Commutatio

KurzgeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character)
07.09.2018
07.09.2018
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Ja, ich bin schuldig der üb0rliebe für meine OCs. Irgendwann 2017 hab ich Claudia mal erstellt, weil ich mir so dachte "HM, WAS für einen Prota werden wir wohl für DA4 bekommen?" und BOOM, plötzlich hatte ich 'n ganzes Adelshaus mit verschiedenen Charakteren, deren Verschwägerungen und BFFs und WUSCH, jetzt hau ich die doch tatsächlich in nen OS. Nein, außer Maevaris sind das alles OCs. ABER tatsächlich mögliche OCs! Weil Tevinteradel.

Ich sehe einfach so fucking viel Potential bei den Lucerni und will sie sehen und lieben und Teil von ihnen sein. Sollte ich in DA4 also nicht fähig seinen meinen Claudaverschnitt zu machen WEINE ich. HART!

Um ein paar Kleingkeiten klar zu stellen: Das spielt während Trespasser. Während Maevaris also versucht MAH GURL Claudia anzuwerben gehts beim Inquisitor voll ab. SpaßSpaßSpaßSpaß! Der Titel heißt übrigens "Veränderung" aut Lateinisch. Warum Lateinisch? Weil das quasi Tevene ist, ich unkreativ bin und es so einfach besser klingt. Danke Lateinskills des Internets! Und ich hatte sehr viel Spaß das ganze rumgebitche zu schreiben.

BTW hier ist mein geliebtes Claudia-Schatzibärli und Aeris. Ja, ich habe GELD für diesen Shit ausgegeben und ich bereue nichts.

Der von euch, der die Spongebobanspielung findet, darf sich übrigens freuen! Hab mir extra keine Mühe gegeben das zu verstecken.

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Genervt richtete Claudia den Blick in ihren Taschenspiegel und begann sich vorsichtig den Lidstrich nachzuziehen. Eigentlich sah er noch immer gut aus, aber sie musste irgendwas tun, was sie von all dem hier ablenkte. Man redete schon hinter ihrem Rücken über sie.
So hatte sie sich ihre erste Magistratssitzung ganz bestimmt nicht vorgestellt. Vor allem hatte sie sich vorgenommen erstmal nicht viel zu sagen und zu tun und oh, Überraschung, sie sprach sich für Sklavenrechte aus. Sie wagte es nicht mal eines der Getränke anzunehmen, die hier ausgeschenkt wurde aus Angst jemand hatte spontan beschlossen sie zu vergiften. Ihr Vater hatte sie im Spaß davor gewarnt, aber wahrscheinblich war das nicht mal so abwegig.
Dabei war es eine Nichtigkeit gewesen! Es ging um das Einführen eines Mindestalters für Sklavenkinder um von ihren Müttern getrennt zu werden. Momentan gab es dazu gar keine gesetzlichen Regelungen und dieses Thema war etwas, was Claudia persönlich sehr wichtig war. Seit sie diesen Zwischenfall vor einigen Jahren auf dem Sklavenmarkt beobachtet hatte, wollte sie Dinge verändern. Doch außer Claudia selbst hatten gerade mal vier weitere Magister von dutzenden für den Gesetzesentwurf gestimmt. Damit war er offiziell verworfen und vergessen und würde den Senat auch nie erreichen. Ob Claudia überhaupt mal an einem Senatsbeschluss beteiligt sein würde? Nun, wenn es so weiter ging wie jetzt eher nicht.
Dabei hätte sie so gerne irgendwas geändert und jetzt bekam sie die Chance. Sie saß auf dem rotgepolsterten Stuhl im Magisterium, dem selben auf dem auch schon ihr Vater gesessen hatte. Vor sich auf dem Tisch stand eine vergoldete Tafel mit ihrem eingravierten Familiennamen und ihr waren trotzdem die Hände gebunden. Man tuschelte über sie, machte sich über sie lustig. Sie hatte schon Bemerkungen fallen hören, die sie sich im Leben nicht hätte träumen lassen und Elfenhure war noch nett.
Sie hatte ernsthaft gehofft sie könnte ein paar kleine Veränderungen schaffen, aber dass dieser Wunsch auf derartige Ablehnung traf war für sie absolut unverständlich. Es war doch etwas so kleines und unbedeutendes…
Ihr Vater hatte sie gewarnt, aber sie glaubte ja bis eben wirklich es würde nicht so schlimm werden. Schön wär’s. Sie wünschte sich spontan Aeris her, die Kleine hätte jeden der schlecht über sie sprach mit ihrer eigenen Kacke beworfen. Affen waren einfach die besseren Menschen.
Claudia legte den Spiegel und die Schminke schließlich zurück in eine der Taschen in ihrem Unterrock und erhob sich aus ihrem Stuhl. Das war also ihre erste Magistratssitzung gewesen. Was für ein Witz. Sie hätte auch zu Hause bleiben können. Sie hatte den gesamten Vormittag kein einziges Wort gesprochen und trotzdem hatte diese eine einzige Handbewegung bei der Abstimmung für das Gesetz gereicht um den Ruf ihrer Familie zu schädigen. Oh, das würde Gesprächsstoff geben. Sie hoffte nur zu Hause würde sie dafür nicht zu viel Ärger bekommen. Andererseits könnte sie einfach irgendwem etwas Geld zustecken und die Sache war gegessen.
Gerade als sie den Stuhl zurückruckte sah sie aus den Augenwinkeln einen älteren Mann auf sie zukommen. Seine ergrauten Haare waren zu einem kurzen Pferdeschwanz zurückgebunden und er zog ein Bein etwas hinterher, als er ein paar Stufen zu ihrem Platz hinaufstieg. Eine alte Verletzung von einem misslungenen Mordversuch in jungen Jahren, wenn sie sich recht erinnerte. Sie war damals vier oder so gewesen. Er sah mit seinem Gehstock, der hohen Stirn und den streng nach hinten gebundenen Haaren unglaublich streng und aristokratisch aus, ein bisschen wie diese klapperdürren Windhunde, für die ihr Cousin so schwärmte.
„Onkel Vitus, schön euch zu sehen.“, begrüßte sie den Mann schließlich mit einem müden Lächeln. Ihr Onkel würde ihr jetzt sicherlich auch gleich sagen wie idiotisch ihre erste offizielle Amtshandlung als Magistra des Reiches doch war.
„Dialein!“, begrüßte er sie mit diesem mitleidigen Ton in der Stimme und kam mit ausgebreiteten Armen auf sie zu. Sie ließ die Umarmung seufzend über sich ergehen und richtete mit einer Hand ihren Schleier wieder zurecht. Lieber jetzt als später, sonst vergaß sie es und sie hatte keine Lust sich wie das letzte Mal anhören zu müssen, wie unordentlich sie doch rumlief. Sie. Ausgerechnet sie! Sie, die sogar ihrem Affen die Popel aus der Nase zog!
„Na, wie geht es dir?“ Ihr Onkel schob sie an den Schultern wieder ein Stück von sich weg und betrachtete sie einen Moment. Sie war frustriert und das sah man ihr auch an.
