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Spieglein, Spieglein

GeschichteDrama, Horror / P16 / Gen
Duncan Lu Shae
07.09.2018
07.09.2018
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234
 
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Zum Verständnis dieses Oneshots: Was ihr garantiert verpasst habt...
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Wenn Shae in den Spiegel sieht, sieht sie Shae. Wenn Lu in den Spiegel sieht, sieht sie Shae.
Sagt Lu es ihr? Nein. Sie schweigt. Es ist besser, wenn sie es nicht weiß. Sie könnte nicht damit leben.
Shae weint nachts. Lu hört es. Sie tröstet sie.
Tagsüber ist Shae eiskalt. Emotionslos. Das macht Lu Sorgen.
Eigentlich hat Lu vor nichts Angst. Vor nichts und niemandem. Außer vor Shae. In dem Moment, in dem Lu Duncan erschoss.
Shae war erst regungslos. Dann schockiert, entsetzt. Das Lächeln, das wie ein Parasit auf ihr Gesicht kroch, verwirrte Lu. Das Lachen, das folgte, verstörte sie. Unvermittelt übergab sich Shae ins Waschbecken. Versicherte zwischen Würgen und Blässe, es ginge ihr gut. Lu machte ihnen Frühstück aus dem, was sie im Kühlschrank fand. Shae aß mit ihr, war wieder gut gelaunt, witzelte. Kurze Zeit später kam Martin nach Hause. Sie erpressten gemeinsam den Mitbewohner des neuesten Mordopfers, bei dem allein schon aufgrund ihrer Anwesenheit die Alarmglocken geschrillt hatten.
Lu ist böse. Shae ist irre.
Wenn Lu in den Spiegel sieht, sieht sie Shae. Dunkelblonde Haare mit vielen honigfarbenen Strähnen, leicht gebräunte Haut, die nichtsdestotrotz fahl wirkt, ein kleiner Schmollmund. Und diese Augen, mal energielos, mal mit manischem Leuchten darin. Sie trägt roten Lippenstift.
Und Lu hat Angst. Still, leise, heimlich.
Vor ihrem Spiegelbild, das nicht sie selbst zeigt.
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