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Show Me Love (SwanQueen)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aurora Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Mulan OC (Own Character) Red / Ruby Lucas
07.09.2018
07.10.2020
22
27.077
12
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Dieses Kapitel
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08.06.2020 1.657
 
Emma umschloss mit klammen Händen ihren Lenker noch etwas fester, sodass ihre Knöchel sich bleich abzeichneten.
"Meine Allergie ist wieder schlimmer geworden.." entgegnete sie auf Rubys Frage weswegen ihre Augen so gerötet waren. "Achso," Die Brünette richtete ihren Blick wieder auf den mit erstem Herbstlaub besprenkelten Fahrradweg und hakte zum Glück nicht weiter nach.
Emma wusste auch gar nicht wie sie ihrer besten Freundin erklären sollte, dass sie den gesamten gestrigen Abend damit verbracht hatte, im Angesicht der aussichtslosen Situation mit Frau Mills, solange zu weinen bis die Schülerin vor Erschöpfung eingeschlafen war.
Genervt kaute sie auf ihrer Unterlippe beim Gedanken daran, weswegen ausgerechnet ihre Deutschlehrerin so immense Auswirkungen auf die Gefühlswelt der Blondine hatte.

Im Kunstunterricht beinhaltete der aktuelle Lehrstoff immernoch Architektur, was Emmas Laune auch nicht sonderlich hob. Sie war wieder dabei auf ihrem Block herum zu kritzeln, in der Hoffnung, dass die Zeit dadurch schneller vergehen würde.

Wenn das so weiter ging, wäre sie irgendwann gezwungen es Ruby zu erzählen. Ihre Freundin war schließlich nicht auf den Kopf gefallen und stellte womöglich nur keine weiteren Fragen um Emma zu signalisieren, dass Ruby ihr die nötige Zeit gab, um sich von selbst zu öffnen. Na toll.
Rebecca und den Rest der Gruppe würde sie dann natürlich auch einweihen.. Die Blondine war es Leid ihrem eingeschweißten Haufen, von dem nun auch Merida und May Lee fester Bestandteil waren, etwas zu verheimlichen.
Doch Ruby sollte die erste sein, die von Emmas außergewöhnlicher Schwärmerei erfuhr. Dafür müsste die Blondine nur all ihren Mut zusammen nehmen.. oder sich genug davon antrinken.
Sie hatte immernoch einen kleinen Rest an Zuversicht dass die Gefühle doch noch rasch abebben würden, sodass Emma die ganze Sache vergessen konnte und gar nicht erst ihren Freundinnen erklären müsste.
Die Tür zum Kunstsaal öffnete sich und eine zarte Stimme unterbrach den öden Vortrag über die Vielfältigkeit von Säulenkapitellen, dem Emma sowieso nur mit einem Ohr zugehört hatte, denn ein Stöpsel ihrer Kopfhörer saß im anderen.

wanna be loved every night
wanna know she's only mine
breathe her in, give me life


Als Emma erkannte, dass es sich bei der Dame, welche jetzt nach den Materialien für die Collage zu dem Frankreich-Austausch fragte, um Frau Mills handelte, senkte sie schnell den Kopf und starrte auf die Zeichnung vor sich.
Am Morgen noch war sie so sicher gewesen, der Lehrerin heute ausnahmsweise mal nicht über den Weg zu laufen. Die Kalenderwoche war gerade, was hieß dass der Deutsch-LK an diesem Dienstag keinen Nachmittagsunterricht hatte.
Und trotzdem stand Frau Mills in diesem Moment nur einige Meter von Emmas Sitzplatz entfernt. Es war zum Verzweifeln..
Emma wusste, dass sie der Brünette mit ihrem destruktiven Verhalten Unrecht tat. Doch im gleichen Atemzug wurde die Schülerin daran erinnert, wie schwer es ihr fiel, Frau Mills in deren Anwesenheit nicht zu verfallen.
Die Blondine wollte nicht mehr dem entfernten Klang der Stimme ihrer Lehrerin lauschen und steckte die Stöpsel zurück in ihre Ohren. Beide.
Die Versuchung den Kopf zu heben um auch nur einen kurzen Anblick der Frau zu erhaschen war so gigantisch und Emma musste sich zwingen ihre Augen auf die Skizze zu fokussieren.

I wanna be missed like every night
I wanna be kissed like it's the last time
say you can't eat
can't sleep, can't breathe without me


Als sie das bekannte Klacken, gedämpft durch die Musik, auf einmal hinter ihrem Rücken wahrnahm, begann ein fiebriges Gefühl die Schülerin zu durchfluten.
Das Geräusch verstummte kurz und Emma spürte das dunkle Augenpaar auf sich ruhen. Ihr Herz pochte so laut, dass sie Angst hatte, Frau Mills würde es hinter ihr deutlich hören.

Die Lehrerin war so nah, Emma konnte sogar ihren fruchtigen Duft deutlich ausmachen..
Mit aller Kraft verbannte sie die gefährliche Idee, ihrem Bedürfnis einfach nach zugehen, aufzustehen, sich Frau Mills zuzuwenden und sie in all ihrer Schönheit zu betrachten.

I wanna be held, fragile like glass
'cause I've never felt nothing like that
say you can't walk
can't talk, go on without me


Die Schülerin wagte es nicht sich um zu drehen oder auch nur den Kopf zu heben. Wortlos starrte sie solange auf den Block vor sich, bis das dumpfe Klacken endlich leiser wurde und hinter der Saaltür endgültig verstummte.


Zu Emmas Erleichterung fiel die Doppelstunde Deutsch am Mittwoch Morgen aufgrund einer Infoveranstaltung über Verkehrssicherheit aus. Ein Großteil der Elftklässler machte gerade den Führerschein, weswegen die Stufe auch Zielgruppe des Vortrags war.
Emma hatte zwei Wochen ihrer letzten Sommerferien geopfert um die ganze Prozedur schnell hinter sich zu bringen und war zum Glück bei beiden Prüfungen nicht durchgefallen.

Auf dem Weg nach draußen verloren sich die Mädchen in der Schülermasse aus den Augen und so machten sich Emma und Ruby zu zweit auf den Weg zum Französischunterricht.
Die Menschenmenge löste sich langsam auf, da stieß jemand Emma so stark in die Seite, dass die Blondine in die seitliche Wand krachte.

"Hey! Was soll das denn?" Ruby reichte ihre Freundin sofort die Hand um dieser wieder auf die Beine zu helfen, dann schaute sie sich im Flur um.
Ein paar Schritte von den beiden entfernt stand Philipp, die Hände in einer übertriebenen Bewegung hoch gerissen. "Oh, tut mir Leid. Da warst du mir wohl einfach im Weg, Emma."
Ein stechender Schmerz durchfuhr deren linke Schulter und sie biss die Zähne zusammen. "Ist das dein Ernst?" Peter und Erik waren weit und breit nicht zu sehen. "Wo sind deine Babysitter?"
"Eigentlich wollte ich dem Ladyboy eine Lektion erteilen.. aber die ist bestimmt damit beschäftigt an Auroras Fersen zu kleben." Der Gang hatte sich geleert und mittlerweile standen dort nur noch Ruby, Emma und Philipp.

"Als würdest du es dich trauen Stress mit May Lee anzufangen." lachte Ruby auf. Auch Emma musste unter Schmerzen grinsen.. So ein Idiot.
"Gib es auf, Philipp. Manchmal klappt es einfach nicht, egal wie sehr man's versucht," zuckte Emma mit den Schultern und die Mädchen liefen an ihrem Mitschüler vorbei in Richtung Treppenabgang.

"Dass du das wet, kann ich mir denken, Swan." Emma blieb abrupt stehen und drehte sich zu ihm um. "Was meinst du damit?" Skeptisch hob sie eine Augenbraue.
"Ganz einfach, du bist fake."
"Wie bitte?"