„Ich–“
„Warte, heb das Kinn höher und steh grade… Und entspanne deine Augenbrauen, sonst bekommst du Falten und man sieht dir an, dass dich das Ergebnis vorhin nicht zufrieden gestellt hat. Am Ende siehst du noch aus wie deine Mutter!“, ordnete Vitus an und stellte sie in die richtige Pose. Er meinte es nicht mal böse wenn er so mit ihr sprach, er wollte nur dass sie alles richtig machte. Er wusste selber was es bedeutete im Magisterium zu arbeiten und Claudia durfte sich jetzt keine weiteren Fehler mehr erlauben. Sie musste sich die Würde die sie noch hatte und auch ihre Jugend möglichst lange erhalten, schließlich war sie auch seine Nichte und er wollte nicht bei seiner nächsten Feier einen Gast rauswerfen, nur weil dieser schlecht über sie sprach. Für Vitus war es eine Sache der Ehre seine Familie zu verteidigen, auch wenn das nicht bei allen so war. Claudia wusste das und schätzte sich jedes Mal glücklich ihn als Onkel zu haben. Er war das Oberhaupt des Hauses Caprus und wenn er sagte, dass seine Nichte in Ruhe gelassen werden sollte, hatte das immer noch eine andere Gewichtung, als wenn ihr eigener Vater es sagte. Bei dem hieß es dann nur er verhätschelte sein Lieblingskind, aber bei ihrem Onkel war das anders.
Vitus Großvater wäre schließlich sogar mal fast Archon geworden… Fast. Leider kam ihm ein tragischer Badeunfall zuvor. Zumindest war das die offizielle Version.
„So, besser.“ Er sah zufrieden auf seine Nichte und bat ihr seinen Arm an. Sie hakte sich bei ihm unter und begleitete ihn aus dem Sitzungssaal. Sie gehörten beide zu den letzten Personen, die die Vorhalle betraten und Claudia konnte schon jetzt spüren wie die Blicke auf ihnen hängen blieben. Gut, morgen würde sich schon rumgesprochen haben, dass sie nur seine Nichte war, aber bis dahin würde das Getuschel anhalten. Sie würde heute Abend eine Wette mit ihrer Schwester abschließen, wie viele Leute ihnen morgen wohl eine inzestuöse Beziehung unterstellen würden.
„Und wie fandest du deine erste Sitzung? Sei ehrlich, beschönige nichts.“ Vitus führte sie schnell durch die Halle hinaus auf den Vorplatz. Er kannte ein Restaurant was ganz hervorragenden Fisch servierte und er wusste wie sehr Claudia Krabben liebte. Sie hatte sich etwas Schönes nach dem heutigen Tag redlich verdient. Obwohl, wenn er so dachte, müsste er die Arme dann ja jeden Tag zum Essen einladen. Trotzdem, das war ihr erster Tag gewesen und sie tat ihm leid.
Claudia sah sich ein paar mal unauffällig um, um sicher zu gehen, dass auch ganz sicher niemand mithörte. Sie war fast schon paranoid was das anging und es war ungewohnt für sie nicht in einem geschützten Raum über ihre Meinung zu reden. Andererseits war die Menschenmenge auf der Straße vielleicht der beste Schutz vor neugierigen Ohren.
„Es war… frustrierend.“, meinte sie schließlich zögerlich und seufzte langgezogen. „Ich habe an einer einzigen Abstimmung teilgenommen und habe das Gefühl unser gesamtes Haus ruiniert zu haben.“ Es war vielleicht nicht ganz so schlimm, aber trotzdem nagte die Schuld an ihr. Denn wenn irgendwas passieren sollte, dann war sie nun mal schuld, weil sie eine schlechte Meinung vertrat. Und sie war jetzt der politische Kopf ihres Hauses, also hatte sie in dem Punkt die Verantwortung einen Ruf zu wahren.
„Unsinn! Das Gefühl müsste ich ja dauernd haben!“, meinte Vitus spöttisch und schüttelte den Kopf. Sie sollte sich nicht solche Gedanken machen, es ging nur um eine einzige recht unbedeutende Abstimmung. „Zudem hat dein Vater sich auch schon ein paar Mal in den letzten Jahren unbeliebt gemacht. Eurer Macht und Einfluss hat das trotzdem nie einen Abriss getan. Also mach dir keine Sorge Dia, ich verspreche dir, dass alles beim Alten bleibt. Glaub mir, Geld löst fast alle Probleme.“ Er tat sein bestes um sie zu beruhigen, aber sie konnte diesen schreckliche Nervosität nicht ablegen.
„Warum hast du eigentlich nicht für das Gesetz gestimmt?“, fragte sie nun plötzlich und sah vorwurfsvoll zu ihm.
„Weil ich mich enthalten habe.“
„Dann hättest du auch dafür stimmen können.“, entgegnete Claudia gekränkt und schirmte ihre Augen gegen die grelle Sonne ab, die sich hinter einer Wolke blicken ließ.
„Dia, die Caprus verdienen heutzutage ihr Geld mit dem Handel von Wertpapieren und durch unsere Ländereien in den Valarian Feldern. Wir brauchen keine Sklaven, wir haben Bauern, die als freie Bürger Tevinters geboren sind.“
„Trotzdem. Ihr braucht keine Sklaven, dann enthalte dich doch nicht.“, erwiderte sie und sah tadelnd zu ihm herüber.
„Diaaaa… Komm, darüber diskutieren wir ein anderes mal, lass uns jetzt einfach essen. Wie geht es eigentlich meiner Schwester?“ Er versuchte eindeutig vom Thema abzulenken und deutete mit einer Geste zu dem Restaurant auf der anderen Seite der Straße. Claudia folgte ihm schweigend, denn ein kostenloses Essen ließ sie sich nie entgehen. Zudem wusste sie, dass ihr Onkel sie nicht erzürnen wollte, es war trotzdem frustrierend. Aber sie hatte den Mann zu gern um sich mit ihm zu streiten. Irgendwas sagte ihr, dass sie sich in Zukunft noch oft genug im Magisterium streiten würde.
„Mutter geht es gut. Flavia macht grade nur wieder Ärger, weil sie sich im Zirkel ständig mit ihren Lehrern anlegt. Ich war sie vor ein paar Tagen besuchen und hab ihr ein paar Klamotten vorbeigebracht und mit ihr Eiszauber geübt. Das heißt sie hat mich mit den neusten theoretischen Erkenntnissen zur Schleierkrümmung zugetextet. Sie kann ja alles schon so toll und was weiß ich… Ach, sie ist einfach so anstrengend geworden! Sie will immer die Beste sein, was soll das?“
„Sie ist eben vierzehn, lass ihr ein paar Jahre Zeit und sie wird genau so vorbildlich wie du und Divina.“, meinte Vitus und hielt ihr die Tür zum Restaurant auf.
„Vorbildlich? Mutter wäre gestern fast gestorben! Divina ist schulterfrei vor die Tür gegangen! Schulterfrei!“, erzählte Claudia entsetzt und schlug die Hände theatralisch über dem Kopf zusammen. Man konnte sich in Tevinter auf modischer Ebene ja viel erlauben. Ausschnitte bis zur Hüfte, die sinnlosesten Handschuhe aller Zeiten und hundert verschiedene Lagen Umhänge übereinander waren ja auch in Ordnung, aber schulterfrei? Das war ein Verbrechen gegen alle gegengesellschaftlich gebilligten Kleidungsstücke.
