Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Mondgöttin's Tochter

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
23.08.2018
23.08.2018
1
477
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
23.08.2018 477
 
Erzähler P.o.V.:

Dort saß sie. In einem schwach beleuchteten Raum, mit in einer in Tinte getunkter Feder in der Hand und einem noch leeren Blatt Papier vor ihr liegend.

Sie wollte einen Brief für ihre Tochter schreiben, ihr erklären warum sie anders als die anderen ist, doch sie wusste weder wie sie anfangen soll, noch wo sie anfangen soll. Nach langem hin und her bekam sie eine Idee.

Aus der untersten Schublade holte sie ein Buch heraus. Es war ihr Tagebuch. In diesem war ihr ganzes Wissen niedergeschrieben.

Das würde sie ihrer Tochter mit dem Brief geben.

Mit neuer Motivation fing sie an zu schreiben. Jedes Wort wählte sie mit bedacht. Kein Satz war unüberlegt.

Nach 4 zerknüllten Briefen, und zahlreichen verzweifelten Seufzern war sie fertig und halbwegs zufrieden. Dann zückte sie erneut ein Blatt, diesmal für Margret und Raymond Kennedy. Sie wusste, dass die beiden herzensgute Seelen waren und ihre Kleine aufnehmen würden

"Liebe Margret, lieber Raymond,
ich habe eine Bitte.
Bitte nehmt das Kind an, sorgt und beschützt sie wie eure eigene Tochter. Skye ist 3 Monate alt. Tut mir den Gefallen und gebt ihr das Buch und den beigegebenen Brief an ihrem 18 Geburtstag. Unter keinen Umständen vorher. Ich bitte euch ebenfalls nur diesen Brief zu lesen, den anderen soll Skye alleine lesen. Lassen sie bitte auf jeden Fall auch die Finger vom Buch.  

L."

Las sie lautlos den Brief vor. Ja, so konnte er bleiben. Sie stellte die Feder zurück in die Tinte, schnappte sich die Briefe und das Buch und eilte aus dem Raum. Der Gang war dunkel und schmal, nur vereinzelte Fackeln an der Wand beleuchteten spärlich die Gänge.

Nach vielen Abzweigungen kam eine große hölzerne Flügeltür mit unzähligen Verzierungen zum Vorschein.

Die jungwirkende Frau stieß die Flügeltüren auf, woraufhin diese ein lautes Quietschen von sich gaben. Sogleich steuerte die Frau mit den schneeweißen Haaren und den eisblauen Augen auf ein schlafendes Baby in einem rosarotem Lillifee-Bettchen zu. Ja, selbst übernatürliche Wesen bedienen sich gerne an menschliche Läden wie zum Beispiel Ikea. Völlig normal.

Das Baby legte sie in einem mit Decken ausgelegten Korb. Den Brief für das frisch gebackene Ehepaar legte sie Sichtbar dazu. Das Buch und den Brief für ihre Tochter legte sie etwas versteckter ans Baby. Sie nahm den Korb in die linke Hand. Mit einer individuellen Handbewegung zauberte sie sich vor die Haustüre der Kennedys.

Sie stellte den Korb auf dem Fußabstreifer ab und klingelte zweimal an der Tür, ehe sie sich wieder weg zauberte.

Eine dezent wütende Margret öffnete schwungvoll die Tür. Da sie vor ihr niemanden erkennen kann, schaute sie nach links und nach rechts, Fehlanzeige.

"Schon wieder ein dämlicher Klingelstreich von diesem unverschämten Mark! Dem gehört den Kopf gewaschen!", schimpfte Margret und wollte die Tür zuschmeißen, als sie ein kleines Baby auf den Boden sah.
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast