Auf Messers Schneide [Speirton-Reihe Teil 4]

von RamonaXX
KurzgeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16
Captain Ronald Speirs Second Lieutenant C. Carwood Lipton
01.09.2018
03.10.2018
4
13.627
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01.09.2018 2.627
 
Vorbemerkung:
Eigentlich war das mit der Fortsetzung meiner „Speirton-Reihe“ ganz anders geplant – nämlich gar nicht! Aber da sich so viele Reviewer im letzten Teil (Eine Schulter zum Anlehnen) mit den Worten Ich freu mich auf die Fortsetzung! verabschiedet haben, dachte ich mir, mach’ ich mal was daraus…
Hier nun also das Ergebnis, eine Kurzgeschichte mit insgesamt vier Kapiteln! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen. Genießt den Schauer auf und unter eurer Haut, wenn ihr mit den Hauptfiguren mitfühlt...




Auf Messers Schneide

Er hätte niemals stolzer sein können.

Der Vormittag mit der kleinen Zeremonie, in der Carwood Lipton zum Second Lieutenant befördert worden war und seine neuen Rangabzeichen bekommen hatte, würde auf ewig einen festen Platz in seiner Erinnerung einnehmen.

Sie alle waren dabei gewesen. Speirs, der sich gleich im Anschluss verabschiedet hatte, um eine Patrouille zu begleiten. Lieutenant Welsh, der sich Lipton offiziell als Harry  vorgestellt hatte. Captain Nixon, der, seinen Flachmann in der einen Hand, Lipton mit der anderen freundschaftlich im Offizierskorps willkommen geheißen hatte. Und natürlich Major Winters, der ihm seine ehrenvolle Entlassung als Unteroffizier und die lang ersehnte Feldbeförderung zum Second Lieutenant überreicht hatte.

Der Easy-Kompanie als First Sergeant zu dienen, hatte Carwood bereits viel bedeutet, und jetzt noch einmal einen so großen Schritt zu machen, war eine echte Ehre für ihn. Er war nun Offizier. Ein echter Offizier der U.S. Army.

Es war ohne Frage einer der schönsten Momente seines Lebens.

***

Eine frisch entzündete Zigarette zwischen den Lippen, agierte George Luz am Nachmittag im großen Salon des herrschaftlichen Hauses, das der Easy-Kompanie in den letzten Wochen als Hauptquartier gedient hatte. Sie würden Hagenau bei Tagesanbruch verlassen und bis dahin gab es noch eine Menge zu tun.

Die Liste mit den angeforderten Nachschubgütern musste mit den tatsächlich gelieferten Gütern abgeglichen werden, haufenweise Zeug mussten an verschiedene Einheiten ausgegeben werden und was nicht unter den Männern verteilt wurde, musste für das Verladen auf die Jeeps und Trucks vorsortiert werden. Und das Schlimmste daran war, dass Luz noch nicht einmal halb so weit war, wie seine Uhr ihm sagte, dass er sein sollte.

Überall standen offene Kisten herum, dutzende Kartons mit Rationsdosen stapelten sich an der Wand, in einer der Ecke befand sich die Munition für die Maschinengewehre, zusammen mit den Handgranaten und in einer anderen die Munition für die Gewehre. Es war ein heilloses Durcheinander, was die Jungs vom Nachschubbataillon in den frühen Morgenstunden achtlos vor der Tür abgeladen hatten.

In dem Versuch sich etwas Platz zu schaffen, stellte Luz eine Kiste mit Sanitätsmaterial zu Seite und hob eine andere vor sich auf den Tisch, der ihm als Ablage diente. Versorgungskasse VI. Ein feistes Grinsen stahl sich über sein Gesicht als er den Deckel öffnete. Das war eine Kiste nach seinem Geschmack. Zahnpasta, Seife, Kaugummis, Zigaretten und…

„Hershey Bars!“, rief eine Stimme erregt und Luz sah eine Hand in die offene Kiste langen.

„Pfoten weg!“, fauchte er und schlug Joseph Liebgott auf den Handrücken.  

„Hey!“, erwiderte Liebgott während er seine Hand reflexartig zurückzog. Beleidigt rieb er sich den kribbelnden Handrücken. „Weißt Du eigentlich wie lange ich schon keine Schokolade mehr gehabt hab’?“

„Nein, weiß ich nicht. Und es interessierte mich auch nicht.“, gab Luz genervt zurück und macht ein weiteres Kreuz auf seinem Klemmbrett. Mit seiner Zigarette im Mundwinkel, nuschelte er mehr zu sich selbst als zu Liebgott: „Das hier ist kein Süßwarengeschäft. Also verpiss dich gefälligst und mach dich woanders unnütz.“

In diesem Moment erschienen David Webster und Johnny Martin in der Tür. Neugierig kamen die beiden näher. Der schlagfertige und gescheite Martin meldete sich als erster zu Wort. „Hey Jungs, was gibt’s neues?“ Entspannt lehnte er sich in der Nähe von Luz’ Tisch gegen den Türrahmen zum Nachbarraum.

Die glimmende Zigarette zwischen seinen Fingern deutete Luz auf Liebgott: „Dieser gierige Langfinger kann seine Hände einfach nicht von den Hershey Bars lassen.“  

Webster sah Luz mit großen Augen an. „Es gibt Hershey Bars?“

„Ja, Gott verdammt noch mal!“, fluchte Luz und sah sich nach seinem Klemmbrett um. Eben hatte er es doch noch in der Hand gehabt? Wo hatte er das verfluchte Ding bloß abgelegt? Seinem Ärger Luft machend, schimpfte er: „JA, es gibt Hershey Bars. Und NEIN, es ist nicht genug für alle da. Also zum letzten Mal, schiebt eure Ärsche woanders hin.“

Martin grinste übers ganze Gesicht und beäugte die offene Kiste ebenso verführerisch wie Liebgott und Webster. Ein kurzer Blickwechsel unter den dreien reichte aus, um sich abzusprechen. Zwei würden Luz ausbremsen und der dritte sich die Kiste schnappen. Geduldig lauerten sie auf ihre Chance.

Sie kam unverhofft, als Luz – der irgendetwas zu suchen schien – ihnen für einige Sekunden den Rücken zudrehte. Entschieden nickte Martin seinen Komplizen zu, doch keiner von ihnen schaffte es auch nur einen halben Schritt zu machen, bevor ein lauter Knall sie zusammenfahren ließ.

Für wie doof hielten ihn seine Kameraden eigentlich? Luz hatte die Lunte sofort gerochen, und sich mit seinem wiedergefunden Klemmbrett umgedreht und es hart auf die Kiste geschlagen.

„Vergiss es, Johnny.“, fauchte er und schenkte dem Sergeant einen finsteren Blick.

Martin grinste bloß selbstgefällig und lehnte sich mit in einander verschränkten Armen wieder gegen den Türrahmen.

„Hey Luz!“ Ohne dass irgendeiner der vier etwas davon mitbekommen hatte, hatte ihr Sanitäter Eugene Roe den Raum betreten.

„Was!“, kam es gereizt von Luz, der nicht wahrhaben wollte, dass noch jemand kam, um ihn von seiner Arbeit abzuhalten.  

„Ich wollte das neue Sanitätsmaterial abholen.“, erklärte Eugene in seiner gewohnten Höflichkeit und konnte sich nicht erklären, warum sein Gegenüber so aufgebracht reagierte.

„Ja, richtig.“, grummelte George, schon etwas entspannter. „Ich glaube, das steht irgendwo da drüben.“ Mit einem laschen Wink deutete er in eine Ecke hinter sich, während er parallel dem feixenden Johnny einen düsteren Blick schenkte und die Kiste mit der allseits begehrten Schokolade außer Reichweite brachte; sein Klemmbrett samt Bleistift oben auf.

Eugene hatte bloß die Augenbraue ein wenig angehoben, als er das Chaos gesehen hatte, das Luz mit den Worten »irgendwo da drüben« beschrieben hatte. Ein solches Durcheinander war nichts Neues für ihn. Er hatte sich daran gewöhnt sich sein Sanitätsmaterial entweder zusammen zu schnorren, oder – falls es dann doch mal Nachschub gab – selbst nach den Kisten zu suchen.  

Auf eine gewisse Art verstand er, dass es den Jungs wichtiger war Zigaretten, Schokolade und Post von zu Hause zu erhalten, als sich darum zu scheren, wie das Sanitätsmaterial zu ihnen kam. War man verwundet, rief man nach dem Sani so laut es die Lungen zuließen und von irgendwoher tauchte er dann schon auf. Mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen, machte Gene sich daran die ersten Kisten auf ihre Beschriftung hin zu überprüfen und sich systematisch durch das Chaos zu arbeiten.

Liebgott sah wie Luz die Hershey Bars vom Tisch räumte. Seinem Gesicht fehlte urplötzlich jede Farbe, als hätte er gerade gesehen wie ein kleines Kätzchen beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst wurde. Augenblicklich fing er an zu protestieren: „Komm schon, George. Das kann doch nicht dein Ernst sein? Was ist denn nun mit der Schokolade? Wenn das Nachschubbataillon die hier abgeliefert hat, dann bestimmt nicht damit Du sie uns vorenthältst. Also jetzt rück schon endlich so einen verdammten Riegel raus. Es ist EIN Riegel, Mann!“

Martins Grinsen wechselte zu einem amüsierten Schnauben. Die Art wie Liebgott sich aufregen konnte, brachte selbst den sonst so ernsten Sergeant über sein übliches Feixen hinaus.

Webster hatte sich währenddessen still verhalten. Für ihn war klar, dass es keine Hershey Bars geben würde, nachdem Luz ihren Versuch welche zu ergattern unterbunden hatte, noch bevor sie überhaupt in die Nähe der süßen Leckerei gekommen waren. Er fand Joes Verhalten kindisch und konnte nur den Kopf darüber schütteln. Nicht zum ersten Mal fragte er sich, was eigentlich die guten Seiten an diesem Taxifahrer aus San Francisco waren, dass er sich immer wieder freiwillig mit ihm das Quartier teilte.

In diesem Moment nahm Webster einen Schatten war und schielte aus dem Augenwinkel zur Eingangstür. Dort stand einer ihrer Offiziere, vollkommen unbewegt und mucksmäuschenstill, die Situation offensichtlich genießend. Konnte es sein, dass er schon länger dort stand und diesem albernen Gezanke bewusst seinen Lauf lief?

Luz hatte die krakelenden Wort hinter seinem Rücken gehört, während er gleichzeitig begonnen hatte Gene dabei zu helfen die richtige Kiste zu finden. Die anhaltende Belagerung seines Arbeitsplatzes ging ihm zunehmend gegen den Strich und was Liebgott betraf, verlor er endgültig seine Geduld. Wütend drehte er sich zu ihm um und wurde überraschend laut: „Verdammt noch mal, Joe! Es –“ Schlagartige verstummte Luz. Ein Mann nahe der Tür hatte ihn durch sein bloßes Erscheinungsbild zum Schweigen gebracht. Geradewegs starrte Luz ihn an, sprachlos für einen langen Augenblick. Und von der anhaltenden Stille irritiert, richteten auch die anderen ihre Blicke neugierig zum Eingang.

Die plötzliche Aufmerksamkeit brachte den Mann in seiner frischen Uniform und mit dem gut sichtbar befestigten Rangabzeichen am Kragen verlegen zum Lächeln. Und die Tatsache, dass er von jetzt auf gleich im Mittelpunkt stand, ließ seine Wange leicht erröten.  

„Hey, hey, hey...“, rief Luz erheitert, wurde mit jeder Silbe lauter und ließ was immer er gerade in der Hand hielt aus seinem Griff gleiten. „Wenn das Mal nicht Second Lieutenant Carwood Lipton ist!“ In einer großen Geste breitete er die Arme aus. „Willkommen in unserem Kommandoposten. Sir !“ Seine schlechte Laune schien schlagartig verflogen.

Das Lächeln von Lipton wandelte sich in ein breites Grinsen und mit zugegeben stolz geschwellter Brust ging auf die Gruppe zu.

Im poetischem Tonfall eines Minnesängers begleitete Luz seine Schritte: „Mein Name ist George Luz, Unteroffizier und Mitglied der wundervollen U.S. Army. Stets zu Ihren Diensten.“ Er machte die geschwungene Handbewegung eines Butlers und vervollständigte seinen Auftritt mit einer übertrieben tiefen Verbeugung.

Lipton schüttelte den Kopf als er vor ihm stand. „Lass den Blödsinn, George. Ich bin immer noch derselbe wie vorher.“

Seinen neuen Vorgesetzten von Kopf bis Fuß musternd, kommentierte Martin: „Nur mit dem Unterschied, dass Du jetzt Offizier bist, wir dich mit Sir  anreden müssen und Du den Männern nicht länger als First Sergeant in den Arsch trittst.“

„Keine Sorge, Johnny.“, sagte Lipton und wandte sich dem Unteroffizier zu. „Ich werde euch  immer noch in den Arsch treten, wenn er ihr nicht spurt.“

Webster schnaubte. „Als hätten wir das jemals getan.“

Ein amüsiertes Lachen füllte den Raum.

„Hey, Lieutenant.“, nahm Luz den Faden wieder auf. „Wie sieht’s aus, wollen Sie einen Hershey Bar?“ Er hatte in die Kiste unter seinem Klemmbrett gegriffen und einen der Schokoriegel bereits geworfen, noch bevor er die Antwort abgewartet hatte.

„Nenn mich bitte nicht Lieutenant.“, entgegnete Lipton verlegen, nachdem er den Riegel geschickt aufgefangen hatte.

„WAS?“, empörte sich Liebgott, sein Blick vollkommen fixiert auf die Süßigkeit. „Der kriegt einen Hershey Bar?“

Der“, wiederholte Luz mit übertriebener Betonung, „ist ja auch ein Offizier. Und Ränge haben nun mal ihre Privilegien.“

Liebgott sah mit einer Mischung aus Neid und Missgunst auf Liptons neues Rangabzeichen. Als Antwort erhielt er ein entschuldigendes Schulterzucken. Beleidigt sah er weg.  

In diesem Moment stieß Martin sich vom Türrahmen ab und machte ein paar Schritte auf seinen Lieutenant zu. „Du wirst es vermissen, Lip.“, sagte er und legte ihn mit einem festen Griff die Hand auf die Schulter.

Carwood war kurzzeitig verwirrt. „Was vermissen, Johnny?“

Martin grinste, bevor er die Sache auflöste. „Na die schönen Nächte, mit dem schönen Schnaps und den schönen Mädchen.“

Jetzt grinste Lipton zurück. Er wusste auf welche Situation sein Freund anspielte. Als First Sergeant hatte er einmal einen Teile der Männer – darunter auch Martin – bei einem Trinkgelage erwischt und ihnen vorgehalten, sie würden Gackern wie ein Haufen wilder Hühner. Er war mächtig sauer über ihre Disziplinlosigkeit gewesen und es hatte empfindliche Strafen geregnet, aber im Grunde erinnerte er sich gerne an den besagten Abend. Gehässig fragte er zurück: „Sprichst Du von dir selbst?“

Martins Grinsen zog sich bis zu seinen Ohren. „Ah, Du kennst mich einfach zu gut.“ Mit einem anerkennenden Schulterklopfen ließ er Lipton los.

In Erinnerung an den feucht, fröhliche Umtrunk, der ungeplant aus dem Ruder gelaufen war, ging ein Schmunzeln durch die Runde. Wobei Liebgott Webster sogar verschmitzt zuzwinkerte, der – wie von ihm erwartet – mit einem Augenrollen antwortete. Auch sie waren in jener Nacht mit von der Partie gewesen und in Websters Erinnerung war sein betrunkenes Verhalten nicht gerade rühmlich gewesen. Irgendwie schafte Joe es immer wieder, dass er über die Stränge schlug.  

Luz hatte sich inzwischen eine neue Zigarette angesteckt und Gene auf der Suche nach dem Sanitätsmaterial unbeabsichtigt alleine gelassen. Auch er wollte Lipton zeigen, wie sehr er sich für ihn freute, dass seine Beförderung endlich durchgekommen war.

Eine kleine Wolke aus Zigarettenrauch in Richtung Zimmerdecke pustend, meinte er locker: „Aber pass bitte auf, Lip, dass Du nicht zu schnell die Karriereleiter hochfällst. Sonst heißt Du irgendwann noch Captain Lipton. Und daran würde ich mich nie gewöhnen. Captain-Carwood-Lipton.“

Alle lachten beim Klang dieser Silben, die sich zusammengesprochen reichlich albern anhörten.  

„Ihr seid die besten Freunde, die man sich wünschen kann.“, sagte Carwood überglücklich und wären sie ein Football-Team gewesen, er hätte keine Minute gezögert sie alle in eine Gruppenumarmung zu ziehen.

In diesem Moment unterbrach ein lautes Rufen draußen auf der Straße ihre heiterte und ausgelassene Stimmung. Das Schreien war so laut, dass es selbst im Haus deutlich zu hören war. Und das Wort, das die Stimme hektisch und erregt wiederholte, war allen beteiligten unangenehm vertraut. Es war der Ruf nach einem Sanitäter.

Wieder einmal bewehrte es sich, dass Eugene sich selbst um den Bestand seines Sanitätsmaterials kümmerte. Er hatte die gesuchte Kiste längst gefunden und während die anderen Witze gemacht und Lipton zu seiner Beförderung gratuliert hatten, hatte er seine Sanitätstasche mit allen nötigen Utensilien aufgefüllt.

„Medic! MEDIC!“

Das Schreien wurde lauten und es gab keinen Zweifel daran, dass die Quelle des Hilferufes sich nun im Haus befand. Umgehend kletterte Eugene über einen Stapel aus Kartons hinweg. Wer immer gleich am Eingang des Kommandopostens auftauchen würde, würde ihn zu jemandem lotsen, der dringend seine Hilfe brauchte.

In der nächsten Sekunde erschien ein abgesetzter Frank Perconte im Salon. Vollkommen außer Atem packte er mit zitternder Hand nach dem Türrahmen, um nicht umzufallen. Er war so schnell gerannt wie er konnte und schnappe nun nach Luft wie ein Fisch, der ungewollt an Land geraten war. „Schnell… Gene… Wir, wir brauchen dich…“

Sofort war der Sanitäter an der Seite des keuchenden Mannes. „Wo?“, fragte er, bereit los zu sprinten. „Wo braucht ihr mich?“

„Im Kellergewölbe… Nahe dem Fluss...“, japste Frank. „Auf der… Patrouille hat es zwei von uns erwischt.“

Gene wusste wo er hin musste und war schneller aus der Tür, als jemand das Wort »Medic« hätte wiederholen können. Wie ein geölter Blitz rannte er mit seiner Umhängetasche durch die Straßen und Gassen von Hagenau, runter zum Fluss.

Perconte lehnte weiter nach Luft ringend an der Tür.

Den anderen Anwesenden stand der Schock in die kreideweißen Gesichter geschrieben. Liebgott war ebenso sprachlos wie Webster. Vergessen waren die Hershey Bars. Die Miene von Martin lag auf Eis und Luz hatte nicht einmal mitbekommen, dass die Zigarette, die schlaff in seinem Mundwinkel hing, ausgegangen war.

Nach einem harten Schlucken war Lipton der erste, der den Mund aufbekam. Unsicher ob er die Antwort wirklich hören wollte, fragte er: „Frank? Wen hat es erwischt?“

Perconte fasste sich an die Stirn und rieb sich den Schweiß von der Haut. Sein Hecheln halbwegs unter Kontrolle sah er zu Lipton. „Einen von den Ersatzleuten und…“, er schnaufte hörbar, „…und Captain Speirs.“

Carwoods Welt blieb stehen.


AN:
Sorry an dieser Stelle falls ich die fandomfremden Leser mit den vielen Namen und Personen verwirrt haben sollte. Der Streit um die Hershey Bars ist direkt aus dem Canon entliehen und das Schreiben dieser Szene hat mir unglaublichen Spaß gemacht. Für alle, die sich das Original ansehen möchten, hier der Link.
Video: Band of Brothers/Funny moments - Episode 08 (3:10 min)
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