„Ich weiß, deine Mutter war da schon immer sehr streng. Weißt du was sie getan hat, als ich in jungen Jahren meinen Bart nicht ganz symmetrisch geschnitten habe? Sie hat ihn mir im Schlaf abgeschnitten. Vollständig. Und damals war sie grade mal zehn. Das hat also alles nichts mit euch zu tun, sie war schon immer so.“, erzählte Vitus schmunzelnd und schob Claudia einen Stuhl zurück. Sie saßen in einer etwas ruhigeren Ecke des Restaurants. Neben ihnen an der Wand schwebten kleine Lichtkugeln umher, hinter denen dünne Lyriumadern durch die Tapete schimmerten.
Während ihr Onkel sich überlegte was er essen wollte, fiel Claudias Blick auf die Speisen der anderen Gäste. Was wenn ihnen jemand hier her gefolgt war um sie zu vergiften? Ein unauffälliger Elf in der Küche, der den Befehl seines Meisters ausführte, eine flinke Hand, die Gift über ihre Bestellung kippte…
„Möchtest du Krabben?“ Mit diesen Worten riss Vitus sie wieder aus ihren Gedanken und sie schreckte auf.
„Oh, nein, heute mal nicht… Ich nehme den gegrillten Oktopus.“, erwiderte sie. Es war eine nur zu gut bekannte Tatsache, dass sie Krabben liebte. Sie wollte es potenziellen Giftanschlägen vorerst nicht zu einfach machen. Zu jedem anderen Zeitpunkt hätte sie die Krabben genommen, aber nicht heute.
„Also gut, ich nehme den Hai. Möchtest du etwas trinken?“
„Hm… Was haben die hier?“
„Keine Ahnung, wir fragen einfach den Kellner.“, erwiderte Vitus schulterzuckend und betrachtete sie einen Moment eingehend. Irgendwas mit ihrem Gesicht war anders und es störte ihn, aber er kam einfach nicht drauf.
„Ist was?“, fragte sie, als sie seinen Blick nach ein paar Sekunden bemerkte.
„Dein Gesicht… Irgendwas stimmt nicht, aber ich komm nicht drauf.“
Claudia kam nicht dazu ihm Antworten zu geben, da einen Augenblick später eine junge Elfin neben ihnen stand und ihre Bestellung aufnahm.
„Was würdet Ihr uns für einen Wein empfehlen?“, fragte Claudia schließlich, nachdem ihr Essen geordert war. Die Elfin wollte gerade Luft holen um zu antworten, doch ehe sie einen Ton herausbekam, meldete sich eine andere Dame zu Wort.
„Ich würde Euch Qarinische Blüte empfehlen, ein ausgezeichneter Wein, aber nicht sehr bekannt in der Hauptstadt.“
Weder Vitus noch Claudia selbst konnten mit der Stimme irgendwas anfangen und sie wussten auch nicht wer da eigentlich sprach. Wer wagte es auch ihnen einfach aus dem Nichts einen Wein zu empfehlen? Erst als sich einen Tisch weiter eine junge Frau erhob, erkannte zumindest Vitus wem die Stimme gehörte.
„Magistra Tilani! Wie schön Euch wieder zu sehen!“, begrüßte er die blonde Frau und erhob sich für eine Verbeugung. Maevaris erwiderte diese mit einem kurzen Lächeln und verschränkte ihre Arme hinter dem Rücken. Ihr Blick blieb einen Moment an Claudia hängen, die versuchte irgendwas mit dieser Frau in Verbindung zu bringen, aber nichts kam ihr in den Sinn.
„Ich bin überrascht, dass Ihr nicht in Qarinus seid. Was macht Ihr in der Hauptstadt?“, fragte Vitus stattdessen und bat ihr einen leeren Stuhl an.
„Oh, vielen Dank, aber ich möchte Euch nicht zu lange aufhalten. Und Ihr wisst doch, dass ich manchmal, wenn es um… ansprechende Gesetze und Diskussionen geht, tatsächlich mal einen Fuß aus meinem geliebten Qarinus setze.“ Maevaris schenkte Vitus ein gespieltes Lächeln und wandte ihre gesamte Aufmerksamkeit dann jedoch Claudia zu.
„Magistra Aurum, ich möchte Euch im Übrigen auch nochmal im Namen des Hauses Tilani im Magisterium herzlich willkommen heißen.“
„Vielen Dank, das ist sehr freundlich von Euch.“ Claudia schenkte ihr ein Lächeln, wenn auch nur aus Höflichkeit heraus. Sie kannte diese Frau so gut wie gar nicht und würde bestimmt nicht auf jede gespielte Freundlichkeit eingehen.
„Es tut mir im Übrigen sehr leid, wenn ich Euch störe, aber bis Eure Bestellung aufgenommen und zubereitet wurde, können wir uns doch sicherlich unter vier Augen sprechen, nicht?“, fragte Maevaris und sah hoffnungsvoll zu Claudia.
„Äh… Ich weiß nicht…“ Plötzlich kam sie sich vor wie das kleine Mädchen, das sie früher war und das immer die Bestätigung ihrer Eltern suchte. Da diese aber gerade abwesend waren, musste ihr Onkel herhalten.
Vitus konnte mit ihren Knopfaugen jedoch nicht viel anfangen und warf ihr einen verwirrten Blick zu. Seine Kinder hatten nie Erfolg mit Betteln gehabt, warum sollte es bei seiner Nichte anders sein?
„Keine Sorge, ich verspreche Euch, dass es nicht lange dauern wird! Wir gehen einmal um das Theater, die Straße hoch und wenn Ihr wieder hier seid, wird Euer Essen schon bereit stehen.“, versuchte Maevaris sie zu überzeugen. An sich sprach ja nichts dagegen, bis auf die Tatsache, dass Claudia befürchtete, dass man sie in einer Nebengasse töten würde.
„Ich weiß nicht… Onkel Vitus, du hast doch nichts dage–“
„Ach was. Nur zu, ich halte dir das Essen schon warm.“, unterbrach er sie kurzerhand. Um zu zeigen, dass er es ernst meinte ließ er in seiner Handfläche eine Flamme erscheinen und nickte Claudia daraufhin ermutigend zu. Das war eigentlich genau das Gegenteil von dem war sie hören wollte. Genau genommen wollte Claudia hier bleiben und es auf ihren Onkel schieben. Und jetzt ermunterte er sie auch noch… Manchmal wollte sie ihn am liebsten schlagen. Mit einem Stuhl. Aus Stein.
„Also gut… Ich werde mir anhören was Ihr mir zu sagen habt.“ Claudia hatte keine Wahl und gab sich geschlagen. Sie hatte eigentlich absolut keine Lust darauf, aber das hier war das erste Mal, dass sie irgendwer zu einem politischen Gespräch einlud und dafür ließ sie dann sogar den Tintenfisch warten.
„Wunderbar! Ihr werdet es nicht bereuen, glaubt mir!“ Maevaris bot ihr breit grinsend ihren Arm an und Claudia hakte sich bei ihr ein, woraufhin die beiden das Restaurant verließen. Es war draußen noch immer warm, aber mit den Frostrunen, die in Claudias Kleidung eingearbeitet waren, war es erträglich. Vor allem in ihren Stiefeln. Wie konnten arme Menschen bei diesem Wetter nur Stiefel tragen und dabei nicht schmelzen?
„Ich finde es jedes Mal ganz wunderbar, ein neues, junges Gesicht im Magisterium zu wissen. All diese alten, engstirnigen Leute werden mit der Zeit so anstrengend…“, begann Maevaris zu erzählen, nachdem sie ein paar Schritte in der Sonne gegangen waren.
„Oh glaubt mir, ich hätte lieber noch ein paar Jahre gewartet.“, entgegnete Claudia und rückte mit einer Hand ihren Schleier zurecht. Dieses dämliche Ding blieb auch nie gerade.
„Das hätten wir alle gerne…“ Sie lachte auf, räusperte sich dann jedoch und nahm wieder einen ernsteren Ton an. Wenn sie dieses Gespräch erfolgreich führen wollte, musste sie Mitgefühl herüberbringen und davon nicht zu wenig. Sie hatte schließlich von mehreren Quellen gehört, dass die Aurumtöchter ihren Vater wohl nicht hassten. Das war mehr als viele andere Ihres Standes über sich sagen konnten. „Das… Das mit Eurem Vater tut mir übrigens schrecklich leid. Was ihm zugestoßen ist, hat niemand von Euch verdient.“
„Was? Er lebt doch noch.“, meinte Claudia sichtlich verwirrt. Warum sprach sie über Iulio als wäre er schon verbrannt und seine Asche in der Familiengruft? Ja, er wäre fast erstochen worden, aber er hatte sich ganz gut zur Wehr gesetzt. Natürlich, die psychischen Folgen hingen ihm noch nach, aber es ging ihm gut. Er müsste genau jetzt in ihrem Strandhaus sein und sich Divinas Gerede über potentielle Ehemänner anhören.
„Das schon und damit hat er mehr Glück als viele andere, die ich kannte. Der Vater eines guten Freundes von mir ist vor kurzem…“ Sie hielt kurz inne „…gestorben worden. Kanntet Ihr Halward Pavus oder seinen Sohn?“
Claudia musste kurz nachdenken. Wenn Magister nämlich nicht aus Minrathous stammten hatte sie durchaus Probleme sie einzuordnen, aber irgendwas sagte der Name ihr.
„Ich weiß nicht… Ich glaube ich habe die Familie auf irgendeiner Feier gesehen, als ich sechs oder so war… Ihr Sohn war einiges älter als ich und hat sich darüber lustig gemacht, dass ich beinahe auf der Schleppe meiner Mutter eingeschlafen bin. Er meinte ich sei wie ein fetter Schoßhund.“, erzählte sie dermaßen trocken, dass Maevaris ein Lachen nicht mehr zurückhalten konnte. Wenn Claudia sich nicht irrte, war das nicht mal gespielt, sie fand die Geschichte wohl tatsächlich lustig.
„Oh beim Erbauer, darauf muss ich ihn unbedingt mal ansprechen! Die Geschichte kannte ich gar nicht, das ist so niedlich!“ Maevaris war entzückt und drückte kichernd die Hände vor den Mund, bevor sie sich wieder fing. „Aber schön, dass der Name Euch irgendwas sagt. Ich sollte Euch einander unbedingt mal vorstellen, jedoch nicht jetzt. Der neue Magister Pavus ist noch immer im Namen des Reiches im Süden. Und ob er die Nachricht schon erhalten hat. Oh wer weiß ob nicht irgendein Sion das Schreiben abgefangen hat… Man kann einfach niemandem vertrauen.“
War das grade eine Drohung? Claudia konnte es nicht mit Sicherheit sagen, entschied sich aber es vorerst zu ignorieren.
„Oh, er weiß also noch gar nichts? Das tut mir sehr leid für ihn, das muss schrecklich sein. Sollte ich jemals herausfinden wer auch nur versucht hat meinen Vater zu töten würde ich demjenigen die Kehle aufreißen.“, meinte sie ernst und hielt den Blick einen Moment lang prüfend auf Maevaris gerichtet. Es war nicht so, dass sie glaubte, dass diese irgendwas mit dem Angriff auf ihren Vater zu tun hatte, aber wie sagte sie so schön? Man kann einfach niemandem vertrauen.
„Ich weiß nicht wie er es aufnimmt… Nicht jeder hier hat das Glück annehmbare Väter zu haben, so wie ihr.“ Maevaris war ganz gut darin das Gespräch in die Richtung zu lenken in die sie es haben wollte und bisher schien Claudia keinen Verdacht zu schöpfen, zumindest merkte man es ihr nicht an.
„Annehmbar? Na das klingt ja fast so als würdet Ihr einander kennen.“
„Nur flüchtig. Ein weiterer Magister, den man auf Festen und im Magisterium antrifft, manchmal im Zirkel oder bei der Ernennung des letzten Archons. Aber zumindest habe ich stets einen guten Eindruck von ihm gehabt.“, entgegnete Maevaris und klang dabei sogar aufrichtig. Wenn sie es wirklich so meinte, dann war Claudia fast schon ein bisschen stolz auf ihn. Es war schön von Dritten zu hören, dass ihr Vater ein guter Mann war. Denn gute Männer waren eine Rarität in der tevinteranischen Oberschicht.
„Ja?“
„Selbstverständlich! Einmal haben er und ich sogar für den gleichen Gesetzesentwurf gestimmt! Es ging glaube ich darum, dass Sklaven das Recht auf medizinische Versorgung bekommen. Aber…“ Maevaris lachte gekünstelt auf „Rechte? Rechte sind was für echte Menschen! Wo wären wir denn da, wenn ein Elf plötzlich mehr Freiheiten als ein Maultier hat? Ach, was standen Euer Vater, die paar Anderen und ich doch dumm da… Einer von denen lebt auch nicht mehr.“ Sie klang für einen Moment fast schon traurig und Claudia konnte nicht anders als sie zu bemitleiden. Doch das wurde schnell von einem anderen Gedanken abgelöst.
„Mein Vater hat für so ein Gesetz gestimmt? Wann war das?“
„Vor ein paar Jahren. Aber Ihr scheint überrascht. Warum? Habt Ihr Eure Ansichten etwa nicht von ihm übernommen?“, fragte sie neugierig.
„Was? Nein, er hat mir davon nur nie erzählt…“
„Er wollte es wahrscheinlich nicht breittreten. Je weniger Probleme, umso besser, hm?“
„Äh… ja.“ Claudia wusste noch immer nicht was sie von dieser Magistra halten sollte. Testete sie sie? Wollte sie wissen welche politische Richtung sie anstrebte und ihr einen Dolch in den Rücken rammen, sobald Claudia zeigte, was genau ihre Ziele waren? Fragen über Fragen…
„Aber wie sieht es mit Euch aus? Denkt Ihr Euer Vater würde es gutheißen, wenn ihr Eure momentane politische Richtung beibehaltet?“, fragte Maevaris weiter. Irgendwas wollte sie wissen und Claudia hatte auch keine Lust mehr dieses Spiel weiter in die Länge zu ziehen. Ihr Vater hätte spätestens jetzt irgendein spitzzüngiges Kommentar von sich gegeben und sie würde das selbe tun.
