Machtkampf

von Chao
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
07.09.2018
25.01.2019
20
111623
41
Alle Kapitel
47 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Hallo meine Lieben und herzlich willkommen zum Endspurt dieser FF.
Ihr lest gleich das vorletzte Kapitel. Am Freitag werde ich euch das Ende dieser FF hochladen. Ich hoffe mit einem Ausgang, mit dem so viele wie möglich von euch leben können ^^'
Nun aber erst einmal zu diesem Kapitel. Habt viel Spaß beim Lesen. :)

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------



Kapitel 18 – Du bist absolut erbärmlich Zabini

Es war nahe dran an Mitternacht, als Draco Malfoy und Hermine Granger durch die schwach beleuchteten Flure Hogwarts streiften. Er hielt ihre Hand fest umschlossen und richtete seinen Blick prüfend auf seine Umgebung, als befürchtete er hinter jeder Ecke lauere ein Unheil.

Als Blaise aus dem Büro der Vertrauensschüler verschwunden war, verblieben der Slytherin und die Gryffindor noch eine Weile dort. Sie hatten sich um das Chaos gekümmert, welches der Kampf der zwei Männer hinterlassen hatte. Die restliche Zeit verbrachten sie einfach mit Beisammen sein.
Draco war von sich selbst ein wenig überrascht, dass er mit einem Mädchen auch mehr als nur Sex haben konnte. Er hatte mit Hermine Zeit verbracht. Ohne intime Berührungen, ohne versaute Worte, ohne Spielchen. Dieses neue Verhalten an ihm irritierte ihn ein wenig, störte ihn aber nicht im Geringsten. Mit Hermine fühlte es sich richtig und leicht an.

„So, da sind wir.“, sagte Draco nun beruhigter und blieb mit Hermine vor dem Portrait zu ihrem Gemeinschaftsraum stehen.
„Passwort?“, sagte die fette Dame im Gemälde ausgedehnt und sichtlich müde zu ihnen Beiden gewandt. Sie blickte zu Hermine und dann zu Draco. Ihre Augenbrauen hoben sich ein Stück, als sie sagte: „Du bist ein Slytherin. Du bleibst draußen.“
„Also wirklich.“, empörte sich Hermine flüsternd und wandte sich dann mit entschuldigendem Blick an Draco. Zu ihrem Erstaunen grinste er.
„Kein Problem. Reingehen wirst du sicherlich alleine schaffen, oder?“, fragte er sie frech grinsend und hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen.

„Also wirklich.“, kam es nun empört von der fetten Dame und sie wandte ihren Blick ab.
Hermine und Draco lösten sich voneinander und sahen sich lange an.
„Geh rein.“, sagte er leise und strich ihr für einen flüchtigen Augenblick über die Wange.
„Hippogreif.“, sagte Hermine mit fester Stimme und das Portrait schwang lautlos zur Seite. Draco konnte einen kurzen Blick in den rot gehaltenen Gemeinschaftsraum werfen, ehe er Hermine sanft hinein schob.
Sie drehte sich mit sehnsüchtigem Blick zu ihm um, während sie hinein ging. Sie sah noch, wie Draco seine Hand zum Abschied hob, als sich das Portrait wieder schloss.

„Was macht Malfoy bei unserem Gemeinschaftsraum? Hat er dich gebracht? Wieso?“, kam es mit lauerndem Unterton vom Kamin. Harry saß als Einziger am Feuer, mit einem Buch auf dem Schoß.
Hermine schrak augenblicklich hoch und sah ihn erschrocken an. Was hatte er gesehen?
„Harry?!“, brachte sie nur knapp hervor.

Ihr schwarzhaariger Freund stand auf und legte sein Buch auf den Sessel. Geschichte der Zauberei Band sieben. Harry lernte also für die kommende Prüfung bei Binns, überlegte Hermine.
„Also? Was macht Malfoy so spät bei unserem Gemeinschaftsraum? Wieso hat er dich hergebracht?“, bohrte Harry erneut nach und Wachsamkeit lag in seiner Stimme.
Hermine ahnte, dieses Gespräch würde genau das werden, vor dem sie sich gefürchtet hatte. Doch es ließ sich wohl nicht mehr vermeiden.
„Harry... ich will  es dir erklären, aber erst wenn Ron dabei ist. Ich möchte es euch Beiden sagen.“, sagte sie gefasst.

