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Show Me Love (SwanQueen)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aurora Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Mulan OC (Own Character) Red / Ruby Lucas
07.09.2018
07.10.2020
22
27.077
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27.02.2020 1.939
 
Am nächsten Tag übertrafen Emmas Augenringe sogar die von Aurora. Da half auch der Concealer nicht, den sie nach dieser Erkenntnis wieder in Mary Margrets Kosmetik Körbchen im Badezimmer zurück gelegt hatte.

"Wie überleben wir das jetzt?" gähnte Becca auf dem Weg zu Matheunterricht, sich die Hand vor den Mund haltend und tatsächlich zierte ein weiteres buntes Bändchen ihr Handgelenk.
Aurora war (wie zu 85% der Zeit) schlurpsend im Standby Modus unterwegs und hatte die Frage ihrer Mitschülern gar nicht erst wahr genommen.
Ruby kniff skeptisch die Augenbrauen zusammen. "Sag mal, bin ich denn die einzige hier, die nicht am Schlafwandeln ist?"
"Diagnose: Montag." bei dem Klang der bekannten Stimme erwachte Aurora aus ihrem Tiefschlaf und entspannte sich sofort als ihre Augen auf die dunklen, mandelförmigen von May Lee trafen.
Diese lächelte Aurora kurz an, wurde dann jedoch seitlich von Merida freundschaftlich in den Oberarm geboxt. "Hey! Schön das es dir besser geht."
Die Schwarzhaarige kratzte sich verlegen am Hinterkopf "Hab ganz schön drin gehangen.. aber jetzt bin ich wieder fit. Stimmt es dass die neue Sportlehrerin aus uns richtige Maschinen macht?"
Rebecca nickte eifrig "Und wie! Freu dich schonmal auf morgen."
"Oh Gott, nein, mein Körper ist noch nicht bereit dafür!" kommentierte Ruby die Aussage ihrer Freundin.

Lachend betrat die Gruppe das Schulgebäude wo sich ihre Wege aufgrund verschiedener Stundenpläne auch schon wieder trennten.
"Wir sehen uns in der Raucherecke!" rief Merida Ruby hinterher, welche sich extra nochmal kurz umdrehte um dem Rotschopf enthusiastich zu zu nicken.
Je näher die Mädchen dem Saal kamen umso tiefer sank Emmas Laune. Montag war der Horrortag schlecht hin.
Vor der Schülerin lagen zwei Stunden Mathe, danach Doppelstunde Deutsch und zum krönenden Abschluss Englisch beim Drachen.
Irgendwie überstand Emma die neunzig Minuten Analysis und saß, ehe sie sich versah, auf ihrem gewohnten Platz ganz links im Deutschfachsaal.

"Emma, kannst du uns einige deiner Notizen mit teilen?"
Sie konnte in Frau Mills' Stimme deutlich die helle, mitreißende Nuance heraus hören, in welcher sich die Hoffnung der Lehrerin in ihr Sorgenkind klar widerspiegelte.
Aus Relflex senkte Emma ihren Blick und starrte den aufgeschlagenen Block vor sich an, in dem sich die doch noch gemachten Hausaufgaben befanden.
Das ganze war um drei Uhr morgens entstanden, weil Emma erst Schlaf finden konnte nachdem sie die Charakterisierung sauber und vollständig niedergeschrieben hatte.
Sie hob den Kopf und ließ ihren trüben Blick auf Frau Mills ruhen, deren Brustkorb sich kaum merklich hob. Ein Lächeln lag auf den dunkelroten Lippen, die mittlerweile fester Bestandteil von Emmas Tagträumen geworden waren.
Der Gedanke daran, bestärkte Emma in ihrem Vorhaben.. das musste jetzt aufhören!
Sie kniff die Augen zusammen und verneinte anschließend schweren Herzens.

Und von diesem Moment an war Emma Swan für Frau Mills nonexistent.
Genauso fühlte es sich an. Die Lehrerin konnte sie zwar nicht wirklich ignorieren, da es nichts an Aktionen von Emma gab auf welche man hätte nicht reagieren können, jedoch schenkte sie der Schülerin im weiteren Verlauf der Deutschstunde nichts mehr.
Keinen einzigen Blick.
Kein ermunterndes Lächeln.
Keine noch so kleine, auffordernde Geste.
Emma hatte es tatsächlich geschafft. Endlich.
Frau Mills würde ihr keine Aufmerksamkeit mehr schenken und der Crush den die Schülerin entwickelt hatte langsam abebben, da ab jetzt keine positive Reaktion auf Emma mehr Material für unrealistische Fantasien geben könnte.
Das war nun die bittere Konsequenz für Emmas Verhalten, die enttäuschte, kalte Seite von Frau Mills.
Und Emma hatte es verdient.
Die Lehrerin hatte ihr genug Chancen angeboten, doch die Blondine hatte sie alle ausgeschlagen.
Wenn Frau Mills doch nur wüsste wieso..

