Leuchtturm

GeschichteHumor, Romanze / P18
FC Bayern München
22.08.2018
05.07.2019
39
153120
13
Alle Kapitel
128 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
One Direction – Perfect



Sage mir worüber du lachst,und ich sage dir, ob ich dein Freund sein kann

Konfuzius



31. Juli 2018


Ich könnte mein Handy gegen die Wand schlagen. Was freilich nicht ging. Es handelte sich schließlich um mein Smartphone und außerdem war, da mein integrierter Wecker, den ich brauche. Doch ich hätte gestern so schlau sein sollen, um es wenigstens auf stumm zu schalten oder komplett aus. Was zu führte, dass ich direkt Biancas Stimme im Kopf hatte von wegen Handystrahlen etc. Als gäbe es nicht genügend Strahlen, denen man ausgesetzt war, da machte das Handy das Kraut nicht fett.
Allerdings war es egal, wie ich es drehte oder wendete, ich war wach geworden als mein Handy mal wieder kurz vibrierte. Genervt tastete ich danach und entsperrte das Display um es auf lautlos zu stellen und warf es wieder auf den Nachttisch hin. Danach drehte ich mich herum und versuchte wieder einzuschlafen und spürte, wie Jo seinen Arm um meine Mitte schlang und mich näher zu sich heranzog. Ein wohliger Schauer jagte meinen Rücken hinab und mein Herz schlug ein paar Takte schneller. Himmel fühlte sich das gut an. Einerseits war es verboten, weil wir jederzeit von unseren Mitbewohnern erwischt werden könnten aber auch aufregend. Dennoch schaffte ich es nicht mehr ins Land der Träume zu gleiten, da er am Abend vergessen hatte seine Rollläden herunterzuziehen.
Die Sonne war bereits aufgegangen und schickte ihre hellen Strahlen zur Erde, die mich blendete und ich die Augen ein wenig zusammen kniff. Es würde wieder ein warmer, sonniger Tag werden wie der gestrige es schon war.
Er sollte sich angewöhnen sie runter Zulassen, wenn er wollte, dass ich bei ihm im Zimmer schlief.




Seit ein paar Tagen waren wir nun inoffiziell zusammen. Das Date stand zwar noch aus aber war es mir im Moment nicht so wichtig als mit ihm zusammen zu sein. Was sich schwieriger gestaltete als gedacht und eine Menge Hürden mit sich brachte. Besonders bei meinen Freundinnen, denen ich die halbfertige schadenfeinige Ausrede beibrachte von wegen ihm sei die Freundschaft sehr wichtig und er mich sehr mögen würde, aber er froh war nun Single zu sein nach der Trennung von Ramona und der Fußball an erster Stelle stand. Die Reaktionen hätten nicht unterschiedlicher ausfallen können. Lea hatte getobt und ihn u.a. einen feigen blöden Idioten geheißen, der nicht mehr ganz frisch im Oberstübchen wäre und wie ich das nur so hinnehmen könnte. Titzia war sehr mitfühlend gewesen und hatte gemurmelt, dass es sehr viel Wert wäre, dass ich nun wissen würde, woran ich war was bei ihr und David ja noch ausstand. Was Sarah betraf, die war optimistisch und meinte, sie sei von überzeugt, dass aus und aus kurz oder lang was werden würde, weil wir für einander bestimmt wären und sie Augen im Kopf hätte und spielte auf den Hahnenkampf im Urlaub an. Sie wechselte aber dann im selben Atemzug, das Thema als sie verkündete sie würde nicht ihre Sitzordnung verändern, sondern, dass ich seine Tischdame bleiben würde.
Ab dem Zeitpunkt waren Josh und ich nicht mehr wichtig, sondern die bevorstehende Vermählung von Sare und Basti die im September stattfinden sollte. Sarah wollte in der nächsten Zeit auch noch mit uns Brautkleid Shoppen gehen wovor es mich schon graute. Ich mochte die Blondine wirklich sehr aber Shoppen mit einem Model zu gehen die ständig an allem und jedem was auszusetzen hatte, konnte man nur betrunken ertragen.
Auch daheim in der WG hatten wir kaum Zeit für uns, weil entweder Titzia da war oder David um uns herum schwirrte, als er aus den USA zurückkam. Was direkt zu einer peinlichen Situation geführt hatte.




Wir hatten mittags was vom Italiener geholt (David Lasagne, Titzia Spaghetti mit scharfer Soße und Josh und ich Pizza mit Salami, Schinken und Pilzen)und waren am Essen als der Schluchtenscheißer von Philadelphia berichtete. Von dem witzigen Interview, was Sandro Wagner und Javi Martinez gaben und an der Stelle war ich ihm auch noch an den Lippen gehangen, wie es Titzia tat. Bis es mir zu ausschweifend wurde und ich halb am Einschlafen war und meinen Kopf in den Händen abstützte und kurz zusammen zuckte, als ich Josh's nackten Fuß an meinem spürte. Wie als hätte er mir einen Stromschlag verpasst. Er strich ganz langsam von unten nach oben und bescherte mir Gänsehaut am gesamten Körper. Ich war gefangen zwischen, ob er wahnsinnig wäre und uns auffliegen lassen wollte und er solle bloß nicht mit aufhören. Ich biss mir auf die Lippen und warf ihm finstere Blicke, zu die er mit einem breiten Grinsen quittierte ich aber die Entscheidung schließlich fällte, in dem ich mit meinem Stuhl zu schnell nach hinten rückte. Durch meine hektische Bewegung verlor Josh das Gleichgewicht und rutschte beinahe von seinem Stuhl in Richtung Tisch. Titzia sah zwischen uns hin und her, lachte trocken auf und meinte, sie wolle gar nicht wissen, was für eine alberne Kinderkacke wie wieder abgezogen hätten. David reagierte nicht so cool, was am Jetlag lag und schmollte, weil wir an seiner Erzählung bezüglich Amerika kein Interesse zeigten. Er stand kurz darauf auf und schickte Jo und mich zum Einkaufen, da für abends ein DVD Abend mit den Anderen geplant wäre und wir für Essen und Getränke sorgen sollten. Was Josh als bekennender Einkaufshasser nicht schmeckte und mir klar war, dass es wieder nichts aus unserer Zweisamkeit wurde.




Die Filmauswahl entschädigte mich zumindest ein wenig. Immerhin spielten gleich zwei heiße Schnittchen mit. Lea, Sare, Titzia und ich stimmten einstimmig gegen die Jungs, die einen Horror am liebsten geguckt hätten sich aber mit Codename U.N.C.L.E zufriedengaben.
Der Film handelte von zwei verfeindeten Geheimagenten. Napoleon Solo, der früher ein Meisterdieb war gespielt von Henry Cavill und KGB- Agenten Illya Kuryakin der von Armie Hammer verkörpert wurde und ein ziemliches Aggressionsproblem hatte. Beide Schauspieler waren verdammt heiß anzusehen und wie wir Mädels nun mal waren, begann während des Films eine anhaltende Diskussion darüber, dass wir uns nicht entscheiden könnten, wer gutaussehender wäre.
Ich hatte Joshuas Blicke auf mir gespürt und hatte gewusst, dass er eiferte. Was ich süß fand. Auch, wenn es übertrieben war. Als hätte ich je eine Chance bei den Schauspielern. Es überraschte mich auch, dass er bevor er ins Bett ging, bei mir vorbeisah und fragte, ob ich bei ihm schlafen wollte. Vorausgesetzt ich wäre mit ihm statt Cavill und Hammer zufrieden. Ich hatte die Augen verdreht mein Buch zugeklappt und war leise und mit gespitzten Ohren über den Flur geschlichen, um zu lauschen. Doch meine Angst ertappt zu werden war unbegründet. David schnarchte die Blätter von den Bäumen und Titzia war während des TV Guckens von Carlos angerufen worden, ob sie im Bistro einspringen könnte da Mama Clement erkrankt sei. Bei ihr würde es also spät werden.
Jo hatte mit seinem Handy hantiert, als ich eintrat und schon mal das Deckenlicht löschte. Er legte sein Handy beiseite und zog mich an sich, als ich unter die Bettdecke schlüpfte und er begann kurze und zuckersüße Küsse in meinen Nacken zu hauchen. Ich entspannte mich vollkommen und ließ mich fallen und wusste, dass er sich schon beim DVD schauen zurückhalten musste, was ihm aber auch mir schwerfiel. Zwischen uns war Sarah gesessen. Ich schnurrte wie Drachini, wenn er eine Streicheleinheit bekam und dann wurde mir wieder heiß und kalt, nachdem er seine Lippen auf Wanderschaft schickte und sie meinen Hals entlang fuhr und eine brennend heiße Spur hinterließen und mein Körper in Flammen stand. Seine Hände malten Kreise auf meinem Bauch und begannen meine Brüste zu massieren, was zu führte, dass mir noch wärmer wurde und ich wusste, wenn ich ihm und mir nicht Einhalt gebot, dann war es ganz schnell mit unserer Tarnung vorbei. Ich hielt seine Hände fest und schob sie von mir weg und warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. Er zuckte sorglos die Schultern und ich erinnerte ihn an seine Aktion beim Mittagessen und wir vorsichtiger sein müssten. Jo hatte aufseufzt war aber dann brav und wir kuschelten, obwohl ich mich körperlich nach ihm sehnte und er es wusste.




Während ich neben meinem friedlich, schlafenden Freund lag ließ ich gestern nochmal Revue passieren. Als wir einkaufen waren ließ Jo mich am Tierheim raus. Er wollte in der Zwischenzeit sein Auto waschen und bei Leon in der WG vorbeischauen. Er hatte Sturmfrei, da Lea mit Sarah bei der Krankengymnastik wegen ihres Knies war. Ich war seit längerer Zeit nicht mehr dort gewesen und wollte sehen und hören was es neues gab. Frau Fritz die Leitung, wir sollten sie Manuela nennen war da und freute sich mich zu sehen. Ebenso ihr schwarzer Labradorrüde Bruno der ihr auf Schritt und Tritt folgte. Ich blieb eine ganze Weile, trank mit ihr Tee und half bei der Versorgung der Tiere. Leider waren nicht all zu viele Hunde oder Katzen, die ich zuletzt versorgt hatte, in gute Hände gekommen. Stattdessen waren einige neue dazu gekommen. Besonders angetan hatte es mir eine Labradorhündin namens Ballerina. Sie war sieben Jahre alt und wurde ins Tierheim gebracht, als ihr Frauchen eine ältere Dame starb und keiner von den Verwandten das arme Tier haben wollte. Um sie hatte ich mich besonders gekümmert und es freute mich, dass sie zutraulich war und liebte es, dass ich mit ihr spazieren ging und sie ausgiebig streichelte. Ich versprach Manuela im Freundeskreis herum zufragen, ob jemand die Hündin aufnehmen wollte, ansonsten spielte ich mit dem Gedanken sie selbst zu adoptieren. Auch, wenn es bedeutete, dass ich Drachini schweren Herzens abgeben musste da Hunde und Katzen in den wenigsten Fällen klar miteinander kamen.




Schließlich griff ich nochmal nach dem Handy, um auf die Uhr zu sehen und die WhatsApp
Nachrichten zu lesen. Ein Blick in unsere Mädels Gruppe genügte und mir fiel wieder unsere bescheuerte Wette von gestern ein. Oh Mann. Sarah und Lea waren offensichtlich Hobbylos, wenn ihnen immer wieder aufs neue sinnfreie Wetten wie diese einfiel. Würden die Jungs sagen. Wobei die nicht besser waren. Man erinnerte sich an die bekloppte Wiesn Wette die Mats Hummels mit Manuel und Thomas gestartet hatte und seine Haare dran glauben musste und er kurze Zeit wasserstoffblond war.
Ansonsten hätten sie nicht die glorreiche Idee gehabt eine Wake me up Wette zu starten. Inhalt des unsinnigen Wettstreits war, dass Sare von sich behauptete sie hätte einige gute Methoden, um ihren Basti morgens wach zu bekommen. Lea die sich direkt als angehende Ärztin herausgefordert fühlte, hielt gegen und schlug einen Wettkampf vor. Titzia die mit drei älteren Brüdern ausgewachsen war, mischte sich in die Debatte ein und ließ verlauten der Sieg gehöre ihr. Als halbe Schweizerin wollte, ich neutral bleiben aber kneifen galt, nicht also war ich auch mit von der Partie, ob ich wollte oder nicht.
Diejenige die am effektivsten und kreativsten weckte in dem Fall Bastian, Leon, David und Josh würde gewinnen. Was sich in meinem Fall schwierig gestalten würde. Jo war eine ganz harte Nuss und neben ihm könnte ein lautes Metall Konzert stattfinden und er würde nicht von wach werden. Daher war Köpfchen und Einfallsreichtum gefragt.
Anderseits juckte es auch in meinen Finger mich an Josh für die Aktion gestern beim Mittagessen zu revanchieren und war ab dem Moment hellwach und schlug die Bettdecke zurück. Ganz sachte löste ich Joshuas Arm von meinem Bauch, was sich schwieriger gestaltete, weil er ja nicht von aufwachen sollte und stand langsam auf und tapste barfuß zur Zimmertür und lauschte andächtig. Ich hörte Schritte auf dem Gang und wusste, dass es Titzia war die David eine Abreibung verpassen würde. Eigentlich sollte ich Mitleid mit ihm haben, aber es hielt sich in Grenzen, weil er den Arsch nicht hochbekam um das mit Titzia zu klären. Um meine Mundwinkel zuckte es und zu gerne hätte ich sie verfolgt, um mitzubekommen, was sie vorhatte aber das war gegen die Regeln. Sie war meine Konkurrenz.




Schlussendlich drehte ich den Schlüssel herum und warf einen Blick über meinen Schultern auf Josh, der immer noch wie ein Baby bedächtig in Bauchlage da lag und schlief. Auf seinen Lippen lag ein Lächeln und ich glaubte zu wissen, dass ich der Grund für war. Großer Gott war das kitschig und süß. Man sollte aufpassen, dass man keine Karies von bekam. Trotzdem konnte ich es nicht leugnen, dass ich ihm mit Haut und Haar verfallen war. Doch ich sollte endlich mit meiner Wette anfangen, wenn ich nicht als Loser gelten wollte. Langsam öffnete ich die Tür, steckte den Kopf raus, sah nach links und rechts und huschte hinaus. In meinem Zimmer angekommen zerwühlte ich mein Bett vorsorglich, falls Titzia reinkommen sollte. Man wusste schließlich nie, ob sie nicht was vermisste und in meinem Raum danach suchte. Abschließend zerbrach ich mir den Kopf wie ich meinen Wetteinsatz einerseits kreativ und produktiv gestalten konnte. Als ich auf meine Zehen hinab blickte, die ich vorgestern neu lackiert hatte fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wie als hätte Petrus persönlich in meinem Kopf das Licht angeschaltet. In mich hinein lachend ging ich auf meine Türkisfarbene Kommode zu. Sie war vom Flohmarkt, aber Opa Nino hatte sie mit Papa restauriert und ich nutzte sie zum Aufbewahren meiner Kosmetika und sonstigen Mädchenkram. Ich riss die erste Schublade auf und fand, wonach ich suchte. Meine Nagellacksammlung. Geordnet nach Zahlen und Farben. Mein Blick blieb beim neuesten Pink mit Glitzer hängen und ich nahm ihn in die Hand. Breit grinsend und schon voller Vorfreude auf das Ergebnis verließ ich mein Zimmer.
Jo fand ich immer noch schlafend vor. Nur, dass er nun auf den Rücken lag was meine Aktion sehr erleichterte. Geräuschlos setzte ich mich neben ihn auf seine Bettseite und stellte den Nagellack sowie Nagellackentferner Pads auf dem Nachttisch ab und griff nach seiner Hand. Mal wieder wurde mir bewusst wie weich und zart seine Haut war. Ich strich immer wieder darüber und sein Lächeln auf den Lippen wurde breiter und ich quietschte innerlich. Er spürte, dass ich da war. Jemand sollte schleunigst was für meinen Dachschaden erfinden. Um nicht noch mehr Zeit zu vertrödeln schritt ich zur Tat und begann Fingernagel für Fingernagel sorgsam zu lackieren. Ich musste höllisch aufpassen keinen Nagellack auf seine Bettwäsche zu tropfen oder zu schmieren. Er würde mich umbringen. Kurze Zeit später betrachtete ich mein Werk und kämpfte mit meinem Lachanfall. Dadurch, dass Jo ohnehin zierlich war und schmale längere Finger hatte, sah der Nagellack einfach nur scharf an ihn aus. Wie als Matthias Schweighöfer in Rubbel die Katz zur Frau wurde. Einmal in Fahrt konnte ich nicht einfach so aufhören. Also holte ich meine Kosmetiktasche und verpasste meinem schlafenden, armen Opfer ein perfektes Make Up, stimmte den Lidschatten sowie Lippenstift seinen Nägeln ab und steckte ihm eine glitzernde Haarspange in die Haare. Um seinen Look abzurunden, zog ich ihm mein Rosa Trägerkleid an was sich fast, als unmöglich erwies. Immerhin schlief er und war nicht tot und konnte jede Sekunde aufwachen. Zum Schluss wischte ich mir den Schweiß von der Stirn und biss mir auf die Zunge um nicht hemmungslos loszulachen. Er sah verdammt scharf als Mädchen aus und schnappte mir mein Handy um ein Bild von ihm zu machen. Abschließend nahm ich meine Kosmetiktasche und sonstiges Zeug an mich, verstaute es in meinem Zimmer und flitzte die Treppen runter in Richtung Küche. In der ich mich ausschütten konnte vor Lachen. Ein Glück, das ich die lästigen Gehhilfen nicht mehr benötigte die hätten mich nur unnötig aufgehalten.




Unten machte ich mir einen Kaffee und ließ meinen Emotionen freien Lauf. Ich lachte, bis mir der Bauch weh tat, die Tränen über meine Wangen flossen und ich anfing zu hicksen als ich Schluckauf bekam. Meine Gefühle wurden durch Titzias Auftauchen noch verstärkt, die genauso aussah wie ich.
Tränenüberströmt vor Lachen. Ihre Augen waren schon gläsern und feucht und sie fiel mir schallend lachend um den Hals.
„Alter Lina! Mein Werk riecht sowas von nach Sieg“, japste sie.
„Dann lass mal austauschen! Ich bin nämlich auch sehr zuversichtlich“, sagte ich und sie hielt mir ihr Handy unter die Nase und mein Schluckauf nahm noch weiter zu, wenn das möglich war. Meine beste Freundin hatte nicht übertrieben, als sie von es roch, nach Sieg sprach. Wir hatten dieselben Gehirnwindungen gehabt. Nur, dass David keine pinken Fingernägel hatte, sondern knallrote. Sie hatte ihm eine Gesichtsmaske ins Gesicht geklatscht. Keine, die man kaufen konnte, sondern selbst was angerührt. Irgend eine Pampe bestehend aus Quark und anderen Zutaten. Auf die Augen bekam er Salatgurkenscheiben und um den Kopf eines ihrer Tücher mit Blumenmuster. Passend zum Kopfschmuck trug er ein rosa Longtop was ich als meines identifizierte und einen ebenso geblümten Rock der Titzia gehörte.
„Wir müssen jede Sekunde mit rechnen, dass er hier aufschlägt. Ich habe seinen Handywecker gestellt und den Klingelton verändert. Statt den üblich langweiligen ertönt zum richtigen Wachwerden ein Kettensägegeräusch und danach ein 90er Hit von Whigfield- Sexy Eyes. Immerhin braucht er ein bisschen bis er sein Iphone hinter dem Vorhang am Fenstersims entdeckt.“
Kaum, dass sie geendet hatte brachen wir gemeinsam in schallendes Hohngelächter aus. Aber nicht lange. Mir fiel nämlich ein, dass ich trotz meiner genialen Idee meinen Freund, auch, wenn er offiziell mein bester Freund war, eine Themaverfehlung einleitete. Das Wichtigste ihn aufzuwecken hatte ich nämlich bis gerade vergessen.
„Fuck! Ich habe Josh nicht geweckt“, stieß ich aus und verschüttete beinahe den Kaffee. Ich brauchte ganz schnell eine Lösung, bevor er noch von dem Krach den Davids Handy gleich veranstalten würde erwachte.
„Nicht verzagen Titzia fragen. Ich habe mich um Herrn Kimmich mit gekümmert. Sein Handy wird genauso pünktlich bimmeln und liegt versteckt hinter dem DVD-Player verborgen. Nur, dass er von Rednex- Cotton Eye Joe geweckt wird. Sorry ich war zu neugierig was du dir einfallen hast lassen und musste nachsehen gehen. Alter sein Outfit und Make-up sind der Hammer. Daher dachte ich wir schließen eine Allianz gegen Sare und Lea die mit Sicherheit nur halb so einfallsreich wie wir waren.“
„Deal. Du hattest mich schon bei den Klingeltönen!“, prustete ich auf und wir gaben und High Five. Wie passend von meiner Besten Cotton Eye Joe zu nehmen. Welch passende Anspielung auf Jo's Namen. Nicht zu früh. Im nächsten Moment hörten wir über uns lautes Gepolter, gepaart mit lauten Schreien die durch Kettensägen Geräusche und der nachfolgenden Lieder unterstrichen wurden. Wir bekamen Schnappatmung vor lauter Lachen. Was noch unterstreichen wurden als ein „Wie schaustn du aus!“
„Und du erst!“, ertönte Bis wir die Jungs die Treppen runtergehen hörten und sie die Küchentür aufrissen und wir uns aneinander festhalten mussten, um nicht vor Lachen umzufallen.




„… Du brauchst nicht zu glauben, dass ich dich in mein Zelt lasse! Ich habe ausgesehen wie eine zugekiffte Nachtclubtänzerin.“ Jo schnaubte als er sich den Nagellack von den Nägeln entfernte und ich ihm das Gesicht mit einem Kosmetiktuch reinigte. Wie zu erwarten fanden beide ihre Outfits und Klingeltöne nur halb so witzig wie wir. Als wir sie über die Wette aufklären wollten, kam uns Basti zuvor der anrief und fragte, ob David und Jo auch so unsanft und mit den Worten es gäbe ein Erdbeben durchgeschüttelt und geweckt wurden. Er wurde noch von Leon überboten der eine Sprachnachricht schickte und verlauten ließ er würde mit einer hinterlistigen Hexe, einer Teufelin im weißen Kittel zusammen wohnen die erstens seine Gesichtsmaske klaute und gegen eine andere mit Einhornmuster tauschte und zu allem Überfluss die Frechheit besaß ihm einen Kübel eiskaltes Wasser über den Kopf zu kippen. Wie zu erwarten waren Sare und Lea nur halb so kreativ und Titzia und ich gewannen und teilten uns den Titel. Gore und Bastian wurden nämlich durch die Bilder, die wir den Mädels schickten entschädigt und feierten sexy Flowergirl Alabasi und Glitzergirl Jo sehr und rieben das Moosi und Sarah unter die Nase. Sie versprachen die Fotos zu behalten um sie am See Thomas und Manu zu zeigen. Wir planten eine Übernachtung Session am Weiher um anlässlich's Bastis Geburtstag, der morgen am 1.8. war rein zu feiern. Daher auch Josh's Drohung er würde mich nicht ins Zelt lassen.
„Erstens mein Schatz sahst du heiß aus. Ein perfektes Kostüm, wenn wir auf die Faschingsparty im November zu Andrea gehen und zweitens, wer sagt denn, dass ich in dein Zelt möchte? Vielleicht ist es in meinem ja viel cooler.“ Ich hob eine Braue und sah zu ihm runter. Die Anspielung bezüglich der Verkleidung kam nicht von ungefähr. Am 11. November fand eine Faschingsfeier auf dem Hansen Hof statt. Andrea, kurz Andi genannt war die Tochter der Hansen und seit Jahren mit Thomas befreundet, der seine Pferde am Hot untergestellt hatte. Der Familienbetrieb war zugleich in Hotelbetrieb mit Fremdenzimmern und sie leiteten einen Bauernhof mit vielen Tieren. Wegen der Prüfungsphasen hatten wir Mädels es leider in den letzten Jahren nicht geschafft zu kommen, aber das sah dieses Mal zum Glück anders aus. Statt zu antworten, legte er seine Hände etwas grober als sonst um meine Taille und zog mich auf seinen Schoß. Was eine wackelige Angelegenheit war. Er saß am viel zu schmalen Rand der Badewanne. Seine Berührungen brannten sich wieder in meine Haut, als hätte er mich gebrandmarkt. Sein Gesicht war dem meinem wieder gefährlich nahe und ich spürte seinen Atem auf meinem Hals. Seine Stimme an meinem Ohr. „Tatsächlich? Hm über die Verkleidung können wir noch reden, aber dann werde ich wohl doch mittrinken und deine Beschwerden über zu wenig Zweisamkeit ignorieren.“ Ich knuffte ihn spielerisch in den Arm und er lachte auf und suchte meinen Blick. Ich drohte wie immer, wenn er mir so nahe war, in seinen tiefen blauen Augen, in denen der Schalk saß zu ertrinken. Mein Körper erzitterte als er die letzten Meter zwischen uns überbrückte und mir einen leidenschaftlichen, glühenden Kuss aufdrückte und grinste, als er merkte, was er mit mir anstellte.




Ich schlang meine Arme um seinen Hals und er stand mit mir auf und setzte mich auf das breite Fensterbrett ab und presste sich wieder an mich. Zwischen uns passte kein Blatt Papie. Wir küssten uns als gäbe es keinen Morgen mehr und klammerten uns aneinander, als wären wir ertrinkende. Sein Duft benebelte mir wieder alle Sinne und ich merkte das Kribbeln und Prickeln in meinem Bauch und sehnte mich danach mich von ihm verführen zu lassen. Seine Hände waren wieder gefühlt überall und elektrisierten meinen Körper. Durch meinen BH durch massierte er meine Brüste, was mich zum aufkeuchen brachte und ich wusste, dass sein Blut längst in andere Regionen geflossen war. Unsere Zungen spielten längst wieder ihr heißes Spiel und wie sehr wünschte, ich wir wären alleine, als wir auch schon wieder hart in der Realität ankamen und es Sturm klingelte. Josh und ich sprengten auseinander. Er machte sich weiter dran den Nagellack abzubekommen und ich sprintete vermutlich hochrot und leicht außer Atem zur Haustür und krachte in Titzia rein die auch dorthin eilte. Wir verloren beinahe das Gleichgewicht und bevor wir die Haustür öffnen konnten ging sie wie von Zauberhand auf und ein breit grinsender Carlos stand vor uns.
„Hola Mädels. Wusste ja gar nicht, dass ich solch ein begehrter Besucher bin.“, feixte er.
„Du bist ein Blödmann, Carlos! Wie bist du überhaupt hereingekommen!“, meckerte Titzia und schloss, ihn in eine innige Umarmung ehe sie mich an ihn weiter reichte.
„Na mit einem Dietrich, Schwesterchen. Was sonst. Natürlich nicht. Du hast deinen Schlüssel gestern vergessen und mit dem kommt man logischerweise ins Haus.“
„Schickt Mamma dich, weil sie ihr Handy wieder verlegt hat! Wie geht’s ihr?“
„Mamma geht’s schon besser. Julio kümmert sich um sie und Nando treibt ihn mit seinem herum Klugscheißern, was sie essen soll in den Wahnsinn. Übrigens lagen die vor eurer Tür und es steht dein Name drauf, Schwesterherz.“ Er zog einen Strauß Rosen, eingepackt in Papier hinter seinem Rücken hervor.
„Ja klar. Die liegen vor unserer Haustür. Komm schon Brüderchen. Verarschen kann ich mich selbst. Bin ich oder Lina dein Test Opfer um zu checken, ob du die Sprache der Blumen noch beherrschst.“
„Letizia! Ich habe die nicht mitgebracht, obwohl deine Idee echt gut ist. Danke.“
„Wos steht's ihr hier am Gang! Hob's ihr scho alles zam packt. I fahr nachher ned nochmal zurück, wenn ihr wos vergessen hobts.“ David stieg die Treppen runter und begrüßte Carlos mit Handschlag, als er interessiert die Blumen musterte.
„Also Carlos! Du als d Lina ihr Exfreund solltest fei schon wissen, dass sie am 26. Dezember Geburtstag hot“, frotzelte er und ich wusste, dass er Josh vermeintlich aus der Reserve locken wollte. Dieser tauchte auch sofort auf und musterte Carlos kritisch. Bis zur Party von Basti und Sarah konnte er Titzias Bruder leiden. Ja die Betonung lag auf bis zur Party. Seit er mir seiner Ansicht nach auf die Pelle gerückt war ließ er ihn nicht mehr aus den Augen.
„Die sind nicht für Elina, sondern für Titzia.“, wandte Carlos sich an den Dunkelhäutigen und man konnte förmlich sehen wie ihm das Gesicht eingefror. Wie als hätte er soeben eine Botox Behandlung gehabt.


*********************************************************************


Guten Abend ihr Lieben :)

Ja nach ein paar Tagen Pause geht’s bei Lina und Co weiter :) Ich wollte eigentlich gar nicht so lange pausieren aber ich hatte erst keine richtige Motivation zum Weiter schreiben und dann fehlte die Muse. Bis sie schließlich da war und ich anfing zu schreiben^^ Es ist ein XXL Kapitel, weil ich ab Sonntag Besuch für einige Tage bekomme und erst wieder am 27. 1. zu kommen werde weiter zu schreiben. Wie immer möchte ich mich für die tollen Kommentare und dem neuen Favo bedanken *-* Hat mich sehr gefreut. Tja das Chap ist ein Übergangskapitel wobei ich sagen muss es hatte definitiv seine Knaller Höhepunkte :D Angefangen von der sinnfreien Wette zwischen den Mädels die sicher im Suff entstanden ist und der Umsetzung. Als die Grazien so heraus ließen was sie geplant haben saß ich schon da und habe gelacht :D Den ersten Platz haben sich Titzia und Lina echt verdient :D Besonders bei der Klingelton Auswahl die Titzia durchgeführt hat. Kettensäge Alter Walter :D Aber Lea's Attacke auf den armen Gore mit Einhornschlafmaske und einem Kübel Wasser und Sarah's unsanftes Wecken war auch geil :D Und damit es nicht ganz so langweilig wird noch ein spannender Schluss ;) Wer hat Titzia die Blumen geschickt?^^ Wie hat euch das Kapitel gefallen? Ich würde mich sehr über Feedback und Favos freuen
Review schreiben