Harry blickte sie irritiert an. Seine Augenbrauen zogen sich fragend zusammen, doch er verkniff sich jeglichen, vielleicht bissigen, Kommentar dazu.
„Okay. Warten wir auf Ron. Er müsste auch bald kommen. Solange lässt Snape ihn nicht mehr schuften.“, sagte Harry mit einem Lächeln und deutete dann auf den anderen Sessel am Feuer.
„Willst du dich solange zu mir setzen? Das Buch ist mehr als schnarchig.“, grinste er sie nun an und Hermine war beruhigt. Harry schien nicht böse auf sie zu sein. Seine Grundstimmung war gut. Vielleicht könnte das Gespräch doch gut verlaufen ging ihr durch den Kopf und sie erwiderte Harrys Lächeln.

„Harry, wenn du besser bei Binns aufpassen würdest, müsstest du dich nicht so viel belesen.“, mahnte sie ihn lächelnd und ließ sich an den Flammen nieder.
„Vielleicht kannst du mir ja ein wenig helfen mein Wissen aufzufrischen.“, sagte der Gryffindor mit einem leichten Augenzwinkern.
„Gerne.“, entgegnete sie sanft und Beide steckten die Köpfe über dem Buch zusammen.

Es verging eine gute halbe Stunde, als Harry laut schnaufend das Buch zuschlug und zu Boden legte.
„Großer Gott. Dieser Grindelwald war ja schrecklich. Bald so schrecklich wie Voldemort.“, sagte er resignierend und lehnte sich in seinen Sessel zurück.
Hermine schwieg einen Moment.
„Wie war eigentlich euer Training heute Harry? Bald ist wieder ein Spiel, richtig?“, fragte Hermine nun, um die Konversation bis zu Rons Erscheinen am Laufen zu halten.
„Oh, ganz gut. Es ist natürlich blöd, dass Ron nicht spielen darf, aber wir haben einen guten Ersatz für das nächste Spiel denke ich.“, antwortete Harry zufrieden und blickte ins Feuer. Er mochte die hypnotisierenden Flammen. Sie konnten einen fesseln und magisch in ihren Bann ziehen.

Bevor Harry weitersprechen konnte öffnete sich das Portraitloch und ein hochgradig genervter Ronald Weasley kam herein. Er trug seine Schuluniform, die auf einer Seite grünlich glänzte und nass aussah.
„Ron? Was ist denn mit deinem Umhang passiert?“, fragte Hermine neugierig und stand auf.
Der Rotschopf blieb erstaunt stehen und sah seine beiden Freunde an.
„Was macht ihr denn noch hier? Liegt ihr noch nicht im Bett?“, wollte er wissen und blickte zwischen ihnen hin und her.
„Wir haben auf dich gewartet Ronald.“, sagte Hermine sanft und trat nun zu ihm.

Hermine umfasste Rons Umhangsaum vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger und zog ihn hoch.
„Ron... was ist das? Das stinkt ja schrecklich. Bei Merlins Bart....“, sagte Hermine angeekelt, während Harry sich ein Schmunzeln verkneifen musste.
„Das ist nicht witzig Harry!“, schimpfte Ron säuerlich und guckte Hermine dann missmutig an.
„Das ist Stinksaft. Irgendeiner der Slytherins muss es bei Snape im Klassenraum deponiert haben. Ich war gerade beim Regale putzen, als die Tür aufging, ein Zauber an mir vorbei flog und die Flasche vor mir zum Explodieren brachte. Die ganze Suppe hatte sich auf meinem Umhang verteilt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie sauer Snape war, als er kurz darauf kam, um zu kontrollieren ob ich fertig bin.“, sagte Ron zornig und zog sich seinen Umhang aus.

„Lass mich raten.“, warf Harry ein, „Du bist deswegen später als sonst gekommen, oder?“
„Ja.“, sagte Ron knapp und warf sich im Schneidersitz vor dem Kamin.
Hermine, die Mitleid mit Ron hatte, hob ihren Zauberstab und richtete ihn auf dessen Umhang.
„Ratzeputz.“, sagte sie bestimmt, schwang ihr Zauberwerkzeug und ein Teil der stinkenden Flüssigkeit verschwand.
„Hm.“, überlegte sie und tippte mit ihrem Zauberstab gegen ihr Kinn, „Ganz schön hartnäckig das Zeug.“