„Nun, Euer Interesse für meinen Vater ist wirklich bemerkenswert. Aber wenn Ihr möchtet kann ich ein Treffen zwischen Euch arrangieren und Ihr könnt ihm all diese Fragen selber stellen…“ Sie lächelte Maevaris gekünstelt an und fügte noch schnell hinzu: „Aber er ist verheiratet, also denkt gar nicht erst daran, sonst werdet Ihr niemals die Gelegenheit für eine eigene Hochzeit bekommen.“
Ihr war bewusst, dass sie soeben eine Morddrohung gegen die Magistra ausgesprochen hatte, aber das war hier ja Gang und Gebe.
Magistra Tilani scherte sich auch keinen Moment zu lang um ebendiese Einschüchterung und ignorierte sie kurzerhand. Sie ließe sich das hier doch nicht durch leere Drohungen verängstigen, dafür kannte sie das alles nun wirklich zu lange.
„Keine Sorge, Euer Vater ist vor mir sicher. Es ging mir auch eher um Eure Politik… Denn nun, Ihr und ich haben heute auch für ein solch utopisches Gesetz gestimmt! Verrückt, Rechte für Sklaven, sind wir nicht witzig?“ Maevaris lachte gekünstelt auf und riss Claudia ein wenig zur Seite, gerade genug um sie nicht in eine Lache aus Erbrochenem treten zu lassen. Angeekelt vereiste Claudia die Hinterlassenschaften kurzerhand mit einer schnellen Handbewegung im Vorbeigehen. Dann stank es weniger, zumindest solange die Mittagssonne es zuließ. Aber was hatte sie da gesagt? Claudia musste kurz überlegen und jetzt wo sie so darüber nachdachte fiel ihr ein, dass Magistra Tilani tatsächlich für das Gesetz gestimmt hatte. Sie und eine Hand voll anderer Leute. Aber das änderte natürlich vieles! Wenn sie nämlich genau so ein naiver Freidenker war wie Claudia war, war das nämlich was ganz anderes.
„Wartet! Warum habt Ihr das nicht gleich gesagt? Ich dachte die ganze Zeit ihr wollt mich in der nächsten Nebenstraße abstechen.“, meinte Claudia aufgeregt und konnte ein Grinsen nur schwer unterdrücken. Sie war so unglaublich erleichtert. Wenn man mit jemandem eine ähnliche politische Meinung vertrat war das in Tevinter schon die halbe Miete.
„Ich habe gehofft Ihr kämt etwas schneller darauf, aber anscheinend war mein Gesicht nicht einprägsam genug.“, antwortete Maevaris und schmunzelte. Dieses arme Ding, da hatte sie ihren ersten Tag im Magisterium und schon fürchtete sie um ihr Leben. Das war eigentlich nicht Maevaris‘ Absicht gewesen. Natürlich hätte sie von Anfang an etwas direkter fragen können, aber das war zu riskant und ziemlich taktlos. Und die Hitze machte das Denken auch manchmal schwer.
„Unsinn, ich habe einfach nicht wirklich darauf geachtet wer da abgestimmt hat. Aber es ist schön zu wissen, dass Ihr eine Ver–“ Sie hielt inne. ‚Verbündete‘ war ein ziemlich starkes Wort und sollte vielleicht nicht allzu unbedacht verwendet werden. Zudem kannte sie Magistra Tilani so gut wie gar nicht, es war einfach nicht angemessen. „Es ist schön zu wissen, dass Ihr eine Gleichdenkende seid.“, korrigierte Claudia sich schließlich. Ja, das klang schon besser.
„Nun, Ihr müsst nicht denken Ihr seid da allein… Sagt mir, habt Ihr schon mal daran gedacht Euch einer politischen Gruppe anzuschließen?“
„Was? An wen denkt Ihr da?“
„Nun, es gibt viele davon. Es ist doch schließlich immer besser sich mit gleichdenkenden Magistern regelmäßig auszutauschen, gemeinsam Gesetzesentwürfe zu überlegen und sich über sonstige politische Belange zu unterhalten. Mir jedenfalls hat er sehr geholfen, es birgt schließlich auch Sicherheiten in einer Gruppe zu sein.“, begann Maevaris zu erzählen. Sie versuchte das alles nebensächlich klingen zu lassen, aber irgendwas sagte Claudia, dass das hier das ganze Ziel dieses Gesprächs war.
„Aha… Nun, mein Vater war nie in einer Gruppe… Er meinte sowas wird zu leicht infiltriert.“
„Oh, das mag stimmen, aber wir sind keine allzu große Macht. Zudem wäre ein Maulwurf sehr leicht zu entdecken, bei unseren schockierend radikalen Ansichten.“
Jetzt stockte Claudia, löste ihren Arm aus Maevaris‘ und blieb stehen. Was hieß hier ‚radikal‘? Lief sie in die Arme einer Sekte? Irgendwelche Fanatiker? Oh bitte nicht, sie hätte die Zeit lieber mit ihrem Onkel verbracht. Sie musste doch auch wie ein erstklassiges Opfer erscheinen: jung, idealistisch und ohne besonderen Rückhalt ihrer Familie. Ihre Mutter wollte schließlich mal ihren Vater dazu zwingen einen der Sklaven zu opfern um das Überleben ihres jüngsten Sohnes zu sichern. Dieser starb jedoch bevor ihr Vater sich dazu nötigen ließ.
„Was meint Ihr damit?“, fragte Claudia kühl und spürte sofort wie ihre Feindseligkeit gegenüber der Magistra wieder wuchs. Sie wollte nichts mit irgendwelchen fanatischen Kultisten zu tun haben.
„Nun, mein Freund, Dorian Pavus ist Mitglied unserer kleinen Gruppe… Sagt Euch das irgendwas? Pavus, Tilani, die Namen zusammen? Wir haben vor kurzem für einen empörten Aufschrei im Magisterium gesorgt.“
Claudias Schweigen und kühler Blick ließen nicht vermuten, dass sie antworten würde. Tatsächlich sagten ihr die Namen entfernt irgendwas, aber nichts Genaueres. Entweder hatte sie diesen ‚Aufschrei‘ nicht mitbekommen oder es konnte gar nicht so skandalös sein.
„Ich habe vor wenigen Wochen eine Gruppe ins Leben gerufen, die sich Lucerni nennt und ich denke das würde Euch gefallen.“
„Ihr habt nicht meine Frage beantwortet. Was sind Eure Ziele?“, hakte Claudia nach und verschränkte die Arme hinter dem Rücken.
„Wir wollen keine Sklaverei, keine Opfer für Blutmagie und tatsächliche Prozesse für Verbrechen wie diese. Wir wollen das Magisterium von seinen ganzen elendigen, sturen, korrupten, alten Eseln befreien, die diese ganze Nation noch immer an demselben Punkt wie vor fünfhundert Jahren halten. Ist das zu weltfremd für Euch oder könntet Ihr Euch damit anfreunden?“ Maevaris sah prüfend zu ihr herunter und faltete die Hände ineinander. Sie hatte große Hoffnungen in dieses Gespräch gesetzt, denn wie oft fand sie schon jemanden, der ihre Ansichten teilte?
