Villains – All it takes is one bad day

von Puraido
MitmachgeschichteKrimi, Horror / P18 Slash
Dabi Himiko Toga Kurogiri OC (Own Charakter) Tenko Shimura/Tomura Shigaraki Toshinori Yagi/All Might
21.08.2018
26.03.2020
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A/N: Tja, ich komm wohl doch nicht ohne meine Zeitangaben aus. Deshalb gibt es nun hübsche, genaue Zeitangaben in jedem Kapitel. Ich werde jetzt erstmal versuchen wieder ansatzweise Chronologie reinzubringen, bevor ich haufenweise neue Charaktere einführe. BTW ich versuche in so ziemlich jedem Kapitel Hinweise auf die nächsten Personen einzubringen. So auch hier. ^^
Mister Peepers Kapitel spielen im Übrigen vor Capgras' Kapiteln, weshalb ich jetzt erst einmal hier weiter machen muss.


19. Januar, 06:38 Uhr

Mit brummendem Schädel erwachte Kasumi Ishikawa wieder aus ihrem erzwungenen Schlaf. Sie fühlte sich erschöpfter, als sie es davor gewesen war. Grimassierend hielt sie sich die Hand an den Kopf. „Was …?“ setzte sie an.

Was war nur passiert? Warum hatte sie solche Kopfschmerzen? Sie bemerkte, dass sie sich fortbewegte. Ein Auto? Was machte sie in einem Auto? Ihr Kopf bewegte sich ruckartig zur Fahrerseite. Ihre Augen weiteten sich, als sie den fremden Mann am Steuer sah. Mit einem Schlag kam ihre Erinnerung zurück. Sie wollte schreien, konnte es aber nicht.

Sie sog umständlich die Luft ein, ein hohes Geräusch ertönte dabei. Das lenkte die Aufmerksamkeit des Stalkers auf sie. «Good morning love. Slept well? We are almost at our destination!», seine Stimme klang dabei äußerst erheitert.

Kasumi sah aus der Frontscheibe. Die Sonne ging bereits auf. Sie waren schon eine verdammt lange Zeit unterwegs! „Wo bringst du mich hin?“, sie betrachtete die Straße genauer. Sie waren auf einer Landstraße, kein weiteres Auto war zu sehen, nur Bäume zu beiden Seiten.

«A cozy little house that I found a while ago. This will be our new love nest», er schoss ihr einen Blick zu, ein breites Grinsen im Gesicht. Er hatte eine Sonnenbrille aufgezogen, sodass sie seine Augen nicht sehen konnte.

Sie konnte darauf nichts erwidern. Sie mochte sich gar nicht vorstellen, was er mit ihr machen würde, sobald sie angekommen waren. Sie umklammerte sich selbst, ein Zittern hatte ihren Körper ergriffen. Sie zitterte nicht nur vor Angst, sondern auch vor Kälte. Sie fluchte über sich selbst, dafür, dass sie sich vor dem Schlafen gehen umgezogen hatte. Es war bitterkalt im Auto und sie saß hier in kurzen Sachen.

Der Stalker machte allerdings keine Anstalten, die Heizung aufzudrehen und sie wagte es nicht, sich irgendwie zu bewegen. Sie hatte zu viel Angst vor dem, was er mit ihr machen könnte, wenn sie eine falsche Bewegung tat.

Vorsichtig lugte sie zu ihm hinüber. Er war definitiv kein Japaner, das konnte sie sagen. Er hatte nicht viel Japanisch mit ihr gesprochen und sie war auch noch im Halbschlaf gewesen, doch sie hatte selbst in diesem Zustand hören können, wie schlecht es war. Auch sein Akzent war gigantisch. Nur deshalb war sie überhaupt wach geworden.

Er schien aus Europa zu kommen, sie konnte den Akzent nicht zuordnen, allerdings konnte sie ausschließen, dass er Amerikaner war. Sein Englisch war – bei dem was sie so verstehen konnte – auch nicht wirklich korrekt. Aber da ihres noch schlechter war, wollte sie darüber nicht urteilen.

Ihr Blick wanderte wieder zu ihm herüber und sie musterte ihn genauer. Seine Haut war sehr hell, seine schwarzen Haare bildeten einen starken Kontrast dazu. Sie waren kurz und wuschelig, einige Strähnen hingen ihm im Gesicht. Er hatte einen Drei-Tage-Bart. Seine Züge waren scharf und kantig. Er schien Mitte zwanzig zu sein.

Rein optisch sah er gut aus, das konnte selbst sie nicht abstreiten. Allerdings wirkte er aus dieser Entfernung mehr wie ein Biest, als ein Mann. Er strahlte etwas äußerst gefährliches aus. Etwas, dass sie noch nie zuvor gefühlt hatte.

Sie war damals einem Schurken begegnet, er hatte den Supermarkt überfallen, in dem sie als Kassiererin gearbeitet hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt war das der schlimmste Moment in ihrem Leben gewesen. Doch selbst dieser Schurke, der wesentlich gefährlicher und bestialischer aussah als der Stalker neben ihr, hatte nicht ansatzweise so eine gefährliche Ausstrahlung gehabt, wie ihr gegenüber.

Er war ein Monster – ein Monster getarnt als Mensch.

«Like what you see?», fragte er sie. Ein Grinsen verzog seine Lippen.

Peinlich berührt senkte sie den Blick. Sie hielt es nicht für möglich, doch Blut schoss ihr in die Wangen. Sie verstand die Welt nicht mehr. Warum wurde sie jetzt rot? Nur weil er sie beim Starren erwischt hatte?

Sie ballte die Hände zu Fäusten und schüttelte schnell den Kopf. Einige Haare fielen ihr ins Gesicht und verbargen es zum Glück. Sie hörte sein belustigtes Kichern.

Sie fuhren noch zirka fünf Minuten, ehe sie in einem kleinen Dorf ankamen. Er steuerte durch die noch immer recht ruhigen Straßen, ehe er schließlich nach links abbog und auf einen Hof fuhr. Es war ein relativ schlichtes, einstöckiges Haus, in modernem Stil.

Er parkte das Auto unter einem Vordach und stellte nun den Motor aus. «So … you are not going to answer?», fragte er schmunzelnd. Den Blick wieder ihr zugewandt.

Ihr Herz raste und ihr Atem beschleunigte sich. Sie wusste nicht, was sie jetzt am besten antworten sollte. Sollte sie ihm besser sagen, dass er durchaus attraktiv war, um ihn zufrieden zu stimmen? Sie öffnete den Mund, aber eine Antwort kam dennoch nicht, weshalb sie unbeholfen nach Luft schnappte und ihn wieder schloss.

Der Stalker zog die Sonnenbrille ein wenig nach unten. Zum Vorschein kamen wieder diese blau leuchtenden Augen auf der unheimlichen, schwarzen Sclera. Sie bohrten sich direkt in ihre. Sie fühlte sich ganz plötzlich wieder so seltsam. «Answer the question», kam es ruhig aber mit Nachdruck von ihm.

„D-du siehst schon attraktiv aus …“, setzte sie zwanghaft an. Die Worte flossen ihr quasi aus dem Mund, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. „A-aber deine Ausstrahlung ist gruselig … Du machst mir Angst.“ Ihre Hand wanderte sofort zu ihrem Mund, ihre Augen waren vor Schreck geweitet.

Der Stalker sah sie noch immer – über den Rand der Brille schielend – an. Ein Grinsen breitete sich erneut auf seinem Gesicht aus. «Oh, I am so happy that you think I am attractive. You have no idea, my love!»

Kasumi zog die Augenbrauen leicht zusammen. Sie starrte auf ihre nackten Beine. Sie fühlte sich beschämt. Dass sie ihren Stalker und Kidnapper gut aussehend fand, war wirklich schlimm. Blut schoss ihr in die Wangen.

«Come on, get out of the car. I want to show you your new home», kam es in fröhlichem Singsang von ihm. Er öffnete die Fahrertür und stieg aus.

Mit steifen Bewegungen öffnete Kasumi ihre Tür und vorsichtig setzte sie einen Fuß nach draußen. Sie verzog das Gesicht, als sie gleich auf einen Stein trat. Sie zog die Zehen an und stieg dann aus.

Ihr Blick schweifte in der Gegend umher. Die Umgebung sah ganz ruhig aus. Nichts schien ungewöhnlich zu sein. Sie konnte nur zwei weitere Häuser von ihrer Position aus erkennen. Diese waren noch komplett dunkel. Sie zuckte zusammen, als er sie am Arm griff und mit zog, die Autotür zuschlagend.

«I have to warn you, it is not as big as your old house, but you will love it. I promise!», er führte sie über den Hof zur Haustür.

Kasumi war sich nicht so sicher, dass sie es ihr mögen würde. Sie fühlte, wie Übelkeit in ihr aufstieg. Was würde er mit ihr machen, sobald sie erst einmal das Innere betreten hatten? Ihr Körper fing erneut an zu zittern, als sie sich das Schlimmstmögliche vorstellte. Würde er sie vergewaltigen? Sie ballte die Hände so fest zu Fäusten, dass ihr sämtliches Blut aus den Fingern wich. Ihre Unterlippe zitterte und sie biss fest darauf.

Er schloss die Tür auf und ließ sie zuerst eintreten. Hinter ihr schloss er die Tür, allerdings zog er sie nur zu und schloss sie nicht vollkommen ab. Das wunderte Kasumi.

Der Stalker brachte sie in das kleine Wohnzimmer. «Welcome in your new home!», er drehte sie herum. Die Sonnenbrille hatte er nebenbei abgenommen. Er starrte ihr in die Augen.

«You will not scream. You will not cry. You can move inside the house as you please but you will NEVER set foot outside without my direct order. Do you understand? You will NOT leave the house. You cannot pass the front door!»

Ihr blieb regelrecht die Luft im Halse stecke. Sie spannte den Kiefer an und nickte. „Ich verstehe“, wurde sie gezwungen zu sagen. Daraufhin entspannte sich der Gesichtsausdruck ihres Stalkers und er lächelte sie wieder an.

«Yeah, I thought so. You are a good girl. After all you are my good girl. You would never betray me.» Erneut sah er ihr tief in die Augen. «You will not tell ANYTHING that could bring me in danger. You will not tell anyone that I took you. You will not tell them your real name. You will introduce yourself as Eriko Kanemoto! To others you are my girlfriend. Nothing suspicious here. I am here on a vacation trip to visit my girlfriend. That is the story.»

Mit diesen Worten ließ er von ihr ab und ging weiter ins Wohnzimmer. Kasumi blinzelte einige male heftig. Ihr Atem ging schnell. Sie merkte erst jetzt, dass sie ihn die ganze Zeit angehalten hatte.

„Ich verstehe“, murmelte sie schließlich. Sie zog die Augenbrauen zusammen. Irgendetwas stimmte nicht. Sie versuchte sich in Erinnerung zu rufen, was falsch war, doch sie wusste nicht mehr, was es war. „Wie … ist dein Name?“, wollte sie wissen, während sie ihm zwei Schritte hinterher ging.

«My name is Iosif. But call me Joey. No one needs to know my real name, just in case», er zwinkerte ihr zu. Doch dann fuhr eine Hand zu seinem Mund und er unterdrückte ein Gähnen. «Well, time for bed. I was driving all night after all», murmelte er. «Like I said, you can move around the house, but no phone calls, no shouting out of the window. No nothing. You can watch television but quiet. The fridge is stocked so you can make yourself something to eat. Ah, and there is only one bedroom. And only one bed. King-size though. If you want to sleep too, feel free to join me. Good night-y», er hob kurz die Hand und wackelte zum Schluss mit den Fingern, ehe er in das Schlafzimmer verschwand.

Ein wenig überrumpelt stand Kasumi nun im Wohnzimmer. Was zur Hölle? Sie hatte mit Schlimmerem gerechnet … Sobald die Tür zum Schlafzimmer geschlossen war, bewegte sie sich zur Haustür. Er hatte nicht abgeschlossen! Sie öffnete die Tür und … konnte sich nicht bewegen.

Sie schnaubte auf. Ihr Atem ging schnell. Sie versuchte es erneut, doch ihr Fuß wollte sich nicht über die Schwelle bewegen. Es war, als würde sie gegen eine unsichtbare Wand laufen!

Frustriert streckte sie den Arm aus, doch auch dieser traf auf eine unsichtbare Wand. Sie stieß einen frustrierten kleinen Laut aus, während sie mehrmals gegen diese Wand schlug.

Sie zuckte heftig zusammen, als sie ein Lachen hinter sich hörte. «You are not even going to wait until I sleep, are you? Immediately trying to run away», meinte Iosif.

Schockiert drehte sie sich wie in Zeitlupe um. Ihre Augen waren weit aufgerissen und sie fühlte sich wie ein Kaninchen im Scheinwerferlicht. Sie zitterte stark, als sie ihren Entführer sah. Er stand mit verschränkten Armen an den Türrahmen gelehnt da und beobachtete sie. Er hatte sein Oberteil ausgezogen und stand nur in einer Jogginghose bekleidet vor ihr.

„I-ich …“, setzte sie stammelnd an. Allerdings wusste sie nicht weiter, was konnte sie sagen, um ihn zufrieden zu stimmen? Sie sah, wie sich sein Grinsen weiter ausbreitete. Er stieß sich vom Türrahmen ab und kam auf sie zu.

Er stieß tief die Luft aus. «Like I said, you can’t get out. Plus the door is on the back of the court so no neighbor will see you. Escape attempts are futile», murmelte er, während er weiter auf sie zu kam. Doch bevor er sie erreicht hatte, wandte er sich nach rechts zur kleinen Küche um.

Er ging zur Kaffeemaschine und befüllte diese mit Wasser und Kaffeepulver. Er warf erneut einen Blick zu Kasumi. «Oh, don’t mind me. You can try to escape as much as you want. I won’t stop you. Go on», er machte eine wegwerfende Handbewegung in ihre Richtung.

Kasumi biss die Zähne zusammen, während sie ihn vorsichtig beobachtete. Nebenbei drückte sie immer und immer wieder gegen die unsichtbare Wand, allerdings war es zwecklos. Nach gut fünf Minuten hörte sie schließlich auf.

Iosif schenkte sich Kaffee ein und sah dann wieder zu ihr. Breit grinsend. «I guess the sleep has to wait. You are so amusing to watch. It was my favorite thing to do», er grinste noch breiter bei der Erinnerung.

Kasumi schloss die Haustür und ging zurück in Richtung des Wohnzimmers. Sie war dabei immer noch Iosif zugewandt, sie ließ ihn nicht aus den Augen. „Du sagtest, du würdest mich aufschlitzen, wenn wir unser Ziel erreicht haben?“, griff sie auf. Sie konnte ihm das nicht so ganz glauben, jetzt wo sie ein wenig Zeit gehabt hatte, darüber nach zu denken. Er würde doch nicht so viel auf sich nehmen, nur um sie gleich danach aufzuschlitzen … oder?

Der Stalker folgte ihr ins Wohnzimmer. Er ließ sich auf die Couch plumpsen. «Ah, sorry about that. I didn’t mean it. You see, I was just excited, that’s all. I talk nonsense when I am this excited. I don’t even slice people up. It is way to bloody. Not really my style», erklärte er mit einer wegwerfenden Handbewegung.

„Oh, uhm, gut zu wissen …“, Kasumi stieß die Luft aus. Sie stand mittlerweile im Wohnzimmer an eine Wand gedrückt. Sie wollte wissen, mit wem sie es hier zu tun hatte. Sie hatte wahnsinnige Angst, diese Fragen zu stellen, aber die Ungewissheit, was er mit ihr anstellen könnte, war noch schlimmer. „Also … was wirst du dann machen? Mich vergewaltigen?“

Sie sah, wie sich seine Augen weiteten und ihm klappte der Mund auf. «Rape you? No! I am not a fucking rapist!», fuhr er sie an. Er stellte seine Tasse auf den Couchtisch, während er schnell aufstand. Er sah ziemlich wütend aus. «Never ever think that again, Kasumi. I would never rape someone! I fucking hate those people.»

Er kam auf sie zu und blieb dicht vor ihr stehen. Sie war ziemlich überrascht wegen dem Ausbruch. Ein Zittern lief über ihren Körper. Er sah sie mit intensivem Blick an, es war äußerst unangenehm. Sie fühlte plötzlich Übelkeit in sich aufsteigen. Fühlte sie sich schlecht ihn gefragt zu haben, ob er ein Vergewaltiger war? Was zur Hölle stimmte mit ihr nicht? Sie war komplett verwirrt.
Kasumi zuckte heftig zusammen, als seine Hand ihre Wange streifte. «I would never do that to you. If we have sex then only because you want it that way.»

Sie sah ihn hoffnungslos verwirrt an. Sie verstand seine Logik nicht. „A-aber … dir ist schon klar, dass das niemals passieren wird? Ich meine, du hast mich gerade aus meinem Haus entführt …“, sie hatte die Augenbrauen zusammen gezogen. „Oder willst du mich manipulieren damit ich dich mag?“

Iosif warf ihr ein leichtes Grinsen zu. Er schüttelte kurz den Kopf. «You are so cute … But no, I would never manipulate you to love me. This would be forced. I don’t like that. No, you will fall in love with me. You might not see it yet, but I can be pretty charming and fun to be around.»

Schnell schüttelte Kasumi den Kopf. Sie wich zur Seite und brachte ein wenig mehr Abstand zwischen sich und ihren Entführer. „Denkst du wirklich, ich werde mich in dich verlieben? Du hast mich entführt! Zudem, ich bin verheiratet! Ich liebe meinen Mann, ich habe ein Kind mit ihm! Warum ausgerechnet ich? Ich hab nicht mal ein besonders tolles Quirk! Man kann nichts mit mir anfangen!“ Sie hatte das Bedürfnis zu weinen, doch sie konnte nicht. Tränen brannten zwar in ihren Augen, aber der Damm wollte einfach nicht brechen. Sie verstand es einfach nicht und es frustrierte sie zutiefst.

Der Stalker ging zurück zum Couchtisch und nahm seine Tasse. Er trank einen Schluck Kaffee – schwarz und ohne Zucker. «I don’t give a fuck about quirks … I like normal women. And you are far from useless. You are such a lovely person. You are compassionate. You are so good to your daughter. I saw you handling her. And yes, I can see that you love your husband. I am not blind. Kasumi, you are an amazing person! That’s why I want you so badly.»

Kasumi hatte ihm jetzt den Rücken zugedreht. Seine Worte verwirrten sie. Sie hatte sich selbst mit den Armen umschlungen, noch immer zitterte sie.

Iosif sah sie einige Zeit an, er merkte, dass sie mit den Tränen zu kämpfen hatte. Seine Augenbrauen waren leicht erhoben, als er überlegte was er jetzt machen sollte. Seine Instinkte wollten, dass er zu ihr ging und sie in den Arm nahm. Aber er war schlau genug, nicht darauf zu hören. Er wusste, dass sie das jetzt keinesfalls wollen würde. Er seufzte schließlich und trank den Kaffee aus. «I am going to bed then. Good night.»

Damit ging er zurück ins Schlafzimmer. Er seufzte auf und legte sich ins Bett. Der Anfang war jedes Mal das schwierigste. Er konnte sie verstehen. Diese Angst und Ungewissheit. Auch dass er sich auf ihre Frage hin, ob er sie vergewaltigen würde, verloren hatte, war nicht gerade gut gewesen. Aber er hasste diese Frage wirklich, auch wenn er verstand, warum sie gefragt wurde.

Er zog die Decke über sich und starrte noch einige Sekunden zur Zimmerdecke, ehe ihm die Augen zufielen.

19. Januar, 07:16 Uhr

Kasumi ließ sich auf die Couch fallen. Noch immer weinte sie, ohne wirklich zu weinen. Sie wurde von heftigen Schüben der Traurigkeit und Verzweiflung geschüttelt. Warum hatte es sie erwischt? Es war so gruselig sich vorzustellen, wie er sie beobachtet hatte. Das Schlimmste war, dass sie nichts gemerkt hatte. Rein gar nichts!

