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Hüterin von Hogwarts

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Gellert Grindelwald Godric Gryffindor Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Salazar Slytherin
28.08.2018
25.07.2021
58
408.434
191
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Dieses Kapitel
13 Reviews
 
 
28.08.2018 4.437
 
Hallo zusammen, hier starte ich mit einer neuer Geschichte, einer Geschichte die mich schon seit etwa zwei Jahren begleitet und die ich jetzt nach und nach auf Papier bringe. In der langen Zeitspanne habe ich die Geschichte in meinem Kopf schon unzählige Male von vorne nach hinten durchgespielt und es haben sich viele Hinweise auf die späteren Kapitel oder die spätere Zeitspanne eingeschlichen, der aufmerksame Leser wird sicher den einen oder anderen Hinweis finden. Ich gebe zu, die Geschichte ist etwas vollgestopft geworden, doch sie gefällt mir sehr gut und liegt mir am Herzen.
Wie fleissig ich ein neues Kapitel hochlade kann ich jetzt noch nicht sagen, aber jedes Kapitel hat zwischen 7 und 9 A4 Seiten und so um 5'000 Wörter. Etwas mehr als 100 habe ich bereits fertig geschrieben, ich wollte erst nach Beendigung veröffentlichen, doch das hier ist ein Versuch, mich zu motivieren die Geschichte auch fertig zu schreiben.

Ich hoffe die Geschichte gefällt Euch und ich würde mich sehr über Eure Meinungen, Kritik, Fragen, Vermutungen und Anregungen freuen.

Disclamer: keiner der bekannten Personen gehören mir und ich verdiene kein Geld mit ihnen. Die von mir entworfenen Charakter bringen mir leider auch kein Geld ein und gelegentlich machen alle was sie wollen und treiben mich zeitweise damit in den Wahnsinn.

Update: 02.11.2018 korrigierte Version hochgeladen

Prolog

Hogwarts Pov

Es war der 1. September 1991 als eine schnatternde Schar Erstklässler aufgeregt vor den Toren von Hogwarts stand und darauf wartete, dass sie eingelassen wurden. In der Gruppe wurde wild getuschelt, alle waren neugierig und gespannt was sie alles in ihren Jahren als Schüler und Schülerinnen an der Schule für Hexerei und Zauberei erlenen würden. Niemand bemerkte das kleine braunhaarige Mädchen, mit den buschigen Haaren und den schokofarbigen Augen, welches still etwas abseits stand und ein paar Runen begutachtete, welche vor vielen Jahren in das alte Steinwerk eingeritzt worden waren. Sie hatte schon viel über alte Runen gelesen, seit sie erfahren hatte, dass sie eine Hexe ist. Als sie alle ins Schloss geführt wurden geschah etwas, das niemand der Anwesenden bemerken konnte, da es viel zu tief in den Mauern des Schlosses geschah. In einem Raum, welcher seit der Gründung des Schlosses und Erschaffung der Schutzbanne kein Mensch und kein magisches Wesen mehr betreten hatte, flackerte eine einzelne Flamme in einem sonst leeren Raum, tief im Zentrum des Schlosses auf. Sie wurde immer grösser und heller.

Eine alte Magie, welche für lange Zeit geschlafen hatte, erwachte langsam wieder aus einem tiefen Schlaf. Der Geist des Schlosses, der sich vor vielen Jahren in einen Schlaf zurückziehen musste, als das Gleichgewicht der Schule drohte zu kippen erwachte wieder. Er hatte damals nichts tun können, Er hatte sich damals nicht gegen den Direktor richten können, so wie er es auch heute nicht tun konnte. Schuld daran war ein alter Zauber, erschaffen noch durch die Gründer selbst, da er ihnen kurz nach der Erbauung des Schlosses und so auch seiner Entstehung so manchen Streich gespielt hatte.
Doch jetzt schöpfte er neuen Mut, denn das magische Wesen mit der Veranlagung zu allen Häusern wandelte nun in seinen rechtmässigen Hallen. Seit fast fünfhundert Jahren war es das erste Mal, das ein würdiger wahrer Hüter des Schlosses durch seine Hallen wanderte.


Das Schloss zog seinen Geist schnell wieder in die Dunkelheit der Schatten zurück, den etwas anderes war noch im Schloss, etwas, dass ihn nicht bemerken durfte. Etwas was damals als das Gleichgewicht zu bröckeln begann einen Fluch in seine Schilde eingeflochten hatte und deswegen konnte er ihm nicht trauen. Er hatte gehofft zu seiner alten Stärke zurückzufinden, doch das Ungleichgewicht, welches schon seit knapp 50 Jahre in seinen Mauern herrschte liessen ihn seine Magielevel nicht auffüllen und so fühlte er sich nach seinem Schlaf nicht erholt, sondern ausgebrannt. Das Schloss machte sich allerdings Sorgen um das Kind. Was würde passieren, wenn die fremde Präsenz, das Wesen und seine Wichtigkeit erkennen würde? Und nicht nur DIES bereitete ihm Kopfzerbrechen, in dieser Zeit waren magische Wesen geächtet oder wurden zum Teil gejagt um an Zaubertränkezutaten zu gelangen. Es war eine grausame Zeit für magische Wesen. Er hoffte, dass die böse Präsenz schnell gefunden wurde und er danach mit dem Wächter Kontakt aufnehmen konnte.

Bis dahin würde er wieder ruhen, damit niemand bemerkte dass er wieder erwacht war.
Und so verbrachte er dieses Schuljahr schlummernd und Kräfte sammelnd, immer nur kurz aufschreckend, tastend nach der fremden Präsenz, um sich danach wieder zurück zu ziehen. Gerne hätte er die Bedrohung aus dem Schloss vertrieben, doch er war zu geschwächt und er brauchte Hilfe, doch der Direktor sah die Gefahr nicht. Er war zwar ein guter Mann, doch viel zu fixiert auf die reine weisse Magie und hatte viel zu viel Angst vor der dunklen Seite der Magie. Deswegen schwieg er und wartete. Kurz vor Jahresende war die Präsenz plötzlich verschwunden und er konnte anfangen vollständig zu erwachen. Er fand den wahren Hüter von Hogwarts nicht mehr, doch er war sich sicher, dass das nur daran lag, dass er noch nicht vollständig erwacht war. Die Kinder reisten bald darauf ab und er hatte viel Zeit sich vorzubereiten.

Er streckte seine Fühler bis in den hintersten Stein, bewegte seine Ausläufe um zu sehen wie weit sie mittlerweile reichten. Sein alter Freund, der sprechende Hut, hatte während seiner Abwesenheit noch mehr seiner Kraft verloren. Seine Zauber sollten schon seit längerem erneuert werden, doch der Zauber war so komplex und im Einklang mit den Prinzipien der vier Erbauer, dass kein Zauberer in dieser Zeit ihn erneuern könnte. Der Hut hatte mittlerweile Mühe die Schüler in die richtigen Häuser zu verteilen und die Auswahlzeremonie war mittlerweile mehr zu einem Ratespiel mutiert. Er hatte sogar mitbekommen, dass der Hut sich überreden lies die Schüler in ein von ihnen gewünschtes Haus zu stecken. Nein diese Zeiten waren ganz anders als noch zu seiner Entstehung.

Er blickte traurig auf den dunklen Wald und lauschte den Geschichten der Wasserwesen. Er hatte lange geschlafen um die Kraft zu sammeln. Er öffnete Räume welche lange versperrt gewesen waren, er liess den Wind durch die Gänge pfeifen und er befragte die Gemälde was in den letzten Jahren während seines Schlafes geschehen war. Die Gemälde konnten ihn nicht verraten, da er das Schloss selbst war und sie somit vor allen anderen ihm verpflichtet sind. Doch je mehr er erwachte, desto trauriger wurde er darüber was mit der Magie in den letzten Jahren geschehen war. Nicht nur in der Schule war das Gleichgewicht gestört, in ganz England fürchtete und verachtete man die dunkle Magie und das obwohl alles ein Gegenstück benötigt um im Einklang zu sein.

So verging der Sommer

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Doch als das Schloss im nächsten Jahr auf den wahren Hüter wartete kam dieser nicht. Er konnte nirgends die Magiesignatur spüren, welche ihn vor einem Jahr aus dem Schlaf gerissen hatte. Er beobachtete die Kinder welche durch seine Gänge liefen, immer darauf bedacht sich nicht bemerkbar zu machen bis der richtige Zeitpunkt da war. Immer darauf bedacht seine Magie aufzusparen für den Moment in dem er sie benötigen würde und so verging das Jahr. Seltsame Dinge geschahen, es spielte sich ganz ähnlich ab wie vor knapp 50 Jahren. Die Schüler hatten Angst und das war auch verständlich, doch die Angst in den Mauern schwächten die Grundpfeiler der Magie des Schlosses. Sie schwächten die Magie der Banne und Schutzsiegel die auf ihm lagen. Bis jetzt bestand noch keine Gefahr, noch würde er durchhalten, doch lange hätte er nicht mehr Zeit, die Schule musste wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Er suchte nach dem magischen Wesen in jedem Haus, in jedem Gang und in jedem Klassenzimmer. Doch vergebens. Er fand es nicht. Er fand andere magische Wesen unter den Schüler, alle verborgen unter Zauber, behaftet mit einem Geruch der Angst vor Entdeckung und dass obwohl die Meisten noch nicht einmal vollständig erwacht waren.

Und dann hatte er genug damit zu tun dafür zu sorgen, dass keines der Kinder starb, etwas so grausames wie ein Kind umzubringen schwächt das Gleichgewicht einer Magiequelle ungemein. -Egal ob das Kind von einem Menschen oder einem Tier getötet wurde.- er musste eingreifen, er liess Rohre platzen um an der richtigen Stelle Pfützen entstehen zu lassen oder verhinderte dass ein Geist durch die Wände ging und dieser dann durch den Korridor schweben musste. Und auch wenn er wusste, dass die Schlange von Salazar nicht böse war und nur Befehle entgegennahm von Jemandem den das Schloss nicht identifizieren konnte, war er froh darüber, dass der Gryffindor Junge das rothaarige Mädchen retten konnte. Auch wenn er dafür leider den Basilisken töten musste. Doch da der Basilisk unter einem Zauber stand und nicht einmal auf die Stimme des Schlosses hörte hatte er keine Wahl als es geschehen zu lassen. Und bevor er es sich versah war das Jahr vorbei und er hatte wieder versagt.

Er dachte sich im Stillen: im nächsten Jahr

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Im Jahr darauf war ihm immer zu kalt. Die Dementoren schwebten durch das Schloss und er hatte keine Wahl als sich auch dieses Mal zurückzuziehen, wenn er nicht wollte dass alle Energie aus ihm gesogen wurde. Wer kam auch auf die Idee Dementoren in die Nähe von Kindern zulassen! Wie unverantwortlich! Die Magier dieser Zeit hatten wirklich keine Ahnung mehr von Zaubergebäuden und ihren alten Gebräuchen. Die Dementoren spürten nämlich den geschwächten Magiekern in seinem Innern und suchten Wege dorthinein zu gelangen. Auch wenn der Direktor ihnen verboten hatte das Schloss zu betreten seit die Schüler zurückgekehrt sind, fanden sie Wege vom Schlossgelände in die tieferen Gegenden der Schule, wo sich keine Schüler und Lehrer aufhielten.

Er schloss viele Türen, welche er im letzten Sommer für die Schüler geöffnet hatte wieder, lies die Türen einfach in den Wänden verschwinden, damit die Nebelmäntel der Dementoren nicht darunter hindurchkriechen konnten. Er schütze den Kern und die Siegelpunkte vor der fressenden Kälte der Schattengestalten und brauchte alle seine Energie und Aufmerksamkeit darauf. Das Schloss hielt stand. Er verlor zwar einen Flügel, welcher seit Jahren nicht genutzt worden war und es jetzt nie mehr sein würde, weil die Wände die zu ihm führten jetzt so magielos waren, dass die Tür nicht mehr heraufbeschworen werden konnte. Doch es war ein Verlust, den er und auch alle Anderen im Schloss verkraften konnten. Schliesslich wussten die Meisten nicht, dass der Bereich je existiert hatte.

Der Direktor war zwar etwas skeptisch gewesen, als es ihm kurz vor Jahresende aufgefallen war. Doch er machte dasselbe, wie er es bei jeder Sache machte, die ihm im Schloss seltsam vorkam. Er redete sich ein, dass es eine Eigenart, bzw. eine Macke des Schlosses sei. Dieser alte Narr. Und als in der Schule Ruhe einkehrte und die Dementoren endlich das Gelände verliessen, blieb das Gebäude leer und erschöpft zurück. Dieses Schuljahr hatte in viel Kraft gekostet, Kraft die er auf die Suche nach dem wahren Wächter von Hogwarts hätte verwenden können.


Und so verbrachte er den darauffolgenden Sommer damit, die Sonnenstrahlen von den Dächern in das Innere des Schlosses zu ziehen, um die Kälte aus den klammen Wänden zu vertreiben um dann im nächsten Jahr mit neuer Energie auf die Suche zu gehen.

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Doch mitten in den Sommerferien wurde er gestört. Fremde Zauberer kamen zusammen mit dem Direktor in das Schloss, begutachteten alles, verschoben ein paar Zimmer und murmelten die ganze Zeit vor sich hin. Dem Schloss war das egal, es hatte Wichtigeres zu erledigen, er musste warten auf den wahren Erben. Warten und wenn die Zeit reif wäre müsste er ihn unterweisen, ihn einführen in die Pflichten eines Wächters und ihm helfen die Schule wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Als im nächsten Jahr die Schüler durch die Tore des Schlosses strömten blickte er sich jeden Schüler und jede Schülerin genau an. Er fand den Wächter nicht, doch so schnell würde er nicht aufgeben, er beobachtete sie auf den Gängen und in den Klassenzimmern, während dem Unterricht und mehr noch, wenn sie einfach so durch das Schloss liefen. Er bemerkte auch, dass etwas am neuen Verteidigungslehrer falsch war. Doch dieser hatte einen Zauber auf sich gelegt, so dass er vor Allen seine wahre Natur verbergen konnte und das Schloss würde nur mit dem wahren Hüter sprechen, zu gut wusste er noch, was damals passiert war, als er den Fehler gemacht hatte mit diesem Grindelwald zu sprechen.

Ein paar Wochen nach Schulbeginn kamen dann auch noch neue Kinder in die Schule. Das erste Mal seit vielen Jahren gab es wieder ein trimagisches Turnier und das alte Schloss freute sich sehr darauf. Ein trimagisches Turnier bedeutete viele Weiss- und Schwarzmagier, viele magische Wesen und sehr viele talentierte Zauberer aller Blutrassen, das würde seinen Schilden wieder Kraft geben. Die eine Gruppe welche kam war ziemlich ausgeglichen, sie hatten weisse und schwarze Magie in sich, auch wenn der Zauberer der sie begleitete ein reiner Schwarzmagier war und der immer in den Gängen herumschlich und versuchte in Räume zu gelangen. Er schien etwas zu suchen, doch er wusste nicht was und sorgte einfach dafür, dass er den Raum mit den Bannen der Schule nicht fand. Er lies auch die eine oder andere Treppe sich immer in die falsche Richtung drehen wenn dieser darauf stand. Es war ein lustiger Zeitvertreib, doch auf Dauer nicht erfüllend, da er den Wächter immer noch nicht gefunden hatte.

