Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Philotony

von Tony1769
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
29.08.2018
30.06.2021
7
6.587
5
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
29.08.2018 954
 
"Glücklich sein" – eine der einfachsten und schwersten Disziplinen zugleich.
"Glücklich sein" – eine Empfindung so wie eine Einstellung.
"Glücklich sein" – ein Lebensziel.

Obwohl doch jeder Mensch im Inneren nicht viel mehr will und braucht, stehen dennoch so viele Leute Lichtjahre weit von ihrem Wohlleben entfernt.
Das finde ich bedauerlich, denn in meinen Augen hat jeder es verdient, ein schönes Leben zu führen und Freude darin zu finden.
Es ist auch ein wenig paradox, dass wir uns alle ein uns dasselbe Ziel für uns selbst stecken – dieses Ziel jedoch selten bis nie als Gesellschaft anpacken.
Dabei wäre dies im Sinne Aller. Ja, Aller – das meine ich ernst.

Man erinnere sich als Leser nur an den letzten Tag, an dem man wirklich glücklich war.
War es an diesem Tag denn nicht so, dass einen eine gewaltige Urkraft erfüllte?
War man denn nicht mit Herz und Hirn viel mehr bei der Sache?
Verspürte man denn nicht den Drang, seine inner Freue mit der Welt und besonders seinen Nächsten zu teilen?
Natürlich war es so, denn das löst dieses “glücklich sein” in einem Menschen aus.
Und jetzt stelle man sich nur mal kurz eine Welt vor, in welcher jeder Einzelne eine solche Freude im Herzen trägt und diese mit der Welt teilen will.

Ein gleißendes Licht der Hoffnung geht von diesem Gedanken aus und schon alleine deshalb sollte es die Aufgabe einer vernünftigen Gesellschaft sein, sich nach deinem allgemeinen Wohlleben auszurichten.


Doch bis die Stunde dieser Gesellschaft gekommen ist, muss man sich selbst Abhilfe schaffen.

"Ich möchte einfach [nur] hier sitzen", vielleicht kennt manch einer diesen beinahe berühmten Satz aus einem bekannten Loriot Sketch.
Er klingt so simpel, so genügsam, so bescheiden.
Jeder normale Mensch würde den Mann auf seinem Sessel auffordern, doch etwas zu tun und seine Lebenszeit sinnvoll zu nutzen – doch was sie nicht verstehen, genau das tut er bereits und zwar besser als seine Kritiker.
Er hat ein wichtiges Prinzip im Leben verstanden: er fügt sich nicht dem Drängen seiner Umwelt, sondern folgt der Laune seines Herzens.
Er sitzt nicht um Profit, um Anerkennung oder eines größeren Ganzen Willen dort, sondern der Welt zu Trotze auf dem Wege seines eigenen Glückes.


Trotzdem ist mit Genügsamkeit nicht immer alles getan.
Eine gewisse Akzeptanz und Freude an dem, was man hat, bilden eine solide Grundbasis für ein erstrebenswertes Wohlleben.
Vielen Leuten würde damit jedoch trotzdem etwas im Leben fehlen – ich selbst zähle mich definitiv zu dieser Gruppe.
Es ist zwar komplett in Ordnung, wenn man mit dem Hier und Jetzt zufrieden ist und darüber hinaus keine Ambitionen hat – dafür muss man sich nicht schämen. Es ist dann aber wichtig, dass man sich den Weg zum Ziel macht. Also statt einem bestimmten Punkt entgegen zu streben, den Weg an sich als das Erstrebenswerte zu betrachten und ihn sich möglichst schön zu gestalten.
(Vorzugsweise ohne anderen dabei zu schaden.)

Manchen aber steht auch der Sinn nach etwas Höherem.
Das halte ich ebenso für gut, denn auch ein Traum oder ein Ziel kann einem zum Wohlleben gereichen.
Ich denke, dass es durchaus wichtig ist, sich das Träumen zu erlauben. Manchmal kann es gar nichts Schöneres geben.

Ein Ziel vor Augen kann einem Kraft und trost spenden, doch es kann auch ins Gegenteil gehen. Ein unerfüllter Traum nämlich kann einem schwer zusetzen.
Gerade deshalb scheuen sich so viele Leute davor, zu träumen.
Dabei ist es doch oftmals schon allein das Streben, das es die Sache wert macht. Etliche Projekte und Ideen sind bereits gescheitert, doch die Leute dahinter sind an ihnen gewachsen. Aus der Asche eines Planes ist auch oft schon ein viel besseres Konstrukt entstanden als ursprünglich geplant war.
Und das sind nur die Träume, die gescheitert sind. Nebst der Erfahrung und dem befriedigenden Gefühl, es zumindest versucht zu haben, welche man beide aus einem gescheiterten Unterfangen ziehen kann, besteht noch eine andere Chance: die Chance des Gelingens.
Man sollte nie vergessen, dass auch ein unwahrscheinlicher Traum Realität werden kann, selbst wenn die Chancen entgegengesetzt stehen.

Ein weiterer Grund, sich vor dem Träumen zu scheuen, ist bedauerlicherweise auch die eigene Umwelt.
Wenn einem nicht gerade das Feuer der Leidenschaft vor Augen lodert, tendiert man dazu, die Welt viel nüchterner zu betrachten. Oftmals leider auch zu nüchtern.
Deshalb werden einige Menschen mit Zweifeln reagieren, wenn man ihnen von einem großen Traum vorschwärmt.
Viele verstehen nicht, dass es einen Träumenden in seiner Entfaltung sehr hemmen kann, wenn man ihm gleich den Wind aus den Segeln nimmt. Andere meinen es vielleicht auch gut, wenn sie nicht wollen, dass man sich falsche Hoffnungen macht.
Deshalb sollte man wohl auch nicht jedem von seinem Traum berichten und sich nicht von jedermanns Zweifel unterkriegen lassen.

An dieser Stelle will ich noch ein Zitat einbringen, dessen Quelle ich leider nicht mehr online finde, um sie zu verlinken.

“Begrab’ deine Träume, werd’ erwachsen, du spinnst!
Wenn das Erwachsenwerden heißt, dann bleib’ ich lieber Kind.”


Ebenso sehe ich es.
Man sollte nicht zu viel auf die Meinung anderer achten – das hält einen nur davon ab, seinen Traum zu leben.


Nun mag man an einem Punkt stehen, an welchem man sich fragt, ob man etwas wagen soll.
Hier gilt der simple Grundsatz: Träume – Verwirkliche deinen Traum – Verwirkliche dich selbst
Und wenn man mal ein Ziel verfehlt, muss man schon das nächste vor Augen und den Pfeil in der Hand haben.

Das halte ich für richtig.



Abschließend kann ich sagen:
Glücklich sein ist toll und jeder sollte es tun.
Jedem sollte dies auch vergönnt sein.
Es ist nicht immer einfach, glücklich zu sein. Und ich bin es nicht immer.
Doch wenn ich es bin, dann lächle ich in die Welt hinaus.
Und dann hoffe ich, dass sie dieses Lächeln dereinst erwidern kann.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast