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Show Me Love (SwanQueen)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aurora Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Mulan OC (Own Character) Red / Ruby Lucas
07.09.2018
07.10.2020
22
27.077
12
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07.09.2020 1.029
 
Reginas Mund öffnete sich leicht beim niederschmetternden Anblick der Schülerin vor ihr. Kein Protest von Emma, keine Wiederworte.

Frau Mills presste ihre dunkelroten Lippen aufeinander und nickte, fast schon zu energisch, dann drehte sie sich um und lief in Richtung des Gebäudes. Emma trottete ihr hinterher, durch den Flur bis in den Deutschfachsaal, wo die beiden Frauen ihre gewohnten Postionen einnahmen.

Auf dem Weg hatte Reginas Puls Zeit um sich wieder zu beruhigen und die Lehrerin ertappte sich dabei, die endlich erlangte Kontrolle über ihr Sorgenkind zu genießen..
Die Brünette lehnte sich im Stuhl zurück und ließ ihren Blick zufrieden auf Emma ruhen, welche es gar nicht erst gewagt hatte sich möglichst weit weg vom Lehrerpult zu setzen.

Erste Reihe, den Lockenschopf gesenkt, ihren Rucksack neben dem Stuhl gegen das metallene Tischbein gelehnt.
Vor einigen Tagen wäre Emmas Anblick in der ungewohnt devoten, Instruktionen erwartenden Haltung noch ein fester Bestandteil von Frau Mills' Alltagsfantasien gewesen.. Doch jetzt, als sie das triste Bild der Schülerin vor sich tatsächlich real hatte, konnte die Brünette es sich beim besten Willen nicht schmackhaft denken.

Da war etwas, dass sie an der Situation störte, eine greifbare Disharmonie. Oder vielleicht konnte die Lehrkraft es einfach selbst noch nicht so ganz glauben, Emma Swan endlich klein zu kriegen..

Regina verlor sich in den goldenen Strähnen ihres Gegenübers und der Sekundenzeiger der Uhr, welche über dem dunkelroten Türrahmen hing, tickte etliche Male bis die Lehrerin aus dem Meer von blonden Locken auftauchte und sich wieder auf ihren ursprünglichen Plan konzentrieren konnte.

Mit ihrer blassen Hand griff sie rechts neben sich um eine der Schubladen des Pults zu öffnen und holte, wie auch schon das letzte Mal, ein weißes Blatt Papier hervor.
Regina war zu diesem Zeitpunkt eher weniger überzeugt vom Erfolg ihrer Strategie, doch sie wollte, nein, sie konnte nicht aufgeben. Das hier musste doch der Schlüssel zu Emma Swan sein..

Die Brünette schob das leere Blatt unter den Locken der Schülerin hindurch, so dass es nun direkt vor Emma lag.
Diese hob langsam ihren Kopf und sah die Deutschlehrerin mit ihrem trüben Grün in die Augen. Dann senkte die Blondine erneut ihren Blick und starrte auf das Papier.

Gespannt wartete Regina auf die Reaktion ihres Gegenübers. Aus ihrem Blickwinkel war es schwer, etwas konkretes in Emmas Gesicht zu erkennen.

Im Raum war es so still, dass die Lehrern hörte wie Emmas Finger sich unter dem Tisch in dem Stoff ihrer Jeans vergruben. Dunkle Augen verfolgten aufmerksam die winzige Bewegung, in welcher der Oberkörper der Schülerin immer wieder leicht nach vorne und wieder zurück wippte.

Die Uhrzeiger tickten erbarmungslos weiter, doch die Schülerin hielt dem Druck stand.
Aber Regina wich ebenfalls keinen Millimeter, auch wenn ihre Hoffnung mit jeder Minute die verstrich schwand. Jetzt waren es schon fast neun. Wenn nicht heute, dann eben nächstes Mal.. Es würde schließlich nicht die letzte Runde Nachsitzen für Emma gewesen sein. So schnell gebe ich nicht auf.
Und dann, nach dreizehn Minuten, knickte Emma endlich ein.
Als hätte die Zeit den letzten Tropfen Trotz aus der Schülerin herausgepresst, holte diese einen Bleistift hervor und fing an zu zeichnen.

Regina hätte sich die Szene, welche sich vor ihr abspielte, nicht besser erträumen können.

Ihr konzentrierter Blick verfolgte die gezogenen Linien und mit jedem weiteren Strich konnte sie beobachten wie Emma mehr und mehr in einen tranceartigen, fast schon manischen Zustand verfiel und vollkommen in der kreativen Tätigkeit aufging.

So entspannt hatte Frau Mills ihren Schützling dieses Schuljahr noch nicht gesehen.
Die unterschwellige Nervosität, welche Emma stets begleitet hatte, schien endlich von der Blondine abzufallen und die Ruhe, welche sie nun ausstrahlte übertrug sich auch auf Regina, die sich triumphierend zurücklehnte. Das Kratzen des Bleis über das Papier tönte wie eine Siegeshymne in Frau Mills' Ohren und ihre Mundwinkel zuckten kaum merklich.

Immer definierter wurde die Abbildung, immer klarer hoben sich die Konturen einer Gestalt von den zahlreichen Hilfslinien ab, doch Regina konnte aus ihrer Perspektive kaum erkennen um was oder wen es sich genau handelte.

Frau Mills wurde aus ihren Gedanken gerissen als Emma auf einmal in der Bewegung einfror. Die Schülerin legte den Bleistift beiseite und Regina hielt den Atem an.

Durch den Körper der Lehrerin schossen Unwissenheit darüber, was die Blondine als nächstes tun würde und die damit verbundene Angst sich zu siegessicher gewesen zu sein und nun doch noch versagt zu haben.
So rasch wie sie Emma zum arbeiten gebracht hatte, so schnell würde sie auch aufhören.. Es hatte nichts gebracht. All ihre Kompetenz prallte an der Schülerin ab. Und es war ihr so peinlich..
Eine Flutwelle von Schamgefühl überströmte die Brünette und sie drohte still darin zu ertrinken.

Da verschwand Emmas Hand in ihrer Jackentasche und sie fischte einen Kugelschreiber hervor, den sie mit einem Klicken entsperrte.

Regina atmete erleichtert aus. Falscher Alarm.
Mit dem Kulli zeichnete die Schülerin nun die Outlines ihrer Skizze nach, welche immer mehr Form bekam.

Eine Frau mit langem, wellenden Haar und ausdruckslosem Gesicht. Ihre schmale Figur in den Stoff einer Tunika gehüllt, um den Hals einen straffen Strick an dem ihr Körper leblos hing.
Da erkannte die Lehrerin Antigone. Die Abbildung strahlte enorme Verzweiflung aus, viele Schattierungen verdüsterten die Atmosphäre.

Nachdem Regina den Kopf hob und ihren Fokus wieder auf die Schülerin vor sich
legte, sah sie Emmas glasigen Blick und die roten Wangen und als hätte die Blondine erst jetzt bemerkt was sie da erschaffen hatte, ging Emmas Atem auf einmal unregelmäßig.

Sie schob ihren Stuhl nach hinten und sprang auf. Von dem Geräusch alarmiert umschloss Frau Mills instinktiv Emmas Handgelenk, gerade noch rechtzeitig.
"Emma.." sprach sie mit sanfter Stimme und sah der Schülerin direkt in die weit aufgerissenen Augen, mit denen sie an ein vor Schreck gelähmtes Reh im Scheinwerferlicht erinnerte.

Unter ihren Fingern spürte die Lehrerin wie Emmas Hand zu zittern begann und löste langsam ihren Griff. Emma schluckte.

"Bitte geh nicht," in ruhigem Ton versuchte Frau Mills auf Emma einzureden. Sie war nun schon so weit gekommen. Lauf nicht wieder davon..
Doch Regina wusste, dass sie heute fertig waren, als die Schülerin in einer hastigen Bewegung ihre Tasche packte und aus dem Saal stürmte.

Zurück blieben Regina und Antigone.
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