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Die Assassinen-WG

GeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Edward Kenway Evie Frye Ezio Auditore da Firenze Jacob Frye
29.08.2018
01.10.2020
24
40.897
10
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29.08.2018 1.530
 
1.Akt- übler Geruch

Inzwischen ist es schon der 26. Januar. Gestern hatte meine Oma Geburtstag, fiel mir ein, als ich in der Küche meinen heißen Kakao schlürfte, den Evie mir gemacht hatte. Gleich darauf fragte ich mich, wer hier zum Teufel sein Essen in der Mikrowelle vergessen hatte. Das stinkt ja abscheulich. Allerdings, für mich roch in den letzten zwei Tagen alles abscheulich. Alles, außer Evies Kakao. Seltsam. Gibt sich aber sicherlich wieder. Ich tappte ins Schlafzimmer. Da lag mein Freund, verkatert und am schnarchen. Jacob hatte gestern wieder richtig schön einen, oder eher zwei über seinen Durst getrunken.  Ich hatte in den letzten Tagen dagegen so gar keine Lust zum Trinken. Leise, um ihn nicht zu wecken, öffnete ich meine Schreibtischschublade. Ich wollte mein Buch weiterlesen, irgendwo hier muss es doch sein… Mein Buch fand ich leider nicht, dafür aber etwas, was mich zunächst nicht beunruhigte. Meinen Periodenkalender. Puh. Eher rein routinemäßig sah ich hinein. Seitdem ich die Pille nahm, kam meine Regel schön regelmäßig, immer genau am 21. des Monats… Moment. Meine Oma hatte gestern Geburtstag. Heute ist also der 26.  Ich schluckte und sah den schnarchenden Jacob an. Das kann nicht sein, ich habe die Pille immer genommen, oder etwa nicht…? Nur  eine Person konnte mir die Antwort auf diese Frage geben.
„Evie!!“ Ich hämmerte an ihre Tür, und ohne eine Antwort abzuwarten, riss ich die Tür auch sogleich auf. „Maria, was zur Hölle ist los?“ Evie schaute mich entsetzt an. Offenbar hatte sie gerade ein Schläfchen gemacht, zerzaust wie sie war.  Aber das war mir gerade egal. „Evie..“ schnell senkte ich meine Stimme, „Hab ich irgendwann in letzten Wochen meine Pille vergessen einzunehmen? Bitte sag schnell!“ Evie guckte jetzt noch entsetzter, fing dann aber an zu überlegen. „Du weißt ja, dass ich deine Pilleneinahme sozusagen verwaltet habe, da du es gerne mal vergessen hast. Und ich habe sie dir immer gegeben. Aber warum fragst du überhaupt?“ Verzweifelt sah ich sie an. „Weil ich überfällig bin“, hauchte ich dann so leise wie möglich. Evies Augen wurden riesig, sie überlegte nochmals angestrengt. Dann wurden ihre Augen, wenn möglich, noch größer und sie schlug die Hände vor ihren Mund. „Evie? Evie, sag, ich werde irre!“ „Maria. Hast du an Silvester mit Jacob geschlafen?“ Ich senkte den Blick. Vor Evie war das immer noch etwas unangenehm, da sie ja seine Schwester war. „Ja“, antwortete ich dann doch. Sie sackte etwas in sich zusammen. „Was ist denn Evie, nun sag doch bitte!“ „Maria, du hast dich an diesem Nachmittag übergeben, kurz nachdem du die Pille genommen hast“, meinte sie und klang jetzt unglaublich müde. Jetzt sackte auch ich zusammen.  „Aber.. da hatte ich die Pille doch bestimmt schon zwei Stunden intus.“ „Nein Maria. Ich hatte dir die in dein Zimmer gebracht. Wo du dich mit Dominosteinen vollgestopft hast.“ Evie rappelte sich hoch. „Komm Maria. Zieh dich an. Los bevor Jacob wach wird!“ „Wohin gehts?“, fragte ich etwas verwirrt und zog den Mantel über, den sie mir zuwarf. „In die Drogerie natürlich, wir müssen dir einen Schwangerschaftstest besorgen!“

Noch nie hatte ich so nervös auf meinen nächsten Toilettengang gewartet, und noch nie hatte ich so gehofft, Jacob möge noch ein wenig länger schlafen.  Ich lief in der Wohnung hoch und runter, und war froh, dass die meisten Assassinen heute nicht da waren, sondern einen Ausflug nach Jena machten. Die sollten das hier nicht mitbekommen. Inzwischen merkte ich, dass es langsam Zeit wurde, und holte Evie. Sie drückte mir die Packung in die Hand. „Wie es funktioniert, weißt du schon, denke ich“, meinte sie, und ich nickte schnell. Dann sah ich sie verzweifelt an. Beruhigend strich sie mir über den Arm. „Wenn du die Kontrolllinie siehst, holst du  mich, okay? Ich warte hier, versprochen.“ „Okay,“ sagte ich mit zittriger Stimme, schloß die Badtür hinter mir und tunkte schließlich schwer schluckend das Stäbchen in den Becher und wartete. Das musste ich nicht allzu lange. Zu gerne hätte ich Evie bei Erscheinen der Kontrolllinie geholt. Aber das wurde leider nichts, da die Ergebnislinie schneller auftauchte als die im Kontrollfenster. Dick und fett prangten da zwei Striche auf diesem Test. Und Jacob wurde durch ein lautes  Kreischen geweckt.

2. Akt- Die Verkündung eines neuen Familienmitgliedes

Die restlichen Assassinen trudelten um 19 Uhr schließlich ein. Evie verfrachtete alle sofort ins große Wohnzimmer, wo ich mit starrem Blick saß und Jacob nicht in die Augen sehen konnte. Dass die anderen mich jetzt auch noch  anstarrten, machte es nicht gerade besser. „Wir müssen euch etwas mitteilen!“, rief Evie in den Raum. Sie sah mich an, und ich zog ziemlich ruckartig den Test hervor und warf ihn auf den Tisch. Jacob, der immer noch nicht wusste worum es ging, da Evie auf die anderen warten wollte,schnappte sich das Teil als erstes. Dann wurde sein Gesicht ziemlich ausdruckslos und er warf es wieder auf den Tisch, über den die anderen sich jetzt beugten. „Was ist das?“, fragte Edward ziemlich ratlos. „Ein Schwangerschaftstest.“, erklärte Ezio ihm. „Ein Baby? In dieser chaotischen WG? Oh weia“, murmelte Altair. Jacob rieb sich nun mit den Händen durchs Gesicht und zerzauste sich dann die Haare. Arno war ganz still und guckte mit großen Augen von dem Test zu mir, und wieder zu dem Test. Henry hingegen sah zu Jacob, und Aguilar starrte auf meinen Bauch. Super. Das hält doch keine Sau aus. Abrupt stand ich auf und ging in die Küche. Hier starrte mich niemand an, außer der eine Blumentopf, an den jemand Wackelaugen gepappt hatte. Ein vertrautes 'schlapp schlapp', kündigte einen Verfolger an. Der Verfolger war jetzt hinter mir, gleich darauf spürte ich zwei warme Hände auf meinem Bauch. Ich drehte mich um, fiel in Jacobs Arme und begann zu heulen.

„Du bist nicht sauer?“ Bestimmt fragte ich das Jacob jetzt zum dreihundertstem Mal, aber zum Glück ist er sehr geduldig mit mir.
„Nein, es ist, wie schon gesagt, nicht deine Schuld.“ Ich lächelte. „Danke.“ Ein paar Minuten ist es still. „Und? Wie wollen wir es nennen?“, haute ich dann heraus. Jacob dreht seinen Kopf zu mir, mit seinem willst-du-mich-verarschen-Blick. Dann lässt er den Kopf zurück ins Kissen sinken. „Adelbert. Und jetzt versuch zu schlafen“, meint er, was aber für mich unmöglich war, weil ich so sehr über dieses Adelbert lachen musste. Eine geschlagene halbe stunde lachte ich darüber, bis ich schließlich einschlief.