Wie hatte sie nur so blind sein können? Wie konnte man so überhaupt nicht merken, dass man beobachtet wurde? Die Vorstellung, dass er in ihrer Wohnung gewesen war, während sie außer Haus waren war schrecklich. Er hatte sich ihre Zimmer angeguckt. Sie mochte sich gar nicht vorstellen, was er noch alles gemacht hatte. Hatte er schon zuvor in ihrem Bett gelegen?

Ihre Gliedmaßen waren eiskalt. War er auch schon öfter im Zimmer ihrer Tochter gewesen? Sie kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. Nein, das wollte sie sich nicht vorstellen.

Sie suchte etwas, um sich abzulenken. Sie griff schließlich nach der Fernbedienung. Vielleicht würde sie Fernsehen etwas ablenken.

Gedankenverloren zappte sie durch die Kanäle, allerdings kam nicht wirklich etwas Interessantes. Sie blieb auf dem Nachrichtensender hängen.

„… erneut wurden mehrere Gebäude von einer Gang mit Graffiti besprüht. Bisher konnten noch keine Verdächtigen festgenommen werden.“

Es wurden einige Bilder gezeigt. Nigelnagelneue Gebäude die voll mit Graffiti beschmiert waren. Das Logo der Gang war ein gigantisches, rotes M mit einigen anderen Verziehrungen. Kasumi schüttelte den Kopf, wer machte so etwas bloß?

Die Sprecherin wurde wieder eingeblendet. „Vergangenen Abend wurde in der Nähe der Yokohama Seiryo High School zwei männliche Leichen in einer kleinen Wohnung gefunden. Auf beide wurde mehrmals eingestochen, am Ende wurden ihnen die Kehlen durchgeschnitten. Vom Täter fehlt nach wie vor jede Spur.  Auch DNA-Tests haben bisher noch nichts ergeben. Lediglich eine Überwachsungskamera fing den vermutlichen Täter ein.“

Ein weiteres Bild wurde eingeblendet. Dieses Mal war es eine einzelne Person. Sie war vermummt und das einzige, was man so wirklich ausmachen konnte, war die lange Schnauze. Aber Kasumi wusste beim besten Willen nicht, um welches Tier es sich handeln sollte. Es könnte etwas Hundeähnliches sein, aber sie wollte lieber nicht darauf wetten.

„Bitte passen Sie in der näheren Umgebung bitte besonders gut auf. Ich wiederhole, der Täter ist immer noch nicht gefasst.“

Das war ja schrecklich! Kasumi hatte sich weiter vorgebeugt. Warum passierten in letzter Zeit nur so viele schlimme Sachen?

Sie schaute noch einige Zeit die Nachrichten. Ihr Körper begann langsam, herunter zu kommen. Die Anspannung ließ ein wenig nach. Ihr war noch immer sehr kalt. Allerdings hatte sie noch nicht mal Wechselkleidung dabei.

Kasumi spürte außerdem, wie sie wieder müde wurde. Sie verstand es nicht ganz, immerhin hatte sie die ganze Fahrt über geschlafen. Vielleicht, weil es nur ein gezwungener Schlaf gewesen war? Seufzend stand sie auf. Neben der Müdigkeit verspürte sie noch ein anderes, dringendes Bedürfnis.

Sie suchte das Badezimmer auf, sie schloss vorsorglich die Tür hinter sich ab. Nachdem sie sich erleichtert hatte, starrte sie ihre erschöpfte Gestalt im Spiegel an. Tiefe Augenringe hatten sich gebildet. Ihre Haare waren zerzaust und sie war sehr blass.

Seufzend drehte sie den Wasserhahn auf und ließ kaltes Wasser in ihren Handteller laufen. Mit einer schnellen Bewegung spritzte sie sich das Wasser ins Gesicht. Das wiederholte sie einige Male. Blind tastete sie nach dem Handtuch, damit trocknete sie sich das Gesicht ab. „Du wirst das schon irgendwie schaffen. Irgendwie wirst du hier entkommen“, murmelte sie zu ihrem Spiegelbild.

Nachdem sie fertig war, verließ sie das Bad wieder. Noch immer nicht wissend, was sie nun tun sollte, legte sie sich auf die Couch. Sie brauchte dringend noch etwas Schlaf, allerdings war es hier ganz schön kalt. Er hatte wohl extra keine Decken hier draußen liegen lassen. Er wollte wohl, dass sie zu ihm ins Bett kam. Aber da konnte er lange warten.

Zitternd drehte sie sich auf die Seite. Sie starrte noch immer auf den ausgeschalteten Fernseher. Sie musste stark sein. Sie wollte ihre Familie irgendwann wieder sehen. Es würde schon eine Chance geben, ihm zu entkommen. Doch wenn sie jetzt schon aufgab, ehe es überhaupt versucht zu haben, war alles verloren.

Sie musste ihn irgendwie überzeugen, sie zurück zu bringen! Ihre Gedanken kreisten noch immer über einen Plan zur möglichen Flucht, als ihre Lider immer schwerer wurden und sie schon bald eingeschlafen war.

19. Januar, 07:52 Uhr



Übersetzungen

«Good morning love. Slept well? We are almost at our destination!» - „Guten Morgen, Liebling. Gut geschlafen? Wir sind fast am Ziel!“

«A cozy little house that I found a while ago. This will be our new love nest» - „Ein gemütliches kleines Haus, dass ich vor einiger Zeit gefunden habe. Das wird unser neues Liebesnest“

«Like what you see?» - „Gefällt dir, was du siehst?“

«So … you are not going to answer?» - „Also … du wirst nicht antworten?“

«Answer the question» - „Beantworte die Frage“

«Oh, I am so happy that you think I am attractive. You have no idea, my love!» - „Oh, ich bin so froh, dass du denkst das ich attraktiv bin.“

«Come on, get out of the car. I want to show you your new home» - „Komm schon, steig aus dem Auto. Ich will dir dein neues Zuhause zeigen.“

«I have to warn you, it is not as big as your old house, but you will love it. I promise!» - „Ich muss dich warnen, es ist nicht so groß wie dein altes Haus, aber du wirst es lieben. Versprochen.“

«Welcome in your new home!» - „Willkommen in deinem neuen Zuhause!“

«You will not scream. You will not cry. You can move inside the house as you please but you will NEVER set foot outside without my direct order. Do you understand? You will NOT leave the house. You cannot pass the front door!» - „Du wirst nicht schreien. Du wirst nicht weinen. Du kanst dich im Haus frei bewegen, aber du wirst NIEMALS ohne meinen direkten Befehl einen Fuß nach draußen setzen. Verstehst du das? Du wirst das Haus NICHT verlassen. Du kannst nicht zur Haustür raus!“

«Yeah, I thought so. You are a good girl. After all you are my good girl. You would never betray me.» - „Ja, dachte ich mir. Du bist ein gutes Mädchen. Immerhin bist du mein gutes Mädchen. Du würdest mich nie verraten.“

«You will not tell anything that could bring me in danger. You will not tell anyone that I took you. You will not tell them your real name. You will introduce yourself as Eriko Kanemoto! To others you are my girlfriend. Nothing suspicious here. I am here on a vacation trip to visit my girlfriend. That is the story.» - „Du wirst nichts sagen, was mich in Gefahr bringen könnte. Du wirst niemandem sagen, dass ich dich mitgenommen habe. Du wirst ihnen nicht deinen richtigen Namen sagen. Du wirst dich als Eriko Kanemoto vorstellen. Für andere bist du meine Freundin. Nichts Verdächtiges hier. Ich bin hier auf einer Urlaubsreise um meine Freundin zu besuchen. Das ist die Geschichte.“

«My name is Iosif. But call me Joey. No one needs to know my real name, just in case» - „Mein Name ist Iosif. Aber nenn mich Joey. Niemand braucht meinen echten Namen zu wissen, nur für alle Fälle.“

«Well, time for bed. I was driving all night after all» - „Nun, Zeit fürs Bett. Ich bin schließlich die ganze Nacht gefahren.“

«Like I said, you can move around the house, but no phone calls, no shouting out of the window. No nothing. You can watch television but quiet. The fridge is stocked so you can make yourself something to eat. Ah, and there is only one bedroom. And only one bed. King-size though. If you want to sleep too, feel free to join me. Good night-y» - „Wie ich sagte, du kannst dich im Haus bewegen, aber keine Anrufe und es wird nicht aus dem Fenster geschrien. Gar nichts. Du kannst fernsehen schauen, aber leise. Der Kühlschrank ist gefüllt, du kannst dir also was zu Essen machen. Ah, und hier gibt es nur ein Schlafzimmer. Und nur ein Bett. Natürlich King-size. Wenn du auch schlafen möchtest, kannst du dich gerne zu mir legen. Gute Nacht.“

«You are not even going to wait until I sleep, are you? Immediately trying to run away» - „Du wartest nicht einmal, bis ich schlafe, oder? Du versucht sofort wegzurennen.“

«Like I said, you can’t get out. Plus the door is on the back of court so no neighbor will see you. Escape attempts are futile» - „Wie ich sagte, du kannst nicht raus. Zudem ist die Tür auf der Rückseite des Hofs, also wird dich kein Nachbar sehen. Fluchtversuche sind sinnlos.“

«Oh, don’t mind me. You can try to escape as much as you want. I won’t stop you. Go on» - „Oh, beachte mich nicht. Du kannst versuchen zu entkommen so viel du willst. Ich werde dich nicht aufhalten. Mach weiter“

«I guess the sleep has to wait. You are so amusing to watch. It was my favorite thing to do» - „Ich schätze Schlaf muss warten. Es ist so amüsant dir zuzusehen. Das war meine Lieblingsbeschäftigung.“

«Ah, sorry about that. I didn’t mean it. You see, I was just excited, that’s all. I talk nonsense when I am this excited. I don’t even slice people up. It is way to bloody. Not really my style» - „Ah, tut mir Leid deswegen. Ich hab es nicht so gemeint. Weiß du, ich war einfach aufgeregt, das war alles. Ich rede Unsinn wenn ich aufgeregt bin. Ich schlitze nicht mal Leute auf. Ist viel zu blutig. Nicht wirklich mein Stil.“

«Rape you? No! I am not a fucking rapist!» - „Dich vergewaltigen? Nein! Ich bin kein verfickter Vergewaltiger!“

«Never ever think that again, Kasumi. I would never rape someone! I fucking hate those
people.» - „Denke das niemals wieder, Kasumi. Ich würde niemals jemanden vergewaltigen! Ich hasse diese verfickten Leute.“

«I would never do that to you. If we have sex then only because you want it that way.» - „Ich würde dir das niemals antun. Wenn wir Sex haben, dann nur weil du es möchtest.“

«You are so cute … But no, I would never manipulate you to love me. This would be forced. I don’t like that. No, you will fall in love with me. You might not see it yet, but I can be pretty charming and fun to be around.» - „Du bist so niedlich … Aber nein. Ich würde dich niemals manipulieren, damit du mich liebst. Das wäre erzwungen. Ich mag das nicht. Nein, du wirst dich in mich verlieben. Du siehst es vielleicht noch nicht, aber ich kann ziemlich charmant und lustig sein.“

«I don’t give a fuck about quirks … I like normal women. And you are far from useless. You are such a lovely person. You are compassionate. You are so good to your daughter. I saw you handling her. And yes, I can see that you love your husband. I am not blind. Kasumi, you are an amazing person! That’s why I want you so badly.» - „Quirks interessieren mich überhaupt nicht … Ich mag normale Frauen. Und du bist weit entfernt davon nutzlos zu sein. Du bist so eine liebreizende Person. Du bist mitfühlend. Du bist so gut zu deiner Tochter. Ich hab gesehen wie du mit ihr umgingst. Und ja, ich kann sehen, dass du deinen Ehemann liebst. Ich bin nicht blind. Kasumi du bist eine unglaubliche Person. Das ist der Grund warum ich dich so sehr wollte.“

«I am going to bed then. Good night.» - „Ich gehe jetzt zu Bett. Gute Nacht.“
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