"Kann ich mir eine dreh'n?" fragte Emma Ruby, welche überrascht ihre Augenbrauen anhob, jedoch ohne zu Zögern der Blondine das Drehzeug in die Hand drückte.
Die Mädchen hatten sich, wie vorher ausgemacht, während der zweiten großen Pause in der Raucherecke getroffen.
Ruby teilte alles mit ihrer besten Freundin, natürlich auch ihren Tabak, allerdings kam das äußerst selten vor und wenn dann nur wenn Ems wirklich ne komplette Kippe für sich alleine nötig hatte..
"Aargh" Emma verkackte gerade den Zweiten Anlauf und schaute verzweifelt auf das unrauchbare Ergebnis in ihren Fingern.
"Hier," Merida bot der Blondine ihre frische Zigarette an.
Emmakam ein leises "Danke." über die Lippen und hastig zündete sie sich die Kippe an.
Ruby und Merida tauschten besorgte Blicke aus.


Emma sollte entspannt sein.
Sie hatte geraucht und gerade ihre Zukunft einigermaßen wieder in die richtige Richtung gelenkt.
Aber nichts war okay, gar nichts. Mit den Fingerspitzen gereizt auf den Tisch trommelnd nahm sie Frau Dorns Stimme nur verschwommen und dumpf im Hintergrund war.
Emma ärgerte sich über sich selbst, warum funktionierte es noch nicht?
Sie fühlte sich so seltsam leer. Dabei hatte Frau Mills erst vor 53 Minuten begonnen Emma zu missachten.
Schnell schob sie den Gedanken, dass dieser Preis vielleicht doch zu hoch war in die hinterste Ecke ihres Kopfes und versuchte sich daran zu erinnern wieso sie das alles tat.
Da spürte die Blondine wie Becca, die rechts von ihr saß, deren Hand auf ihren Arm legte und mit ruhiger Stimme flüsterte "Emma, ich habe nicht die leiseste Ahnung woher deine schlechte Laune kommt, aber sei dir bewusst,"
das Mädchen mit den blonden Dreads nickte in Richtung Emmas Finger "wenn du den Drachen weckst sind wir alle dran."
Achja, Englisch. Frau Dorn. Emma verstand und legte ihre Hand gerade noch rechtzeitig flach auf den Tisch, denn exakt in diesem Augenblick drehte sich die wohl meist gehasste Lehrkraft, welche bis eben noch Arbeitsaufträge an die Tafel angeschrieben hatte, zum Kurs und lies ihren giftigen Blick über die Schüler wandern, auf der Suche nach der Quelle des Geräuschs.
Der Drache hatte seine aschblonden Haare gewohnt in einem strengen Dutt gezähmt und war wie sonst auch ganz in Schwarz gekleidet. Als käme sie jeden Schultag zur Beerdigung ihrer eigenen Sympathie. Die Fingernägel waren passend zum Outfit lackiert und ihre schmalen Lippen trugen ebenfalls einen ähnlichen Farbton, welcher jedoch dunkler als der von Frau Mills war.
Emma schluckte als die Lehrkraft sich wieder der Tafel zu wandte. Das war knapp gewesen.

An Frau Dorn hatte sie sich schon genug die Zähne ausgebissen, es war zwecklos. Damals in der 9. Klasse erschien Emma der Gedanke sie zu ärgern zunächst reizvoll, allerdings hatte sie schnell gemerkt dass es weder Spaß noch wirklich Sinn machte sich mit der Englischlehrerin anzulegen. Am Ende kassierte Emma ihre aller erste 5 als Epochalnote und von da an versuchte sie unnötigen Stress mit der Lehrerin zu vermeiden.
Bei ihr traute sich die Blondine nicht einmal ihren Zeichenblock herauszu holen.
Die schiere Willkür und überflüssige Strenge des Drachen kombiniert mit deren Mangel an Einfühlsamsvermögen machten sie schnell zur unbeliebstesten Autoritätsperson der Schule.
Lediglich an Aurora ließ die Frau ihren Zorn in gewohnter passiv-aggresiver Manier nicht aus. Niemand konnte es sich erklären, jedoch blieb sie als alleinige stets von herablassenden Kommentaren und Strafarbeiten jahrelang verschont..
Frau Dorn war eben ein Mysterium welches sich niemand traute zu entschlüsseln.
Auch schien sie die einzige Lehrerin zu sein die sich regelmäßig in der Raucherecke blicken lies und Emma erinnerte sich wie der Drache seinen noch glimmenden Zigarettenstummel auf dem Boden stets mit der Sohle eines anderen Paares schwarzer Plateauschuhe ausdrückte.

