Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

A Tale of Violets and Roses

von Asia Rose
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Julia Mercutio Romeo Tybalt
22.08.2018
22.08.2018
2
9.358
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
22.08.2018 5.284
 
Und noch mal, hier kommt Teil zwei! Hoffentlich wird der meinem Anspruch als fluffige Romanze mit einem winzigen Hauch von Rache auch gerecht!

~*~*~*~*~*~*~


Giulia hatte nicht erwartet, mit ihrem sechzehnten Geburtstag einen neuen Verehrer zu bekommen – oder überhaupt einen Verehrer. Bisher war all das von ihr ferngehalten worden, auf ihrer Schule waren nur Mädchen, und die einzigen Jungen, die sie wirklich näher kannte, waren Tybalt und seine Freunde. Nur hin und wieder, wenn ihre Eltern eine Party gaben, dann kamen andere Leute in ihrem Alter ins Haus. Natürlich war diese Feier nicht zu ihren Ehren arrangiert worden, aber manchmal wünschte Giulia sich, es wäre so.
Keiner der Erwachsenen schenkte ihr seine Aufmerksamkeit, sie klammerten sich alle an ihren Champagnergläsern fest (sehr widerliches Zeug, wie sie fand, nachdem sie zur Feier ihres Geburtstages ein Glas voll bekommen hatte) und unterhielten sich über langweiliges Erwachsenenzeug. Neubauten und Abrisse wurden diskutiert und noch ein Haufen Sachen wie Morde oder Raubüberfälle, was irgendwie nicht verwunderlich war, schließlich waren Anwältinnen und Polizisten unter den Gästen. Und ihr Vater war einer der einflussreichsten Zeitungsbesitzer in Verona, aber sie wusste, dass er früher mal Gerichtsjournalist gewesen war und so ihre Mutter kennen gelernt hatte. Sie liebte die romantische Geschichte der beiden, so, wie sie überhaupt alles liebte, was romantisch war. Tybalt zog sie damit regelmäßig auf, aber er war eben ein Kerl und hatte keine Ahnung von solchen Sachen. Dafür kam er mit eingekniffenem Schwanz zu ihr, wenn er sich in ein Mädchen verschossen hatte – da war sie dann plötzlich seine beste Freundin.
Die meisten Mädchen in ihrer Klasse fanden Tybalt zwar toll und wünschten sich auch so einen Bruder (egal, wie oft sie betonte, dass er nur ihr Cousin war) oder sogar einen Typen wie ihn als Freund. Giulia verstand das kein bisschen. Als kleines Mädchen hatte sie zwar immer gesagt, sie wolle ihn einmal heiraten, aber das hatte sich mittlerweile auch verwachsen.
Seit einer Woche war sie sich ziemlich sicher, dass sie mal als Lady Montague enden würde – nicht, dass sie etwas dagegen gehabt hätte. Romeo war der Einzige gewesen, der sie auf dieser stinklangweiligen Party bemerkt hatte, und er hatte sich sogar breitschlagen lassen, mit ihr über ihre Lieblingsfilme zu reden, weil ihr kein besseres Thema eingefallen war.
An diesem Abend hatte sich zwar Tybalt bei ihr blicken lassen und hatte sie ziemlich eindringlich vor Romeo gewarnt, ihn einen gewissenlosen Hallodri mit Stimmungsschwankungen genannt, aber zumindest hatte er ihr zugehört. Ihr Vater hatte oft keine Zeit, und sobald Giulia in Tybalts Nähe auch nur den Mund aufmachte, verdrehte er nur wieder die Augen. Er meinte es ja gut mit ihr, aber er hatte einfach keine Ahnung von Mädchen. Romeo dagegen schon. Diese Diskussion mit ihrem Cousin war zwar aussichtslos gewesen, aber das war sie gewöhnt, weil Tybalt zu den Leuten gehörte, die immer unbedingt das letzte Wort haben mussten.
Seit einer Woche fand sie immer wieder kleine Zettelchen auf ihrer Fensterbank, einmal sogar eine schöne, langstielige rote Rose. Die Zettel enthielten Gedichte, die wunderschön klangen und alle von wahrer Liebe sprachen. Giulia liebte die Vorstellung von der ersten und einzigen Liebe, und sie glaubte auch an Liebe auf den ersten Blick. Deswegen liebte sie auch viele Filme, die Tybalt als alberne Mädchen-Komödien abtat. Für einen kurzen Moment hatte sie befürchtet, dass Romeo diese Filme auch so sehr liebte wie sie, weil er in Wirklichkeit schwul war – aber diese Befürchtung hatte sich mit diesen Gedichten wieder gegeben.

Nach dem ersten Wochenende, das sie damit verbracht hatte, die Zettel von Romeo liebevoll in ein leeres Poesiealbum zu kleben, hatte sie keine Lust auf die Schule. Die anderen Mädchen glaubten ihr nämlich nicht, dass Romeo existierte, sie hielten ihn für eine Fantasie, weil er in ihren Augen viel zu perfekt erschien. Auch Giulia fand ihn perfekt, aber sie hatte daran nichts auszusetzen. Solche Jungs gab es nur selten, und sie hatte nicht vor, ihn sich madig machen zu lassen, nur weil die anderen Mädchen eifersüchtig waren.

Den ganzen Tag über war ihre Laune immer weiter gesunken, weil die anderen immer nur genervt hatten und auf Beweisen bestanden, dass Romeo wirklich existierte, aber als sie am Nachmittag sah, dass sie am Schultor erwartet wurde, war es vorbei. Ausgerechnet Tybalt stand da, total cool an eine Hauswand gelehnt, und um ihn herum, wenn auch in respektvollem Abstand, eine Handvoll Mädchen, die nur schlecht verbergen konnten, wie toll sie ihn fanden. Doch da war noch jemand. Neben Tybalt stand ein Mädchen – eine junge Frau? – und die beiden unterhielten sich offenbar. Giulia kannte sie nicht, aber entweder hatte ihr idiotischer Cousin tatsächlich ein Mädchen herumbekommen mit seinem schlechten Geschmack und seinen furchtbaren Methoden, oder sie war einfach nur eine Klassenkameradin. Diese Lösung erschien Giulia wesentlich wahrscheinlicher.
Giulia bummelte absichtlich, aber sie beobachtete die beiden eine Weile. Keine Annäherung zwischen den beiden, aber dafür fielen ihr an dem anderen Mädchen immer mehr Details auf. Sie hatte wahnsinnig schöne Haare, für die Giulia töten würde, sie trug enge Jeans und eine Bluse, über ihrem Arm hing eine ziemlich coole Lederjacke. Als sie sich umdrehte, bemerkte Giulia die Blume, die das Mädchen im zweitobersten Knopfloch trug, und beim Näherkommen erkannte sie, dass es ein Veilchen war. Eine ihrer Lieblingsblumen, dachte Giulia erfreut.
„Da steckst du also! Mann, Giulia, wenn du weiter so bummelst, dann klebst du noch mal irgendwann fest“, begrüßte Tybalt sie grummelnd, dann deutete er auf das andere Mädchen. Deren hellblaue Augen musterten Giulia neugierig, und sie registrierte, dass sie die Fremde wohl vorher auch so unverblümt angestarrt haben musste. Oh Gott, hatte sie etwas davon bemerkt? Das wäre wahnsinnig peinlich.
„Hallo, Giulia. Ich bin Rosalind, ich gehe mit Tybalt in eine Klasse. Freut mich, dich mal leibhaftig kennen zu lernen!“, begrüßte das Mädchen sie, und Giulia nickte nur und reichte ihr die Hand. Sie hatte warme Hände, wenn auch nicht so warm wie die von Tybalt, der ein wandelnder Ofen war. Und ihre Nägel waren manikürt und lackiert, was ihre Eltern ihr nicht erlauben wollten – und es hätte eh gegen den Dresscode der Schule verstoßen.
„Ja, ich dachte mir, du brauchst mal ein Mädchen, mit dem du dich unterhalten kannst…wenn du jetzt schon einen Freund hast“, mischte Tybalt sich ein, und er klang beinahe feindselig. Giulia hatte durchaus bemerkt, dass ihr Cousin Romeo nicht leiden konnte, aber schon die ganze Zeit über fiel er ihr damit auf die Nerven, was für ein schlechter Mensch Romeo Montague doch wäre, weil er dieses und jenes gesagt habe.
Giulia war drauf und dran, etwas zu sagen, doch ein sanfter Zeigefinger auf ihren Lippen hielt sie davon ab. Rosalind, zu der der Finger gehörte, machte eine beruhigende Geste und zwinkerte ihr zu.
„Lassen wir ihn schimpfen, wenn er das braucht. Komm mit, wir lassen ihn jetzt einfach stehen und machen uns einen coolen Nachmittag. Was meinst du dazu?“, wollte Rosalind wissen, und Giulia nickte nur wortlos. Irgendwie war das hier alles ziemlich surreal, sie hatte keine Ahnung, weshalb Rosalind wirklich hier war, aber wenn Tybalt ihr vertraute, dann war sie in Ordnung, so viel war zumindest sicher. Und er mischte sich nicht ein, als die beiden Mädchen verschwanden, Rosalind mit angewinkeltem Arm und Giulia, die sich ein wenig zögerlich bei ihr unterhakte.

