Wege der Liebe

von TyLyLe
GeschichteDrama, Romanze / P12
30.08.2018
08.12.2018
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*Emma*
Samu war nicht zu bremsen. Am nächsten Tag ging er zum Makler, fuhr mit diesem wieder zum Grundstück, dabei waren sein Anwalt und Finanzmensch. Zurück kam er mit einem Kaufvertrag zum durchlesen und unterschreiben. Erst hielten wir es für vernünftig eine Nacht darüber zu schlafen, aber nach einer Stunde war der Gedanke verflogen und wir unterschrieben sofort.
Glück, machte sich immer mehr breit als wir dann zum Architekten gingen und die Planung anfingen. Samu fuhr fast jeden Tag zu dem Grundstück und danach wieder zum Architekt. Der Termin beim Notar zur Überschreibung des Grundstückes auf uns war eine Woche später. Es war etwas komplizierter, weil wir nicht verheiratet sind, aber das stellte kein großes Problem da. Samu prüfte mit Nikkolas Baufirmen, besuchte diese und schaute sich bereits erbaute Gebäude von ihnen an. Wir beschlossen dann, die Firma die mein Bruder hatte für sein Haus, auch zu beauftragen. Schließlich arbeiten die mit dem Architekt Hand und Hand zusammen. Los geht es Mitte Mai.
Jetzt Sitz ich hier mit den Ordner die wir angelegt haben für unser Projekt. Ich kann es nicht glauben, was in den letzten knapp zwei Wochen alles passiert ist mit einer Idee oder besser gesagt einem Vorschlag von Samu. So schnell, weil er wieder so hartnäckig war und nicht nach ließ. Ich hab das Gefühl als könnte ich mit ihm alles erreichen undd schaffen. Trotz all dem bin ich einfach nur geschafft. Die Übelkeit, etwas Schwindel und die Müdigkeit machen mich fertig. Ich bin einfach nur froh dass jetzt wieder Wochenende ist. Ich fuhr also los von der Schule mit voller Freude heute Abend einfach nur in Samus Armen zu liegen und dann behutsam ein zu schlafen. Ich beschloss noch an den Hafen zu fahren und Samu einen geräucherten Fisch zu holen. Das hab ich schon lange nicht mehr getan. Er wird sich freuen. Ein paar gegrillte Kartoffeln mit Knoblauch und Rosmarin nahm ich auch mit. Dann hat er sein Essen für heute Abend.
„Diese Übelkeit…“ Sagte ich zu mir selbst. Dann fing es noch an zu schneien. So einen langen Winter gab es in Deutschland nicht. Aber das gehört hier da zu. Es ist schön. Ich liebe Schnee. Da werdender mit dem Mini Mensch sehr viel Spaß haben. Samu ist ja zum Glück immer noch genug Kind mit seinen 40ig Jahren. Ich seh die beiden schon Schlitten fahren und Eishockey spielen. Die ersten Schritte bei uns im Garten… Weihnachten. Weihnachten ist das schönste fest für mich. Es hat was von besonderer Liebe und Barmherzigkeit. Es ist für mich, das schönste fest das man Feiern kann und dieses Jahr schon mit unserem Baby. Unserer eigenen kleinen Familie. Mit diesem Gedanken ging ich die Stufen hoch zu Samus Wohnung. Heut fällt es mir schwer diese Stufen hoch zu gehen. Der Schwindel war einfach zu stark. So stark, dass Ich mich auf die Treppe setzen Musste. Da es auch nach einiger Zeit nicht besser wurde und ich auch noch das Gefühl bekam mich übergeben zu müssen, Nahm ich mein Handy und rief Samu an.
„Emma? Bist du schon auf DEM Heimweg?“ Fragte er sofort.
„Samu… ich bin sogar schon im Treppenhaus…“ Sagte ich leise… ich glaube er hörte schon an meiner Stimme dass etwas nicht stimmte. Denn plötzlich hörte ich eine Tür aufgehen und schnelle Schritte kann die Stufen runter.
„Hej… hej Schatzi, was ist los?“ Fragte die dunkle Stimme und schaute mich besorgt an. Eine Hand ruhte dabei auf meiner Schulter, mit der anderen strich er mir zart über die Wange.
„Mir ist gar nicht gut…  Schwindel, Übelkeit…“ Sagte ich. Samu fackelte nicht lange, packte mich und trug mich in seine Wohnung und legte mich auf der Couch ab.
„So Füße hoch…“ Samu legte mir ein Paar Kissen unter die Beine.
„…brauchst du einen Eimer?“ ich nickte. Nicht dass ich seinen Teppich noch versaue. Schnell brachte er mir den Eimer und stellte den Griff bereit hin.
„Ich hol noch schnell die Sachen von der Treppe rein… und dann Ruf ich die Ärztin an, was wir tun können.“ Schon war er wieder verschwunden. Wenige Sekunden später hörte ich Samu am Telefon reden. Er schilderte die Situation und lag dann nach mehrmaligem bejahen auf.
„So Babe… hast du Schmerzen?“ Fragte er sofort.
„Rücken, Bauch, Unterleib?“ Fragte er besorgt und kniete sich neben die Couch.
„Nein gar nichts… du weißt doch dass das schon seit ein paar Tagen so geht mit den Beschwerden, nur so stark wie heute waren die noch nicht.
„Hm, okay. Ich muss dir mal Blutdruck und Puls. Anweisung von der Ärztin. Zwei Stunden lang alle 20 Minuten. Du sollst auch erst mal liegen bleiben… und wenn Bewusstlosigkeit eintritt, sollen wir am Wochenende ins Krankenhaus. Viel trinken sollst du auch. Es wäre erst mal egal was.“ Redete Samu los. Ich nickte nur und fand es unglaublich süß, wie er sich kümmerte und alles regelte. Es beruhigte mich ungemein, zu wissen, dass er da ist.  
„So… ich hab das Teil schon ewig nicht mehr benutzt…“ Kam er mit dem Messgerät und schlug dann doch erst mal die Bedienungsanleitung auf.
„Ah… okay…“ nuschelte er dann vor sich hin und legte mir dann die Manschette an.
„So, Das drückt jetzt ein bisschen.“ Er lächelte mich an und gab mir einen Kuss auf die Wange.
„Dr. Haber…“ Flüsterte ich.
„Ja Bitte?“ Schaute er mich grinsend an.
„Ich liebe dich… ich meine, ich liebe dich so richtig, wirklich. Ich bin froh dass alles was passiert ist, mit dir passiert ist und ich bin froh, dass alles was noch passieren wird, mit dir passiert.“ Sagte ich. Samu war still und schaute mich glücklich an.
„Ich fühl genau so.“ Sagte er dann leise und legte seine Lippen vorsichtig auf meine. Dann piepste das Gerät.
„Dann lass uns mal schauen… oh je, 80 zu 54… Puls 80. Das ist ja völlig im Keller.“ Sagte Samu.
„So fühl ich mich auch.“ Sagte ich und schloss meine Augen.
„Dann Schlaf mal ne Runde. Ich Pass auf dich auf.“ Sagte Samu und gab mir einen kleinen Kuss auf den Mund.

*Samu*
Ich machte mir schon Riesen Sorgen in dem Moment als sie anrief, dass sie die Treppe nicht schafft und jetzt sind es nicht weniger geworden. Die erste Stunde änderte sich überhaupt nix an ihrem Blutdruck. Emma lag auch nur da, völlig erschöpft und niedergeschlagen. Ich behielt sie genau im Auge, las aber neben bei ein Buch. Vielleicht sollte Emma auch einfach mal eine Woche zuhause bleiben. Sich mal um sich kümmern. Als ich wieder zu ihr schaute, blickten mich ihre blauen Augen an.
„Na?“ Fragte ich und legte das Buch zur Seite.
„Ich brauch mal frische Luft.“ Streckte sie sich.
„Ein Spaziergang, Is glaub ich, nicht das beste in deinem Zustand.“ Sagte ich sofort.
„Mir reicht dein Balkon.“ Meinte Emma während sie sich aufrecht hin setzte.
„….okay, das ist machbar. Ich Messe dir aber zuvor noch Blutdruck und dann packen wir uns warm ein. Es ist Arsch kalt.“ Schnell legte ich Emma die Manschette an.
„Dass du überhaupt zu dir kommst bei den Werten.“ Schüttelte ich fassungslos den Kopf.
„Ich hab geschlafen, da sind solche Werte allgemein niedrig. Deswegen jetzt erst am frische Luft schnappen, dann brauch ich ein Glas Coke und dann geht’s mir bestimmt besser.“ Spielte Emma alles runter.
„Ich will nur nicht erleben wie du in Ohnmacht fällst…“ Sagte ich leise mit kritischem Blick.
„Honey, ich sag dir Bescheid wenn es nicht mehr geht… hast du dein Fisch gegessen den ich extra kaufen war?... mit Kartoffeln…“ Sagte sie lächelnd.
„Nein Babe, ich esse später… ich bring dir jetzt erst eine Coke, dann die Jacke und wir stellen uns etwas raus.“ Emma nickte und ich tat was ich sagte. Das Glas Cola trank sie schnell aus und schon standen wir auf dem Balkon.
„So langsam kommt wieder Farbe in dein Gesicht.“ Sagte ich und legte meine Hände auf Emmas Hüfte.
„Ich fühl mich auch deutlich besser.“ Meinte sie. Aber klar war, dass sie das auch sagen würde wenn es dem nicht so wäre.
„Versprich mir, immer ehrlich zu mir zu sein. Vorallem das was deine Gesundheit angeht. Das ist das wichtigste.“ Sagte ich und zog sie nah, ganz nah an mich.
„Ich werde in jeder Hinsicht ehrlich zu dir sein… Ich hoffe du auch zu mir…“ Sagte Emma und blickte mich an.
„Hey, das bin ich zu dir. Wirklich, es wird zwischen uns nie so sein oder enden wie zwischen Vivianne und mir… so viel wird zwischen uns nicht schief gehen, denn ich hab aus meinen Fehlern gelernt.“ Versicherte ich der kleinen Frau. Sofort schmiegte Emma ihren Kopf an meine Brust.
„Ich weiß.“ Flüsterte sie dann. Ganze 20 Minuten blieben wir draußen stehen, dann gab es drin erst mal einen warmen Tee und es ging mit Emma zusammen ins Bett. Ich graulte sie in den Schlaf und las dann in meinem Buch weiter. Später aß ich den wirklich sehr feinen Fisch mit den Kartoffeln was Emma mit gebracht hatte. Sie ist so gut zu mir. Diese kleinen Dinge und Aufmerksamkeiten. Manchmal fällt es mir gar nicht auf, erst Abends wenn ich im Bett liege und über den Tag nachdenke. Emma hat hier was und da, dann dies und das. So viele Dinge die sie einfach unauffällig tut. Sie führt praktisch zwei Haushalte, meinen und ihren. Ich glaube das ist einfach zu viel zur Zeit. Irgebdwie Ruhe oder so, gönnt sie sich selten, auf jeden Fall nicht öfter als vor der Schwangerschaft. Ich werde das Thema in den nächsten Tagen mal mit ihr besprechen.
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