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Ungewissheit

von Mel0305
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Angst / P12 / Gen
Dr. Anja Licht Franz Hubert Johannes Staller Martin Riedl Reimund Girwidz Sonja Wirth
18.08.2018
28.10.2018
18
32.527
1
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
28.10.2018 2.159
 
So...hier folgt nun das allerletzte Kapitel meiner ersten Geschichte von Hubert und Staller. Ich danke euch für eure Meinungen dazu und hoffe das sie euch gefallen hat.

Es wird nicht die letzte gewesen sein, aber vermutlich nicht mehr so lang. ;-)

Nun viel Spaß bei den letzten Sätzen. Ich hoffe euch gefällt das Ende.

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„Tja Franz, das hast du dir selbst zuzuschreiben.“, murmelt er vor sich hin aber er wollte noch immer nichts Preis geben.
Ein paar Tage später gibt es die Info, dass nichts Auffälliges zu finden ist im Blut. Seine Werte sind extrem gut und kann eine Entzündung ausschließen. Anja und Clemens beraten sich kommen aber zu keinem anderen Schluss, außer dem das es psychisch bedingt sein muss.
Hubsi trainiert nachts fleißig weiter und er ist dank dem Tagestraining auch schon soweit das er den einen oder anderen Schritt machen kann. Das intensiviert er bei seinen nächtlichen Aktionen. Morgens ist er oftmals sehr geschafft, was kein Wunder ist da er sich sehr stark verausgabt. An den Nachmittagen geht die Quälerei ja weiter.
So vergehen weitere 3 Wochen, in denen er trainiert und Jessica Nachhilfe gibt. Das kleine Mädchen ist unheimlich begabt und sie lernt vor allem schnell. Auch das Schreiben wird von mal zu mal besser. Die beiden haben eine Menge Spaß und daraus schöpft der Polizist neue Kraft.

Es ist wieder ein Samstagmorgen, und er ist vor Anja wach. Er setzt sich in seinen Rollstuhl, was ihm selbstverständlich schon viel leichter fällt und geht in die Küche um das Frühstück zu zubereiten. Hubsi kocht Kaffee, bereitet die Brötchen vor und macht sogar Rührei. Bis auf die Teller und Tassen hat er soweit alles auf dem Frühstückstisch. Diese befinden sich in einem Hängeschrank und gerade als er mit dem Rollstuhl vor der Anrichte steht, und die Bremsen angezogen hat tritt Anja in die Küche. Er bemerkt sie nicht und weiß somit nicht, dass sie ihn überrascht und voller Stolz ansieht. Franz stützt sich auf dem Rollstuhl ab und drückt sich nach oben. Die Muskeln in seinen Armen kommen dadurch sehr gut zur Geltung und Anja kann nicht anders als einfach nur hinzustarren. Er holt die Teller heraus und die Tassen, stellt sie auf der Anrichte ab und schließt die Türen wieder. „Warte ich helfe dir.“, erschrickt sie ihn nun leicht und er dreht sich um. „Guten Morgen, Nein, nicht nötig setzt dich doch.“, antwortet er und sie nickt. Dann tut er etwas was er sich bisher nicht getraut hat, aber fest davon überzeugt ist, dass er es kann. Er nimmt die Tassen, stellt sie auf die Teller und macht die paar Schritte zum Tisch hinüber um sie dort abzustellen. Mit einer Hand stützt er sich ab und verteilt es auf die beiden Plätze, dann lässt er sich auf den Stuhl nieder. Anja starrt ihn sprachlos an. „S…Seit wann kannst du laufen?“, will sie nun mit zitternder Stimme wissen. „Ich“, er überlegt wie er fortsetzen soll. „Ich habe heimlich trainiert. Jede Nacht bin ich aufgestanden und habe leise Übungen gemacht.“, sagt er nun und richtet seinen Blick von seinem gesenkten Kopf in ihre Richtung. „Du hast was? Hubsi das war unvernünftig von dir! Weißt du was da hätte passieren können?“, fragt sie ihn vorwurfsvoll. Natürlich wusste er das sie recht hat, aber mit dieser Reaktion hat er nicht unbedingt gerechnet. „Ja, aber ich wollte es allein schaffen Anja. Kannst du mich denn nicht verstehen?“, fragt er nun traurig. „Natürlich verstehe ich dich, und du glaubst gar nicht wie stolz ich auf dich bin. Ich hatte Angst du gibst wirklich auf, und ich weiß nicht ob ich das ertragen hätte.“, sagt sie nun eine Spur sanfter. Dann überlegt sie kurz und auf einmal wird ihr alles klar. „Moment mal, wenn du das immer nachts gemacht hast, dann bedeutet das ja, dass du…“, und er setzt ihren Satz fort. „So stark geschwitzt habe, dass ich in den frühen Morgenstunden mein T-Shirt durchgeschwitzt auf den Stuhl geworfen habe. Ja, dass ist der wahre Grund, der dahintersteckt. Ich bin gesund Anja, ich habe keine Fieberschübe oder sonst etwas. Ich habe einfach nur bis zum umfallen trainiert.“ Das er hin und wieder von dem schrecklichen und einschneidenden Erlebnis nachts gequält wurde, erwähnt er nicht. Damit kommt er zurecht und er hat keine Lust auf einen Psycho-Arzt.

Anja schüttelt den Kopf muss aber schmunzeln. Dann steht sie auf und geht zu ihm um ihn in die Arme zu nehmen. „Du verdammter Sturkopf, lässt dir lieber Blut abzapfen als uns die Wahrheit zu sagen. Ich bin so stolz auf dich.“, flüstert sie in sein Ohr und er zieht sie einfach auf seinen Schoß. „Anja, ich danke dir. Dir und auch allen anderen. Ich weiß ich bin nicht leicht und unausstehlich kann ich auch sein aber ich hätte es trotzdem nicht ohne euch geschafft.“ Sie sieht ihn an, hatte die Arme um seinen Hals gelegt, während er seine um ihre Hüften gelegt hat. „Aber du hast es allein geschafft. Du allein hast dich zurückgekämpft, wir haben dich nur so gut es ging unterstützt. Du warst und bist immer ein Kämpfer gewesen, dass habe ich dir schon einmal gesagt.“ Franz kann nicht anders und küsst sie einfach, und diesmal ist der Kuss nicht wie der letzte. Dieser schmeckt nicht nach Abschied, eher wie ein Neuanfang.

Sie lösen sich voneinander und sie sieht ihm in seine wunderschönen blauen Augen. „Ich liebe dich noch immer Anja. Gibst du uns noch eine Chance?“, fragt er sie nun leise und mit schimmernden Augen. Diese ist nun ebenso gerührt und nickt einfach nur, bevor sie sich ein weiteres mal küssen. Dann wird gefrühstückt und das ist ausgiebig.

Am Nachmittag kommt Jessica mit ihrer Familie, sie haben Kuchen mitgebracht um Franz und Anja zu überraschen. Es wird sofort Kaffee aufgesetzt, und Jessica stürmt erst einmal zu Franz ins Zimmer.
„Jessica, hey mein Spatz. Das ist ja eine Überraschung.“, sagt er als er gerade von der Terrasse zurück in sein Zimmer gerollt kommt. Die Kleine fällt ihm sofort um den Hals und möchte ihn am Liebsten nicht mehr loslassen. „Wir haben Kuchen mitgebracht.“, sagt sie nun als sie ihn ansieht und schenkt ihm dabei ein umwerfendes Lächeln. „Kuchen? Soso, dann muss ich ja extra trainieren um den wieder von den Hüften zu kriegen.“, antwortet er lächelnd woraufhin sie kichert. „Jessica, ich habe eine Überraschung für dich.“, sagt er nun, als er mit ihr auf dem Schoß zur Tür rollt. „Eine Überraschung? Was denn?“, fragt sie ganz aufgeregt. Er bleibt kurz vor dem Essbereich stehen, stellt die Bremsen fest und hebt sie von seinem Schoß. Sie ist leicht irritiert, weil sie sonst immer bis zum Tisch auf ihm sitzen darf, doch als er sich dann aufrichtet und aufsteht fangen ihre Augen an zu strahlen. Hubsi ergreift ihre Hand und dann macht er vorsichtige Schritte Richtung Tisch. „Du kannst wieder laufen.“, flüstert sie ehrfürchtig. Als sie den Essbereich betreten drehen sich Thomas und Gabi um und trauen ihren Augen nicht. „Das, das ist ja fantastisch. Seit wann kannst du laufen?“, fragt Thomas nun und ist mit wenigen Schritten bei ihm um im Notfall helfen zu können. „Der Herr hat heimlich in den Nächten geübt.“, sagt Anja jetzt und er setzt sich erst einmal auf einen Stuhl.

Dann erzählen sie alles und die Eltern sind überglücklich, dass nun doch alles ein gutes Ende nimmt, was den Gesundheitszustand des Polizisten und Retters ihrer Tochter betrifft. Dann nickt Thomas seiner Frau zu, denn die beiden hatten etwas auf dem Herzen. „Franz, wir möchten dich etwas fragen.“, beginnt sie nun und er ist ganz Ohr. Gabi ergreift die Hand ihres Mannes, als moralische Unterstützung, und stellt ihre Frage. „Wir würden uns freuen, wenn du Jessicas Patenonkel werden würdest. Sie ist nicht getauft und wir haben lange überlegt ob wir das machen sollen. