Die Unfassbare

von Soleira
GeschichteAllgemein / P18
Genma Shiranui Kakashi Hatake Naruto Uzumaki OC (Own Character) Shikamaru Nara
21.08.2018
07.12.2019
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Er hatte Sensei Kakashi getötet. Voller Wut starrte ich in das Rinnegan. Naruto hinter mir stieß einen erschrockenen Laut aus und ich machte einen Satz zur Seite, entwich dem Schlag des zweiten Pain um Haaresbreite. Wenngleich das Gewicht meines Zopfes wenige Sekunden später verschwand. Knapper als knapp war es gewesen. Besser die Haare als der Kopf.

Naja, die hatten eh mal wieder die Schere gebraucht, nun war es eben das Kunai gewesen. Wie kurz sie denn nun wirklich waren, interessierte mich herzlich wenig, da mein Gegner mir keine Zeit dafür ließ.

„Shinra Tensei.“

Ein erstickter Schrei entfloh meiner Kehle, als ich von einer unsichtbaren Macht nach hinten gedrückt wurde und mein Körper ungebremst über den harten Boden rollte. Die Handflächen rissen auf. Staub vermischte sich mit Blut, als ich das Kunai in den Boden rammte um langsamer zu werden. Meine Wange brannte, ebenso wie Handflächen und Knie.

Die Hose war dort unten aufgerissen, ebenso wie die Haut. Naruto hatte sich indessen unvorsichtig auf Pain gestürzt, welcher seinen Schlag abblockte und den Uzumaki an der Kehle zu fassen bekam. Urplötzlich tauchte ich dort auf und landete einen geziehlten Hieb an der Schulter des Orangehaarigen. Diejenige, welche schon zuvor verletzt gewesen war.

Doch ehe sich das Katana noch tiefe hineinbohren konnte, reagierte der Angegriffene überraschend unvorhergesehen. Er packte die Klinge, zog sie heraus und katapultierte mich nach hinten. So, als würde ihm die Wund nicht im Geringsten etwas ausmachen. Erneut schmeckte ich Erde und Staub. Mit dem Gesicht zum Boden lag ich da und versuchte mich daran aufzustehen. Aber irgendetwas schweres drückte gegen den Rücken.

Stechender Schmerz schoss das Rückgrat hinauf, als das Gewicht zunahm. Ein halblautes schmerzvolles Ächzen entkam meinem Mund, als die Narben erneut zu schmerzen begannen.

„Wir hatten dir angeboten, dich uns freiwillig anzuschließen. Doch nun wirst du wahren Schmerz fühlen und gemeinsam mit Konoha untergehen“, sagte Pain mit seiner unglaublich gleichgültigen Stimme.

„Was hast du schon eine Ahnung von Schmerz? Weißt du wie es ist unter einem Vater gelebt zu haben, der dich behandelt hat, als hättest du sein Leben zerstört? Oder jahrelang auf der Straße zu leben, weil alles denkt, du seist tot. In bitterster Kälte auszuhalten und um dein Leben zu fürchten. Menschen zu verlieren, die dir lieb und teuer waren, dir so viel geholfen haben und dein Weltbild auch verändert haben?“, erwiderte ich mit immer lauter werdender Stimme.

„Genug, um das den Rest der Welt spüren zu lassen. Denn erst durch Angst wird Frieden entstehen. Shinobi und Menschen müssen beherrscht werden, von etwas, das mächtiger ist als sie selbst. Damit sie es niemals wagen werden, sich dagegen zu erwehren.“

Ich konnte seinen stechenden Blick in meinem Rücken spüren. Dennoch entrang sich mir ein verständnisloser Lacher. Dabei inhalierte ich derart viel Staub, dass ich keine Luft mehr bekam und mit dem Husten begann. Pains Fuß auf meinem Rücken verhinderte jedoch, dass ich mich bewegen konnte. Hinzu kam noch der Chakrastab, welcher auf mich hinabsauste.

Und das, was sich davon in meinem Körper befand, war ebenfalls nicht mehr viel. Zumindest nicht genug für dieses Jutsu. Und so nahm ich von der einzigen Energiequelle, die ich noch hatte. Der Stab stoppte, Millimeter von meinem Kopf entfernt. Pain hätte mich getötet, wenn nicht dieses Jutsu gewesen wäre.

Der kleine Krallenanhänger glänzte matt im einfallenden Licht und innerlich bedankte ich mich bei Kiba für das nützliche Geschenk, das ich nun hatte einsetzen müssen. So lange hatte es gedauert und nun so schien es…waren die Anhänger mein Weg hier raus. Lebend.

„Jutsu des rückkehrenden Angriffs!“

Nun war es Pain, der zurückgeschleudert wurde, mit all der Kraft die der Anführer Akatsukis gegen mich verwendet hatte. In seiner eben ausgeführten Attacke. Mehrmals überschlug sich der Körper des Mannes, ehe er innerhalb eines halben Herzschlages wieder auf den Füßen war. Etwas Orangenes raste an mir vorbei und ehe ich mich versah, war Naruto bei seinem Gegner angelangt. Wut und Hass glommen gleichermaßen in seinen Augen auf, die einen roten Schimmer beinhalteten. Noch hatte sich der Uzumaki unter Kontrolle. Doch je mehr ich mich hier fertigmachen ließ, desto weiter würde sie ihn verlassen.

Pain reagierte blitzschnell auf den Angriff und packte den Blonden am Hals, drückte ihn mit aller Wucht zu Boden. Es krachte, Staub wirbelte auf und ich vernahm Narutos schmerzerfülltes Stöhnen. Verzweifelt versuchte ich mich aufzurichten, doch mein Körper fühlte sich so furchtbar leer und kalt an. Schweißtropfen liefen mein Gesicht hinab, als ich mich aufrichtete und mit ansah, wie Pain Naruto mit den Chakrastäben am Boden festnagelte.

Seine Schmerzensschreie hallten laut in meinen Ohren wider und das Rot in den Augen des Uzumakis flackerte leicht. Wut wurde nun ersetzt durch Schmerz. Zittrig stemmte ich erst ein Bein und dann das andere in den Boden, um aufzustehen, doch es schien, als hätte mich auch der letzte Teil meines Chakras verlassen.

Der letzte Stab würde Narutos Ende bedeuten, aber ich brachte es einfach nicht fertig… Das konnte es doch nicht gewesen sein. Es durfte nicht. Nein.

Erneut traf etwas hartes meinen Rücken, schleuderte mich zu Boden. Hart traf das Kinn auf Stein, Haut platzte auf und warmes Blut troff auf den Boden. Der andere Pain, war also auch noch am Leben. Es gab für mich keine Möglichkeit Naruto zu helfen. Hinter mir befand sich der gänzlich vergessene Gegner.

Ihre Augen waren miteinander verlinkt, aber das der Anführer Pain sich gerade auf Naruto fokussierte, würde er nicht sehen können, was ich hier machte. Wenngleich sich in mir nur noch ein winziges Tröpfchen Chakra befand… das war für den Notfall, der hoffentlich nicht mehr eintreffen würde, aber in Anbetracht der Umstände gar nicht so abwegig war.

Ich wartete, bis der andere Pain näherkam, sammelte alle Kraft in den Händen, wirbelte auf den Knien herum und stieß dem überraschten Gegner das giftige Hari ins Bein. Ehe ich mich mit aller Kraft vom Boden abdrückte und dem schwankenden Pain eine Ladung Sand in die Augen warf. Die Bewegungen folgten derart schnell aufeinander, dass ein Außenstehender annehmen könnte, ich hätte Raitonchakra verwendet. Doch dem war nicht so.

In diesem Moment blendete ich alles aus. Die ganzen Wunden meines Körpers waren nebensächlich geworden. Die ganzen Strapazen und das Bedürfnis die Menschen, die mir teuer waren zu beschützen, ließen all das vergessen. Und so ließ ich der Unfassbaren den Vortritt. Meiner unberechenbaren Seite, die jegliche Fairness ausließ.

Es ähnelte dem Schneiden durch Butter, als das Katana durch den Oberkörper des vorletzten Pain schnitt. Ähnlich wie bei seinem Vorgänger. Derjenige, der Shizune bedroht hatte und mit seinem Leben hatte bezahlen müssen. Mit einem Ruck wurde das Katana wieder aus dem Körper des Gegners gezogen, ehe ich mich dem anderen Kampf zuwandte und für einen kurzen Moment geschockt innehielt.

Denn Hinata hatte sich in das Kampfgeschehen gestürzt und verteidigte Naruto mit ihrem Leben. Den Menschen, der ihr über all die Jahre hinweg am Meisten bedeutete und es nicht einmal ansatzweise gemerkt hatte. Mein Atem stockte, als die Hyuuga von einem erneuten Jutsu in die Luft gewirbelt wurde und es sie zu Boden schmetterte.

Ich war wie festgemeißelt, konnte mich nicht rühren. Ähnlich wie zuvor musste ich mit ansehen, wie sie sich wieder aufrichtete und auf Naruto zukroch. Mit zittrigen schweißnassen Händen umklammerte sie den Chakrastab in den Händen des Uzumaki und blickte ihm mit einem Ausdruck an, der liebevoller nicht sein konnte.

Eine eiskalte Klaue grub sich in mein Herz, als ich ihre Worte vernahm.

„Ich tue das, weil ich dich wirklich liebe Naruto.“

Sie hatte es gesagt und sobald diese Worte verklungen waren, wurde die dunkelhaarige durch das Jutsu erneut in die Luft gehoben. Ihre Haare wehten im auftreibenden Wind, die Arme ausgebreitet, drehte sie sich dort oben. Blut rann aus ihrer Nase und dem Mund. Innerhalb weniger Herzschläge ließ Pain sie jedoch wieder auf den Boden zusaußen.

Beweg dich Tora.

Pain hatte den Abstand innerhalb weniger Sekunden verringert, ragte nun über ihr auf. Den nächsten Chakrastab schon in der Hand blickte er kalt auf das regungslose Mädchen hinab.

Beweg dich VERDAMMT!

Kein Zeichen gab es, dass sie überhaupt noch am Leben war und dennoch sauste das kalte Metall auf ihren Kopf zu. Mit der Spitze voran.

Kalter, scharfer Schmerz durchfuhr meine Schulter, als sich der Stab in sie hineinbohrte. Mit der rechten Hand umklammerte ich den langen Schaft, starrte Pain in das Rinnegan, das sich überrascht geweitet hatte.

Kälte breitete sich gänzlich in meinem Körper aus und ich zog schwankend die Waffe aus meine Schulter. Trotz der Tatsache, dass die Hände zitterten und meine Beine mich nicht länger wirklich halten konnten, weigerte ich mich den Blick abzuwenden, blieb stehen.

„Wage es mir noch einen Menschen zu nehmen. Ich habe schon genug verloren“, entkam es mir, ignorierte das Gefühl der Leere, das durch den Körper kroch, von jeder Zelle Besitz zu nehmen schien.

Dann sank ich auf die Knie, wandte jedoch nicht den Blick ab, ertrug den seinen auf mir. Wenn ich starb, dann nicht zusammengekauert und flehend, sondern aufrecht und stolz. Narutos qualvoller Schrei hallte in meinen Ohren wider. Innerlich flehte ich ihn an nun nicht auszuticken. Doch mein Flehen wurde nicht erhört. Innerhalb weniger Sekunden wurde Pain zur Seite gestoßen. Ein großes, rotes Wesen baute sich vor uns auf. Fauchte wütend.

Drei Schwänze peitschten angespannt durch die Luft. Als der Orangehaarige einen Schritt zur Seite und in unsere Richtung machte, blockierte Naruto den Weg. Wenngleich nun das Monster ausgebrochen war, schien er noch einen Teil seiner Menschlichkeit beibehalten zu haben. Etwas das mir Hoffnung gab, ehe mein Kopf in den Staub sank und sich die Gedanken in unendlicher Dunkelheit verloren.

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Ich lief durch Dunkelheit. Nichts helles gab es um mich herum. Einzig die düsteren Schleier eines sich andeutenden Nebels bewegten sich. Dennoch fror ich nicht. Fühlte es sich so an? Das Sterben? Man lief durch die Dunkelheit? Würde man überhaupt irgendwann zum Licht finden? Oder war es im Tod einfach nur Schwarz. So als hätte man die Augen geschlossen und träumte einen traumlosen Schlaf.

Da!

Etwas hatte sich gerührt. Irgendwo in dieser endlos scheinenden Schwärze. Meine Füße wurden schneller und wenngleich ich nichts sehen konnte, rannte ich schließlich darauf zu. Auf diese Stelle zu, die schließlich immer heller zu werden begann. Baumkronen rauschten an mir vorbei und…

Moment mal? Baumkronen?

Mein Schritt verlangsamte sich, bis ich schließlich stehenblieb und mich umsah. Tatsächlich ein Wald. Aber er schien aus dem Nichts zu kommen. Ebenso wie das Licht, welches vor meinen Augen auf und ab flackerte. Zwischen all den Sträuchern hindurch. Vorsichtig näherte ich mich diesem. Es war ein kleiner Teich, der im Licht des einfallenden Mondes unglaublich wundervoll glitzerte. Tausend Sterne spiegelten sich darin.

Und an seinem Rand saßen zwei Gestalten. Redeten leise miteinander. Auf die Entfernung bekam ich nicht mit, was der Inhalt des Gespräches war, doch das war auch egal. Etwas hatte mich erstarren lassen. Es waren diese Augen, der einen Person, die auf den Gesprächspartner gegenüber gerichtet waren.

Silberne. Lockiges, dunkelbraunes Haar umspielte ein helles Gesicht mit kleiner Nase und sanft geschwungenen Lippen. Ihre Züge waren weich und sanft. Die Frau dort sah fast aus, wie ich, nur dass es sich nicht um mich handelte. Sie war ein wenig älter. Wirkte wie Mitte zwanzig. Und so wie ich sie mir immer vorgestellt hatte. Sie schien glücklich zu sein, lachte leise und fuhr sich durchs Haar.

Tränen bildeten sich in meinen Augen, als ich die Gestalt vor ihr erkannte. Das Senbon hielt er überraschenderweise in der Hand, die Füße waren locker überkreuzt und nichts schien seine frohe Natur zu stören. Das tiefe Lachen sandte eine Gänsehaut über meinen Rücken, während die Tränen haltlos die Wangen benetzten. Ein lautloses Schluchzen entfuhr dem Mund und ich presste meine Hand darauf.

"Mama?"

Fast als hätten sie es gehört, drehten sich die Beiden zu mir um. Genmas braune Augen sahen direkt in die Meinen, während meine Mutter mich noch immer suchte. Und als sie mich gefunden hatte, lächelte sie.

Dann wurde alles schwarz und ich schlug die tränenden Augen auf.
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