Shooting Star

OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Sugoroku Hajime Tanabata Seitaro
05.09.2018
05.09.2018
1
2015
1
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Shooting Star

-Er wollte nie so sein...

Lauter Krach war aus einer schäbigen Gasse zu hören. Ein Junge, höchstens 16, wurde gegen die dort stehenden Mülltonnen getreten. Niemand reagierte auf den Krach oder auf die Schreie. Warum auch? Hier war es jedem egal, es gab keine Regeln, dies war der Abgrund Japans, der Ghetto in der Yushiruba Gegend oder auch bekannt als: Jigoku e no mon*. Der Junge war in einen Bandenkrieg geraten. Es war nicht selten, aber das waren die schlimmsten Banden. Die Erste war die Bande Zombie und die Zweite war sehr neu und ihr Anführer war ebenfalls ein 16 Jähriger Junge. Die Bande hieß  Shooting Star. Schon ein seltsamer Name für die gefürchtetste Bande der Stadt. Nach wenigen Minuten war der Boss von Zombie am Boden. Die Hälfte von seiner Bande so wie er wurden von dem Anführer von Shooting Star platt gemacht. "Aufstehen! Ich sagte AUFSTEHEN!", knurrte der 16-jährige. Es gab jedoch keine Reaktion. "tze..!", packte er den Zombie am Kragen. "Wir sind wohl heute ganz mutig, was? Ihr von Zombie habt doch alle ein Tattoo an der Schulter, oder?",  er packte den Arm des Anderen und riss ihn den Ärmel runter: ".... Oh da ist es ja. Tja du hast verloren mein Lieber.", er nahm ein Taschenmesser raus und schnitt ihm das tätowierte Stück Haut ab. Er ließ ihn all und sah kurz zu wie er vor Schmerz heulte, dann drehte er sich zu dem Jungen, der bei den Mülltonnen kauerte. "Verpiss dich! Bevor ich es mir anders überlege!", zischte er. Der Junge stand auf und rannte an ihm vorbei. Als er zu dem Bandenführer blickte konnte er leere kirschrote Augen sehen. Als der Junge weg war seufzte der Rotäugige und strich sich eine blaue Strähne aus dem Gesicht. "Wer von Shooting Star noch laufen kann, kommt mit, die anderen haben Pech gehabt.", bestimmte er. Einstimmiges Stöhnen kam vom Boden und er seufzte erneut. "Weicheier.", murmelte er und lief alleine los.

Ab und zu ließ er etwas mitgehen, aber das machte hier doch eh jeder. Wie sollte man den sonst überleben? Er kam an einer alten, baufälligen Lagerhalle an und trat gegen die Tür welche knarrend auf ging. Er lief zu einer Pinnwand und riss ein Foto von den Zombies runter. Danach machte er sich wieder auf den Weg. Als er durch die Stadt lief bemerkte er wie die Leute Abstand von ihm nahmen. Er war es gewohnt, also was solls? Er spürte die hasserfüllten Blicke von ihnen in seinem Rücken, doch er wusste es besser, denn er wusste, dass sie Angst hatten. Die Slums waren wie immer von einem penetranten Gestank eingenommen und voll von Obdachlosen und Straßenkindern. Es würde sich wohl nie etwas ändern. Doch ihm viel etwas auf. Das kleine Mädchen, welches immer hier saß war nicht da. Schon seit fünf Jahren hat er ihr jeden Tag Geld gespendet. Er machte sich Sorgen, denn an so einem Ort weiß man ja nie. Er schüttelte den Kopf. Ihr ging es sicher gut, Straßenkinder waren zäh. Er dachte nicht weiter darüber nach und schlenderte nach Hause.

"Ich bin wieder da.", sagte er halblaut. "Willkommen zu Hause.", eine kränkliche Frau kam leicht schwankend auf ihn zu. "Mama! Leg dich wieder hin!", meckerte er. Er stützte seine Mutter und brachte sie zu ihrem Fuuton. "Ich hab dir etwas zum Essen mit gebracht.", murmelte er und holte eine Packung Brot aus seiner Tasche. "Du bist so ein gutes Kind.", lobte sie schwach. Sie begann zu husten und er fühlte besorgt ihre Stirn. Sie hatte wieder Fieber. Er seufzte. Sie hatten kein Geld um ihre Medizin zu kaufen. Wiedereinmal. Er kümmerte sich schon seit drei Jahren um sie. Einst hatte er einen Vater und eine kleine Schwester, aber beide starben bei einem Unfall. Jetzt hatte er nur noch seine Mutter, aber wer weiß wie lange? Ihr ging es wirklich dreckig und wer weiß, vielleicht hatte er ihre Krankheit sogar geerbt.

Er kümmerte sich um den Haushalt und überlegte woher er Geld kriegen könnte. Einen Job könnte er nicht machen. Wer würde denn jemanden bei sich arbeiten lassen, der schon seit er dreizehn ist, nicht mehr zur Schule ging. Er war hoch intelligent, keine Frage, aber ohne Zeugnis bringt das nichts. Das bedeutet wohl oder übel, dass er wieder stehlen musste. Er hasste es zwar, aber auf der Straße wurde es sich eh wieder ändern. Dort war er eine andere Person. Manchmal machte er sich selbst Angst, denn ab und zu hatte er seine Black outs in denen er wirklich gewalttätig wurde. Er lugte zu seiner Mutter, welche unruhig schlief. Ab und zu hustete sie oder Keuchte angestrengt auf. Er war sich sicher, dass sich ihr Zustand verschlimmerte, als er nach dem Tod seines Vaters, angefangen hatte sich mit fragwürdigen Typen treffen. Vielleicht auch als er die Schule geschmissen hatte.

Er erinnerte sich daran, dass er mit seiner Familie ganz zufrieden am Frühstückstisch saß. Seine kleine perfekte Familie. Er war damals ein sehr guter Schüler. Er wollte immer ganz früh in die Schule und wurde immer als "Lehrerliebling" oder "Schleimer" beschimpft. Damals hat er viel geweint. An dem Tag bekam er wieder eine Eins. Gott, wie sehr er sein fotografisches Gedächtnis damals liebte. Er wollte es voller Stolz seinen Eltern zeigen, deshalb rannte er regelrecht nach Hause. Doch dann sah er es. Das Auto seines Vater kam gerade angefahren, nachdem seine Schwester von der Grundschule abgeholt wurde. Doch etwas war sehr komisch. Sie waren fast vor dem Haus, aber sie fuhren schnell. Viel zu schnell! Das Auto krachte gegen ein anderes und überschlug sich, bis es letztendlich gegen einen Baum knallte und dadurch zum stehen gezwungen wurde. Es begann Feuer zu fangen. Der damals 13-Jährige Junge rannte so schnell er konnte zum Auto um nach den Beiden zu sehen. Er hätte das nicht tun sollen. Sein Vater war mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe geschlagen und das eigentlich himmelblaue Haar war in einem dunklen Rot getränkt, die grünen Augen weit aufgerissen und sein nun schneeweißes Gesicht war voller blutigen Schnitten. Auf der Rückbank konnte er sehen, dass sich etwas bewegte. Seine Schwester! Er sprintete zur Hintertür und versuchte alles um diese zu öffnen, jedoch war sie verklemmt. Die Sirenen des Rettungswagen waren zu hören. Er klopfte gegen die Scheibe und sah rein. Seine Kleine Schwester war ebenfalls blutüberströmt, doch sie bewegte sich. Sie LEBTE! Das Feuer breitete sich weiter aus und eine kleine, blutige Hand legte sich auf die Scheibe. Er weinte, wiedereinmal. Er legte seine auch er zierliche Hand auf die seiner Schwester. Plötzlich wurde er unsanft vom Fahrzeug weggezogen. Der Sanitäter rannte mit dem Jungen so schnell er konnte weg. Gerade rechtzeitig, da in diesem Augenblick das Auto explodierte. Der Blauhaarige starrte schockiert auf das Geschehen und genau vor seinen Fußen landete ein Arm. Er war klein und zierlich und auf dem Handrücken war eine Sternschnuppe mit Fineliner gemalt wurde. Ein Shooting Star. Durch den Schock verlor er das Bewusstsein. Das war der Moment in dem er sein fotografisches Gedächtnis verfluchte.

Er schüttelte energisch den Kopf und plötzlich klopfte es am Fenster. Es war Jacky, seine beste Freundin. "Was ist los.", fragte er sie, als er das Fenster öffnete. "Es ist übel. Unsere Base wird gerade auseinander genommen. Anscheinend hat Zombie noch nicht genug.", berichtete sie angefressen. "Ich komme!", sagte er entschlossen und blickte nochmal entschuldigend zu seiner Mutter. Er sprang durch das Fenster und rannte zusammen mit Jacky zum Rest der Bande. Anscheinend hatte sich Zombie mit Undertaker verbündet, denn es waren viele. Die Gruppen dreschten gegenseitig auf sich ein, dies dauerte bis die Polizei kam. Doch es waren nicht die normalen "Dounut-fresser", wie sie hier gerne genannt wurden. Der Streifenwagen waren pink und lila und... funkelten? Alles im einem sah es einfach nur lächerlich aus. Aus diesem Wagen stieg ein großer Mann mit ernster Miene aus. Er hatte eine Narbe unter dem rechten Auge, welche aussah wie ein Kreuz. Sein Haar war zu einer Glatze rasiert und er hatte rubinrote Augen. Er trug eine schwarze Uniform, dazu den passenden Hut. Er .... funkelte auch? Er befahl mehrfach mit dieser Prügelei aufzuhören, doch er stieß auf taube Ohren. Es bildete sich eine deutliche Wutader auf seinem Gesicht. "Oh... So wollt ihr das also....!", knurrte er leise. Er schrieb in seine Notizen "Notwendige Gewaltausübung" und stürzte sich in das Gedrängel...

Wenige Minuten später war die Prügelei beendet. Der einzige der nichts abbekommen hatte war der Boss von Shooting Star. Er ballte die Fäuste, bis die Fingerknöchel weiß austraten. "Du verdammter...!" Da war es wieder. Einer seiner Black outs. Er wollte gegen den Polizisten boxen, doch dieser hielt einfach seine Hand fest. Der Beamte übte einen Polizeigriff aus und drängte den langhaarigen zu Boden. "Beruhig` dich mal!", keifte er den Jugendlichen an, dieser wehrte sich verbissen. "Was soll das, Junge?", fragte er auf einmal ruhig und ... besorgt? "Geht dich nichts an!", schrie er zurück. "Ich bin ein Polizist. Wir sind zum helfen da.", erklärte er. "Ich möchte nur mit dir reden, aber komm erstmal runter.", versicherte er gelassen. Tatsächlich hörte er auf sich zu wehren und der 22-Jährige merkte deutlich, wie der kleinere sich entspannte. Er löste langsam den Griff und setzte sich neben den Blauhaarigen. Dieser setzte sich ebenfalls hin und sah nun zu dem großen Mann. "Warum willst du mit mir reden?", forschte er nach. "Naja, auf mich wirkst du nicht wie ein Gangster.", stellte er klar. "Du weißt doch gar nichts über mich.", zischte er. Der Ältere seufzte. "Es ist egal welche Gründe du hast, aber dein Verhalten wird dir nur Probleme bereiten. Du versaust dir lediglich deine Zukunft.", belehrte er ihn. "Welche Zukunft habe ich denn bitte? Ich wurde in diesen Slums geboren und damit war schon alles besiegelt. Aus diesem Teufelskreis kommt man nicht raus.", erläuterte er verbittert. "Das würde ich nicht sagen. Denkst du ich fahre aus Spaß mit diesem peinlichen Ding durch den gefährlichsten Stadtteil? Jemand hat den Kampf, der nicht gut für euch aussah, bemerkt und den Notruf gewählt. Diese Person hat sich besonders Sorgen um dich gemacht.", erzählte er. "Wa- Wer macht sich bitte Sorgen um mich?", wollte er verwundert wissen. Die Tür des lächerlichen Polizeigefährts ging auf und ein elf-jähriges Mädchen tapste auf die Beiden zu. Es war das Straßenmädchen welchem er immer Geld spendete. "Schau Mal! Dank dir konnte ich das Geld für die Schule bezahlen!!", lachte sie und drehte sich stolz mit ihrer Schuluniform. Er war sprachlos. Bis vor Kurzem war sie doch noch auf der Straße gesessen. "Siehst du. Es hat keine Bedeutung unter welchen Umständen du geboren wurdest, du kannst selbst entscheiden wer du bist.", sprach er sanft weiter.

Andere hauen, Tasche klauen.                                    
Er wollte nie so sein.

Langsam bildeten sich Tränen in seinen Augen

Schlägerei, Polizei.                                                
Er wollte nie so sein.

Er dachte daran wie unschuldig er bis vor drei Jahren noch war

Nasen brechen, paar erpressen.                                
Er wollte nie so sein.


Was würde seine kleine Schwester von ihm halten!?

Schule fliegen, Geld abziehen.                                      
 Er wollte nie so sein.

Seine Augen begannen zu glänzen, als würde seine Seele zurück kehren.

"Ich wollte nie so sein....", murmelte er unter Tränen. Eine Hand legte sich auf seine Schulter. "Wenn du einen Beruf brauchst, kannst du die spezielle Ausbildung zu einem Wärter vom Nanba Gefängnis machen. Ich arbeite auch dort und würde ein gutes Wort für dich einlegen. Ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Hajime Sugoroku. Und wie heißt du?"
...

...

"Tanabata... Setairou..."

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Nach kurzer Zeit war Setairou wieder der Alte. Also höfflich, hilfsbereit, fürsorglich und am aller wichtigsten...
eine Heulsuse!

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*Tor zur Hölle
So ich möchte anmerken, dass die Charas (bis auf Jacky und Setairous Mom) nicht mir gehören, aber die Story ist ganz auf meinen Mist gewachsen.

Küsschen und Tschüss
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