Mit genug Hausaufgaben für die nächsten zwei Schulwochen versorgt erreichten Emma, Rebecca und Aurora die Fahrradständer um sich auf den Nachhauseweg zu machen.
Dort wartete auch schon Ruby und als hätte diese Auroras Gedanken lesen können meinte die Brünette "May Lee & Merida können doch montags schon nach der Vierten abhauen."
"Ah, stimmt ja.." Aurora nickte kurz und schloss dann ihr Rad auf, an dessen Lenker sich ein Körbchen befand welcher mit hellrosa Plastikbümchen dekoriert war.
Dass dieser noch nie geklaut oder beschädigt wurde lag vermutlich an Auroras verträumten und herzlichen Art, der niemand etwas entgegen zu setzen hatte.
Auf der anderen Seite des Platzes standen Eric und Peter, die sich angeregt über's Fechttraining unterhielten.
Philipp war ebenfalls bei ihnen, jedoch hing sein Blick auf der Mädchengruppe, weswegen er Emma auch sofort aufgefallen war.
Der 17-jährige hatte sich an einem Laternenpfosten angelehnt und die Hände in den Taschen seiner zerissenen Hose vergraben.
Als er Aurora über ihr Schloss gebeugt sah stupste Philipp mit seinem Ellenbogen Peter an, der jedoch weiterhin mit Eric sprach, und verzog seinen Mund zu einem dreckigen Grinsen.
Ruby bemerkte die widerlichen Blicke und verdrehte genervt die Augen, allerdings ohne einen Kommentar abzugeben.
Emma hingegen hatte sich heute weniger im Griff.. "Glotz nicht so blöd!" rief sie quer über den Platz und legte ordentlich Verachtung in ihren Tonfall.
Phillips Augen verengten sich zu wütenden Schlitzen und er spuckte auf den Asphalt.
Aurora hatte sich jetzt auch umgedreht und Rebecca, die ihre Schuhe, welche sie vorhin ausgezogen hatte, gerade an ihrem Rucksack befestigte, hielt inne und hob skeptisch eine Augenbraue.
"Junge, was tust du?" murmelte Peter, welcher sich nun auch zu seinem Kumpel zuwandte.
Unsicher drehte Philipp kurz den Kopf zur Seite um den ganzen Blicken aus zuweichen und zischte "Ach, halt's Maul." in Richtung der Mädchen.
Emma hatte aufgrund der Entfernung seine Worte nicht verstanden, hob aber als Antwort ihren Mittelfinger und schwang sich umschließend auf ihr gelbes Fahrrad.
Philipp kehrte ihr ebenfalls den Rücken zu und stampfte einige Schritte weg vom Platz. "Kommt Jungs, wir geh'n fechten."
Die übrig gebliebenen tauschten kurze Blicke aus, von verwirrt über verständnislos bis hin zu belustigt, und Peter schüttelte lachend den Kopf.
Schließlich folgten die Jungs ihrem Vereinskameraden und auch der Rest der Mädchen radelte los.


Eine noch nie zuvor da gewesene Leere fraß sich durch ihren Bauch als Emma mittwochs in der ersten Stunde im Deutschunterricht saß.
Frau Mills hatte sie seit dem die Blondine den Saal betrat keines Blicks gewürdigt.
Von der Lehrerin ignoriert zu werden fühlte sich so schrecklich an und Emma war schockiert darüber wie abhängig sie in kürzester Zeit von der Autoritätsperson geworden war.
Jeder Moment in dem Frau Mills sie hätte aufrufen können, es allerdings nicht tat, traf Emma tief.
Der Gedanke dass dies die richtige Entscheidung gewesen war erschien der Schülerin nun absolut abwägig..
Das Kribbeln in ihren Fingerspitzen, immer wenn Frau Mills eine Frage stellte oder einen Vorleser suchte waren so unerträglich.
Dasständige Unterdrücken von Impulsen wie den Arm zu heben oderzwischen rein zu sprechen ließen Emma realisieren dass sie wohl selbst zum Vulkan geworden war.

Um dem ganzen Stress entgegen zu wirken setzte die Schülerin sich ihre Ohrsöpsel ein, welche unter den Locken einigermaßen verborgen blieben.
Eigentlich hatte sie damit aufhören wollen Musik während dem Unterricht zuhören, doch als die ersten Töne von The Wombats auf Emmas Ohr trafen entspannte sich ihr Körper endlich.

kiss me with your fist it's all right
wrap your hands around my throat, I won't mind


Emmas Blick schweifte hinaus aus den großen Fenstern des Deutschsaals und verlor sich im wuchernden Grün der Pflanzen die im höhergelegten Bereich des Schulhofes wuchsen.

I'm permanent, now I won't go
I just wanna be your shadow


Die Schülerin spürte das dunkle Augenpaar auf sich ruhen und wartete..
Eine Ermahnung, einen Ausraster, irgendwas.. ihr war es mittlerweile egal ob die Aufmerksamkeit welche sie sich so sehr von Frau Mills wünschte negativ war.
Doch keine Reaktion von der Lehrerin, also verharrte Emma weiterhin in ihrer Position und ein Seufzen schlich sich über ihre Lippen als sie die weiteren Lyrics erwartete.

are you aware of whats going on
in my heart, my heart, my heart

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