Die Unfassbare

von Soleira
GeschichteAllgemein / P18
Genma Shiranui Kakashi Hatake Naruto Uzumaki OC (Own Character) Shikamaru Nara
21.08.2018
20.09.2019
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Das schrille Klingeln des Weckers riss mich aus dem Schlaf. Ruckartig saß ich im Bett, blickte mich nach dem störenden Gerät um. Die Nacht war im Vergleich zu den bisherigen so schön ruhig gewesen. Und nun konnte man nicht einmal in Ruhe ausschlafen. Ich warf einen Blick aus dem Fenster. Es war fast noch finster. Nur ganz leicht konnte man schon die ersten Strahlen erkennen, die sich einen Weg über die Hausdächer erkämpften.

Und erstaunlicherweise war es überhaupt nicht mein Wecker gewesen, der laut gegeben hatte, sondern der im Zimmer nebenan. Bei Naruto. Der ja heute, ebenso wie ich eine Mission hatte. Soweit ich wusste, würden sie zur Tenchi-Brücke gehen, um einen Spion Akatsukis dort zu treffen. Auf der anderen Seite schepperte es gewaltig. Fast schon als würde etwas brechen. Und ich ahnte bereits was…so ein Depp.

Mir war es ziemlich egal, dass ich mit einem Mal im Schlafanzug in seinem Zimmer stand. So hatte der Kerl mich eh schon oft gesehen. Auch wenn das Bild, vor mir ziemlich witzig war, musste ich ernst bleiben. Ein im Schlaf sabbernder Naruto, der die Beine um eine zusammengeknüllte Decke geschlungen hatte und sägende Geräusche von sich gab.

„Naruto“, sagte ich streng.

„Mich würde es nicht wundern, wenn ich demnächst von Suna einen Brief bekomm, weil die dein Sägen genauso stark hören können, wie ich.“

Keine Reaktion. Entnervt stützte ich die Hände in die Seiten, lief im Zimmer auf und ab, ehe mir der rettende Einfall kam. Mit dem Fuß wurden die kläglichen Überreste des Weckers beiseite gekehrt, ehe ich mich über den schnarchenden Uzumaki beugte.

„Essen ist fertig.“

Der Blonde schoss in Rekordtempo hoch. Blickte sich um. Nach allen Seiten, schnüffelte. Ich konnte förmlich sehen, sie sich noch mehr Wasser in seinem Mund zu sammeln begann. Herrje, der Kerl war noch verfressener als gedacht.

Ich musste definitiv mal mit Jiraya reden. Keine Ahnung was er mit ihm während der Reise angestellt hatte, aber normal war das nicht mehr.

„Maaaann Tora. Was soll das denn, dattebayo?“

Nicht auf sein genörgel eingehend, warf ich dem Genin einen kalten Waschlappen entgegen, der ihn direkt im Gesicht traf. Gerade noch rechtzeitig fing er die kühle Überraschung ab, blickte mich bedröppelt an.

„Nix da Freundchen. Du willst dir doch nicht den Spion an der Tenchi-Brücke entgehen lassen, oder?“

Schneller als ich schauen konnte war der Blonde aus den Federn. Raste wie irre ins Bad und begann so derb Zähne zu putzen, dass mir die Zahnbürste leidtat.

Als er fertig war, blickte der Uzumaki mich erstmals richtig an.

„Du bist ja noch im Schlafanzug“, stellte er fest.

Auch schon gemerkt. Dennoch ich würde es definitiv schneller durchs Bad schaffen als er, soviel stand schonmal fest.

„Bin gleich wieder da.“

Ein bisschen Raitonchakra und zack war die Sache geregelt. Konnte man das als Schummeln zählen? Ne so schlimm wars auch wieder nicht.

Gewaschen und gestriegelt stand ich nun vor Naruto und wollte gerade gehen, als der Uzumaki mich am Arm zurückhielt. Mir in die Augen blickte. Sie festhielt, wie es sonst nur Gaara konnte. Ich verzog das Gesicht, wollte jetzt nicht an ihn denken. Sonst würde der Schmerz wiederkommen.

„Denk dran. Ich bin für dich da Tora, jederzeit. Und ich weiß, dass du momentan einiges durchmachst. Wenn auch nicht viel davon. Aber ich kenne dich nun schon einige Jahre. Vor anderen kannst du es vielleicht verstecken, wenn dich etwas bedrückt, aber nicht bei mir.“

Ich schluckte leicht, versuchte diesem Blick standzuhalten, wenngleich es mir unglaublich schwerfiel. Schließlich zwang ich den Kopf zu einem leichten Nicken, was den Uzumaki nicht ganz zu überzeugen schien, aber dennoch dazu brachte meinen Arm loszulassen. Naruto hatte selbst viel zu tragen und ich wollte ihn nicht mit meinen Problemen herunterziehen. Schweigend setzten wir unseren Weg fort.

Erreichten schließlich Seite an Seite den Hokageturm. Der sich beinahe unheilvoll vor uns erhob. Noch immer machte es mich wütend, dass die anderen mal wieder mehr über die Mission wussten als ich. Hinzu kam noch die Tatsache, dass meine Mission eine andere, als die von Naruto war. Wenn ich das richtig verstanden hatte.

Vor Tsunades Büro wartete bereits Sakura, samt zwei Shinobi, die ich nicht kannte. Der braunhaarige mit den großen Augen, musste der neue Sensei an Kakashis statt sein, während der Junge daneben…vermutlich Sasuke ersetzen sollte.

Er war ein kleines Stück größer als ich, besaß schwarze Haare und Augen. Die Haut war noch bleicher als Gaaras, schon fast so weiß wie Schnee. Aber das ungewöhnlichste waren seine Augen. Kein Gefühl konnte ich darin erkennen. Nichts. So ausdruckslos.

Doch plötzlich schlich sich ein Lächeln auf seine Züge. Eines, das die schwarzen Iriden nicht im Geringsten erreichte. Eines war sicher, der neue Teamkamerad von Naruto, war mehr als seltsam. Misstrauisch verengten sich meine Augen. Ebenso wie die des Uzumakis. Unwillig starrte dieser dem Jungen entgegen, der mich so unecht anlächelte, wie ich es noch nie gesehen hatte. Verwirrt blickte ich ihn an.

„Hallo ich bin Sai. Du musst Tora sein, das ungeliebte Kind.“

Förmlich konnte ich meine Nervenseile reißen hören. Woher zum Geier wusste dieser Kerl davon. Was sollte das? Wer war er?

Äußerlich unter aller Aufbietung meiner Kräfte blieb ich ruhig, sah ihn an und nickte ihm erstaunlich gefasst zu.

„Schön dich kennenzulernen, Sai.“ Ersatz von Sasuke. Etwas das ich selbstverständlich nicht aussprach. Zugegeben war ich schon ein wenig stolz, dass mein Temperament nicht mit mir durchging, vor allem bei den respektlosen Worten des anderen.

Ich wollte noch etwas ansetzen, doch der neue Sensei schritt dazwischen.

„Naruto, Sai, Sakura. Wir müssen nun zu Tsunade. Ihr wisst doch, wie ungeduldig sie sein kann.“ Mir nickte er noch kurz zu.

„Hat mich gefreut Tora, Tochter von Hikari.“ Der nächste. Na wunderbar. Als nächstes würde Sai mich noch mit meinem alten Titel ansprechen. So langsam sollte mich gar nichts mehr überraschen. Alles was ich zustande brachte war ein kleines Nicken.

Mit verschränkten Armen lehnte ich an der Wand, außerhalb von Tsunades Büro. Wann Genma wohl endlich hier aufkreuzte, damit wir zur Hokage vorgelassen werden konnten. Ich gähnte leicht. Das war definitiv zu wenig Schlaf gewesen, die Nacht.

Doch was wunderte ich mich überhaupt. Bei alldem was in letzter Zeit passiert war, kein Grund dazu. Meine Träume mischten sich ganz unterschiedlich. Von meinem Vater, zu Gaara bis hin zu meiner aktuellen Sorge um Fu war alles dabei. Vor allem nach diesem äußerst angespannten Gespräch mit diesem Danzo. Der ja gemeint hatte, sich um ihren Schutz kümmern zu müssen. Und dieser anschließende Blick. Womöglich versprach er sich einiges von ihren Jinjukräften. Bei Gelegenheit würde ich mit ihr einmal darüber sprechen müssen.

Einige Minuten später verließ das neue Team 7 Tsunades Büro. Naruto winkte zum Abschied, was ich mit einem seichten Nicken zur Kenntnis nahm. Sakuras komischen Blick ignorierte ich. Ja sie hatte mein kurzes Gespräch mit Sai mitbekommen. Die würde sich nun wieder ziemlich lange Gedanken machen. Und eigentlich konnte ich es ihr auch nicht übel nehmen, denn nach wie vor, wusste sie fast nichts. Ebenso wie die aus den anderen Teams. Naruto und Shikamaru selbstverständlich ausgeschlossen.

Im Gegensatz zu damals würde ich allerdings kein Geheimnis mehr aus meiner Vergangenheit machen. Es war zu lange her. Konnte mir fast gar nicht mehr schaden.

Letztendlich rief mich Shizune dann doch noch zu Tsunade herein. Ich grinste ihr freundlich entgegen, worauf der Schwarzhaarigen doch tatsächlich ein wenig das Blut in den Kopf schoss. Oh, das steckte ihr anscheinend noch immer in den Gliedern. Vielleicht war ich doch ein wenig zu gemein gewesen.

Mit schwungvollen Schritten, die Begegnung mit Sai völlig verdrängend, ging ich in den Raum. Fand mich einer todmüden Tsunade gegenüber, die gleich zwei Becher Sake auf dem Tisch stehen hatte. Neben den ganzen Papierstapeln. Uh,…heute schien es besonders schlimm zu sein. Ich verkniff mir einen Kommentar, nahm Haltung an und versuchte so ernst wie möglich zu sein.

Erst als er sich bewegte, nahm ich Genma rechts neben von mir wahr. Direkt daneben ein noch ziemlich müde wirkender Kakashi. Die Haare noch unordentlicher als sonst schon. Was wollte der denn hier? Hatte er nicht noch ne halbe Woche Bettruhe? So langsam färbte mein Verhalten das Krankenhaus früher zu verlassen, aber auch ab…wie mir schien.

„Tut mir leid Tora. Ich habe es dermaßen verschlafen, dir mitzuteilen, dass dich deine Mission, ebenfalls wie Naruto zur Tenchi-Brücke führen wird. Deine Aufgabe ist es im Hintergrund zu bleiben und ihn zu schützen, sollte es zu gefährlich werden. Allerdings solltest du unerkannt bleiben, weswegen ich das hier habe.“

Sie griff seitlich an ihren Schreibtisch und holte eine Maske hervor. Nicht irgendeine. Es war die meiner Mutter. Verwirrt und überfordert sah ich sie an. Wie war sie dort herangekommen? Mein Blick glitt zu Genma. Der Ausdruck in den Augen bestätigte mir meine Vermutung.

Noch immer unsicher nahm ich die kalte Maske entgegen und setzte sie mir auf. Es war ein ungewohntes Gefühl und auch ein wenig schwer. Wirkte aber gleichzeitig wie ein Schutz vor der Außenwelt. So musste sich ein ANBU fühlen. Die mir auch schon einmal angeboten hatten ihnen beizutreten. Ein Angebot, das ich jedoch abgelehnt hatte. Meine Mutter hatte zu ihnen gehört, aber ich würde einen anderen Weg gehen.

Genmas und Kakashis Blicke wurden leicht abwesend. Stumm sahen sie mich an. Und ich bemerkte, dass sie nicht alleine waren. Auch Shizune und Tsunade waren nicht ausgenommen. Tonton blickte lediglich irritiert herum und quäkte leise. Ich seufzte.

„Ja ich weiß, ich sehe ihr ähnlich, aber können wir jetzt mal wieder zum ernsteren Teil kommen.“

Tsunade war die Erste, die sich löste, schüttelte leicht den Kopf und wandte sich wieder ihren Papieren zu.

„Ach ja genau. Genma wird dich nicht begleiten.“

Es folgte ein leichter Protest seitens meines Onkels, der jedoch eiskalt an der Hokage abprallte. Sie erklärte ihm, dass sie lediglich erlaubt hätte, dass er hier im Büro bei der Missionsbesprechung anwesend sein durfte. Nichts weiter. Aus. Kakashi schüttelte während der Diskussion nur verzweifelt der Kopf. Er war noch immer käsebleich. Dem würde eine ganze Woche Ruhe sicher noch mehr guttun als eine halbe.

Nach einer Viertelstunde Diskussion, durfte ich dann auch endlich abtreten. Kakashi war dann ebenfalls auf mich zugekommen, hatte mir die Hand auf die Schulter gelegt. Ich hatte ihm beinahe schwören müssen, die Maske in keinem Fall abzulegen. Dass es wichtig war meine Identität nicht zu zeigen…

Da ich wusste, wie die Brücke zu finden war, brauchte ich nicht einmal wirklich ihre Spuren zu verfolgen. Wichtig war es nur darauf zu achten, dass ich ihnen nicht unvorsichtigerweise über den Weg lief. Tsunades Worten zufolge war der Sensei Yamato zwar eingeweiht, aber dennoch schien es nicht ratsam mich den anderen drein zu zeigen. Vor allem Naruto konnte die Wahrheit in den falschen Hals bekommen.

Nach beinahe zwei Tagen stieß ich dann auch auf die Spuren der drei. Im Gegensatz zu Ihnen hatte ich mir fast keine Pause gegönnt, war fast Nonstop gelaufen. Erst im letzten drittel hatte ich, mit der Erkenntnis Team 7 ziemlich nahe zu sein, langsamer gemacht. Und somit meine Kräfte und das Chakra wieder aufgefüllt.

Nun saß ich, mit unsichtbarem Chakra und Körper, in einer Baumkrone. Das Gesicht trotz Unsichtbarkeit hinter dem breiten Stamm versteckt. Einfach eine Vorsichtigkeitsmaßnahme. Das dicke Holz konnte im Falle, dass man mich entdeckte auch gut zum Schutz genutzt werden.

Gebannt beobachtete ich, wie Yamato in Sasoris Gestalt dem Spion Akatsukis gegenüberstand. Meine Nerven platzten fast vor Neugierde. Doch das Gesicht, das sich mir nun offenbarte, hatte ich um nichts, wirklich nichts in der Welt erwartet. Es war Kabuto.

Verwirrung machte Wut und noch mehr Wut Platz. War das eine Falle. Es konnte doch unmöglich sein, dass er für Orochimaru zum Schein arbeitete und gleichzeitig für Akatsuki spionierte. Nur mit Mühe konnte ich mich dazu bringen ruhig zu bleiben. Denn die drei dort schräg unter mir, durften mich in keinem Fall bemerken.

Durch den heftig brausenden Wind konnte ich nicht verstehen, über was die beiden sich unterhielten. Aber bis jetzt hatte zumindest noch keiner eine Andeutung zum Angriff gemacht. Ich erstarrte…Yamato zückte ein Kunai. Was war passiert? Hatte Kabuto etwas gesagt, dass den Braunhaarigen auffliegen lassen würde oder war es etwas anderes?

Dann passierte alles ganz schnell. Zwei dunkle Schemen erschienen neben Kabuto und ließen diesen erstarren. Angst breitete sich auf dem Gesicht des grauhaarigen aus, als er die beiden Shinobi erkannte. Und nicht nur bei ihm. Denn der Mann, welcher direkt neben Orochimaru, kampfbereit auf der Brücke stand…war niemand anderes als…

…mein Vater….
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