Die andere Gruppe war laut und auffallend, und von der Magie her zwar so weiss wie man sein konnte, doch die Charaktere der einzelnen Schülerinnen machten jedem Schwarzmagier Konkurrenz. Ihnen spielte das Schloss keine Streiche, er spürte dass sie sich nicht wohlfühlten und seine Mauern und Zinnen mit Abscheu und Hochmut betrachteten. Das Schuljahr verging und die Suche nach dem wahren Wächter blieb erfolglos, der Bruch in seinen Schilden wurde hart auf die Probe gestellt. Da die verschiedenen Häuser in diesem Jahr noch mehr untereinander verfeindet waren als sonst und die zwei neuen Gruppen das Ganze noch mehr anstachelten und sich von den Anderen absonderten.
Als dann der falsche Lehrer noch begann schwarze Magie an den Schülern zu verüben stöhnte er stumm auf, doch er konnte nichts gegen ihn unternehmen, da dieser ein magisches Auge besass und alle Versuche des Schlosses sofort bemerken würde. Die Risse in seinen Verankerungen wurden seit er aufgewacht war immer schlimmer, je mehr die Schule ins Ungleichgewicht geriet, desto mehr Mühe hatte er die Magiebanne aufrecht zu halten, die Stein und Tor zusammenhielten. Gerne hätte er sich ausgeruht und etwas Kraft geschöpft, doch er konnte nicht wieder einschlafen, es gab etwas das er noch erledigen musste. Und er würde durchhalten und warten.

Gegen Ende des Jahres, im Finale des Turnieres wurde die Schule von einer so heftigen Welle von Trauer und Angst überrollt, dass seine Schilde so heftig zum zittern brachte, dass die Wirkung sogar in seinen Wänden wiederhallte. Zu diesem Zeitpunkt war niemand im Schloss, alle Augen und Gedanken waren bei dem jungen Hufflepuff, der gestorben war. Das Schloss trauerte mit seinen Insassen, doch war es im Geheimen froh darüber, dass diese schreckliche Tat nicht auf seinem Gelände stattgefunden hatte.

Er war froh, als die vielen Kinder am Ende des Jahres wieder gingen, er hoffte im nächsten Jahr endlich den Wächter finden zu können. Er gab die Hoffnung noch nicht auf.

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Im nächsten Jahr wehte ein kalter Wind durch die Gänge. Das Schloss benötigte ein paar Tage bis er bemerkte woher dieser kalter Wind kam, waren doch keine Dementoren im Schloss und auf dem Gelände. Ein pinkes Ungetüm verbreitete diese Kälte und jeder der mit ihr in Berührung kam empfand danach Angst oder Hass. Die pinke Pest wie das Schloss sie für sich nannte breitete sich aus, hatte er am Anfang noch versucht etwas gegen sie zu unternehmen, wie etwa ihr Klassenzimmertüren nicht zu öffnen wenn sie es verlangte oder die Treppen bei ihrem Betreten verrücktspielen zu lassen- eine Spielerei, mit der er schon manchen ungebetenen Gast aus seinen Räumlichkeiten vertrieben hatte- so wurde die Kälte mit jeder Aktion schlimmer. Er hörte mit seinen Versuchen auf, in der Hoffnung, dass sich das Ganze legen würde oder der Direktor zumindest dieses Mal etwas dagegen unternehmen würde.

Ein paar Wochen später spürte er ein Stechen in der Wand nahe der Grossen Halle, als er seine Aufmerksamkeit darauf richtete sah er, dass ein gerahmter Anschlag mit einem grossen Eisennagel in seine Wand getrieben worden war. Das war zwar etwas lästig, doch er würde es aushalten, bald bemerkte er jedoch, das mit jedem neuen Anschlag, die Stimmung sank und der Hass stieg.
Bald waberte die ganze Schule vor offener Angst und unterdrücktem Hass. Dem Gebäude wurde ganz schlecht davon und gerade als er sich dazu durchringen wollte doch noch mit dem Direktor zu sprechen verschwand dieser aus den Ländereien. Verbissen hielt er während dessen Abwesenheit die Schilde und Banne der Schule zusammen.

Er lies Stein auf Stein, die Fenster verloren etwas von ihrem Glanz, wie auch die Gemälde, wie schon einmal, etwas von ihren Farben einbüssen mussten und auch alle anderen Spielereien die dem Schloss einst seinen Charme und seinen Charakter gegeben hatten wurden zur Sicherung der Schule eingestellt und er konzentrierte sich nur auf das Halten der Schule. Die vielen fehlenden kleinen Dinge wurden von den Schülern nicht bemerkt, diese hatten genug damit zu tun sich gegen das pinke Ungetüm und ihre Schergen zu wehren. Dem einen oder anderen Schüler mag vielleicht aufgefallen sein, dass sich die bewegenden Treppen etwas langsamer und träger fortbewegten, doch viele taten das als Täuschung oder Übermüdung ab. Und so harrte das Schloss aus und suchte verzweifelter als je zuvor. Er wusste, lange würde er es nicht mehr aushalten und wenn die Treppen erst ganz zum Stillstand kamen und die Bilder schwarz weiss werden würden, dann würde es sterben und die Schule in sich zusammenbrechen und mit sich alle unter sich begraben, die sich zu diesem Zeitpunkt in seinen Hallen befanden.

Er sammelte den ganzen Sommer so gut er konnte Energie und musste sich von den Strapazen des Jahres erholen. Er hoffte wirklich, dass es im nächsten Jahr schaffen würde, er wusste langsam nicht mehr wie viel Zeit ihm noch blieb.

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Im darauffolgenden Jahr war die Stimmung an der Schule seltsam, das letzte Jahr schien den Schülern noch in den Knochen zustecken, obwohl sie ausgelassener durch seine Gänge liefen als das Jahr davor. Das Lehrerkollegium hatte weitere Schutzbanne auf die Schule gelegt. Die meisten Geheimgänge, oder besser gesagt, die bekannten Geheimgänge, welche aus dem Schloss führten, waren versiegelt worden. Die nächsten Wochen behielten die Schüler und die Lehrer ihre Unsicherheit und ihre Angst bei. Zwar war es in seinen Mauern sicher, doch das galt nicht für den Rest von England und jeder hier hatte Freunde und Familie um dessen Leben sie bangten.

Es wurden auch vermehrt Kontrollen in der Nacht durchgeführt, aber ebenso oft schlich sich irgendjemand durch die Dunkelheit der fackelbesetzten Gänge.
Er bemerkte, dass öfters geflüstert als gelacht wurde und was ihn auch beunruhigte war die Tatsache, dass viel weniger Erstklässler eingeschult worden waren als normalerweise.

Dann, mitten in einer Nacht, als der Rektor sich nicht in der Schule befand bemerkte er Bewegung in seinem Raum der Wünsche. Ungläubig beobachtete er wie mehrere schwarzgekleidete Zauberer aus einem alten Schrank stiegen. Er versuchte ihnen noch den Zugang zum Schloss zu verwehren, doch da es ein Raum der Wünsche war und sich die Männer eindeutig wünschten eingelassen zu werden öffneten sich die Tore wie von selbst.


Wie froh war er, als er eine halbe Stunde den Direktor zurückkehren sah. Und ein stummer Schrei fegte durch die Mauern und hallte in den vibrierenden Schutzbannen wieder als dieser wenig später vom Turm fiel und regungslos auf der grünen Wiese liegen blieb. Sofort bemerkte er wie mehrere Zauber auf dem Gelände ihre Macht verloren da ihr Schöpfer tot war. Nicht viele der Schutzbanne lösten sich auf, einige waren so geschaffen dass sie weiterbestehen würden. Doch es gab auch solche die entweder nur einen Teil oder ihre ganze Macht verloren.
Schnell verbreitete sich die Nachricht und mit ihr das Wehklagen. Das Schloss wurde fast taub von all den Emotionen die auf ihn einstürmten. Dann plötzlich unter all dem Schmerz bemerkte er etwas, nachdem er so lange gesucht hatte. Der Rektor schien einen Bann auf das magische Wesen gelegt zu haben, der sich jetzt gelockert hatte. Es war immer noch verschleiert und niemand würde bemerken dass es kein Mensch war, doch seine Magie, die sich verändert hatte, hatte es ihm verraten. Auch wenn Freude darüber aufwallte, so war er durch die Schändung des Schlossgebäudes durch den Tod des Rektors wie gelähmt. Die Angst und Verzweiflung der Schüler steckte ihm in den Wänden (Knochen) und liessen ihn sich kaum bewegen, geschweige mit Gegenständen zu interagieren. Und seine Flamme, tief unten gut versteckt unter Hogwarts flackerte gefährlich und drohte auszugehen.

In seinem Zustand konnte er nicht mit dem Wesen in Kontakt treten, er hatte nach dieser schrecklichen Geschichte keine Kraft mehr um mit ihr zu sprechen. Er verfiel ganz so wie vor knapp 50 Jahren in eine Schockstarre, ausgelöst durch die Tötung eines Zauberers, nicht nur irgendeinem Zauberer, dem Rektor selbst. Derjenige, der sobald er das Amt des Schulleiters annahm, durch einen alten Zauber gesprochen von den Gründern selbst und in all den Jahrhunderten vergessen gegangener der Schule und seinen Geist mit seiner Zauberkraft und Ausgeglichenheit als Ankerpunkt diente. Diesem Halt entrissen fühlte sich das Gebäude körperlos und eingesperrt, die Stimmen und Gesichter der Schüler gelangten nur als Brummen und verschwommene Flecken an sein Bewusstsein. Er benötigte einige Wochen um sich an den Umstand zu gewöhnen, er wollte unbedingt mit dem Wesen sprechen, es könnte ihm helfen, wenn sie nur den Bund eingingen, dass könnte er sich genug Zeit verschaffen um ihm alles beizubringen. Wenn er es finden würde, würde alles gut werden, sprach er sich immer wieder Mut zu.

Die Ernennung eines neuen Rektors half ihm zwar dabei seinen Geist zu klären, doch die Angst die im neuen Rektor bis in den Knochen steckt und die vor kurzem verübte Tötung liessen seine Genesung langsam vorangehen.  Als er es endlich geschafft hatte blickte er mutlos über das Gelände, die Schüler bereiteten sich alle auf ihre Heimreise vor, er versuchte zwar den wahren Hüter zu finden, doch gelang es ihm erst, als dieser gerade das Gebäude verlies. Langsam fing er an die Hoffnung zu verlieren.

Den ganzen Sommer überlegte er sich wie er mit dem Hüter in Kontakt treten solle, jetzt da er wusste wie dieser aussah. Er überlegte sich genau was er erzählen wollte und was er ihm beibringen musste. Welche Bereiche der Schule besprochen werden sollten und welche Geheimgänge es zu enthüllen gab.

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Und am 1. September war er bereit. Als die rote Lokomotive in Hogsmead einfuhr fiel im ein Stein vom Herzen, dass die Schule trotz ernsten Zweifeln und langer Unsicherheit doch dieses Jahr seine Tore wieder öffnen wollte. Er hatte zwar die Gespräche mit angehört, doch die Angst den Hüter nie wieder zu sehen und seine Tore geschlossen zu halten, hatte sich in ihm festgesetzt.

Voller Freude lauschte er dem aufgeregten Schnattern der Schüler die in den Kutschen auf ihn zu fuhren, auch wenn er schnell bemerkte, dass die Stimmung sehr gedrückt war, erfreute ihn ihre blosse Anwesenheit.

Er wartete, bis die ersten Schüler endlich seine Eingangstreppe erreichten.

Und er wartete, bis sich die Tore hinter dem letzten Schüler schlossen.

Doch kein Hüter, kein Zeichen der magischen Signatur, kein Wispern des Erkennens in seinen Steinen, und auch sein Blick hatte ihn nicht ausmachen können.

Eine kalte Hand legte sich um sein Herz, der Wächter hatte Hogwarts verlassen, ob er jemals wieder hier hin zurückkehren würde war ungewiss.
Er hatte versagt. Er hatte vor viel zu langer Zeit die Zeichen für das Aushebeln des Gleichgewichtes ignoriert und belächelt.

Hatte sich jahrelang eingeredet alles werde wieder gut. Und jetzt würde er sterben. Einfach so. Weil ihm die Magie ausging und die Veränderungen sich so sehr in den Köpfen der Schüler und Lehrern festgebrannt hatte, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kamen, dass es nicht stimmte. Er würde an zu viel weisser Magie und seiner eigenen Dummheit sterben.

Hätte er doch den Hüter sofort gesucht als er ihn das erste Mal entdeckt hatte, hätte er nicht gezögert, hätte er sicher eine Möglichkeit gefunden das Wesen vor der fremden Präsenz zu schützen. Hätte er vor so vielen Jahren doch nur nie den Fehler gemacht mit diesem verlogenen, betrügerischen Grindelwald zusprechen. Hätte er doch nur den Fluch in seinen Schilden ernster genommen und sich nicht selbstversichert, dass er ihn sicher schnell wieder loswerde. Er war ihn nie losgeworden, seit über 50 Jahren saugte er in regelmässigen Abständen Magie aus den Schilden und schwächte sie kontinuierlich.

Und so harrte er aus und hatte sich schon seinem Schicksal ergeben, der neue Rektor war zwar nicht so böse wie er nach aussen hin wirkte, er beschützte auch viele Schüler aus allen Häusern, auch wenn er es anscheinend nicht offen machen konnte. Doch die Zustände in den alten Mauern wurden immer schlimmer. Das Schloss sah mit Schrecken in die Zukunft, die ihm bevorstand. Er versuchte die Schüler so gut es ging vor den schwarzgekleideten Schergen von Du-weisst-schon-wer zu schützen. Doch seine Kraft und dadurch sein Erfolg waren nur noch ein müder Abklatsch seiner früheren Schönheit. Er bemerkte auch immer mehr, dass viele alte Bilder immer mehr verblassten. Die Gemälde, welche nicht regelmässig von Schülern besucht wurden hatten sogar schon zum Teil aufgehört sich zu bewegen.

Er wusste, das Ende von Hogwarts, sein Ende, war nah.


Es war ein Tag wie jeder andere, er dachte wie so oft in letzter Zeit darüber nach, dass wenn er etwas mehr Zeit gehabt hätte, wenn der Wächter früher gekommen wäre und er nicht gezögert hätte jetzt alles anders wäre.

Und da wieder aus dem nichts, ohne Erklärung warum, tauchte der Hüter im Raum der Wünsche auf, der für die zurückgeblieben Schüler so etwas wie ein Schutzbunker geworden war. Er konnte sein Glück kaum fassen und warme Erleichterung durchströmte ihn. Doch nur für einen Moment, bis er begriff, dass es zu spät war, auch mit der Hilfe des Hüters würde er jetzt nichts mehr ausrichten können. Es war zu spät.. hätte er es doch früher erkannt. Dachte er sich und in diesem Moment begriff er was er tun musste.

Eilig begann er die Vorbereitungen zu treffen, ständig mit seiner Angst kämpfend, dass er zu langsam war, das der Hüter wieder verschwinden könnte. So schnell, wie er aus dem nichts aufgetaucht war.

Doch das Schicksal war ihm hold und so begann eine Reise, deren Ende wohl niemand so voraussehen hätte können. Niemand hätte ahnen können welche Welle das Ganze schlagen und welche Geheimnisse dadurch ans Licht gelangen würden.

So begann die Reise des wahren Hüters von Hogwarts.


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wer ist neugierig geworden und würde gerne mehr lesen?
Ich würde mich über einen Kommentar sehr freuen.
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