Smooth Criminals

GeschichteRomanze, Thriller / P16
Barry Allen / The Flash Caitlin Snow Felicity Smoak Kara Danvers / Kara Zor-El / Supergirl Leonard Snart / Captain Cold Thea Queen
02.09.2018
09.10.2019
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Das Team hatte sich im Speedlab versammelt, da dort am meisten Platz war. Thea hielt sich immer noch auffällig von Caitlin fern und blieb dabei hinter Barry. Supergirl beobachtete dies gelangweilt. Felicity stand ein wenig unentschlossen neben der Kryptonierin und musterte sie aus dem Augenwinkel.
Barry wirkte leicht kränklich, seine Haut war von einem dünnen Schweißfilm überzogen und seine Augen glänzten ungesund. „Okay, wir sprechen jetzt den Plan durch. Danach kann jeder zeigen, was er oder sie drauf hat.“ Unauffällig ballte er die Hände zu Fäusten und öffnete sie verkrampft wieder. Er schien keine Sekunde stillstehen zu können und war ein wenig wacklig auf den Beinen.
Caitlin runzelte die Stirn. War Barry etwa auf Entzug? Warum sollte er das tun? Als sie sich kennengelernt hatten, schien er kein wirklich problematisches Verhältnis zu Drogen zu haben. Und das war noch gar nicht so lange her.
Der Speedster riss sie aus ihren Beobachtungen, indem er begann, sein Vorhaben auseinanderzunehmen. Er schien sich wirklich Gedanken gemacht zu haben. Alles war schlüssig. Sie musste sich eingestehen, ihm so viel Kompetenz nicht zugetraut zu haben.
Noch während Barry redete, lehnte sich Overgirl auf einmal zu ihr herüber. Caitlin hatte gar nicht bemerkt, wie sich der Alien angeschlichen hatte. Sie musste wirklich mehr auf ihre Achtsamkeit geben. Barry war es schuld, dass sie angreifbar wurde, fand sie. Die Konsequenz daraus wollte sie jedoch nicht ziehen. Noch nicht.
„Du bist komisch“, sagte Kara nachdenklich.
Caitlin legte den Kopf schief. „Sagt man nicht oft zu mir. Was willst du?“ Sie hatte keine Angst vor Overgirl, aber einen gesunden Respekt. Einerseits, weil diese Frau eine tickende Zeitbombe war, andererseits, weil sie mit Barry befreundet war und direkten Einfluss auf ihn hatte. Da wollte man sie nicht zu Feindin haben.
„Was willst du?“, echote Kara, betonte aber das Pronomen.
Dazu fiel Caitlin nichts außer der Wahrheit ein. Und die konnte sie schlecht sagen. „Nichts, was dich etwas anginge“, blieb sie daher vage.
Das entlockte Overgirl ein verächtliches Schnauben, das jedoch leicht amüsiert klang. „Wow. Und ich habe dich für eine gute Lügnerin gehalten.“
Der Eismeta verengte die Augen feindselig zu Schlitzen. Kurz leuchteten die Iriden eisblau auf.
„Hey“, rief Felicity gedämpft. Sie hatte sich umgedreht und sah die beiden streng an. „Zuhören, bitte! Sonst verhaut ihr es im Einsatz!“
Das zog. Widerwillig richteten die beiden ihre Aufmerksamkeit wieder auf Barrys Ausführungen.
Caitlin überlegte nebenbei, wie sie Snarts Plan ausführen sollte, wenn es soweit war. Ihr Part war einfach. Sie mochte zu Beginn nicht ganz aufgepasst haben, aber da würde Thea ihr sicher ein kleines Update geben können. Dementsprechend konnte sie jetzt gedanklich komplett abschweifen. Also: Barry stoppen. Aus Leonards Mund hatte das alles so einfach geklungen. Und wenn es eines nicht war, dann einfach. Außer natürlich irgendwer erschoss Barry einfach. Doch wie sie in einem sehr knappen telefonischen Austausch mit Snart auf dem Hinweg erfahren hatte war selbst das risikobehaftet, da der Speedster in der Zeit zurücklaufen konnte. Verdammte Scheiße.
„Du siehst nicht aus, als wärst du bei der Sache“, neckte Overgirl.
Ein tödlicher Blick von Caitlin. „Lass mich in Ruhe.“ Auf Streit war sie gerade nicht aus. Sie musste sich ernsthafte Gedanken machen.
Konnte Snarts Plan überhaupt funktionieren? Oder war das nur heiße Luft, von der sie am Ende in Mitleidenschaft gezogen würde? Sie vermochte es nicht zu sagen. Und das war ihr größtes Problem. Ihre schlechte Menschenkenntnis und ihr bisheriges Desinteresse, etwas daran zu ändern, setzten sie nun auf Glatteis.

~*~

Als Thea vom Vorbereitungstreffen für den Raubzug zurückkam, wartete ihr Vater bereits zuhause geduldig auf sie. Bevor sie ihn noch selbstständig entdeckte, ihn für einen böswilligen Eindringling hielt und er zur Zielscheibe für eines der erschreckend scharfen Küchenmesser wurde, die gerade in ihrer unmittelbaren Reichweite stehen müssten, machte er vom Sofa aus mit einem „Speedy?“auf sich aufmerksam und drehte den Kopf, um ihr ins Gesicht sehen zu können.
Sie war schreckhaft zusammengezuckt. Als sie ihn erkannte, entspannte sie sich ein wenig, allerdings verdüsterte sich ihr Gesicht auch merklich. „Verschwinde, ich dachte, wir hätten das geklärt.“ Sie trat auf die erste Treppenstufe zum nächsten Stockwerk und stützte sich erschöpft auf dem Handlauf ab. „Ich komme nicht mit nach Nanda Pabat. Ende der Diskussion.“
Die letzte Trainingseinheit am gestrigen Tag war in der üblichen Debatte geendet. Malcolm konnte das Thema nicht lassen. Thea beharrte auf ihrem Standpunkt. So war es immer.
„Das müssen wir auch noch einmal besprechen“, sagte er, sprach aber schnell weiter, als sie die Augen verdrehte und sich abwenden wollte, „aber eigentlich bin ich hier, um zu fragen, wie es gelaufen ist. Als normaler Vater.“
Sie seufzte und gab nach. „Okay. Es war schrecklich.“ Thea strich sich gestresst eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Snow weiß, dass ich Angst vor ihr habe, und sie nutzt es aus. Einzig und allein dass sie Barry etwas bedeutet und sie zumindest beim Coup mitmachen können muss hält mich davon ab, die Polizei sofort auf sie zu hetzen. Dummerweise weiß sie, dass ich das vielleicht tue, und deshalb bin ich spätestens nach dem Coup in großer Gefahr.“
„Wäre das nicht ein weiterer Grund, um alldem den Rücken zuzukehren?“, hakte Malcolm mit einem kleinen spielerischen Lächeln nach. „Nur für eine kurze Zeit?“
„Es reicht, ich gehe schlafen“, verkündete Thea entnervt, was ihren Vater zum Lachen brachte, und verzog sich schmollend nach oben. Sie würde nicht lange schlafen können, aber die Erholung war nötig, sonst wäre sie später für nichts zu gebrauchen. Heute Abend würde schon die Juwelenmesse stattfinden.
Malcolm sah ihr grübelnd nach. Irgendwie musste er seine Tochter doch überzeugen können. Bisher sah es in dieser Richtung allerdings nicht sonderlich rosig aus. Dabei hatte Thea jeden Grund, um zu gehen. Barry war ohnehin nicht an ihr interessiert. Caitlin Snow oder Killer Frost, wie auch immer sie genannt werden wollte, war eine unmittelbare Bedrohung für seine Tochter. Doch er konnte nichts tun, nicht einmal mit der Liga.
Malcolm Merlyn hatte Caitlin Snow beobachtet und so erfahren, dass ein gewisser Gauner mit dem Namen Leonard Snart mit dem zwielichtigen Eismeta gemeinsame Sache machte. Dieser wurde in ganz Central City für seine Taten gefürchtet, auch wenn er sich momentan sehr ruhig verhielt. Und er war nicht der Einzige aus Caitlins Umfeld, der gefährlich war und über Technologien verfügte, von denen die Liga nur träumen konnte.
Darüber hinaus hatte Snow nicht nur gute Connections, sie war auch selbst mit ihren Meta-Kräften nicht zu unterschätzen. Noch hatte sie nicht ihr volles Potential erreicht. Ein sehr direktes Nachfragen bei ihrer Mutter kürzlich hatte ihn in den Besitz der Information gebracht, dass Caitlin den absoluten Nullpunkt erreichen konnte. Nebenbei gesagt konnte sie mühelos an die hundert Kilogramm heben, wie in Tests festgestellt worden war. Mit Luft nach oben. Bisher hatte sie das nicht koordinieren können. In einem Kampf könnte sie ihre Stärke also nicht gut einsetzen, weshalb sie darauf dann eher verzichten würde. Aber sie war lernfähig. IQ bei 160.
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