Sie legte das Kleidungsstück auf einen Stuhl bei einem Tisch und gesellte sich zu ihren beiden Freunden.
Harry und Ron tauschten nun vielsagende Blicke aus, was Hermine stutzen ließ. Was sollte das? Wussten sie schon, worüber sie mit ihnen reden wollte? Wohl kaum.
„Hermine...“, begann Harry und blickte nochmals zu Ron, der ihm mit seinem Blick deutete, ruhig weiter zu reden, „Wir müssen dich was fragen.“
„Ja, das hast du mir vorhin schon gesagt.“, antwortete die Gryffindor irritiert.
„Nein. Also, ja, das auch.“, erwiderte Harry und schüttelte kurz den Kopf.
„Wie, was auch? Was denn noch?“, fragte nun Ron, der von Malfoys Erscheinen vor dem Gemeinschaftsraum noch gar nichts wusste.
„Malfoy war hier.“, sagte Harry sofort, ohne Hermine die Chance zu lassen, selbst zu sprechen.

„Was? Wieso?“, platzte es sofort laut aus Ron heraus und er blickte zu Hermine.
„Er hat mich her gebracht.“, sagte sie nun Kleinlaut und sah auf den Boden. Sie konnte sich vorstellen, wie Ron sie jetzt gerade ansah.
„Ich dachte wir reden über dieses Lerngruppending.“, kam es nur verwirrt von ihm und sofort hob Hermine ihren Blick wieder.
„Was?“, fragte sie nur stumpf und Harry atmete seufzend aus.

„Hermine. Wir wollen mit dir reden, weil wir heute Nachmittag Blaise Zabini begegnet sind.“, sagte Harry ruhig.
Sofort zog sich in Hermines Magen alles zusammen. Es überkam sie das Gefühl sich gleich übergeben zu müssen. Zabini. So ein Mistkerl.
„Und?“, fragte sie nur knapp und legte so unauffällig wie möglich eine Hand auf ihren Bauch.
„Er hat nach dir gefragt, weil er etwas mit dir bereden wollte. Er sagte allerdings nicht was.“, sprach Harry weiter und Hermine hatte das Gefühl, dass ihr der Schweiß ausbrach. Deswegen wusste er wo sie war. Harry und Ron hatten es ihm gesagt. Aber sie machten ihnen keinen Vorwurf.

„Und? Was ist daran so schlimm?“, fragte sie nun erneut.
Ron und Harry tauschten geheimnistuerische Blicke aus.
„Hermine, er meinte es gäbe überhaupt keine Lerngruppe mit dir.“, warf nun Ron gerade heraus in die Runde und alle drei schwiegen.
Hermines Gehirn arbeitete wie wild. Sie wussten es also? Sie wussten, dass sie gelogen hatte? Wieso mussten sie es ausgerechnet so erfahren?
„Hermine?“, fragte Harry nun besorgt nach, da er sah, dass sie sich mit Gedanken zu quälen schien.
Sie blickte zu ihm auf und etwas Entschuldigendes lag in ihrem Blick.
„Und nun ist Malfoy hier auch noch aufgetaucht? Hermine, was ist hier eigentlich los?“, platzte es nun aus Ron heraus.
Er mochte seine beste Freundin nicht so sehen. Sie wirkte niedergeschlagen und geschafft, als wenn sie eine große Last mit sich herum tragen würde.

„Es stimmt.“, sagte sie nun endlich und seufzte. Harry und Ron wurden still.
„Es gibt keine Lerngruppe zwischen Malfoy, Zabini und mir.“
„Wieso hast du uns angelogen?“, fragte Ron nun mit einer Spur Ärger in der Stimme.
„Ich... hatte Angst euch die Wahrheit zu sagen. Und nun... Draco war hier, weil...“, sie beendete ihren Satz nicht. Es wollte ihr einfach nicht über die Lippen kommen.

„Hermine... du kannst uns alles sagen, das weißt du, oder?“, sagte Harry nun sanft und legte seine Hand auf Hermines. Ein mildes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Konnte sie es wirklich? Sie musste es einfach probieren.

„Ich habe mit Draco geschlafen.“, sagte Hermine fast flüsternd und mied erneut die Blicke ihrer Freunde.

Harry und Ron schwiegen, öffneten ihre Münder, überlegten, schlossen sie wieder, nur um sie dann wieder stumm zu öffnen.
„Was?“, kam es irritiert von Ron. Harry schwieg.
„Ich... oh Jungs, das war alles überhaupt nicht geplant. Wirklich nicht. Er... er ist gar nicht so ein Ekel, wirklich. Unter seiner harten Schale hat er sein Herz am rechten Fleck. Glaubt mir.“, versuchte sie ihn und ihre Aussage zu verteidigen, doch da war Ron schon aufgesprungen.

„Hat er dich gezwungen?“, fragte er sie zornig.
„Was? Nein!“, warf Hermine umgehend ein.
Harry schwieg weiterhin.
„Hermine... wieso in aller Welt hast du mit Malfoy... ge... ich kann es nicht mal aussprechen.“, sagte Ron und verzog sein Gesicht.
„Weil ich... ihn irgendwie gern habe.“, gab sie leise zu und erschrak sich selbst ein wenig vor ihren Worten. Sie hatte ihn gern. Das stimmte. Vielleicht sogar mehr als nur ein wenig?

„Hermine... was hat das mit der erfundenen Lerngruppe zu tun?“, kam es plötzlich von Harry.
Sie sah ihn an. Sie sah ihn mit einem Ausdruck von Schmerz und Angst an.

„Ich... hatte eine Art Abmachung mit Blaise und Malfoy. Vor einiger Zeit. Die Beiden hatten mir einen Deal vorgeschlagen, den ich unmöglich ausschlagen konnte. Ich dachte, ich habe es im Griff .“, begann sie zu erklären.
„Was für einen Deal?“, fragte Harry lauernd.
Ron blickte Hermine immer noch verwirrt an, während er sich wieder setzte. Sie mochte Draco Malfoy? Träumte er vielleicht? Dies konnte doch kaum die Realität sein. Vielleicht war es eine geistig benebelnde Substanz in dem Gefäß und kein Stinksaft. Ja, vielleicht halluzinierte er ja.

„Sie würden endlich die Erstklässler in Ruhe lassen und sich brav benehmen, wenn...“, sagte sie resignierend doch konnte nicht weiter sprechen. Was sollte sie sagen? Wenn sie mit ihr schlafen durften? Gott, sie wollte gerade im Erdboden versinken.
„Wenn was?“, kam es nun bohrend von Harry.

„Wenn ich tue, was sie mir sagen.“, umschrieb Hermine es so gut, wie es nur ging.
„Was musstet du dafür tun?“, erkundigte sich Harry nun weiter. Er war an den Rand seines Sessels gerutscht und Ron schien nur mit einem halben Ohr zuzuhören.
„Harry... bitte... müssen wir das vertiefen?“, fragte Hermine nun schwermütig.
„Hermine... was hast du dir dabei gedacht?“, fragte er sie nun verzweifelt.
„Ich hatte gedacht die Beiden so im Zaum halten zu können, damit die Anderen, die Jüngeren, mehr Freude an Hogwarts haben. Harry, ich bin Vertrauensschülerin. Ich bin dafür verantwortlich, dass es allen gut geht und sie sich wohl fühlen.“, seufzte Hermine.

„Okay, versteh ich. Auch wenn es dumm von dir war.“, sagte der Schwarzhaarige langsam und legte erneut seine Hand auf Hermines. Sie lächelte schwach.
„Und was war das mit Malfoy? War das eine der Bedingungen eures... Deals?“, kam es plötzlich von Ron, der die ganze Zeit über schwieg.
„Was? Das? Nein. Der Deal hatte sich vor Kurzem erledigt. Aber irgendwie... ich weiß nicht. Malfoy hatte sich verändert. Irgendetwas war anders an ihm. Er ist nicht mehr der von früher. Glaubt mir. Und dann... ist es einfach passiert. Es war freiwillig, wirklich Jungs.“, sagte Hermine nun hoffnungsvoll und blickte in die ungläubigen Gesichter ihrer Freunde.

„Wirklich Freiwillig?“, erkundigte sich Ron erneut. Hermine nickte.
„Wieso tut er das? Er hasst dich doch. Du bist doch für ihn nichts weiter als ein Sch-“
„Hüte deine Zunge Ronald Weasley!“, mahnte ihn Hermine nun wütend. Sie hatte genug davon, ständig so betitelt zu werden. Und erst Recht nicht von ihren Freunden.
Ron bemerkte seinen Patzer und murmelte leise: „Entschuldigung.“
„Ron...“, begann Hermine, „Vertrau mir. Er ist nicht mehr der, der er einmal war.“

„Aber...“, begann nun Harry, „Wenn Blaise bei dir war, wieso bringt dich Malfoy her? Streit im Paradies der Schlangen?“
Wieder wurde Hermine schlecht. Der nächste Punkt, über den sie ungern sprechen wollte.
„Zabini war bei mir im Büro. Er weiß das von mir und Draco. Er wollte mit mir reden diesbezüglich.“, Hermine druckste rum, wusste nicht wie ehrlich sie sein sollte. Sie entschied sich für sanft ehrlich.
„Er hat mich bedrängt. Mich genötigt die Finger von ihm zu lassen. Er meinte ich sei eine schlechte Wahl, da mein Blut... nicht rein sei.“, sagte sie traurig und knetete ihre Hände in ihrem Schoß. Es tat weh, dies zu sagen. Es tat so verdammt weh.

„Was hat er?“, fragte Ron erneut aufgebracht und auch Harry knurrte bedrohlich.
„Wenn einer die beste Wahl ist, dann bist das du!“, sagte Potter wütend und blickte Ron an. Dieser nickte eifrig.
„Danke Jungs.“, entgegnete Hermine matt.
„Den knöpfen wir uns morgen vor, versprochen.“, warf Ron ein und schaute erwartungsvoll zu Harry, der zustimmend nickte.

„Nein Jungs. Das braucht ihr nicht.“, sagte Hermine umgehend, „Deswegen hat Draco mit ja hergebracht. Er kam zufällig dazu und bevor irgendetwas schlimmes passieren konnte hat er sich darum gekümmert. Ich bezweifel, dass die Beiden jemals wieder Freunde werden.“
Hermine atmete erschöpft aus. Ihr Kopf schmerzte und ihr Magen ebenfalls.
So viele Ereignisse, an nur einem Tag. So viele Tränen. So viel Wut.

„Hermine... bist du dir sicher, dass Draco die Richtige Wahl ist?“, fragte sie Harry jetzt.
„Wieso? Denkst du doch, dass ich nicht die Richtige für ihn bin?“, antwortete sie schnippisch und ihre Augenbrauen zogen sich zusammen.
„Was? Nein, nein. Ich meine nur... er ist ein Slytherin. Er sieht immer auf andere herab. Meinst du... er kann dich glücklich machen? Bist du glücklich mit ihm?“, fragte Harry nun und sah Hermine mit hochgezogenen Augenbrauen an.

Sie überlegte.
„Ja Harry. Ich bin glücklich. Wirklich. Und ich denke auch, dass er mich glücklich machen wird.“, sagte sie lächelnd atmete hörbar erleichtert aus.
Alle drei schwiegen einen Moment.
Eindeutig mussten Ron und Harry verarbeiten, was sie gerade gehört hatten. Sie war einen Deal mit Draco und Blaise eingegangen, der mehr als gefährlich war. Und dabei hatte sie Gefühle für einen Menschen entwickelt, womit niemand jemals gerechnet hatte. Doch sie schien sich sicher.

„Hermine...“ sagte Harry und blickte vielsagend zu Ron, „Wir wollen nur, dass du Glücklich bist. Und wenn Malfoy derjenige ist, der dich Glücklich macht akzeptieren wir das.“
„Oh Jungs... Ihr glaubt gar nicht wie wichtig das für mich ist.“, sagte sie freudig lächelnd.
„Versteh uns nicht falsch.“, sagte Ron mahnend, „Wir finden ihn Scheiße und trauen ihm nicht. Eine gelungene Wahl sieht ganz sicher anders aus.“
„Jap.“, stimmte Harry zu, „Du vertraust ihm vielleicht, aber wir werden ihn zur Sicherheit im Auge behalten. Und wenn er es auch nur wagen sollte dir einmal wehzutun... Dann wird er dafür leiden. Sehr sogar.“
Harry und Ron blickte sie knurrend an und hatten einen entschlossenen Blick. Das war wirklich mehr, als Hermine erwarten konnte.
Beide akzeptierten es und sie glaubte es ihnen sofort. Erleichtert lachte sie leise auf und ließ sich in ihren Sessel sinken.

Sie liebte Harry und Ron. Für ihre Freundschaft, für ihre Akzeptanz und für ihren übergroßen Beschützerinstinkt.
Sie schloss für einen kurzen Moment freudig die Augen und spürte sofort, wie sie die Müdigkeit ummantelte. Sie war sehr erschöpft.
Und mit einem Lächeln auf den Lippen schlief sie umgehend ein.

---

Ausgelassen schnatternd gingen Harry, Ron und Hermine am nächsten Morgen zum Frühstück.
Es war Samstag. Heute war keine Schule. Es gab noch keine Pläne für den Tag, aber die konnten bei einem ausgiebigen Mahl ausreichend besprochen werden.

Plötzlich blieben Harry und Ron gleichzetig stehen und starrten zum Fuß der Treppe.
Dort stand er. Draco Malfoy, vertieft in ein Gespräch mit Pansy Parkinson.
Als wenn sie sich abgesprochen hätten marschierten Beide mit wütendem Blick die letzten Stufen hinunter, direkt auf den Slytherin zu. Er hatte sie noch nicht entdeckt.
Hermine ließen sie achtlos stehen, die mit besorgtem Blick hinterher ging. Sie ahnte übles.

„DU!“, schrie Ron plötzlich und schritt direkt auf Draco zu. Er blieb so dicht bei ihm stehen, dass Malfoy automatisch zwei Schritte rückwärts ging. Ron folgte ihm.
Pansy tat einen irritierten Schritt beiseite.

„Hör mir mal zu mein Freund!“, sagte Ron nun und bohrte Draco seinen Zeigenfinger in die Brust.
Amüsiert lächelnd sah Malfoy den jüngsten Weasleysohn an.
„Soweit ich weiß sind wir keine Freunde Wiesel.“, sagte er arrogant und blickte dann zu Harry, der sich direkt neben Ron stellte. Sein Blick war lauernd und skeptisch. Seine Augenbrauen hatten sich zusammen gezogen und er beobachtete Draco ganz genau.

„Jungs... bitte.“, sagte Hermine leicht außer Atem, als sie bei den drei Männern zum Stehen kam.
„Granger, kannst du mir mal verraten, was hier los ist?“, interessierte sich Pansy nun und sah Hermine neugierig an.
„Revierverhalten.“, schnaubte sie der dunkelhaarigen Slytherin entgegen. Sie stemmte ihre Hände in die Hüften und war mehr als enttäuscht, dass Harrys und Rons Akzeptanz gerade einmal bis zum Frühstück anhielt.

„Entschuldige...“, flüsterte Hermine nun fast in Dracos Richtung, welcher seinen Blick zu ihr gleiten ließ. Er lächelte weiterhin überlegen.
„ich gehe mal davon aus, dass ihr drei ein Gespräch hattet, ja?“, fragte Malfoy nun milde interessiert und drückte seinen Oberkörper gegen Rons Zeigefinger.
„Ja, allerdings.“, sagte Harry wachsam.
„Und?“, fragte Draco mit hochgezogenen Augenbrauen nach.
„Tust du ihr weh... bist du fällig. Hast du das kapiert?“, knurrte Ron und versuchte Draco mit seinen Blicken zu töten.
„Schon klar, schon klar. Ich zwei großen mächtigen Zauberer wollt mich fertig machen. Habs kapiert.“, grinste Draco und nahm mit größerer Anstrengung als erwartet Rons Zeigefinger von seiner Brust.

„Und noch was.“, sagte Harry und kam Draco bedrohlich nah. Der Blondschopf wich keinen Millimeter zurück. Als wenn er Angst vor Potter und seinen lächerlichen Drohungen hätte.
„Halte deinen Affen von Zabini im Zaum, verstanden? Er hat sich Hermine nicht mehr zu nähern.“,sprach Harry weiter.
Augenblicklich wich das Lächeln aus Dracos Gesicht. Eine eisige Kälte legte sich auf seine Züge und er ballte seine Hände zu Fäusten. Ron wich kaum merklich einen Schritt zurück. So hatten sie Malfoy noch nie gesehen.

Pansy sah erstaunt zwischen den Männern hin und her und als sie sah, wie sich Dracos Blick verfinsterte bei der Erwähnung von Blaise Namen, wandte sie sich an Hermine.
„Was ist hier los Granger, verdammt nochmal? Das du und Draco Knick Knack macht ist mir schon klar. Ach nun hör auf so erstaunt zu schauen, ich bin doch nicht blöd. Aber wieso bringt Blaise ihn so in Rage? Er war schon am Donnerstag schlecht auf ihn zu sprechen. Gestern kommt Blaise halb lädiert aus dem Krankenflügel, die Beiden gehen sich konsequent aus dem Weg. Was weißt du Granger?“, bohrte Pansy eindringlich nach.
Hermine näherte sich Parkinson und flüsterte ihr leise zu, was gestern passiert war. Manche Dinge kamen ihr nur schwer über die Lippen, doch als sie geendet hatte, nahm Pansys Gesicht fast den gleichen Ausdruck an wie Dracos.

Ron und Harry starrten derweil unsicher zu Draco, der knurrend vor ihnen stand und sie Beide böse anfunkelte.
„Das mit Blaise lasst mal meine Sorge sein. Er ist ein Slytherin, das kläre ich mit ihm. Aber keine Sorge... er wird sie nie wieder anfassen, das verspreche ich euch.“, kam es unheilvoll von dem Blondschopf.

„Ach, sieh mal einer an. Wen haben wir denn da?“, kam es hochmütig aus Richtung der Kerker und mit einem Mal sahen alle drei, Harry, Ron und Draco, bösartig dort hin.
Blaise, halbwegs wieder hergerichtet, kam ihnen entgegen. Im Schlepptau einige Jungs aus Slytherin, teils aus der Quidditchmannschaft.
„Zabini.“, knurrten Harry, Ron und Draco wie aus einem Mund und wandten sich nun ihm zu.
„Jungs, ich glaube hier sehen wir, wie Draco Malfoy sich dazu entschieden hat die Lager zu wechseln. Von reinblütig, angesehen und geachtet zu einem Verräter. Aber kein Wunder, wenn man so jemand dreckigen wie Granger vögelt.“

Alle umstehenden Schüler hielten mit einem Mal die Luft an und sahen interessiert zu Draco und Blaise. Und zu Hermine.

Dracos Augen funkelten einen kurzen Augenbick finster, als er sich zwischen Harry und Ron durchzwängte und binnen Sekunden den Abstand zu Blaise schloss. Er umfasste den Kragen seines Pullovers und sah ihm drohend in die Augen.
„Ey Drac... Lass ihn los.“, warf Davies, Hüter der Slytherins ein. Doch als Malfoy ihn kurz von der Seite ansah wurde er immer leiser.
„Halt die Klappe Davies. Das geht dich nichts an.“, knurrte der Blondschopf und mit einem Mal standen Harry und Ron bei ihm.

„Ach... sind das deine neuen Freunde? Auf deine Alten willst du ja anscheinend nicht mehr hören.“, lachte Blaise hochmütig auf.
„Pass bloß auf Zabini.“, drohte Ron.
„Ach halt die Klappe Weasley.“, kam es nur arrogant zurück.

Verzweifelt beobachtete Hermine, wie ihre zwei besten Freunde und Draco gemeinsam gegen Blaise vorgingen. Das durfte doch alles nicht wahr sein.
„Lass sie das unter sich klären Granger. Und wenn Blaise sich wieder eine fängt für seine Dummheit, dann soll es so sein. So ein Vollidiot.“, sagte Pansy kopfschüttelnd.
„Du hilfst ihm nicht?“, fragte Hermine neugierig und musterte Parkinson von der Seite. Sie war wahrlich ein hübsches Mädchen. Und sehr erstaunt war sie, dass Pansy anscheinend nett sein konnte. Zumindest war dies das allererste vernünftige, nette Gespräch zwischen ihnen Beiden.

„Du bist absolut erbärmlich Zabini.“, knurrte Draco leise.
„Und du ein Blutsverräter Malfoy!“, kam es konternd von dem dunkelhäutigen Slytherin, „Wie kannst du nur mit einem Schlammblut zusammen sein wollen?“
„Hey, Sprich nicht so über Hermine du elender Slytherin!“, warf nun Ron ein.
„Noch ein Wort Zabini, und ich verfluche dich hier an Ort und Stelle.“, mischte nun auch Harry mit.
„Da bin ich ausnahmsweise mal Potters Meinung und würde mich dem doch glatt anschließen.“, wandte Draco mit ein und Harry meinte ein verschmitztes Lächeln auf Malfoys Lippen entdeckt zu haben.

„Was ist nur aus dir geworden Draco? Wo ist der junge Mann hin, für den ich durchs Feuer gegangen wäre? Stattdessen steht hier ein Blutsverräter erster Güte vor mir.“, warf Blaise nun kopfschüttelnd ein.
„Lieber bin ich ein Blutsverräter als ein Vergewaltiger und Frauenschänder Zabini. Zieh ab, leb dein jämerliches Leben und werde glücklich mit deiner Hughes.“

Abrupt ließ Draco Blaise los, warf ihm einen letzten abschätzigen Blick zu und wandte sich um. Harry und Ron, immer noch grimmig knurrend, gingen ihm hinterher.
Malfoy kam bei den Mädchen zum Stehen. Er sah kurz zu Pansy, die ihm zustimmend anlächelte, als er Hermines Hand packte, sie zu sich zog und seinen Arm um sie legte.
Hochrot wie eine Tomate stand Hermine Granger vor der großen Halle in den Armen von Draco Malfoy, der sie beschützend an sich drückte. Pansy schmunzelte leise und ging amüsiert zum Frühstück.
Harry und Ron fanden den Anblick ihrer besten Freundin in den Armen dieses Schwachmaten sehr merkwürdig, gingen aber zu ihnen hin.

