Mobbing - auch in Hogwarts

KurzgeschichteRomanze, Angst / P12
OC (Own Character)
02.09.2018
14.07.2019
52
19205
7
Alle Kapitel
111 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
Sichtwechsel: Lizas Sicht
Ich bin so dankbar, dass Julius die ganze Zeit bei mir bleibt. Obwohl ich nicht spreche. Obwohl ich schon wieder traurig bin. Ich bin mir nicht sicher, ob er noch wach ist, wir liegen schon eine ganze Weile einfach nur gemeinsam da. Ich kann nicht schlafen, denn meine Gedanken lassen mir keine Ruhe. Eigentlich will ich einfach nur schlafen und vergessen, wenigstens für ein paar Stunden, aber ich spüre eine endlose Unruhe in mir.
Wie aus dem Nichts ist die Angst wieder da. Meine Muskeln spannen sich an, ich rolle mich zu einer kleinen Kugel zusammen. Alles in mir steht unter Strom, ich habe das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ich balle eine Hand zur Faust, mit der anderen kralle ich mich in meinem eigenen Arm fest. Meine Arme zittern, meine Beine scheinen zu vibrieren. Mein Atem wird schneller, flacher. Die Welt um mich herum scheint ein einziges Durcheinander zu sein, obwohl eigentlich gar nichts passiert.
Plötzlich spüre ich Wärme an meinem Rücken. Julius. Er hat gemerkt, was passiert und legt sich ganz nah an mich – dennoch darauf bedacht, mich nicht einzuengen. Seine Hand fährt meinen Arm entlang, streicht über meine verkrampften Finger. „Gib mir deine Hand“, wispert er.
Es kostet mich Überwindung, meine Finger zu lösen und nach seiner Hand zu fassen. Ich habe Angst, ihm wehzutun. Sanft fährt sein Daumen in Kreisen über meinen Handrücken, seine Nähe wärmt mich. „Es ist alles gut“, flüstert Julius in mein Ohr, „Ich bin da. Dir passiert nichts.“ Ich höre seine Worte, doch ich kann nicht darauf reagieren.
Es dauert lange, bis meine Muskeln sich nach und nach wieder entspannen und mein Atem lockerer wird. Die ganze Zeit hält Julius mich und zeigt mir durch seine Nähe, das ich nicht wirklich in Gefahr bin. Vorsichtig strecke ich meine Beine aus und drehe mich zu Julius um. Ich schaffe es nicht, ihn anzusehen. Er gibt mir einen zarten Kuss auf die Stirn und zieht mich an seine Brust, vergräbt sein Gesicht in meinem Haar.
Die Angst hat mir all meine Kraft geraubt, ich fühle mich schwach und leer. Irgendwann schlafe ich  ein, falle in einen erschöpften Schlaf.
Review schreiben