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Twins in the Maze - The Time before the Maze

von Snowf1ake
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Minho Newt OC (Own Character) Thomas
22.08.2018
26.12.2018
37
63.251
7
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Dieses Kapitel
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22.08.2018 1.157
 
Ein kleines Kind von etwa fünf Jahren mit kurzen schwarzen Wuschelhaaren und leuchtenden grünen Augen sitzt auf einer Liege. Der Bezug ist genauso strahlend weiß wie der gesamte restliche Raum. Die Wände, der Schrank neben der weißen Tür, sowie das Waschbecken auf der gegenüberliegenden Seite. Selbst die Kleidung des kleinen Kindes ist weiß. Der einzige Gegenstand der nicht weiß ist, ist der Spiegel. Doch spiegelt sich alles aus dem Raum darin, somit scheint er ebenfalls weiß. Das kleine Kind beobachtet sein Spiegelbild, wie seine Beine hin und her schaukeln. Dabei stellt es sich vor, dass nicht grüne Augen ihm entgegen schauen sondern leuchtend braune.
Seit ungefähr drei Tagen sitzt das Kind in diesem Raum und wartet darauf, dass entweder sein Spiegelbild sich in seinen Zwillingsbruder verwandelt mit seinen schokobraunen Augen oder dass die Tür aufgeht, damit er herein kommt. Dann würde er direkt auf seinen Zwilling zukommen, sich dazu setzen. Er würde anfangen einhundert Fragen zu stellen. „Wo sind wir hier?“ „Wo ist unsere Mutter.“ „Wer sind diese ganzen Fremden?“ „Warum haben sie immer eine Spritze dabei und entnehmen uns Blut.“ ... Seinem Spiegelbild hatte es schon versucht, all diese Fragen zu beantworten. „Wir sind hier in einem weißen Raum, Stephen. Hast du keine Augen im Kopf?“ Daraufhin würde er seine Augen verdrehen. Denn er meint nicht den Raum an sich, sondern den Ort im allgemeinen. „Das der Raum weiß ist, sehe ich.“ Er würde seine Arme vor der Brust verschränken und genervt seinen Zwilling anschauen. „Du weißt ganz genau, dass ich das nicht meine!“ „Ja, aber ich hab keine bessere Antwort darauf.“, antwortet es seinem Gegenüber mit trauriger Stimme. Die Enttäuschung des Braunäugigen ist ihm anzusehen. Genau aus diesem Grund, hat es nicht auf die Frage geantwortet. Es mag es einfach nicht, seinen Bruder zu enttäuschen.
Es kann sich alles ganz genau Vorstellen. Denn das Kind kennt niemand besser als ihn. Doch der Mann, der auch ständig eine Spritze dabei hat, fordert immer mehr, dass es vergessen soll. Am Ersten Tag wurde nur Blut abgenommen. Am zweiten Tag sollte es sich damit abfinden, dass das sein neues Zuhause ist. Aber wie soll es das, wenn Stephen nicht hier mit ihm ist. Es ist ein weißer Raum ohne irgendetwas Schönes darin. Auch wenn es den Raum nicht verschönert, wenn sein Zwillingsbruder mit hier wäre. Aber es würde sich wesentlich mehr nach einem Zuhause anfühlen. Seit zwei Tagen nennt der Mann das Kind nicht mehr bei seinem richtigen Namen. Es dachte es bräuchte länger als zwei Tage, dass es den neuen Namen annimmt und den alten vergisst. Doch es ist heute aufgewacht und egal wie sehr es darüber nachdenkt, es kommt einfach nicht auf seinen echten Namen. Da ist nur noch dieser neue Name, der Name den der Mann immer benutzt, wenn er herein kommt. Dem kleinen Kind treten Tränen in die Augen. Wenn es seinen Namen nicht mehr weiß, erinnert es sich auch nicht, wie Stephen ihn ruft. Aber seine noch größere Angst ist, dass es seinen Zwillingsbruder ganz vergisst. Deswegen weicht sein Blick kein einziges Mal von seinem Spiegelbild. Leise murmelt es: „Dort sitzt Stephen mit seinen schokobraunen Augen und stellt hundert Fragen.“
Es stellt sich vor, dass er immer mit der selben Frage auf den Lippen aufwacht. Das Kind gab ihm dann immer eine andere Antwort, da es ja immer die selbe Frage war. Ihre Mutter lachte dann immer über den kleinen Streit, der darauf entstanden ist. Da die Antwort immer fantasievoller wurde. Es ruft sich die gesamte Zeit, seitdem es heute wach geworden ist, Erinnerungen an ihn und sich auf. Denn wäre es schön, wenn es seinen Gegenpart vergisst? Den der hundert Fragen in nur einer Minute stellt. Es beantwortet weiter jede einzelne Frage. Auch wenn es manchmal keine Antwort auf seine Fragen hat, dann sucht es so lange nach einer Antwort, mit der sie dann gemeinsam zufrieden sind. Nur um ihn nicht zu vergessen.
Es war auch noch nie so lange von ihm getrennt wie momentan. Es glaubt, das es auch langsam verrückt wird und nicht mehr so genau weiß, wer es überhaupt ist ohne seinen Zwilling.
Nach einer gefühlten Ewigkeit steht das Kind auf und geht zur Tür. Es überprüft, ob diese auf ist, bis jetzt immer ohne Erfolg. Doch sollte die Tür aufgehen, würde es diesen Moment ausnutzen. Es weiß, dass hinter der Tür ein weißer Flur liegt. Am dritten Tag, als es nicht mehr wusste wie sein richtiger Name ist, war es dem Mann durch die Beine geschlüpft und hinaus gerannt in den Flur. Der Flur ist sehr lang und mehrere Türen sind immer gegenüber, den ganzen Flur entlang, angebracht. Die Tür gegenüber von dem Kind stand auch noch offen. Leider saß Stephen nicht darin, sondern ein kleines Mädchen mit blonden schulterlangen Haaren. Die einzige Ähnlichkeit, die sie mit seinem Zwillingsbruder hatte, waren braune Augen. Doch viele haben braune Augen, seine Mama hatte auch welche. Nur es hat keine, seine Augen sind die Augen seines Vater. Leider ist Papa immer komischer geworden und hat so viel gebrüllt. Mama hat ihn dann weg geschickt. Er hat es gemacht für Mama, Stephen und ... Es fällt dem Kind wieder auf, es weiß nicht seinen alten Namen. Den neuen möchte es nicht benutzen. Aus diesem Grund ist es „Das Kind“. Dadurch braucht es keinen Namen und es ist nicht schlimm, dass es seinen Namen vergessen hat. Doch Stephen darf es niemals vergessen.
Nach gefühlten Stunden öffnet sich die Tür. Der Mann kommt herein mit Essen. Die Spritze kam heute schon und hat dem Kind mal wieder Blut abgenommen. Er ist größer als seine Mama, hat kurzgeschorene leicht ergraute Haare, ausdruckslose graue Augen, eine gerade lange Nase, schmale Lippen und eine eher schmächtige Statur. Abgesehen von dem Moment als das Kind abgehauen ist aus dem Zimmer, ist er immer freundlich gewesen. Ein leichtes Lächeln liegt auf seinen Lippen als er hereintritt. „Na kleine Jocelyn, wie geht es dir denn heute?“, fragt er. Dabei tritt er näher und reicht ihr das Essen. „Stephen und ich haben uns gerade unterhalten. Igitt, Erbsen. Ich denke mir ist schlecht, ich kann nichts essen.“ sie reicht das Essen an ihn zurück. „Wie kannst du dich mit deinen Zwillingsbruder unterhalten? Er ist doch gar nicht da!“ Dabei nimmt er ihr das Tablett wieder ab und stellt es zur Seite. „Ja natürlich! Seh doch, er möchte auch keine Erbsen, obwohl er sonst immer meine mit isst.“ Die Kleine zeigt auf sein Spiegelbild. Wo jetzt ebenfalls das Spiegelbild von dem Mann auftaucht. Sie verzieht das Gesicht, jetzt ist die Vorstellung dahin. Der Mann, Mr. Janson hat keinen Zwilling, also ist das auch nicht ihr Bruder. Jetzt ist ihr definitiv der Appetit vergangen. „Wann kann ich meinen Bruder endlich wieder sehen?“, sie schaut ihn mit großen Augen an. „Kleine, wenn du brav mit uns zusammen arbeitest, wirst du Thomas schnell wieder sehen?“ „Thomas?“ „Ja, so heißt dein Bruder.“ Sie schaut ihn skeptisch an. Soll ihr Bruder wirklich Thomas heißen? Nein, ihr Bruder heißt Stephen!
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