3. Akt- nur ein Baby?

Ein paar Tage später schließlich stapften wir durch den Schnee zum nächstgelegenem Frauenarzt. Der Arzt, der selber ein wenig schwanger aussah mit seinem Bierbauch, bat nach längerer Wartezeit Jacob und mich ins Untersuchungszimmer. „So. Ich denke, wir machen erst mal die Untersuchung, um zu sehen, wie weit die Schwangerschaft schon fortgeschritten ist“, meinte er und dirigierte mich auf die Liege. Jacob durfte neben dieser Liege Platz nehmen, und sogleich wurde mir dieses kalte Gel auf den Bauch geklatscht.  Nicht besonders angenehm. Der Arzt brummelte irgendwas und tippte etwas in seine Tastatur, woraufhin der Monitor über der Liege aufleuchtete. Ich starrte ebenso gebannt in den Bildschirm wie Jacob, als das Ultraschallgerät  auf meinen Bauch gesetzt wurde. Zuerst sah man nur grau, doch dann, nach längerem suchen, einen kleinen schwarzen Punkt, in dem ein winziger weißer Punkt war. „Aha, da ist es!“, rief der Arzt fröhlich, und bewegte das Gerät dann nochmal über meinen Bauch, schon in Richtung Seite, wo er, beziehungsweise sein Gerät, nochmal stockten. „Was ist das..Da muss ich gucken.“ Ich konnte hören, wie Jacob nach Luft schnappte, und bekam selber leicht Angst. Noch gebannter als vorher starrten wir beide auf den Monitor, wo nach einer halben Minute ein zweiter  schwarzer Punkt auftauchte. Jacob stöhnte leise. „Ja, da hat mein Auge mich nicht getäuscht, das ist auf jeden Fall noch ein Embryo“; erklärte der Doktor.  „Aber noch einen haben Sie nicht gesehen, oder?“, piepste ich. Er schaute nochmal nach, versicherte uns aber, es gäbe wirklich nur die zwei. Nur.
„Die geschätzte Schwangerschaftswoche ist 6 plus 2, also die siebte. Brauchen Sie eine Ernährungsberatung? Nein? Rauchen tun Sie auch nicht? Gut. Dann werde ich Ihren Mutterpass anfertigen, die Schwester  gibt  ihnen  einen  neuen Termin. Ach, und  herzlichen  Glückwunsch!“ Wir nickten nur höflich und standen wenig später endlich draußen in der frischen Luft.
„Zwillinge. Ich krepiere.“ Jacob hörte sich an wie eine kaputte Schallplatte. Er hatte das jetzt bestimmt schon um die vierzig mal gesagt. „Wir schaffen das schon.“ Meine Worte hörten sich leider nicht so ermutigend an, wie ich es gern gehabt hätte. Er sah mich an wie ein Mops, der seine Leckerlis nicht bekommt. „Guck mal, wir haben doch die ganzen anderen Assassinen, und meine Mutter. Die helfen uns sicherlich.“ Sanft legte ich meinen Arm auf seinen. Jacob atmete nochmal tief durch. „Okay, du hast ja recht. Hoffentlich. Aber dem Piraten geben wir Babysitter-Training, bevor er eines in die Finger bekommt“, fügte er hinzu und musste nun doch grinsen. „Machen wir!“, lachte ich, hakte mich bei ihm ein und so dackelten wir gemütlich nach Hause.  Jetzt würde sich alles verändern. Blieb nur zu hoffen, dass die anderen Assassinen nicht allzu geschockt von der Zwillings-Naricht sind.
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