„Ihr denkt also weil ich will, dass Sklaven ein Recht bekommen, würde ich gleich zu Euch passen?“, hakte Claudia nach. Sie war sich immer noch unsicher was das hier war und ob sie darauf eingehen sollte. War sie überhaupt fähig sich in eine politische Gruppe einzubringen? Sie war ja schon froh die Gegebenheiten des Magisteriums zu verstehen.
„Warum denn sonst? Glaubt Ihr ich denke Ihr  habt nur dafür gestimmt, weil Euch danach war? Ihr seid seit gerade mal einem Tag eine Magistra und seid gleich ein solches Risiko eingegangen und das wusstet ihr. Wenn Ihr wie jeder andere dort wärt, dann hättet Ihr dagegen gestimmt oder Euch gar enthalten, so wie Euer Onkel.“
„Aber woher will ich wissen, dass–“ Claudia stockte, als jemand an ihnen vorbei lief. Die Kleidung sah nach Magister oder neureichem Geldadel aus und sie sah es nicht ein vor der falschen Person zu viel zu sagen. Die beiden Frauen schwiegen sich kurz an, bis der Fremde hinter der nächsten Ecke verschwunden war.
„Woher will ich wissen, dass es sicher ist?“, fragte Claudia schließlich und schnaufte angestrengt auf. Das hier war so nervenaufreibend, fast noch schlimmer als die Magisteriumsabstimmung selbst.
„Nun, das heutige Gesetz wurde von einem unserer Mitglieder eingereicht und seid ehrlich: Wenn Ihr weiterhin diese politische Richtung verfolgen wollt, glaubt Ihr es ist sicherer für Euch es allein zu tun? Teil einer Gruppierung gibt Euch Rückenstärkung, Professionalität und vor allem ein Bündnis. Es ist wesentlich besser seine Ideen mit anderen Gleichgesinnten zu besprechen, sich gemeinsam Pläne zu überlegen, anstatt auf gut Glück zu versuchen seine Politik durchzusetzen.“, erzählte Maevaris und versuchte ihr bestes sich beim Sprechen nicht zu verhaspeln. Es wurde zwar von Mal zu Mal einfacher Mitglieder anzuwerben, aber bisher hatte keiner der Magister mit denen sie gesprochen hatte so gezögert. Die Lucerni wären perfekt für Claudia, da war sich Maevaris ganz sicher.
„Ich… Magistra, ich weiß Euer Angebot wirklich zu schätzen und Ihr seid neben meinem Onkel wirklich die Einzige, die mir in dieser Schlangengrube sowas wie Freundlichkeit und Interesse für eine politische Zusammenarbeit entgegengebracht hat, aber ich denke nicht, dass es klug von mir wäre.“, meinte Claudia schließlich nach einem kurzen Schweigen und machte abwehrend einen Schritt zurück.
„Ich…“ Maevaris versuchte sich ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen und schluckte trocken. Das hier war kein bisschen so gelaufen wie sie es sich erhofft habe, aber noch würde sie nicht aufgeben. Jedoch sollte sie aufhören sich Magistra Aurum aufzudrängen, sonst wäre sie sie wohl ganz los. „Ich bin noch die ganze Woche in Minrathous…“, setzte sie schließlich fort und kramte in ihrer Tasche nach etwas „Ich schreibe Euch die Adresse meines Anwesens hier auf und wenn Ihr es Euch nochmal überlegt habt, dann seid Ihr jederzeit bei mir willkommen. Auch um drei Uhr morgens.“
„Wenn Ihr mir um die Uhrzeit Krabben macht, dann bestimmt.“, erwiderte Claudia und versuchte die Stimmung wieder etwas zu heben. Tatsächlich konnte sie Magistra Tilani ein kurzes Lächeln entlocken.
„Oh, wenn Ihr wüsstet wer alles Krabben um drei Uhr morgens will… Kennt Ihr Patricius Stella?“
„Moment, ist das nicht dieser fette Magister aus Lapis, der einmal öffentlich vom Archon selbst als das faulste und überflüssigste Mitglied des Magisteriums bezeichnet wurde?“ Claudia musste beim Gedanken daran auflachen. Das war damals ein unglaublicher Skandal gewesen und hätte die Familie Stella fast in den gesellschaftlichen Ruin getrieben.
„Genau der… Er wollte einmal einfach nicht von einer meiner Feiern verschwinden und hat meiner Köchin allen erstes um drei Uhr morgens befohlen ihm Krabben zu machen. Natürlich völlig betrunken. Es furchtbarer Gast, ladet den Mann bloß nie zu Euch nach Hause ein.“
„Ich werde es mir merken... Aber das ist gut zu wissen, dass Eure Köchin sowas dann schon gewohnt ist.“, meinte Claudia kichernd und nahm den Zettel mit der Adresse schließlich entgegen.
„Ich hoffe ich sehe Euch diese Woche wieder… Aber nun macht Euch erstmal noch einen schönen Tag und grüßt mir Euren Onkel von mir.“
„Danke… Ich werde sehen was ich tun kann. Euch ebenfalls noch einen angenehmen Tag, Magistra Tilani.“ Claudia verneigte sich vor Maevaris und warf ihr ein letztes Lächeln zu, bevor beide Frauen wieder ihres Weges gingen.

Als Claudia wieder das Restaurant betrat war die entgegenkommende Kühle das angenehmste Gefühl, was sie in der letzten viertel Stunde gespürt hatte. Ihr Onkel saß noch immer an seinem Platz, diesmal jedoch mit zwei Tellern vor sich, von denen einer auf ihrem Platz stand.
„Dia!“, begrüßte er sie freudestrahlend, als sie sich eilig zu ihm setzte.
„Tut mir leid, dass ich so lange weg war. Musstest du lange warten?“, fragte sie besorgt und schob den Stuhl vor.
„Nein, alles gut. Aber erzähl, worüber habt ihr euch unterhalten?“, fragte Vitus neugierig und nahm einen Schluck von seinem Wein.
„Ach, Frauensachen…“, winkte Claudia ab und kicherte verschämt. Sie war gut darin zu lügen, zumindest wenn es bitter nötig war.
„Frauensachen?“
„Ach, sie hat mich willkommen geheißen, mich zu ihrer nächsten Feier eingeladen… Es gibt dort Krabben!“, erzählte sie und nahm einen Bissen von ihrem Oktopus.
„Das war alles?“
„Ach Onkel, nur Kleinigkeiten. Aber ich habe eine offizielle Einladung bekommen, das muss doch was bedeuten. Ich soll dich übrigens von Ihr grüßen.“
„In Ordnung, ich glaube dir. Im übrigen ist Qarinische Blüte tatsächlich ein sehr guter Wein, du musst das probieren.“, meinte Vitus begeistert und schenkte ein Glas ein. Claudia nippte und wäre dabei fast gestorben. Der Wein war pappensüß, es war ja klar dass ihr Onkel das mochte.
„Oh… Ja, er hat was.“, meinte sie und versuchte das Gesicht nicht zu verziehen… Erfolgreich im Übrigen.
„Ja, ich finde ihn auch… Moment mal…“ Vitus hielt inne und starrte Claudia für eine Sekunde ungläubig ins Gesicht.
„Was? Was ist? Hängt der Schleier wieder schief?“, fragte Claudia dezent panisch und kramte nach ihrem Handspiegel. Im letzten Schaufenster in dem sie sich draußen betrachtet hatte sah sie doch noch gut aus.
„Natürlich! Deine Augenbrauen! Du hast deine Augenbrauen gezupft!“, rief ihr Onkel aus und grinste über das ganze Gesicht. Endlich hatte er herausgefunden, was ihn so an ihrem Gesicht gestört hatte! Es waren ihre Augenbrauen, dass er da auch nicht früher drauf gekommen war… Das hätte ihn jetzt noch den ganzen Tag beschäftigt.
„Ja, das–“
„Mach das nie wieder, das sieht nicht gut aus. Du hast doch tolle Augenbrauen!“, unterbrach Vitus sie.
„Das waren ja fast schon Raupen!“, verteidigte Claudia sich und strich mit den Fingern über eine ihrer Brauen.
„Also Dia, nun wirklich! Du musst deine Augenbrauen wertschätzen. Sonst endest du irgendwann wie deine Tante. Ein alchemistischer Unfall und du wirst sie dir für den Rest deines Lebens aufmalen müssen. Glaub mir, das ist kein schöner Anblick für deinen zukünftigen Ehemann.“
„Ach Onkel…“ Claudie verdrehte die Augen und schüttelte nur genervt den Kopf, bevor sie sich eine weitere Gabel des Oktopusses in den Mund schob. Sie versuchte bei sowas gar nicht mehr ihm zu widersprechen, er meinte es ja nur gut.

Stunden später saß Claudia schließlich in dem Wintergarten des Familienanwesen und schnitt ihrem Affen die Fingernägel. Nein, das war kein Witz.
Aeris konnte schrecklich gut kratzen, auch wenn sie es gar nicht wollte und das Verletzungsrisiko wollte Claudia so gering wie möglich halten. Ein kurzer Blick nach oben verriet ihr, dass Ajmun, das Äffchen ihrer Schwester, sich auf der Palme befand, doch der war nicht ihr Problem. Sie hasste Ajmun und Ajmun hasste sie, aber weil ihre Schwester und Aeris ihn mochten warf sie nicht mit Schneebällen nach ihm. Oder Eis. Sehr hartem Eis. Oder Feuer…
Aeris kurzes quieken riss sie aus ihren Gedanken und sie drückte ihr einen Kuss auf den dunklen Kopf. Das kurze, samtige Fell über der Stirn war das süßeste an dem Affen, gleich nach ihren winzigen Fingern und den riesigen Knopfaugen.
„Hab ich dir weh getan? Ooooh, mein armes Baby, ich bin doof…“, säuselte Claudia vor sich her und drückte das Äffchen gegen ihre Brust. Es war schön mal was umarmen zu dürfen und dabei nicht Würde bewahren zu müssen. Sie hatte weder mit ihren Schwestern noch ihren Eltern über den heutigen Tag geredet, wollte es aber beim Abendessen ansprechen.
Sie setzte Aeris wieder auf ihrem Schoß ab und schnitt ihr den nächsten Nagel kurz. Blieben nur noch zwei. Ein paar Sekunden später hörte sie jedoch wie die Tür des Wintergartens geöffnet wurde und eine brise kühlere Luft vom inneren des Hauses hineingetragen wurde.
„Magistra Claudia? Das Essen ist nun angerichtet.“, sprach eine Stimme aus dem Flur. Sie gehörte einer der Elfenbediensteten, Kenasa, wenn sie sich nicht irrte.
Bedienstete… Wie sich Claudia doch besser fühlen wollte durch dieses Wort. Ihre Familie besaß Sklaven und nur weil sie sie bezahlte, machte es das nicht besser. Es ging ihnen gut, sie lebten alle und wurden nicht misshandelt. Aber auf dem Papier waren sie immer noch Besitz. Wie ein Stuhl. Oder ihre Affen.
„Ich komme!“, rief Claudia ihr schließlich zu, legte die Schere zur Seite und nahm Aeris auf den Arm. Sie spürte den kräftigen, langen Schwanz des Affens um ihren Oberarm gewickelt und klopfte sich ein paar Haare von ihrem Kleid. So, sie war bereit.
„Äh… Mylady, Eure werte Großmutter Sidonia ist anwesend, ich denke nicht, dass das klug wäre…“ Die Elfin warf ihr einen bittenden Blick zu und Claudia verstand auf was sie hinaus wollte. Ihre Großmutter hasste Affen und machte immer nur Witze darüber, was man aus ihnen alles für Gerichte machen konnte.
„Ich verstehe… Ist wenigstens gut gelaunt?“, fragte Claudia hoffnungsvoll und setzte Aeris auf der Palme ab, ehe sie sich zu Kenasa gesellte.
„Ihr kennt doch Eure Großmutter, Mylady.“, antwortete diese nur kichernd, was Antwort genug war.
„Oh je…“ Claudia konnte sich denken was das hieß und rieb sich genervt die Schläfe „Heißt das, sie hat meine Mutter bereits als ausgemergelte Zuchtstute bezeichnet?“
„Äh… Nicht wortwörtlich, aber sie hat auch etwas Negatives über Euren Vater gesagt, wenn Euch das aufheitert.“
„Sollte es das?“
„Nun ja, das zeigt doch, dass sie auch ihren eigenen Sohn verabscheut und nicht nur Eure Mutter. Das zeugt von Unvoreingenommenheit.“, schlussfolgerte die Elfin.
Claudia musste darüber sogar lachen. Ach, sie hasste ihre Großmutter. Jetzt wagte es auch Kenasa zu lachen.

„Da ist ja unsere Magistra!“
Als Claudia den Speiseraum betrat kam ihr Divina bereits freudestrahlend entgegen und umarmte sie sobald sich ihr die Möglichkeit ergab. Claudia erwiderte die Geste ihrer Schwester, doch diese ließ gar nicht mehr locker. Aus gutem Grund.
„Lass mich mit der alten Hexe nie mehr allein in einem Raum.“, raunte sie ihrer älteren Schwester zu und löste die Umarmung allmählich.
„Ach, wie schön Euch alle versammelt zu sehen!“, begrüßte Claudia schließlich die Anwesenden und warf Divina im Vorbeigehen einen entschuldigenden Blick zu.
„Alle? Flavia fehlt!“, rief ihre Großmutter empört aus und deutete auf den leeren Platz am Ende des Tisches.
„Sie muss wichtiges im Zirkel lernen. Wir werden mit ihr Feiern, wenn sie davon freigestellt ist.“, erklärte Divina kurz angebunden und sah gierig zu den Vorspeisen, die bereits auf dem Tisch verteilt lagen.
„Das ist doch kein gebührliches Verhalten. Ihre Schwester wird in den Magisterstand erhoben und dann hält sie es nicht für nötig hier zu erscheinen… Das liegt auch nur an deiner Erziehung Ophelia.“ Sowohl Iulio als auch die Schwestern warfen ihr einen warnenden Blick zu, doch wer wäre sie, wenn sie auf die Meinung Jüngerer etwas geben würde?
Ehe dieses Gespräch wieder in einen Streit ausarten würde, wusste Ophelia sich jedoch selbst zu helfen. Sie hatte mit dieser giftigen Kuh jetzt mehr als ihr halbes Leben lang zu tun. Alles was da übrig blieb war es ihr Recht zu geben und dann schnell das Thema zu wechseln.
„Natürlich, welche Erziehung sonst? Ich, die ihr immer beigebracht habe den Zirkel und akademische Pflichten ernst zu nehmen und alles andere dahinter zu stellen. Ich hätte das natürlich nicht tun dürfen. Sie sollte viel dümmer sein und in materiellen Werten schwelgen. Nicht Claudia?“
„Äh…“
„Was sagst du? Du bist jetzt schließlich die Magistra dieses Hauses.“ Ophelia grinste so widerlich süß und nett in die Runde, am liebsten hätte sie ihrer Schwiegermutter an Ort und Stelle einen Dolch in den Kopf gerammt. Doch sie wollte das Claudia jetzt das Gespräch übernahm, sonst würde das Abendessen enden bevor es angefangen hatte.
„Äh, selbstverständlich. Materielle Werte sind das beste auf der Welt! Auf unser Geld!“ Sie erhob ihren Kelch und fügte schnell hinzu „Und auf meine Magistrastellung!“
„Auf unsere Magistra!“, stimmte Divina zu und als auch die anderen ihre Gläser hoben und anstießen, war zumindest dieses Thema endlich angeschnitten. Mit viel Glück würden sie den restlichen Abend nur noch darüber sprechen und Ophelia würde verschont bleiben.

Der Plan ging auf, zumindest bis die Nachspeise gereicht wurde. Claudias Zunge wurde durch den Wein immer loser und sie hatte allmählich immer mehr Probleme ihrer Begegnung mit Magistra Tilani nicht mehr Gewichtung als nötig zuzuschreiben. Sie würde ja mit Divina darüber sprechen, aber vor allen offen zu reden, vor allem vor ihrer Großmutter, war nicht möglich. Egal, es gab andere Dinge worüber sie sprechen konnte. Harmlosere Dinge.
„Onkel Vitus ist so lieb! Er hat Flavia zu ihrem Geburtstag mal eine Kette geschenkt, die war ungelogen so lang!“ Claudia breitete die Arme in einer völlig übertriebenen Geste aus und spürte einen Sekunde später Divinas Faust in der Seite.
„Das war mein Gürtel zu meinem Geburtstag! Flavias Kette war nicht mal halb so lang!“, wandte sie ein und lachte, als Claudia sich die schmerzende Stelle rieb. So fest hatte sie doch gar nicht zugehauen.
„Was? Warte, was habe ich eigentlich von ihm zu meinem Geburtstag bekommen?“, fragte Claudia nun und sah mit glasigem Blick zwischen ihrer Schwester und Mutter umher.
„Er hat dir doch Karten für das Theaterstück gekauft. Wie hieß es noch gleich? Lu… Lu… Irgendwas mit ‚Lu‘ am Anfang…“ Ophelia starrte nachdenklich in die Luft und rieb sich die Stirn. Wie hieß dieses verdammte Ding nochmal? Sie war doch selbst bei der Aufführung dabei gewesen, wie war das noch?
„Lucerni?“ In dem Moment in dem Claudia bewusst wurde was sie da gesagt hatte, war es auch schon zu spät. Jeder am Tisch hatte dieses kleine, verräterische Wort gehört und sofort läuteten, insbesondere bei ihrem Vater die Alarmglocken. Trotz des nicht unerheblichen Alkoholspiegels in ihrem Blut fühlte sie sich schlagartig so nüchtern wie seit Stunden nicht mehr. Am liebsten wäre sie sofort aufgestanden und geradewegs in ihrem Zimmer verschwunden.
„Lucerni?“, wiederholte Iulio zögerlich und warf einen prüfenden Blick auf seine älteste Tochter. Er kannte sie inzwischen lang genug um zu erahnen, wann etwas im Busch war.
„Ach, nein, so hieß das nicht…“, winkte Claudia ab und tat so als würde sie angestrengt weiter nachdenken.
„Du weißt, dass diese Leute wahrscheinlich im nächsten Halbjahr allesamt aus dem Magisterium entfernt sein werden. Solche Gruppen sind bessere Blutopfer bei irgendwelchen Dämonenbeschwörungen als echte Politiker.“, meinte Iulio kichernd und schnaubte verächtlich. Lucerni… Dass er so ein Wort auch noch zu Hause hören musste. Es hatte ihn schon genervt, dass sich das Magisterium überhaupt mit dem Thema beschäftigen musste, aber das war ja nicht mehr sein Problem… Trotzdem wollte er seiner Tochter Ratschläge geben.
„Sind die Lucerni nicht diese Gruppe von verräterischen, naiven Idioten, die es wagen sich als Magister zu bezeichnen?“, hakte Sidonia nach und verzog angewidert das Gesicht. Elfenfreunde sah niemand gerne, am wenigstens sie. Es gab genau eine Sache in Tevinter, die das Geld, das sie für Lyrium brauchten, wieder reinholte und das war der Sklavenhandel. Was sonst? Etwa die blühenden, fruchtbaren Landschaften, die vorangegangene Verderbnisse hinterlassen hatten? Witzig.
„Ja, einfach nur dumm… Sonst nichts. Irgendwelche jungen Magister, die denken sie könnten das Reich auf eigenen Faust reformieren. Träumer… und das nicht im Positiven.“, stimmte Ophelia ihr zu und nahm einen Schluck ihres Weins.
Ab da verschwammen die Geräusche um Claudia irgendwie ein wenig. Ja, sie war betrunken. Aber noch immer nüchtern genug um zu realisieren, dass sie soeben zum ersten Mal miterlebt hatte, wie ihre Mutter ihrer Schwiegermutter, der liebreizenden Sidonia Aurum, ernsthaft bei etwas zugestimmt hatte. Das war eine ganz neue Erfahrung. Und nur um es klar zu stellen: Wenn irgendwas in der Welt tatsächlich so schrecklich skandalös und unvorstellbar anders war, dass ihre eigene Mutter und ihre Großmutter einer Meinung darüber waren, dann war es mächtig genug um auch noch mehr zu ändern.
Sie umfasste ihr Weinglas fester und verleibte sich den letzten Schluck ein. Sie wusste ganz genau wie ihre Familie darüber dachte.  Wie sie darüber denken müssten, dass sie nur daran dachte. Aber sie hatten ihr immer alles verziehen. Sie würden ihr auch das hier verzeihen. Selbst wenn nicht… Sie war nicht ihre Eltern und Schwestern und erst recht nicht ihre Großmutter.
Ja, sie mochte betrunken sein, aber Claudias Entschluss stand fest. Sie würde Magistra Tilani noch morgen aufsuchen. Vielleicht sogar um drei Uhr morgens, nur der Heimlichtuerei zuliebe. Und den Krabben.
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