Channing und K. (Part 1 der Geschichte von K.)

von Kei
GeschichteDrama, Romanze / P18
19.08.2018
19.08.2018
1
2.399
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
19.08.2018 2.399
 
"Schon wieder ein Männerabend?" frage ich Channing. Er grinst nur und zuckt mit den Schultern. "Ist doch nichts dabei. Wir können dafür nächstes Wochenende etwas unternehmen". Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn und verschwindet durch die Tür.
Ich muss zugeben es ärgert mich schon etwas, dass Channing mich schon wieder alleine lässt, aber was solls. Ich kann auch gut mit mir alleine sein und werde mir einfach einen gemütlichen Abend machen und mich auf meine kommende Rolle vorbereiten. Ich wollte hierfür eh noch ein paar Bücher lesen. Trotzdem, seit Channing "21 Jump Street" gedreht hat, verbringt er seine Zeit fast nur noch mit Jonah Hill. Sie sind mittlerweile unzertrennlich und da sie nun die Fortsetzung zusammen drehen, wird es sicherlich in nächster Zeit nicht besser werden. Nächstes Wochenende lass ich mir aber auf keinen Fall nehmen, beschliesse ich und überlege mir schon mal, mit welchen kleinen Anreizen ich Channing wieder auf mich aufmerksam machen kann.
Mittlerweile sind Channing und ich schon 3 Jahre ein Paar und da ist klar, dass irgendwann die Anziehung nicht mehr die gleiche ist, wie am Anfang, auch wenn wir heute noch als heissestes Paar in Hollywood gelten. Da schadet es sicher nicht, sich mal wieder in Schale zu werfen (oder eben etwas weniger "Schale" als sonst) und ein romantisches Wochenende zu verbringen.
Mit diesem Plan im Kopf widme ich mich meiner Arbeit  und recherchiere ein paar Dinge für meinen nächsten Job.

Geweckt durch ein lautes "Rums" gefolgt von unterdrücktem Gekicher, schrecke ich von der Couch hoch. Ich muss wohl eingeschlafen sein. Channing und Jonah stehen im Wohnzimmer unseres Hauses und kringeln sich vor Lachen. "Schhhhh", "selber schhhh". Ich stehe auf und schaue die beiden an. "Hey Darling du bist ja wach" lacht Channing. "Hey K." bringt Jonah hervor und schaut etwas verlegen zu Boden. Ich grüsse zurück, schaue auf die Uhr und merke, dass es schon nach 3 Uhr morgens ist und die beiden Männer sind alles andere als nüchtern. ich verdrehe die Augen und verabschiede mich mit den Worten "Du weisst ja wo das Gästezimmer ist, Jonah" ins Schlafzimmer. Kurze Zeit später torkelt Channing ins Bett, stösst sich beim Ausziehen noch kräftig das Bein und liegt dann neben mir. Er versucht sich anzukuscheln. Wir müssen nicht darüber sprechen, dass er ein wahnsinnig attraktiver Mann ist und ein grossartiger Liebhaber, aber so betrunken wie er im Moment ist, vergeht mit jegliche Lust auf ihn. Daher gehe ich nicht auf seine Versuche ein und kurz darauf schnarcht er auch schon neben mir.

Am nächsten Morgen sitze ich gerade bei meinem Frühstückskaffee und surfe mit dem Handy, als Jonah plötzlich neben mir steht. "Guten Morgen Sonnenschein. Möchtest du einen Kaffee?", "Ja, bitte". Er sieht ganz schön verkatert aus. Gut so! Von Channing ist noch kein Laut aus dem Schlafzimmer gekommen. Jonah setzt sich mit seinem Kaffee neben mich. Er sieht so aus, als würde er mir etwas sagen wollen, weiss aber nicht wie er anfangen soll. Schliesslich kann er sich doch überwinden. "Danke, dass ich in letzter Zeit öfter in eurem Gästezimmer schlafen konnte. Ich weiss, Channing hatte nicht viel Zeit für dich, aber das ist meine Schuld musst du wissen. Mir ging es in letzter Zeit nicht gut. Ich hatte viele Probleme die ich lösen musste und über die ich hinwegkommen musste. Channing war immer für mich da und dafür bin ich ihm unendlich dankbar". Ich schaue Jonah erstaunt an. "Davon hat er mir nie etwas gesagt". "Ich weiss", sagt Johan und schaut noch beschämter drein. "Ich hatte ihn darum gebeten niemand davon zu erzählen". Nun das macht natürlich alles anders. Dafür liebe ich Channing. Er ist ein grossartiger Freund. "Danke Jonah, dass du mir das erzählt hast". Ich lächle ihn an und er wird rot.

Wie versprochen hatten wir das kommende Wochenende nur für uns. Wir fuhren in kleines Häuschen am Strand, das wir 2 Tage nicht verliessen. Wir liessen es uns bei Kerzenschein, Wein und gutem Essen gutgehen. In diesen 2 Tage haben wir unserer Leidenschaft für einander freien Lauf gelassen und uns in jeder Ecke, auf jede erdenkliche Art und Weise geliebt. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass unsere Beziehung wieder in Ordnung war.

2 Monate später:
Als ich die Haustüre öffne, sehe ich Channing im Wohnzimmer sitzen. An seiner Haltung merke ich sofort, dass etwas nicht stimmt. Die Spannung ist förmlich spürbar. Er dreht sich um als ich näher komme. Ich sehe ihn erschrocken an. Dieser Gesichtsausdruck macht mir Angst. So habe ich ihn noch nie gesehen. Er sieht mich an, steht auf und sagt "K. wir müssen reden". Oh Gott, dass kann nichts Gutes bedeuten. Also setze ich mich zu ihm. Er knetet nervös seine Hände und schaut auf seine Füsse. Ich streiche über seinen Arm und frage, was er mir denn erzählen möchte. Um ehrlich zu sein macht er mir grosse Angst. Er schaut zu mir auf und beginnt ruhig aber mit sehr ernster Stimme "K. das fällt mir so verdammt schwer, also bitte, egal was ich sage, lass mich bitte ausreden. Versprichst du mir das?" Ich bin wie versteinert. Es wird immer schlimmer. Mein Herz schlägt so laut, ich kann Channing kaum verstehen. Schon jetzt habe ich einen Kloss im Hals, daher kann ich nur nicken, aber bringe keinen Ton heraus. Channing fährt etwas gelöster fort "Ich habe mich in jemand anderen verliebt". Mir bleibt das Herz stehen. Hat er das gerade wirklich gesagt? Nein nein nein. Ich kann mich nicht bewegen, noch sprechen. "Wir kennen uns schon einige Jahre, aber haben uns vor ein paar Wochen wieder gesehen und uns regelmässig geschrieben und auch getroffen. Es hat sich etwas zwischen uns entwickelt und ich möchte ehrlich zu dir sein, das bin ich dir schuldig. Du bist eine wunderschöne und grossartige Frau und wir hatten eine wahnsinnig schöne Zeit zusammen, aber meine Gefühle für diese andere Frau sind einfach zu stark, als dass ich einfach so weitermachen könnte". Er sieht mich erwartungsvoll an. Ich starre zurück. "Wow, du hast mich also betrogen. Alles hingeworfen, was wir haben. Ich weiss ehrlich nicht was ich sagen soll, Channing. Vor ein paar Wochen haben wir noch über unsere Zukunft gesprochen. Heiraten, Kinder. Und dann ist dir das alles plötzlich egal? Ich kann dich grad nicht mehr anschauen. Ich muss raus hier". Ich springe auf, er versucht noch mich festzuhalten, aber ich bin schon zur Tür. Channing ruft meinen Namen, ich drehe mich nicht um, renne zum Auto und fahre davon.

Auf dem Weg aus der Auffahrt fährt Jonah an mir vorbei. Durch meinen Schleier aus Tränen nehme ich ihn nur verschwommen war und fahre an ihm vorbei. In meinem Kopf dreht sich alles, mir ist schlecht. Wie kann er mir nur so etwas antun? Das Auto fährt fasts von alleine, ohne Ziel rollt es durch die Strassen. Auf der ersten Kreuzung nach unserem Haus muss ich an einer roten Ampel anhalten und beginne hemmungslos zu schluchzen. Mein ganzer Körper zittert. Wut, Enttäuschung, Trauer, Verzweiflungen, alles tobt in meinem Inneren. Mein Handy klingelt. Es ist Channing. Ich will jetzt nicht mit sprechen, ich brauche Abstand und muss nachdenken. Ich will ihn wegdrücken, komme aber ausersehen auf den Abnehmen-Knopf, merke es aber nicht. Die Ampel schaltet auf Grün und das Auto rollt auf die Kreuzung. Plötzlich ertönt eine laute LKW Hupe von rechts und mein Auto wird durch die Luft geschleudert. Schwarz....

Channing steht mit Jonah im Wohnzimmer und hält sich das Handy ans Ohr. Er wollte K. erreichen und sie bitten zurück zu kommen. Er hatte Angst, was passiert wenn sie in diesem aufgewühlten Zustand unterwegs ist. Und sein Gefühl sollte ihn nicht täuschen. Kaum wurde das Telefon abgenommen, hatte er eine Hupe und ein ohrenbetäubendes Krachen gehört. Er wusste sofort, dass etwas schlimmes passiert sein musst und sprintete zur Haustüre hinaus. Jonah hinter ihm her, immer wieder rufend, was denn passiert sei. Beide konnten die Geräusche und den Rauch ein paar Strassen weiter, vom Haus aus sehen und rannten los. Channing war schneller und als er um die Ecke auf die Kreuzung bog, sah er auch schon das Unglück. Ein LKW mitten auf der Kreuzung und das Auto von K. völlig zertrümmert ein paar Meter weiter, überall waren Glassplitter und Metallteile auf der Strasse und schwarzer Rauch stieg aus dem Kühlergrill des LKWs auf. Der Krankenwagen und das Feuerwehrauto kamen gerade zum stehen. Channing riss sich aus seiner Erstarrung und rannte in Richtung des zerdrückten Autos. Er konnte K. nicht sehen. Die Polizei stoppte ihn bevor er am Auto ankam und hielt ihn zurück. Er schrie und kämpfte, dass er zu ihr wollte und schrie und schrie ihren Namen, immer und immer wieder. Die Feuerwehrkräfte schnitten das Auto auf damit die Sanitäter das Opfer aus dem Wrack befreien konnten. Sie wurde auf eine Bare gelegt und sofort in den Krankenwagen gebracht und davongefahren.

Jonah war mittlerweile auch am Unfallort angekommen und konnte den Polizisten erklären, wer Channing und der das Unfallopfer sind. Der völlig aufgelöste Channing sass am Boden und weinte. Er würde sich nie verzeihen, dass K. verletzt war und vielleicht noch schlimmeres geschehen würde. Jonah hatte von den Polizisten erfahren, in welches Krankenhaus man K. gebracht hatte und fuhr sofort mit Channing dort hin. Im Krankenhaus angekommen stürmte Channing zum Empfang und fragte verzweifelt nach K. Die Krankenschwester schaute ihn traurig an und erklärte, dass es erstmal Untersuchungen geben würde um die schwere der Verletzungen festzustellen. Der Arzt würde dann zu ihnen kommen. Sie sollten doch solange im Wartezimmer warten.

Eine gute Stunde später kam ein erschöpfter Arzt in den Wartebereich und fragte nach den Angehörigen von K. Channing und Jonah gingen daraufhin mit dem Arzt in einen separaten Raum und wurden aufgeklärt, dass K. sehr grosses Glück gehabt hatte und wieder gesund werden würde. "Allerdings sind ihre Verletzungen sehr schwer. Im Moment ist sie noch nicht bei Bewusstsein. Sie muss einige Tage hier bleiben und beobachtet werden. Wir konnten eine innere Blutung stoppen und neben gebrochenen Rippen eine Gehirnerschütterung feststellen. Wir müssen sichergehen, dass keine weiteren Komplikationen auftreten, aber dann sollte sie wieder vollständig gesund werden". Channing und Jonah sahen sich erleichtert an. "Kann ich zu ihr?" fragte Channing. Der Arzt erlaubte 5 Minuten und Channing wurde in das Krankenzimmer begleitet. Der Anblick war erschreckend. Schläuche, piepende Maschinen und K. mit Beatmungsgerät und Verbänden. Channing trat weinend ins Zimmer und nahm K.s Hand. "Es tut mir so leid" flüsterte er.

Als ich aufwache, bin ich im Krankenhaus. Mein ganzer Körper tut weh und überall sind Geräte angeschlossen. Ich schaue mich um und sehe Jared. Er sieht erschöpft und traurig aus. Jared Leto ist seit Jahren einer meiner besten Freunde. Wir haben schon viel zusammen erlebt und uns durch schwierige Phasen geholfen. Ich schaue zu ihm und drücke seine Hand mit der er meine festhält. Erschrocken schaut er auf und als er sieht, dass ich wach bin, lächelt er erleichtert und flüstert meinen Namen. Er streicht mir über die Wange "Ich bin so froh, dass du wieder wach bist. Wie fühlst du dich? Kannst du dich an etwas erinnern?" Ich versuche zu sprechen, aber mein Mund ist so trocken, dass ich erst ein paar Mal schlucken muss, bevor er mir gelingt etwas zu sagen. Mein Hals ist rau und kratzt. "Wie lange bin ich schon hier?", "2 Tage" klärt Jared mich auf. "Ich habe so lange geschlafen?". Langsam kommen alle Bilder zurück. Channing, das Auto, der LKW. Ich erzählte Jared kurz an was ich mich erinnern konnte. Er sieht mich an. Wütend? Traurig? Ich kann es nicht deuten. Dann sagt er "Channing war oft hier. Er hat mir gesagt, dass es einen Streit gab, aber nicht, um was es genau ging. Er schien sich wahnsinnige Sorgen und Vorwürfe zu machen. Zu recht wie mir jetzt klar wird. Dieser Idiot. Ich kann nicht glauben, dass er dir so etwas antut. Ich könnte ihn erschlagen!". Sanft drücke ich seine Hand "Schhh, Jared. Ich werd schon wieder. Bitte fang keinen Streit an. Bitte!". "Na gut. Soll ich ihn wegschicken, wenn er wieder kommt?". Ich überlege kurz "Nein, schon gut". Und schon im nächsten Moment klopft es an der Zimmertüre und Channing steckt seinen Kopf vorsichtig herein. "K. Oh mein Gott du bist wach. Wie geht es dir?" Jared funkelt Channing wütend an, als diese näher kommt. "Hi, es geht schon. Was machst du hier?". Channing schaut von mir zu Jared und fragt, ob er mich kurz alleine sprechen könnte. Ich nicke und Jared verlässt zähneknirschend den Raum, verspricht aber in 10 Minuten wieder zurück zu sein.
Channing setzt sich auf den Stuhl neben meinem Bett und greift nach meiner Hand, die ich ihm schnell entziehe. "Hör zu K. Es tut mir so unendlich leid, was passier ist. Ich hätte mir nie verziehen, wenn du den Unfall nicht überlebt hättest. Ich wollte das alles nicht. Ich habe dich geliebt und werde dich immer lieben. Verstehst du? Es tut mir leid. Ich bin so froh, dass du lebst." Ich sehe ihn an und eine Träne rollt über sein Gesicht. "Ich weiss, das du das nicht gewollt hast, aber du musst verstehen, dass du mir das Herz gebrochen hast. Du hast mich betrogen und das kann ich nicht einfach so verzeihen. Danke, dass du dir Sorgen gemacht hast und hier warst aber ich möchte dich bitten, nicht mehr zu kommen. Ich muss das erst alles verarbeiten und heilen. Innen und aussen. Ich schicke jemanden vorbei, der meine Sachen abholt." Erschrocken sieht Channing mich an. Dann nickt er traurig und verlässt das Zimmer.

Als Jared zurück kommt, liege ich weinend im Bett. Schnell kommt er zu mir und fragt erschrocken, was passiert ist. Ich bitte ihn meine Sachen bei Channing abzuholen und er willigt gerne ein. In der Zeit im Krankenhaus lasse ich meine Assistentin eine neue Wohnung suchen und meine Sachen dorthin bringen. Nach 1 Woche werde ich entlassen und kann mehr oder weniger wieder fit mein neues Leben starten. Nur das gebrochene Herz wird noch länger brauchen um zu heilen.

To be continued...
Review schreiben