Blaise, nun allein gelassen von den restlichen Slytherins, stand im Flur und beobachtete grimmig, wie sich sein ehemals bester Freund verhielt. Er konnte dieses Anblick kaum aushalten und entschied sich kurzerhand dazu, mit so viel Stolz wie möglich in seinen Augen zurück in die Kerker zu gehen. Zu seinem Glück lief ihm Olivia direkt in die Arme. Er umklammerte ihre Hand und zog sie wieder mit sich zurück nach unten. Ein immer leiser werdendes Kichern ihrerseits war zu vernehmen.

„So ein Idiot.“, brummte Draco leise und sah ihm hinterher.
Einen Moment lang schwiegen alle vier, als Draco die aufkommende Stille durchbrach.
„Potter, würdes du mal bitte aus meinem Gesichtsfeld verschwinden? Ich kann überhaupt nicht sehen, wie mich alle Schüler anstarren.“, sagte Malfoy kühl grinsend. Harry murrte ihn leise an und trat einen Schitt beiseite.
Hermine knuffte Draco wieder in den Oberarm und sah ihn sauer an.
„Was denn? Ich bemühe mich mit deinen Freunden. Ich habe bitte gesagt.“, gab er mit hochgezogenen Augenbrauen zurück.

Hermine schüttelte seufzend den Kopf, als sie Dracos Hand spürte, wie sie sich bestimmt um ihre schlang. Er setzte sich in Bewegung Richtung Frühstück und zog sie sanft hinter sich her.
Alle umstehenden Schüler staunten und gafften neugierig und ließen Beide keinen Augenblick aus den Augen. Harry und Ron gingen höchst irritiert hinter dem ungleichen Paar hinterher.
Draco bugsierte Hermine zu ihrem Häusertisch und ließ sie sich setzen.
Hermines Freunde blieben ungläubig stehen.

„Willst du jetzt mit uns Essen Malfoy?“, fragte Ron im höchsten Maße verwirrt und er betete innerlich, der Slytherin möge doch nein sagen.
Kurz schien Draco abzuwägen ob er er nicht vielleicht ja sagen sollte. Und sei es nur, um Weasley zu ärgern.
Doch dann schüttelte er, zu Rons Erleichterung, den Kopf.
„Spinnst du Weasley? Es würde glaube ich keine fünf Minuten dauern, dann würde irgendjemand an diesem Tisch mich vergiften wollen. Außerdem isst du wie ein Schwein, ,dass kann sich ja keiner mit ansehen. Also, nein danke.“, sagte Draco höhnisch.
Ron sah ihn pikiert an.

Malfoy beugte sich indes zu Hermine herunter und legte sanft seine Lippen an ihr Ohr.
„Bis später.“, hauchte er, gab ihr einen zarten Kuss auf die Stirn und begab sich selbstsicher zu seinem Häusertisch. Alle Augen folgten ihm und als er sich neben Pansy setzte flogen alle Augenpaare wieder zurück zu Hermine.

Der gesamte Gryffindortisch schien die Luft angehalten zu haben. Neville fiel ein Stück seines Toastes wieder aus dem Mund und Seamus achtete nicht mehr darauf, wie viel trinken er noch in seinen Becher kippen wollte. Sein Teller begann langsam zu schwimmen.
Ginny, die neben Hermine saß, blickte sie neugierig, aber schmunzelnd an.
Luna schwebte gedankenverloren an ihnen vorbei und blieb bei Hermine stehen.
„Wie süß ihr zwei seid.“, sagte sie träumerisch und entschwand zu ihrem Tisch zum Essen.

So eine aufregende Neuigkeit hatte es noch nie an einem Samstagmorgen beim Frühstück gegeben.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich wette, diese Neuigkeit wird sich in Hogwarts wie ein Laubfeuer verbreiten *___*.
Endlich zeigen sie es öffentlich. Es tat gut, dass zu schreiben.
Ich freue mich, dass ihr so weit mit mir gegangen seid und hoffe, dass ihr am Freitag, zum finalen Kapitel, wieder mit dabei seid.
Ich freue mich, wie immer, über eine Review, egal wie sie ausfällt und wünsche euch noch einen schönen Abend.
Bis Freitag :)
Lg, Chao
Review schreiben