Philipp grinste hämisch. "Wir wissen alle, dass deine achso neue, brave Seite nur aufgesetzt ist um dich bei den Lehrern ordentlich ein zu schleimen."
Obwohl seine Meinung für Emma eher irrelevant war, zog sich ihr Magen unwohl zusammen beim Gedanken, dass es tatsächlich ihr Plan gewesen war sich zu bessern..
Allerdings ging das momentan in Deutsch einfach nicht. Während Emma in anderen Fächern aufrichtig versuchte - im Angesicht des Abiturs - ihr Bestes zu geben, sah sie sich bei Frau Mills gezwungen wieder in ihre teilnahmslose Rolle zu schlüpfen und möglichst desinteressiert zu wirken.

Wahrscheinlich hatte genau dieses ambivalente Verhalten Philipp zu seiner wirren Theorie inspiriert. Sie verfluchte sich dafür, so empfindlich auf dieses Thema geworden zu sein.
Die Blondine wollte keine Schwäche zeigen und sich das eigene Gedankenchaos nicht anmerken lassen. So verdrehte sie genervt die Augen, ihre Arme vor der Brust verschränkt. "Red' keinen Müll, Philipp."

Doch dieser hatte an der Verzögerung ihrer Reaktion schon erkannt, dass er bei Emma einen Nerv getroffen hatte. "Den Lehrern kannst du vielleicht noch was vormachen, aber alle anderen wissen wie du wirklich bist."

Er beobachtete wie Emma kaum merklich mit den Zähnen knirschte und fuhr dadurch bestätigt fort. "Lass es einfach, das ganze mit dem Abi kannst du sowieso knicken. Du schaffst es ja nicht mal Frau Mills davon zu überzeugen dass du es wirklich willst. Manchmal klappt es einfach nicht, egal wie sehr man's versucht."

Jetzt schaltete sich Ruby ein, die bis dahin nur zugehört hatte, verwirrt darüber wieso die Vorwürfe von Philipp ihre sonst so taffe Freundin zu treffen schienen. "Jetzt mach' mal halblang. Wie wäre es wenn du dich zuerst um deine eigene Karriere kümmerst? Es sind gerade Mal zwei Wochen Schule und du hast es geschafft schon knapp die Hälfte der Entschuldigungsliste voll zu haben."
Philipp versuchte sie zu ignorieren, und wich Rubys herausforderndem Blick zur Seite aus.
Punkt für sie. Die Brünette schenkte ihrer Freundin ein aufmunterndes Lächeln, doch diese schien immernoch auf der Suche nach ihrer Fassung zu sein.

Das war Philipp auch nicht entgangen und ein triumphierendes Grinsen legte sich auf seine Lippen. "Oh, Emma.. Bist du schon am heulen, oder warum sind deine Augen so verquollen?"
Emma holte aus und traf den Jungen direkt ins Gesicht. Sofort begann Blut aus seiner Nase zu laufen.

"Du kleine Bitch.." Philipp wischte sich ungläubig das Rot von der Oberlippe.
"Swan," hallte es durch den Flur, an dessen Ende Frau Dorn mit zusammengezogenen Augenbrauen und erboster Miene stand. "..Nachsitzen!"

Die drei Jugendlichen zuckten beim Klang ihrer durchdringenden Stimme zusammen und als die Englischlehrerin sich in Bewegung setzte, ergriff Philipp sofort die Flucht und hastete die Treppen hinab.
Doch das schien den Drachen, der nun zielstrebig auf die zwei Mädchen zu marschierte, nicht im Geringsten zu stören. "Du wirst bei deiner Stammkursleiterin nachsitzen. Frau Mills, richtig?"
Emma riss die Augen weit auf und erstarrte. Alles, bloß nicht wieder das..
"Hä?" platze Ruby hervor. "Und was ist mit Philipp? Als hätten sie den nicht von dort drüben erkannt!" Innerlich dankte Emma ihrer Freundin, welche sie wild gestikulierend verteidigte.
Frau Dorn funkelte Ruby erzürnt über deren Wiederworte an. "Schuster ist mit der blutigen Nase genug gestraft."

"Ich habe diese Woche keinen Nachmittagsunterricht. Das ist unfair!" wollte Emma protestieren, doch ein weiterer Blick von Frau Dorn brachte auch sie zum Schweigen.
"Siebte Stunde, Deutschfachsaal. Ende der Diskussion."
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