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Show Me Love (SwanQueen)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aurora Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Mulan OC (Own Character) Red / Ruby Lucas
07.09.2018
07.10.2020
22
27.077
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16.11.2018 1.503
 
Sie musste das jetzt einfach durch ziehen. Es gab keine andere Möglichkeit gegen den Strudel aus noch nicht tiefer ergründeten, unkontrollierbaren & vielleicht sogar verbotenen Gefühlen für diese Frau anzukämpfen.

Mehr oder weniger fest entschlossen betrat Emma eine halbe Stunde später hinter Ruby den Deutschfachsaal. Mit klammen Fingern umschloss sie die Träger ihres Rucksacks.
Da war sie auch schon, Frau Mills. Wie gewohnt auf dem Lehrerpult sitzend, die schlanken Beine übereinander geschlagen, den Blick im aufgeschlagenen Kursbuch in ihrer einen versenkt.

Emma schluckte. Die Frau sah von Nahem noch umwerfender aus als am heutigen Morgen im Kunstunterricht. Nun konnte Emma alle Details an ihr genau wahr nehmen.. und bei dem Anblick wurde ihr ganz anders zu mute.

Der dunkelrote Lippenstift war in makelloser Perfektion aufgetragen, einladend und doch warnend, ihn auch nur ansatzweise zu verschmieren. Die zwei obersten Knöpfe ihrer Bluse hatte sie offen gelassen und Emmas Augen glitten hungrig den schmalen Hals entlang, über die blassen Schlüsselbeine hinab bis sie am Dekolletee der Lehrerin kurz hängen blieben. Einige Millisekunden später klebte ihr Blick an dem Ende des schwarzen Bleistiftrocks und es fühlte sich so an als würden ihre Knie wie Honig zerfließen.

Es war zwecklos. Die Schülerin realisierte wie in diesem Augenblick all ihre Entschlossenheit mit einem Mal zersprang. Sie hatte die Situation komplett unterschätzt.

Emma kapitulierte. Sie konnte es nicht.

Sie war nicht in der Lage die Gefühle für diese Frau zu unterdrücken, schon gar nicht in deren Anwesenheit. Kurzerhand entschloss sich ihr Kopf dazu dem Plan nach zugehen, es sich einfach nicht anmerken zu lassen.

Ihr blieb nichts anderes mehr übrig als das, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen. Zu mehr war Emma momentan auch gar nicht fähig. Die Schülerin biss sich auf die Unterlippe und senkte ihren Blick. Bloß nicht weiter hinsehen..

"Schön dass ihr alle da seid. Setzt euch, damit wir anfangen können." Frau Mills' Stimme löste bei Emma eine leichte Gänsehaut aus. So zart und doch mit einem fordernden Unterton..

Alle nahmen Platz und packten ihre Sachen aus. "Da ihr das Buch ja erst bis Montag besorgen sollt," begann die Brünette den Deutschunterricht und ergriff den Papierstapel neben sich, "habe ich euch die Stellen ausgedruckt mit denen wir heute arbeiten werden."
Elegant glitt sie vom Lehrerpult hinab, ohne dass nichts was nicht für unbefugte Augen bestimmt sein könnte offenbart wurde, und fing bei Emmas gegenüberliegender Seite der Sitzordnung an die Blätter auszuteilen.

Als sie bei Sidney angekommen war, schüttelte dieser mit einem schiefen Lächeln den Kopf und beugte sich hinunter zu seiner ledernen Umhängetasche. "Nicht nötig, Frau Mills," Diese zog kaum merklich ihre dunklen Augenbrauen zusammen und blieb bei dem Schüler stehen, welcher nun ein gelbes Heftchen schwungvoll vor sich auf den Tisch drapierte.

"..ich hab das Buch schon seit gestern," Sidney fuhr mit seiner knochigen Hand durch die dunkelblonden Haare und lehnte sich zufrieden zurück. Frau Mills hatte inzwischen wieder damit angefangen, weiterhin Texte aus zu teilen, unterhielt sich jedoch weiterhin mit Sidney.

"Du scheinst ein ganz eifriger zu sein, hm?" Ihrer Stimme lag ein merkwürdiger Unterton bei, welchen Emma nicht deuten konnte. Anscheinend hatte Peter diesen als Sarkasmus gedeutet, denn sofort kam ein leises Pfeifen aus der anderen Ecke des Saals, welches Sidney ignorierte, und von einer kurzweiligen Stille schülerseits im Raum gefolgt war.

Als die Lehrerin endlich auch bei Emma ankam, senkte diese den Blick und starrte auf das bedruckte Blatt, welches von der blassen Hand auf ihren Tisch gelegt wurde. Mit ihren olivgrünen Augen betrachtete die Schülerin die zarten Gelenke vor sich, welche gleich darauf weiter zogen und sich in Richtung Lehrerpult entfernten.

Doch was blieb war der leichte, reintönige Duft von Äpfeln und der Rest dieser komplexen Note, hinter den Emmas unerfahrener Geruchssinn noch nicht gekommen war. So leicht und unverkennbar lag dieser in der Luft, dass die Schülerin für einen Moment die Augen schließen musste. Wie hatte sie sich nur einbilden können dieser Frau wiederstehen zu können, wenn sie nicht mal auf deren Geruch klar kam!?

Reiß dich zusammen, Emma. Denk an den Plan. Oder das was von diesem übrig geblieben war.. Doch die Blondine wurde schneller wieder in die Realität zurück geholt als ihr lieb war. "Emma, würdest du den Text des Chors vorlesen?"

Emma schlug ihre Augen auf und sah wie Frau Mills ihr ein ermunterndes Lächeln schenkte. Diese Lippen.. Die Schülerin merkte wie sie bei dem Anblick schwach wurde. Schnell schloss sie ihren leicht geöffneten Mund und gab das letzte Bisschen Willenskraft dafür auf sich rasch zu sammeln, dann schüttelte Emma den blonden Lockenkopf.

Auf ihr Verneinen antwortete Frau Mills mit einem Blick in dem Besorgnis lag. "Geht es dir nicht gut?"
Emma lehnte sich zurück, traute sich jedoch nicht die Arme vor der Brust zu verschränken und atmete stattdessen halblaut aus. Sie vermied bewusst den Blickkontakt zu ihrer Lehrerin und biss sich auf die Unterlippe, "Ich möchte einfach nicht."

Die Blondine spürte wie Frau Mills' dunkle, durchdringende Augen auf ihr ruhten, doch sie wich diesen weiterhin zur Seite aus. Unauffällig mit den Schultern zuckend wand sie sich von Emma ab und rief den nächsten Schüler auf, welcher sich von Anfang an gemeldet hatte, "Sidney."

Sein Name aus dem Mund der Lehrerin traf Emma wie ein Pfeil in die Brust und sie senkte erneut den Blick um ihn vor dem Kurs zu verbergen. Der Junge fing an zu lesen und Emma verzog das Gesicht.
Seine Art vor zu lesen widerte sie an. Er betonte so überzogen und seine Aussprache war unterschwellig pathetisch. Immernoch besser als der Durchschnitt schätze sie ein, jedoch fehlte ihm das Gefühl in der Stimme.. Er las so gezwungen.

Beim Gedanken daran, dass sie es mit Sicherheit besser hätte machen können, biss Emma sich auf die Unterlippe. Doch sie hatte das Angebot abgelehnt, und somit auch kein wirkliches Recht darauf diese Kritik zu äußern.

Als Sidney endlich fertig war, fing der Kurs an den Textinhalt zu besprechen. Hierbei kam ihr ermutigender Umgang mit den Schülern mehr als gut an. Sie schenkte jeder Meldung ein Lächeln, um deren Aussage entweder zu bestätigen oder deutlich zu verneinen, ohne dabei herablassend zu wirken.

Sogar Ruby meldete zweimal und schmunzelte als einer ihrer Beiträge positiv bewertet wurde. Eine so starke Beteiligung am Unterricht hatte Emma selten erlebt, doch langsam kamen vage Erinnerung aus der siebten Klasse wieder, welche den lebhaften Unterrichtsstil bestätigten.

Durch die aktive Diskussion über Loyalität gegenüber Familie und Vorgesetzten verging die Zeit wie im Flug und als die Blondine auf die Uhr schaute blieben dem Kurs von der Doppelstunde nur noch fünf Minuten übrig.
Frau Mills hatte dies anscheinend auch bemerkt, "Wir nähern uns langsam dem Ende, weswegen ich nicht mehr alle Meldungen annehmen kann.." Enttäuscht sanken einige Arme, darunter auch der von Sidney.

"Emma hast du noch etwas dazu zu sagen?" Die dunklen Augen der Lehrerin lagen heute zum zweiten Mal auf der Blondine. In ihrem fordernden Blick las Emma deutlich die Determiniertheit auch noch die letzte Schülerin dazu zu bringen sich an ihrem Unterricht zu beteiligen.

Dachtest du wirklich sie würde es nicht merken, wenn du aufhörst dich zu melden?

Emma ohrfeigte sich innerlich für ihre Naivität. Wie sollte sie sich jetzt verhalten? Dekonstruktiv, Emma, sei dekonstruktiv.. Wenn du ihr positiv auffallen solltest, geht das ganze nicht gut für dich aus.
"Ehm, nicht wirklich.." war das einzige was die Schülerin in dem Moment über ihre Lippen brachte.. Unter dem Tisch krallten sich ihre Finger in den Stoff ihrer Boyfriend-Jeans.

Frau Mills gestaltete ihren Unterricht mit soviel Leidenschaft, dass selbst die faulsten des Kurses etwas dazu beitragen wollten und verhielt sich so fair gegenüber den Schülern. Sie hatte es nicht verdient von Emma so abgewiesen zu werden.
Doch es gab keine andere Möglichkeit.. Sollte sie sich positiv mir gegenüber verhalten, macht das alles doch nur schlimmer für mich.

Emma schluckte als sie den Hauch von Enttäuschung im Blick der Lehrerin erkannte und senkte beschämt den Blick. Die Spannung wurde vom Klingeln der Pausenglocke durchbrochen und Emma packte hastig ihre Sachen in den Rucksack.
Rasch verließ sie den Saal, wobei sie sich nicht traute auch nur einen letzten Blick auf Frau Mills am Lehrerpult zu werfen.


Die Heimfahrt mit Ruby verlief ungewohnt ruhig. Beide waren mental erschöpft von der Deutschstunde und die Brünette verabschiedete sich mit einem "Bis morgen!" als sie an deren Haus an kamen.
Emma schleuderte zuhause angekommen ihren Ranzen in die Ecke des Zimmers und ließ sich in ihr Bett fallen. Aus ihren Ohrstöpseln tönte leise und dumpf der Klang von Hayley Kiyokos Sleepover.

I don't wanna talk about it
I don't wanna think about it
I'm just feeling low, feeling low


even when you're next to me
it's not the way I'm picturing
I'm just feeling low, feeling low




Hier gleich ein zweites Kapitel, damit ihr genug Lesestoff habt bis zum nächsten!
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