Leuchtturm

GeschichteHumor, Romanze / P18
FC Bayern München
22.08.2018
20.07.2019
40
157077
13
Alle Kapitel
129 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
ATC – I'm in heaven when you kiss me



Ich brauche viele Küsse! Sie sind doch einzige Erinnerung an die Sprache des Paradieses.
                               
Audrey Hepburn



Ich wurde durch heftig, pochende, Kopfschmerzen wach und begann vorsichtig meine Schläfen zu massieren. Trotz, dass ich noch vorgesorgt hatte und ein Aspirin zu mir genommen hatte. Am liebsten würde ich meinen Schädel gegen die Wand hauen damit der Druck nachließ. Die Sonnenstrahlen durchfluteten das Zimmer was zu führte, dass ich meine Augen fester zusammen kniff. Verdammt! Wieso hatte ich auch nicht die Rollläden nach unten gezogen? Selbst im Vollrausch hatte ich noch so viel Grips dran zu denken das Zimmer abzudunkeln. Schließlich öffnete ich die Augen einen Spalt breit und dann komplett. Das viel zu helle Licht blendete mich und ich hob die Hand gegen die Stirn, um das Sonnenlicht abzuwehren. Als ich mich an das viel zu grelle Tageslicht gewöhnt hatte ließ ich den Blick kreisen und stellte fest, dass ich gar nicht in meinem Zimmer war. Nein. Ganz und gar nicht. Die blaue Satin Bettwäsche mit Motiven aus Star Wars darauf gehörte eindeutig Josh der friedlich und sorglos da lag und tief und fest schlief. Sein Oberkörper hob und senkte sich und ich konnte mal wieder seine dunklen langen Wimpern betrachten und musste schlucken. Erst glaubte ich nur geträumt zu haben. Mich im Raum geirrt zu haben. Doch sollte ich die Bettdecke heben bzw. brauchte, ich nur auf den Fußboden gucken so fand ich unsere Klamotten zerstreut vor und das Dilemma, nein Fiasko Desaster war perfekt. Ich sank zurück und lehnte meinen immer noch schmerzenden Kopf am Bettgestell an. Im Normalfall würden die Weiber spätestens jetzt anfangen laut und hysterisch zu werden, weil sie mit dem besten Freund geschlafen haben. Seltsamerweise war ich innerlich die Ruhe selbst. Entweder war es der Restalkohol oder die Kopfschmerzen, die jetzt wo ich wach war, nur noch schlimmer zu werden schienen und mich vom Denken abhielten. Zumal was sollte mir der hysterische Anfall außer verfrühter grauer Haare und Falten bringen. Nichts. Niente! Nada.
Den Tatbestand des Beischlafs in den vorherigen Stunden konnte ich nicht ändern. Trotz, dass ich wohl gut angeheitert war, konnte ich mich an alles erinnern. Hatte keinen Filmriss! Und der Sex mit
Jo war gut gewesen. Viel zu gut. Es fühlte sich an, als wäre ein tiefer, unterbewusster Wunsch wahr geworden. Großer Gott was dachte ich denn. Ich hörte mich schon fast genauso an wie meine Stiefmutter in einer ihrer Patienten Sitzungen. Dummerweise war es wahr. Was logisch war. Wenn man verliebt war und ich war inzwischen vom Wort verliebt beim letzten Buchstaben angekommen, dann sehnte man sich nach körperlichen Berührungen. Das gemeinsame Schlafen in der Hollywoodschaukel in Italien mag romantisch gewesen sein, aber ich hatte mich nach mehr gesehnt. Viel mehr was ich im Suff bekommen hatte und meine Sorgen nur noch höher gestapelt wurden wie ich nüchtern oder von Kopfschmerzen geplagt feststellte. Erneut blickte ich zur Seite und sah Joshua beim Schlafen zu. Er hatte seine Hände um sein Kopfkissen geschlungen und ich fragte mich, wo zum Teufel ich bis vorher geschlafen hatte als ich einen leicht, zerknautschen Abdruck am Kissen entdeckt. Glückwunsch Elina! Zum Jackpott des Tages! Nicht. Gott! Ich verfluchte Onkel Alkohol.




Später, nachdem ich genug über die peinliche Situation sinniert hatte stand ich auf, wenn man das so nennen konnte. Es war eine fürchterlich schmerzhaft peinliche Tortur, der ich mich aussetzte, als ich mich nackt bückte, um meine Klamotten aufzusammeln. Immer wieder sah ich mich um, um nachzusehen, ob Joshua auch noch schlief. Als würde er mir was weggucken was er nicht gesehen oder berührt hatte. Ich lief knallrot an und mir wurde warm. Jedoch ersparte mir das Gebücke die morgendliche Gymnastik und ich die Schmutzwäsche ins Bad brachte und die Waschmaschine anschaltete. Was ohne Krücken, die unten im Erdgeschoss lagen, anstrengend war. Danach hüpfte ich in mein Zimmer und riss die Fenster auf; und wühlte in meinem Kleiderschrank nach frischen Klamotten und zog mir Josh'S T-Shirt was ich mir kurz übergezogen hatte aus. Beinahe hätte es mich nochmal auf die Fresse gelegt, weil ich ständig wie so ein kranker Junky an seinem Kragen geschnüffelt hatte und den Duft seines Parfums aufsog. Noch während ich nach frischer Unterwäsche griff, beschloss, ich an die Isar die ein paar Hundert Meter von unserem Grundstück entfernt war zu gehen. Stattdessen zog ich mir den Bikini über. Mein Wecker zeigte 10.15 an und ich war im Begriff erneut herum zu fluchen, da ich mein Handy nicht fand, als mir einfiel, dass es unten in meiner Handtasche steckte. Also ging ich nur rasch ins Bad, um Katzenwäsche zu betreiben, nochmal ein Aspirin einzuflößen um den Kopfschmerz einzudämmen und schaltete die Dusche an, damit Jo glaubte, ich sei im Badezimmer und ich meine Ruhe hatte. Umso wacher ich wurde, desto mehr wurde mir das Ausmaß klar. Ich musste raus aus dem Haus. Weg von Josh der jede Minute erwachen könnte. Ich warf mir im Laufen bzw. springen noch mein pinkes Sommerkleid mit dünnen Trägern über und nahm meinen Rucksack den ich mit Handtücher, Sonnenmilch, Lektüre und Kopfhörern belud und zog den Reißverschluss zu.
In meinem Schädel, wummerte immer noch der Bass von der Party und ich hoffte, die Tablette würde rasch wirken. Es dauerte wieder eine gefühlte Ewigkeit, als ich unten ankam und meine Gehhilfen vom Boden aufklaubte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Freunde die ich gestern im bei sein von Lea Arschloch und Wichser genannt hatte, vermissen würde. Ich meinte mich zu erinnern, dass Moosi die ihre Drecksau und Arschgeige nannte. In mich hinein kichernd ging ich in die Küche um mir einen starken, schwarzen Kaffee aufzubrühen und den noch zu trinken bevor ich raus in die Natur ging. Ich griff noch zu einem Apfel und einer Flasche Wasser, die ich einpackte und nahm die Tasse, die ich unter den Kaffeevollautomaten gestellt hatte zur Hand und nippte daran.




Sofort als die Tür hinter mir ins Schloss fiel und meine Augen durch die dunkel getönte Sonnenbrille geschont wurde, fühlte ich mich besser. Es war zwar schon wieder total warm und mein Verband begann zu jucken, was laut der Krankenschwester, die ihn mir hin gemacht hatte, nach Tag drei normal sein sollte, aber ich trug ihn erst knapp zwei Tage. Wie auch immer begann ich recht schnell zu schwitzen und wischte mir den Schweiß von der Stirn und war froh als ich den Vorplatz der zur Garage gehörte hinter mich ließ und auf den riesigen Gartenteil in dem Gartenmöbel und der große Sonnenschirm standen sowie ein Dutzend Blumenkübel, um die sich Titzia kümmerte, zusteuerte. Ich machte eine kurze Verschnaufpause und erfreute mich an den satten Blumen, bevor ich mich weiter zum Gartentor schleppte. Ich brauchte ein wenig um es zu öffnen, als ich mich dagegen stemmen musste und mit einem leichten quietschen (ich hoffte Josh pennte immer noch tief und fest und würde es nicht hören) sprang ich hinaus und schloss es sorgfältig. Von draußen sah man so gut wie nichts von dem Haus das David gehörte und wir zur Miete wohnten. Die hohen weißen Mauern, Sträucher und Bäume versperrten die Sicht was auch gut so war. Doch mich zog es zum Wasser. Wasser war, schon seit ich denken konnte ein magisches Wort für mich. Es hatte eine beruhigende Art und man konnte sich frei und leicht fühlen, wenn man schwamm.
Ich überquerte die Straße, die nicht viel befahren war, was daran lag, dass wir in einer ruhigen familienfreundlichen Wohngegend lebten und die Fans die Fußballer dort am wenigsten vermuteten und freute mich, als ich endlich da war.




Vor mir erstreckte sich die weite Schönheit der Natur. Große und kleine Bäume, Büsche, sehr viel weites, grünes saftiges Gras und Schilf, dass in Wassernähe wuchs. Hier konnte man es aushalten. In meiner Phantasie sah ich die wunderschönen grauen, steilen Berge mit ihren weißen Spitzen und sollte mit Papa mal wieder wandern gehen. Der Himmel war wolkenlos und von solch einem blau, dass ich gerne einfach weiter stehen geblieben wäre, um hinauf zu sehen. Doch das gefiel meinen Beinen nicht und so folgte ich dem leichten Schotter und Feldweg bis ich zu einer breiten, steinernen Treppe, die es in München massig gab, kam. Dort warf ich meinen Rucksack nieder, holte das Handtuch hervor und legte es auf den warmen aufgeheizten Stein. Vor mir erstreckte sich die Isar und schon alleine die milde Brise und leichten Wellen auf dem Wasser taten mir gut und die Mühe und Plagerei sich gelohnt hatten. Ich zog mir das Kleid über den Kopf und holte meinen Kopfhörer raus um meine Gedanken die mich schon die ganze Zeit nervten mundtot zu machen. Auch, wenn das wohl kaum möglich war.
Ich scrollte mich durch meine Playlist und blieb bei Ed Sheeran – Think out loud hängen. Eigentlich hätte ich ein schnelleres Lied, ein Lied was weniger zum Denken anregte nehmen sollen doch ich ließ es sein. Ich lauschte, dem unverwechselbaren Klang der Stimme des englischen Sängers der aussah, als wäre er Ire. Eigentlich hatten wir Mädels vorgehabt auf sein Konzert, das hier in München stattfand zu gehen aber wir waren wieder zu spät mit Karten dran. Ed live zu hören und die Atmosphäre zu genießen das wäre schön. Allerdings sahen das meine Gedanken, die sich in zwei Lager gespalten hatten anders. Lager Eins die Vernünftigen und Lösungsorientierten pochten darauf, dass ich mich mit dem nächsten Problem, dass ich eine Nacht mit Josh verbracht hatte, widmete und befasste. Während Lager zwei faul und chillig war und nichts von all, dem wissen wollte, sondern genießen und die Seele baumeln. Doch es war mir nicht gegönnt. Ich versuchte mich zu beruhigen und mich nicht von meinen Emotionen verrückt machen zu lassen. Doch das tat spätestens mein Handy, als es anfing mehrmals zu vibrieren und einige Nachrichten bei WhatsApp in unserer Mädels Gruppe eingingen. Ich überflog sie kurz und erfuhr, dass Sare ins Ma Belle einem französischen Restaurant in der Stadt wollte und Titzia die ja über Nacht war mitkommen würde. Aber erst, wenn sie ihre Übelkeit losgeworden war. Auch Lea sagte zu hatte aber dasselbe Problem wie ich ihre Kopfschmerzen in den Griff zu bekommen. Ich ließ meine Zusage offen und legte das Smartphone weg. Natürlich war mir klar, dass ich viel zu viel getrunken hatte und so nicht mehr Herr meiner Sinne war und so erst mit Jo im Bett landen konnte. Er hatte mich aber auch wahnsinnig gemacht mit seiner ganzen Erscheinung, dass er offenbar eifersüchtig auf Carlos war und ich musste loswerden, dass ich nicht sein weiblicher Leon war. Ich wollte nicht mehr die beste Freundin sein und Punkt. Trotzdem beschlich mich das Gefühl, dass ich noch tiefer in der Scheiße saß als davor. Ich riss ein paar Grashalme aus und zupfte an ihnen. Ich wollte nicht so enden wie es derzeit mit David und Letty der Fall war. Sie waren auch im Bett gelandet und seit dem war nichts mehr so, wie es war. Auch, wenn ich gemerkt hatte wie sehr er sie vermisst hatte als er mir bei meinem Problem mit Josh zugehört und dabei das Bild angesehen hatte. Es gab nur Hopp oder Topp. Er will mich oder eben nicht. Aber das herum getanzte ging mir auf die imaginären Eier und es musste ein für alle Mal Schluss sein. Jawohl hörte ich Lager Eins laut aufbrüllen. Ich schüttelte über mich selbst den Kopf und musste milde lächeln. Dennoch hatte ich auch eine Heidenangst vor dem Gespräch mit Jo. Es war so endgültig. Hatte ich vor langer Zeit noch gedacht, dass Harry und Sally nie auf Josh und mich zutreffen würde so musste ich mich korrigieren! Der Sex war uns zwischen gekommen bzw. die ganzen Gefühlseseleien davor. Ich fragte mich gerade ernsthaft warum ich so geladen und aufgebracht war als ich Joelle getroffen hatte, als ich eine Hand an meiner Schulter spürte und zusammen zuckte.




„Mann Josh! Mach das ja nie wieder! Ich hätte einen Herzinfarkt bekommen können“, japste ich auf und mein Mitbewohner sah kurz schuldbewusst drein, bevor er frech grinste und meinen Rucksack beiseite schob, als er sich setzte. „Ich konnte nicht widerstehen.“ Er trug ein blaues T-Shirt und eine schwarze kurze Short sowie Turnschuhe, die er aber auszog.
„Du hast mich also gefunden!“, stellte ich fest und mein Herz klopfte schon wieder viel zu schnell und laut und nicht nur, weil ich mich erschrocken hatte.
„Ich konnte das Gebiet, wo du dich aufhältst eingrenzen. Mit Krücken kommst du ja nicht so weit.“
„Welch Glück für dich.“ Mein Satz triefte vor Sarkasmus.
„Hast du Hunger?“ Erst jetzt bemerkte ich, dass er einen prall gefüllten Rucksack neben sich abgestellt hatte und mein Bauch der Verräter meldete sich knurrend und gluckernd zu Wort.
„Dachte ich mir.“ Er griff danach und beförderte das Campinggeschirr und Besteck zutage sowie eine Tüte mit frischen Brötchen, eine kleine Kühltasche in der Wurst, Käse sowie Butter und Marmelade drin waren sowie ein Glas Nutella und eine Flasche Orangensaft und Wasser zum Mischen. Mich beschlich der Gedanke, ob er überhaupt noch gepennt hatte oder nur so getan hatte, um zu gucken was ich vorhatte. Wobei ich auch keinen Blick in den Kühlschrank geworfen hatte.
„Du warst beim Bäcker!“, sprach ich unnötigerweise meine Gedanken aus und mir lief das Wasser im Mund zusammen, als ich ein Schokoladenhörnchen vorfand.
„Nee weißt, du ich rufe an und die bringen mir das, weil ich Joshua Kimmich heiße.“ Ich streckte ihm die Zunge raus und wollte nach ihm schlagen worauf er lachend zurückwich.
Es war geruhsam und schön an der Isar zu sitzen und zu frühstücken.
Das Schokoladenhörnchen teilten wir auf und zogen uns auf, dass wir einen schmutzigen Mund wegen der geschmolzenen Schokolade hatte. Wobei er so tat als wäre ich ein kleines Mädchen dem die Mama mit dem nassen Daumen die Essensreste entfernen musste. Worauf ich ihm androhte seine Brötchenhälfte mit Butter und Marmelade würde gleich in seinem Gesicht landen.
Schließlich packten wir die Lebensmittel wieder ein, damit sie nicht verdarben und so entstand zwischen uns wieder mehr Platz was mich direkt nervös machte als er sich ausbreitete und näher heranrückte. Seine Hand strich kurz und leicht über meinen nackten Rücken was ein Erdbeben in meinem Inneren auslöste und ließ sie dort liegen.
„Lina?“ Seine Stimme so nah an meinem Ohr zu hören bescherte mir Gänsehaut. Was total lächerlich war. Ich saß in der warmen Sonne. Mein Puls raste und der Blutdruck ging sicher auch in die Höhe.
„Hm?“
„Kannst du dich noch an die EM 2016 in Frankreich erinnern?“




Überrascht setzte ich mich leicht auf, nachdem ich zuvor gelegen hatte ; und zog meine Sonnenbrille ein Stück runter und sah ihn an. Nun konnte ich ihn auch ins Gesicht schauen, ohne von der Sonnen geblendet zu werden. Er hatte, den aufklappbaren Sonnenschirm mitgebracht der nun Schatten spendete. Seine wunderschönen Augen hatten die Farbe wie der Himmel angenommen und zogen mich wie magisch an und ich musste an mich halten, um nicht hineingezogen zu werden. Nur mit Mühe konnte ich mir merken, was er mich gefragt hatte.
„Wie kommst du denn auf Frankreich?“
„Bei unserem damaligen Frust Besäufnis in der Bar warst du in etwa genauso voll wie gestern.“ Ich winkte ab und streckte mich wieder aus und spürte wieder seine Hand im Rücken, was mir einen wohligen Schauer den Rücken hinab jagte.
„Das war solidarisches Mittrinken um zu vergessen, dass ihr es nicht ins Finale geschafft habt“, erwidere ich leicht gähnend.
„Weißt du noch? Sarah und Lea wären beinahe hinausgeworfen worden, als sie anfingen den Barkeeper anzupöbeln, dass in ihren Cocktails zu wenig Alkohol wäre.“ Ich lachte nickend. Das war so typisch die Beiden.
„Ja. Daran kann ich mich noch erinnern aber irgendwann muss ich so im Delirium gewesen sein,
da setzt meine Erinnerung komplett aus. Der totale Blackout. Ich weiß nur noch, dass ich in der Früh zu mir gekommen bin und dann die Kloschüssel im Hotelzimmer umarmt habe und dass Mull gekommen ist, um mir eine Infusion zu legen.“ Nach diesem Satz fing Jo schallend an zu lachen und ich boxte ihn leicht gegen den Arm. Mir war es nach all der Zeit immer noch so peinlich, dass ich mal eine Infusion wegen zu viel Alkohol gebraucht habe.
„Du hast mich echt fertig gemacht mit deinen ganzen Aktionen und das an einem Abend.“
„Und beschwert sich noch über das Lina Chastel Beschäftigungsprogramm“, konterte ich und er lachte.
„Man konnte dich keine Sekunde aus den Augen lassen.“ Ich nickte ironisch und er fuhr, fuhrt.
„Gegen Ende hin hast du dir beinahe den Hals gebrochen, als du über eine der Stufen fielst. Ich habe dich gerade so aufgefangen als du herumgezappelt hast wie ein Fisch auf dem Trocken und runter wolltest. Abschließend bist auf den Tisch, an dem wir saßen, geklettert waren und hast dich zu einer alten Roxette Nummer How do you do bewegt und warst dabei dich auszuziehen.“ Geschockt riss ich die Augen auf und merkte, dass der Penner mich verarschte und ehe ich nach ihm greifen konnte war er schon aufgestanden.
„Du bist so ein Blödmann, Kimmich!“
„Das ist der Vorteil, wenn man laufen kann.“ Ich zeigte ihm den Mittelfinger und er lachte, noch kurz ehe er sich zurücksetzte. Dieses Mal war ich schneller und griff nach seinem Arm und es kribbelte unter meinen Fingerspitzen als ich seine weiche Haut berührte. Er legte seine Hand auf die Meine und es fühlte sich mal wieder an, als hätte er mir einen Stromschlag verpasst. Zwischen uns passte kein Blatt Papier mehr und ich nahm wieder den Duft seines Parfums gemischt mit seiner eigenen, persönlichen Note wahr.
„Du bist auf den Tisch gestiegen und hast getanzt. Mehr nicht.“ Sein Gesicht war dem meinem gefährlich nahe gekommen. So nahe, dass ich glaubte seinen Atem auf meinem Gesicht zu fühlen und musste hart schlucken.
„Schätze ich auch, dass es so war. Du hättest es wohl kaum zugelassen, das, ich anfange zu strippen.“ Mein Mund fühlte sich trocken an.
„Danach haben sie uns vor die Tür gesetzt als die Bar schloss. Es hat in Strömen geregnet und ich war dabei ein Taxi zu rufen, als du dich nicht weiter unterstellen wolltest und auf den Gehweg gerannt bist. Dir hat der Regen überhaupt nichts ausgemacht. Im Gegenteil. Du hast dich lachend im Kreis gedreht und gesagt ich solle nicht so spießig sein und mitmachen.“ Ich kicherte bei meinem betrunkenen Ich auf und fragte: „Und? Hast du den Spießer überwunden.“ Er zwickte mich leicht in die Seite und ich halb in die Luft sprang, weil ich an der Stelle sehr kitzelig war. „Kimmich.“ Er grinste verschmitzt und sprach: „Ich glaubte die Chancen dich ins Taxi zu verfrachten, wenn ich mich zu dir geselle, würde wäre deutlich höher und kam auf dich zu. Du warst so ungestüm und hast das Gleichgewicht auf deinen Pumps verloren, dass ich gerade so schaffte dich aufzufangen und da … ist es passiert …“ Er stoppte je und sah mich aus seinen blauen Augen die mich wieder an einen tiefen See erinnerten an. Jo sah nervös aus. Er wich meinen Blick aus, was mir gar nicht gefiel. Hatte ich ihn womöglich da schon angegraben ohne es zu wissen! Oder ihn an gekotzt.
„Was ist passiert? Habe ich dir über die Schultern gekotzt? Dich angebaggert!“, rief ich aus.
„Ich habe dich geküsst, Lina. Nicht einmal. Nicht zweimal, sondern mehrmals. Anhaltend, leidenschaftlich, glühend und in meinem Bauch da flogen Schmetterlinge und überall kribbelte es und ich glaubte in den Himmel empor zu schweben.“


***********************************************************************


Guten Abend ihr Lieben :)

Nach ein paar Tagen Pause geht’s bei Lina und Co weiter! An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken die mir ihre Zeit geschenkt und gelesen und kommentiert haben *-* Hat mich sehr gefreut. Ja ein ganzes Lina und Jo Kapitel! Mit einem gaaanz fiesen Cut :D Ich entschuldige mich schon mal für die Unterbrechung aber die Variante einer Freundin, die ich um Rat fragte hat mir geholfen in den Dialog zwischen den Beiden zu kommen und so endete das Chap so ;) Ich muss gestehen, dass ich eine komplett andere Reakion von Lina erwartet habe  dass zwischen ihr und Josh was lief aber sie war da total anders als ich :D Was gut ist ;) Mein Lieblingssatz in dem Chap war eindeutig als Josh sagte sie würden ihm das Zeug heimbringen weil er Joshua Kimmich heißen würde oder so ähnlich :D Ich mag seine trockene Art^^Auch fand ich seine Erzählung was Lina betrunken so getrieben hat auch sehr amüsant :D War ja klar, dass Sarah und Lea beinahe raus geflogen sind weil sie sich aufgeführt haben :D  Ich bin eigentlich so gar nicht die Romantik Queen aber das mit dem Tanz im Regen kam von Lina und ich konnte gerade so eine noch schnulzigere Idee ihrerseits abwehren :D Wie hat euch das Kapitel gefallen?  Ich würde mich wie immer sehr über Feedback und Favos freuen <3
Review schreiben