Die beiden jungen Frauen spazierten ziellos durch die Stadt, zuerst stumm, aber beim Anblick einer Konditorei begann Giulias Magen zu knurren. Und das ziemlich lautstark. Rosalind kicherte, aber sie nickte einfach nur.
„Ich sollte eigentlich nichts Süßes essen, aber irgendwie ist es mir gerade egal, ob ich in mein Abschlusskleid passen werde oder nicht. Bis dahin ist ja noch Zeit“, grinste sie und zog Giulia, deren rote Wangen nicht zu übersehen waren, in den Laden hinein.
Über Schokoladenkuchen (für Giulia) und Tiramisu (für Rosalind) und heißer Schokolade für beide Mädchen begannen sie, sich zu unterhalten. Hinterher konnte Giulia nicht mal mehr sagen, worüber sie beide eigentlich gesprochen hatten, es war einfach zu viel gewesen. Sie waren von einem Thema zum anderen gesprungen, und sie erinnerte sich nur noch daran, dass sie ziemlich viel gelacht hatte…und dass sie kein einziges Mal an Romeo gedacht hatte, den ganzen Nachmittag über nicht.
Nachdem Rosalind sie halb acht vor ihrer Haustür abgesetzt hatte, wurde Giulia drinnen beinahe von ihrem Cousin überfallen. Tybalt war sonst nicht so neugierig, aber jetzt wollte er unbedingt wissen, ob die beiden auch über Romeo gesprochen hatten.
„Nein, haben wir nicht, wenn es dich beruhigt. Rosalind hat mir nur ein paar Tipps für längere Haare gegeben!“, gab Giulia zurück und zupfte an ihren schulterlangen mausbraunen Haaren. Sie mochte ihre Haare eigentlich, aber sie fürchtete, dass sie langweilig aussah.
Tybalt glaubte ihr kein Wort, aber er ließ sie damit in Ruhe. Erst nach dem Abendessen fing er wieder davon an, bis sie ihm deutlich genervt erklärte, wohin er sich seine Neugier stecken konnte. Ihre Mutter schnappte entsetzt nach Luft, weil Giulia solches Vokabular verwendete, und ihr Vater steckte noch mit der Nase in der Abendzeitung, aber für sie fühlte es sich wahnsinnig befreiend an, auch einmal so zu sprechen wie Tybalt es ständig tat, ohne sich dafür eine Ermahnung einzufangen.

Am nächsten Morgen fand Giulia wieder eine Rose auf ihrer Fensterbank, die sie lächelnd zu der anderen stellte, die sie bereits bekommen hatte. Kurz überlegte sie zwar, wie Romeo das angestellt hatte, aber andererseits war es ja auch egal. Vermutlich hatte er gemerkt, dass ihr Vater das Gartentor nie abschloss, weil er es immer vergaß, und hatte ihr die Rose so hinterlassen.
Der Schultag war so langweilig und vom Meckern der Lehrerinnen erfüllt wie immer, insbesondere, weil sie gestern Nachmittag nicht dazu gekommen war, ihre Hausaufgaben zu machen – aber wer konnte sich schon auf Mathe konzentrieren, wenn er sich mit Rosalind unterhalten konnte?
Giulia strahlte richtig, als sie am Nachmittag feststellte, dass das ältere Mädchen wieder am Schultor auf sie wartete. Wieder steckte ein frisches Veilchen in ihrem Knopfloch, auch wenn sie heute eine andere Bluse trug.
Die beiden Mädchen gingen dieses Mal direkt nach Hause zu Giulia, die befürchtete, dass die Lehrerinnen ihre Eltern anrufen könnten, wenn sie noch einmal die Hausaufgaben vergessen würde – und auf drei Wochen ohne Internet konnte sie verzichten, da biss sie lieber in den sauren Apfel und arbeitete. Wie sich herausstellte, war Rosalind ein Ass in Mathematik und Französisch, und war sogar bereit, Giulia mit ihren Aufgaben zu helfen, schließlich war sie in der Schule schon viel weiter und das hier für sie ein Kinderspiel.
Die beiden unterhielten sich eine ganze Weile auf Französisch – was Giulia erst bemerkte, als sie plötzlich von sich selbst als Juliette sprach.
„Na, war das so schwer? Wenn du das nächste Mal im Unterricht sitzt, dann erinner dich einfach an diese Lektion hier und du wirst sehen, dass du keinerlei Problemen haben wirst, zu reden. Das wird schon“, ermutigte Rosalind sie und lächelte zufrieden.
(Irgendwie konnte Giulia aber nicht umhin, sich vorzustellen, dass das eine Katastrophe werden würde – sie würde dann nämlich auch an Rosalind denken und garantiert knallrot anlaufen und stottern.)
Nachdem die Hausaufgaben bewältigt waren, bot Giulia ihrer neuen Freundin an, einen Film zu schauen. Sie hatte zwar keine große Auswahl anzubieten, aber die beiden einigten sich schnell genug auf Mean Girls*. Den Film mit einem anderen Mädchen zusammen zu sehen, war noch lustiger als allein oder mit ihrer Mutter, denn Rosalind hatte mindestens eine genauso scharfe Zunge wie Janis, und verblüffte Giulia nebenher auch mit kleinen Fakten über die Schauspieler oder den Film an sich.

Die nächsten drei Wochen verbrachte Giulia in einem konstanten Wirbel, den sie selbst kaum verstand. Morgens fand sie die Präsente von Romeo, und die Wochenenden verbrachten sie gemeinsam, wenn auch unter den strengen Augen ihrer Mütter, die sich geschäftlich wegen irgendetwas trafen. Diese Tage machten Giulia deutlich, weshalb sie sich in Romeo verliebt hatte…er war einfach so sanftmütig und lieb, er war aufmerksam und tat alles, um es ihr Recht zu machen – das hatte bisher noch niemand gemacht.
Und trotzdem stellte sie fest, dass sie sich wahnsinnig auf Rosalind freute, die sie beinahe jeden Nachmittag von der Schule abholte. Die anderen Mädchen lästerten, das wusste sie, einige behaupteten auch, dass der mysteriöse Romeo in Wirklichkeit ein Mädchen sei, und irgendwann schwindelte Giulia und behauptete, Rosalind sei nur ihre neue Nachhilfelehrerin. Die Notlüge fühlte sich schal an, und das nicht nur, weil es nicht die Wahrheit war (es war zwar auch nur halb gelogen, immerhin half Rosalind ihr wirklich bei den Hausaufgaben, aber trotzdem), sondern auch, weil es ihr irgendwie nicht richtig vorkam, „Rosalind“ und „nur“ im selben Zusammenhang zu erwähnen. Die Ältere war inzwischen zu wichtig für Giulia geworden. Inzwischen wusste sie sogar, dass Rosalind vorher das Ziel von Romeos Avancen gewesen war, das hatte Rosalind ihr von sich aus erzählt. Zuerst war Giulia wütend gewesen, weil sie Tybalts dämliche Idee natürlich sofort durchschaut hatte – er hatte wohl gedacht, dass sie Romeo in den Wind schießen würde, wenn sie mit einer Exfreundin sprechen würde. Aber das war nicht der Fall. Sie sah ihn in einem leicht anderen Licht, aber bisher hatte er sich ihr gegenüber noch nicht so furchtbar verhalten, und die beiden trafen sich auch hin und wieder, und sie schrieben sich regelmäßig Mails und sogar altmodische Briefe, auch wenn Tybalt sich nach dem zweiten Brief weigerte, den Postboten (Post-Idioten, wie er es nannte) zu spielen. Ihre Beziehung wuchs nur langsam, dafür aber stetig, und sie hatte sogar Rosalind dafür vergeben, dass sie ihr nicht sofort gesagt hatte, welche Rolle sie für Romeo einmal gespielt hatte.
Das war jetzt eh alles vergessen, und obwohl ihr zahllose Filme das Gegenteil erzählten, weigerte Giulia sich, zu glauben, dass Rosalind sie nur benutzen wollte, um Romeo zurückzubekommen. Schließlich bestand zwischen den beiden kein Kontakt, und Rosalind hatte nicht einmal darum gebeten, eigentlich erwähnte sie den Montague nie, wenn die beiden Frauen sich trafen.

Giulia war froh, Rosalind kennen gelernt zu haben, und sie stellte fest, dass die andere Frau ihr immer wichtiger wurde. Sie war ihre beste Freundin, aber irgendwie war sie auch eine weise Mentorin (oder jedenfalls wirkte sie so auf Giulia) und eine coole, starke Frau. Giulia wollte gern sein wie sie. Doch da war noch etwas anderes, das sie nicht richtig benennen konnte, etwas im Zusammenhang mit Rosalind. Nur was es war, das konnte sie nicht herausfinden, obwohl sie sich einmal sogar eine ganze Nacht schlaflos hin und wer warf, um die Antwort darauf zu finden.
Den ersten Verdacht hatte sie, als eines Nachmittags Rosalind nicht vor der Schule stand, um sie abzuholen, und stattdessen Romeo dort auftauchte. Das war das allererste Mal, dass er sie abholte, und auch wenn sie sich eigentlich freuen wollte (sollte?), konnte sie nicht verdrängen, dass sie bei seinem Anblick einen scharfen Stich der Enttäuschung gespürt hatte, weil sie sich auf Rosalind gefreut hatte.
Das Date mit Romeo an diesem Nachmittag war nett, aber als er sie fragte, ob sie danach noch auf einen Spaziergang kommen wollte, mit einem seltsamen Glänzen in den Augen, warf sie einen Blick auf ihr Handy, um ein paar Sekunden zum Nachdenken zu erkaufen, und sah eine Nachricht von Rosalind.
>Sorry, dass ich nicht da war, mein Vater wollte mit mir essen gehen. Heute ist Mamas Todestag…<, hatte sie geschrieben.
„Ich würde lieber nach Hause, Romeo…naja, Hausaufgaben und so“, druckste sie herum, und Romeo gab nach, auch wenn er wenig begeistert aussah. Kaum, dass sie zu Hause war, lief sie auf ihr Zimmer und warf sich auf ihren Sitzsack, dann wählte sie Rosalinds Nummer.
Obwohl ihre Freundin ziemlich fertig klang, schaffte Giulia es, Rosalind ein paar Lacher zu entlocken.
Die beiden unterhielten sich fast zwei Stunden lang über alles Mögliche, es war beinahe wie ihr erstes Treffen, nur dieses Mal am Telefon. Giulia erzählte von ihrem Date, aber sie spürte, dass sie selbst nicht besonders traurig darüber war, Romeo vorzeitig verlassen zu haben. Irgendwie war das seltsam, schließlich sollte sie doch lieber die Gesellschaft ihres Freundes suchen, aber sie konnte es sich einfach nicht erklären.
Hatten die anderen Mädchen am Ende Recht? Hatte sie sich vielleicht in Rosalind verliebt? Das klang seltsam in Giulias Ohren, aber sie spürte keinen Ekel oder Zurückweisung bei diesem Gedanken. Es war einfach nur eine Möglichkeit, die sie nie in Betracht gezogen hatte. Doch da war ja das Problem, dass Rosalind ganz offensichtlich auf Männer stand, wenn sie (fast) mit Romeo zusammen gewesen war. Giulia würde also niemals eine Chance haben, selbst wenn sie sich wirklich verliebt hatte. Sie musste sich klar machen, dass sie beide nur Freundinnen sein könnten, nicht mehr. Der Gedanke tat mehr weh, als sie es sich eingestehen wollte, aber sie traute sich nicht, weiter darüber nachzudenken.
Stattdessen las sie noch einmal Romeos Gedichte, aber eines davon kam ihr bekannt vor. Ihre Lehrerin hatte vor kurzem exakt diese Worte gesagt, und Giulia war das aufgefallen. Also hatte sie sich schließlich getraut, die Gedichte online zu suchen. Und tatsächlich fand sie die Antwort auf ihre Frage dort. Romeo hatte seine Werke samt und sonders kopiert. Meistens war es Shakespeare, hin und wieder aber auch andere Dichter, ein- oder zweimal sogar hatte er einen Teil eines Liedtextes verwendet.
Giulia war sich nicht sicher, wie sie das bewerten sollte. Sie hatte gedacht, dass er all das selbst gedichtet hatte, und irgendwie enttäuschte es sie, herauszufinden, dass er nur abschrieb. Aber andererseits hatte er niemals gesagt, dass er selbst dichten würde. Sich darüber bei ihm aufzuregen, kam ihr albern vor, und ehe sie wirklich darüber nachdachte, hatte sie ihr Handy in der Hand und hatte Rosalind eine Nachricht geschrieben.
Ihre Antwort kam beinahe sofort, also musste Rosalind bereits am Handy gewesen sein, doch irgendwie fand Giulia es seltsam, sie mit so etwas zu belästigen. Rosalind beruhigte sie dahingehend, aber trotzdem konnte sie nicht gegen diese leichte Enttäuschung an. Wenn das so weiterging, überlegte sie selbst, dann wäre bald nichts mehr übrig von Romeo, in das sie sich verlieben könnte, weil er überhaupt nicht derjenige war, für den sie ihn gehalten hatte.

Am nächsten Nachmittag allerdings spitzten sich die Dinge nur noch mehr zu, ohne dass Giulia sich erklären konnte, wie das passiert war.
Als sie aus der Schule trat, fiel ihr Blick beinahe sofort auf Rosalind, wieder in diesen engen Jeans und der Lederjacke, dafür aber mit einem einfachen, ausgewaschenen Green-Day-T-Shirt. Sie lehnte an derselben Wand wie damals, aber sie hielt eine Hand hinter dem Rücken, auch noch, als sie Giulia entdeckte und ihr winkte.
Auf derselben Straßenseite, aber beinahe direkt gegenüber von Giulias Standpunkt, entdeckte sie Romeo. Er hatte sich offenbar ein wenig zurechtgemacht, und vor sich her trug er einen großen Strauß roter Rosen.
Giulia schaute so lange ratlos von einem zum anderen, bis die zwei sich bemerkten und sich fast synchron in Bewegung setzten. Rosalinds Schritte waren ruhig und nicht hektisch, aber nach wie vor hielt sie eine Hand hinter ihrem Rücken verborgen, was Giulia irgendwie neugierig machte.
Die beiden standen schnell genug vor ihr – viel zu schnell – und begrüßten sie. Romeo nahm sie in den Arm, der nicht voller Blumen war, und versuchte, sie zu küssen, aber sie drehte schnell die Wange hin. Auch Rosalind nahm sie in den Arm, und dann flüsterte sie ihr etwas ins Ohr:
„Ich muss dir etwas sagen…aber ob du mich anhörst oder nicht, hängt davon ab, ob du das hier akzeptierst.“
Und mit einer schnellen, fließenden Geste zauberte Rosalind hinter ihrem Rücken einen Strauß wilder Veilchen hervor. Die dufteten nicht mehr so intensiv wie die ersten, die sie in ihrem Revers getragen hatte, aber sie waren trotzdem wunderschön.

„Ich mag Veilchen viel lieber als Rosen!“, platzte es aus ihr heraus, ehe Giulia sich im Griff hatte, aber sie konnte nicht anders. Instinkt, vielleicht. Rosalind grinste nur breit und überreichte ihr den Strauß, erneut mit einer großen Geste.
Giulia brauchte ein paar Sekunden, bis sie verstand, was das hier war. Sie war in der Mitte eines Showdown angekommen, wie die zwei feindlichen Parteien in einem Western kamen Romeo und Rosalind ihr jetzt vor, und sie tendierte eindeutig mehr zum Outlaw als zum strengen Sherriff.
Sie wusste nicht, wie sie den Mut aufbrachte, aber sie wechselte den Strauß Veilchen in die andere Hand und nahm Rosalinds Hand in ihre eigene, verflocht ihre Finger miteinander und drückte ein wenig. Der Druck wurde sofort erwidert, dann spürte sie sanfte Lippen auf ihren Fingerknöcheln. Ein klassischer Handkuss, dann ein leises, amüsiertes Schnauben von Rosalind.
„Was hast du, Romeo? Bist du abgeblitzt? Das tut mir aber leid“, schnurrte sie und sah zufriedener aus, als Giulia sie jemals gesehen hatte.
Romeo dagegen gab ein tragikomisches Bild ab, wie er da stand, der riesige Strauß Blumen hing beinahe bist auf den Bürgersteig herab, und sein Gesicht war unbeschreiblich. Giulia wusste nicht, wieso, aber sie kicherte bei dem Anblick. Es war unfair, das war ihr selbst klar, schließlich war sie eigentlich mit Romeo zusammen…wenn man ihre seltsame Beziehung denn so nennen konnte. Aber sie konnte sich Rosalind einfach nicht entziehen, und sie musste zugeben, dass es ihr besser gefiel, einen Abend in ihrer Begleitung zu verbringen, als einen mit Romeo. Er war nett, keine Frage, aber er redete nicht viel, und wenn er redete, dann ununterbrochen. Meistens schwärmte er von irgendetwas Romantischem, spann Pläne für eine Zukunft, die Giulia noch überhaupt nicht sah, oder zitierte Gedichte. Mit Rosalind dagegen konnte sie lachen, sie konnte ihr alles erzählen und wurde im Gegenzug zur Vertrauensperson für das ältere Mädchen. Eigentlich hatte sie sich so immer eine beste Freundin vorgestellt, aber jetzt war noch ein weiterer Faktor dazugekommen.

Schnell wehrte Giulia diesen Gedanken ab. Sie würde später eindringlich darüber nachdenken, was es bedeutete, dass sie sich in Rosalind verliebt hatte und selbige sich auch in sie. Welche Auswirkungen das haben könnte, was ihre Eltern sagen würden. Silvio und Ilaria Capulet waren vielleicht nicht die weltoffensten Personen, aber sie wusste, dass die beiden gegen homosexuelle Paare nichts einzuwenden hatten, oder jedenfalls hatte sie das noch nie bemerkt. Vielleicht war es ja anders, wenn es ihre eigene Tochter betraf, aber sie hoffte es nicht.
Ein lautes, theatralisches Schnauben riss Giulia aus ihren Gedanken. Offenbar hatte Romeo eingesehen, dass er diesen Wettbewerb verloren hatte, von dem er nicht einmal gewusst hatte, dass er überhaupt existierte, und zog von dannen. Immerhin schien er kein schlechter Verlierer zu sein, er wusste, wann Protest angebracht war und wann nicht.

Die beiden Mädchen schlenderten dieses Mal ziellos durch Verona, landeten aber irgendwann vor Giulias Haustür. Die ganze Zeit über waren ihre Finger verschlungen gewesen, das bemerkte Giulia erst, als sie den Schlüssel heraussuchen wollte – es hatte sich einfach so natürlich, so richtig angefühlt, Rosalinds Finger zwischen ihren zu spüren.
„Komm rein“, bat sie und winkte ihre Freundin (feste Freundin, hoffentlich) hinter sich her. Die bekannten Flure ihres Hauses wirkten mit einem Mal fast neu für Giulia, und zum allerersten Mal fragte sie sich, ob Rosalind ihr Haus und natürlich ihr Zimmer überhaupt gefielen. Das hatte sie nie gefragt, weil es nie wichtig erschien, und jetzt kam es ihr vor wie die wichtigste Frage überhaupt. Doch bevor sie bis zu ihrem Zimmer kommen konnten, tauchte Tybalt wie aus dem Nichts auf. Er grinste nur vielsagend, als er die Hände der beiden Mädchen bemerkte, und schaute dann Rosalind geradeheraus an.
„Hast du es also doch endlich geschafft? Plan geglückt, würde ich mal sagen. Ich hätte nicht gedacht, dass du so lange brauchst.“
Rosalind lief ein wenig rötlich an im Gesicht und beeilte sich, zurück zu feuern: „Ja, ich hab’s geschafft, was man von dir nicht sagen kann. Oder versteckst du da Mercutio in deinem Schlafzimmer?“
Ehe Tybalt, mittlerweile so rot im Gesicht wie seine Wappenfarbe, darauf etwas erwidern konnte, zog Rosalind Giulia weiter in ihr Zimmer. Verwirrt schaute Giulia ihre Freundin an, denn der Satz ihres Cousins ließ sie nicht mehr los.

„Was hat Tybalt da gemeint?“, wollte sie wissen, und die Sorgen um ihr Zimmer waren mit einem Mal überdeckt von den Sorgen davon, dass all das hier nur ein abgekartetes Spiel gewesen war.
Rosalind holte tief Luft bei dieser Frage und wirkte fast ein wenig schuldbewusst, wie sie auf ihrer Unterlippe herum kaute und offenbar ein wenig Zeit brauchte, bis sie antworten konnte.

„Zu Beginn hätte ich das nie gedacht, aber…ich hab mich in dich verliebt, Giulia. Ich war wahnsinnig sauer, dass Romeo mich einfach so hat fallenlassen, nachdem er mich monatelang umworben hat. Ich habe zwar nie geantwortet, aber vor allem meines Vaters wegen. Am Nachmittag vor der Feier hier bei euch hat er mir endlich erlaubt, dass ich Romeo daten darf, wenn ich es will. Und als ich ihm das am Montag mitteilen wollte, war ich abgeschrieben. Ich glaube, ich habe eine Woche lang damit zugebracht, nach Ausreden zu suchen, warum er mir noch nicht wieder geschrieben oder Blumen geschickt hatte, dann habe ich Mercutio gefragt. Er hat mir von dir erzählt, und ich wurde sauer. Richtig sauer. Zugegeben, zuerst habe ich fast einen Tag lang geheult wie ein Schlosshund, weil ich es nicht wahrhaben wollte“, erklärte Rosalind langsam, mit geschlossenen Augen, als würde sie sich die Ereignisse noch einmal genau vorstellen. Sie lehnte mit dem Rücken an der Tür, während Giulia sich auf ihr breites Fensterbrett gesetzt hatte. Zwischen den beiden lag die gesamte Länge des Zimmers, aber Giulia war sich nicht sicher, ob sie das ändern wollte, ehe sie wusste, was genau Tybalt gemeint hatte.
„Und dann wollte ich sehen, welches Mädchen ihn jetzt von mir abgelenkt hatte. Am nächsten Schultag hat Tybalt mich angesprochen – jeder wusste mittlerweile deinen Namen, weil Romeo einfach die Klappe nicht halten konnte. Tybalt war angepisst, glaub mir. Er kann Romeo nicht riechen, warum auch immer, und dass er ausgerechnet seine Cousine umwirbt, das hat Tybalt gar nicht gepasst. Irgendwann habe ich ihm erzählt, dass ich es Romeo heimzahlen will, und er hat angeboten, den Kontakt herzustellen. Ich glaube, seine ursprüngliche Idee war, dass ich dein Vertrauen gewinne und dir dann erzähle, was für eine furchtbare, grausame Person Romeo eigentlich ist, damit du ihn fallen lässt. Und ich wollte mir selbst beweisen, dass solche Herzschmerzen albern sind und ich über diesen Dingen stehe, wollte zeigen, dass ich genauso gut bin wie Romeo. Aber irgendwie habe ich nicht damit gerechnet, mich tatsächlich in dich zu verlieben“, gestand Rosalind, jetzt an den Boden gerichtet. Sie sprach deutlich, aber leise, als hätte sie Angst davor, was Giulia dazu sagen würde.
Selbige starrte vor sich hin, aber meistens blickte sie Rosalind an. Sie hatte nicht damit gerechnet, aber trotzdem fühlte es sich nicht halb so schrecklich an, und ihre albtraumhaften Befürchtungen hatten sich auch nicht erfüllt.
„Also…gab es da keinen Wettbewerb zwischen Romeo und dir?“, fragte sie zittrig, halb angespannt und halb erleichtert.
„Keinen, von dem er wusste. Am Anfang wollte ich ihn dir nur madig machen, aber irgendwie hast du mich davon abgelenkt, und ehe ich es wirklich gemerkt habe, ging es eher darum, dich ihm abspenstig zu machen“, gab Rosalind zu. Sie hoffte wirklich, sich mit ihrer Ehrlichkeit nicht in die Scheiße geritten zu haben, aber irgendwie wäre Lügen absolut keine Option gewesen.
Erst, als sie Schritte hörte, blickte sie auf und schaffte es gerade rechtzeitig, Giulia aufzufangen, die auf sie zugelaufen kam. Sie zog das jüngere Mädchen an sich und spürte, dass sie ebenso zitterte wie Rosalind selbst. Nach einer gefühlten, wunderbar warmen Ewigkeit löste sich Giulia vorsichtig von ihr und blickte ihr ins Gesicht.
„Das heißt also…ich meine…du bist wirklich…das ist…“, versuchte sie, aber nach jedem Anfang versagte ihr die Stimme.
„Das heißt, dass ich geschafft habe, was ich wollte – ich habe Romeo in die Schranken verwiesen und ihm obendrein sein Mädchen abspenstig gemacht. Und…und ich habe eine wundervolle, süße Freundin, ganz allein für mich. Spiel, Satz und Sieg“, erwiderte Rosalind etwas ruhiger, aber auch ihre Stimme zitterte leicht.
Giulia jubelte leise, als sie das hörte und beschloss, alle Sorgen auf einen noch späteren Zeitpunkt zu verschieben. Jetzt musste sie herausfinden, wie sie es anstellen sollte, Rosalind zu küssen, ohne dass die knapp fünf Zentimeter, die die beiden in der Höhe trennten, sie albern aussehen lassen würden.

~*~


Ruggero Leone war nicht unbedingt begeistert gewesen – ein reines Understatement – als er gehört hatte, was genau mit seiner Tochter passiert war, schließlich hatte er Romeo wirklich für eine ehrliche Haut gehalten. Aber wie es eigentlich zu erwarten gewesen war, hatte Rosalind einen eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. Dass dieser Weg eine Freundin beinhaltete, konnte er seiner Tochter nicht mehr verbieten, nachdem er ihr eine Beziehung zu Romeo erlaubt hätte. Und um fair zu sein, Giulia konnte er nicht nur besser einschätzen, als sie sich bei ihm vorstellte, er konnte das wohlerzogene Mädchen auch wesentlich besser leiden als den Traumtänzer Romeo. Trotzdem, das musste er sich eingestehen, war er froh, dass die beiden auf unterschiedliche Schulen gingen, denn so musste Rosalind sich weiterhin auch auf ihre Hausarbeiten konzentrieren, statt nur mit ihrer Freundin die Zeit zu verbringen, unter dem Vorwand, gemeinsam Hausaufgaben zu machen.
Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann musste er auch einräumen, dass er niemals gedacht hätte, eine solche Schulbeziehung könnte so langlebig sein. Aber die beiden Mädchen schafften es, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Es war vielleicht ein wenig seltsam, jetzt hier zu stehen, auf der Galerie um die Festhalle herum, rechts von sich die Familie Montague und links die Capulets, und das eigene Kind dabei zu beobachten, wie sie zum Takt der Musik über eine Tanzfläche wirbelte und ihr eigenes Kleid dabei wunderschöne Farbspiele mit dem Kleid ihrer Partnerin erzeugte. Er hörte Lady Capulet ergriffen flüstern, hätte schwören können, die schlaksige Blonde würde gleich ein Taschentuch hervorziehen und ihre Augen betupfen, aber sie beließ es bei einem Schniefen.
Die Tanzfläche war, Damenwahl sei Dank, eher leer, denn nicht alle Mädchen wollten tanzen, und die begehrten Tanzpartner, die ihren Tänzerinnen nicht ständig auf die Schuhe stiegen, waren auch schnell weg gewesen. Dafür konnten Rosalind und Giulia umso mehr Platz einnehmen, und eindeutig mehr Zuschauer für sich gewinnen. Giulias Abendkleid, veilchenblau und bodenlang, hatte viele Bewunderer gehabt, und Rosalinds eigenes Kleid sah aus wie aus einem Fifties-Katalog.
Nach dem ersten Tanz durften sich auch alle anderen Anwesenden ihre Partner aussuchen, doch Rosalind und Giulia dachten gar nicht daran, zu wechseln. Neben ihnen wirbelten Benvolio und eine hübsche Rothaarige über die Tanzfläche, und sogar Romeo und seine neueste Freundin, die achte oder neunte nach Giulia (die vielen kurzlebigen Romanzen dazwischen nicht mitgezählt), wagten sich aufs Parkett.
Mit zufriedenem Blick stellte er fest, dass aus seiner Tochter eine vernünftige, aber vor allem glückliche junge Frau geworden war, und wenn sie nur für den Rest ihres Lebens so strahlen könnte wie an diesem Abend, dann wäre er als Vater absolut glücklich.

~*~*~*~*~*~*~



*Wie ich gerade eben herausgefunden habe, lautet der deutsche Titel des Films Mean Girls übrigens "Girls Cub - Vorsicht, bissig!", aber das verrät mir das englische Wikipedia natürlich nicht. Den Film habe ich übrigens nicht gesehen, aber ich glaube, die Bezüge waren zu marginal für Fehler.

Ach ja, und wen es interessiert, was es mit dem Titel auf sich hat - das hängt mit dem tumblr-Post zusammen, den ich gefunden habe. Offenbar war es in den 1910er-1950er-Jahren ziemlich in, dass sich lesbische Frauen einander Veilchen geschenkt haben, um das Interesse aneinander zu bekunden. Ich habe ehrlich gesagt keinen Fakten-Check durchgeführt, aber das ist ja eh nur Meta-Information.

Soo, und jetzt bin ich furchtbar neugierig, was ihr zu den beiden zu sagen habt! Die eher punkrockige Rosalind und das verwöhnte Prinzesschen Giulia, die ihre Zuflucht in Romantik findet. Was meint ihr? Immer raus mit der Sprache, der Review-Button ist ja mittlerweile nicht die einzige Möglichkeit. Direkt hier drunter kommt ja diese nette kleine Box zum Tippen, also auf geht's!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast