überlegte ob sie mit Beccs darüber reden wollte..
Es war nur die verhauene Arbeit, sie würde ja nicht gleich über ihre skurrile Schwärmerei auspacken.
Emmas Bauchgefühl riet ihr dazu, sich der Freundin anzuvertrauen. "Mich beschäftigt immernoch die Klausurnote. Also nicht Geschichte, sondern Deutsch."

"Wie haben deine Eltern reagiert? Oder.. hast du's ihnen überhaupt schon gesagt?"
"Ja, sie wissen Bescheid. Also meine Mum, sie kann das zum Glück auch ein Bisschen nachvollziehen, aber ich hab, naja.." Rebecca funkelte sie neugierig an. „Spuck's aus."

"Ich hab ihr versprochen mich zu bessern." geräuschvoll atmete Emma aus als sie ihren Kopf senkte.
"Und.. wo ist das Problem?"
"Wie, wo ist das Problem?"
"Emma, es ist erst 11/1. Das zählt noch nicht ins Abi rein, was heißt, dass du es echt noch rum reißen kannst."

Aber das will ich doch gar nicht. Während Emma über mögliche Konsequenzen nachdachte, fuhr Rebecca fort:
"Selbst wenn du die erste Arbeit krass verhauen hast, ist das doch egal ...also wenn du dich jetzt verbesserst."

Daraufhin knuffte das Mädchen mit den Dreadlocks Emma spielerisch in die Seite, "Mehr mündliche Beteiligung wäre neben ernsthaftem Lernen für die nächsten Klausuren bestimmt auch sehr hilfreich. Du bist doch eigentlich so ein Ass in Deutsch, das sollte machbar sein."

Beteiligen durfte sie sich nur in ihrer Fantasie.. sonst drohte Emma noch weitaus Schlimmeres als drei Punkte, oder?

In Gedanken versunken merkte die Schülerin gar nicht, dass Ruby von der Toilette wiedergekehrt war, kurz mit Beccs plauderte und diese der Brünette dann ihren Platz zurück gab.

Ein mieses Abi brachte Emma immerhin noch mehr als überhaupt kein Abi zu haben, weil sie wegen ihrer dämlichen Gefühle noch von der Schule verwiesen werden würde.. Sämtliche Zukunftsszenarien fluteten ihren blonden Lockenschopf.

"Du kannst es noch rum reißen.." Aber schaffte sie das auch? Emma war dem Unterricht ab der zweiten Schulwoche meist nur oberflächlich gefolgt, der Rest war in der Musik ihrer Kopfhörer untergegangen. Sie müsste einiges aufholen um sich wieder sicher zu fühlen.

"Egal wo ihr euch gerade befindet, ihr habt immer die realistische Möglichkeit euch zu verbessern."
Emma hatte von Älteren gehört, die nach der Zwölften abgingen und dann mit einer Ausbildung ihr Fachabitur machten. Aber dass hieße ja, dass sie bis dahin bleiben müsste..

Ruby betrachtete ihre geistig abwesende Freundin und entschied sich dafür, sie in ihrer eigenen Welt zu lassen. Was auch immer die Blondine seit dem Start in die Oberstufe so sehr beschäftigte, Ruby vertraute darauf, dass Emma sich ihr mitteilen würde wenn sie dazu bereit war..

"Ist Abitur wirklich relevant für einen gut bezahlten Beruf?" Rubys Worte von vor ein paar Wochen hallten dumpf in Emmas Gedächtnis wieder. Brauchte sie überhaupt Abitur?

Sofort ploppten Emmas Eltern vor ihrem inneren Auge auf.
Marie Margret, die mit verquollenen Augen in ein Taschentuch schnäuzte "Du willst.. mit der mittleren Reife das Gymnasium verlassen?" David, der den schmalen Körper seiner Frau mit seinem starken Oberarm umschlungen hielt und seiner Tochter einen enttäuschten Blick zu warf "Emma, wir unterstützen dich in allem was du tust, aber hast du das auch wirklich sorgfältig durchdacht? So eine wichtige Entscheidung solltest du nicht im Affekt treffen!"

Auch als Frau Mills den Saal betrat, war Emma noch mit sich und ihrem Gedankenkino beschäftigt. Der Unterricht begann, die Träumereien der Schülerin fielen wie sonst auch nicht sonderlich auf oder blieben unkommentiert.

In ihrem Kopf spielte sich die Szene weiter ab und Emma hatte Marie Margrets Tränen verschmiertes Gesicht vor sich, die verzweifelt schluchzte: "Wir sorgen uns doch nur um deine Zukunft, nicht dass du das noch bereust.."

Moment Mal! Hatte Emma, Emma Swan gerade wirklich darüber nachgedacht.. Die Schule zu schmeißen?
Und das bloß weil sie vielleicht, also eventuell, ein wenig, nicht viel, nur ein Bisschen für ihre Kursleiterin schwärmte?

Sie hatte bis hier hin durchgehalten, diese letzten drei Jahre würde Emma auch noch schaffen.

Die einzige Art und Weise auf die sie eine Enttäuschung momentan abgab war ihr jämmerliches Verhalten. In Gedanken versunken, verschränkte die Blondine ihre Arme vor der Brust und lehnte sich trotzig mit dem Rücken gegen die Stuhllehne.
Oh ja - trotzig. Denn Emma Swan konnte nicht nur dem Großteil der Autoritäten an dieser Schule gekonnt die Stirn bieten, sondern am Besten immernoch sich selbst.


Oder besser gesagt, dem Häuflein Elend, dass sie bis eben noch gewesen war.
So konnte das nun wirklich nicht weitergehen.

Und mit einem Ruck hob Emma ihre Hand.
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast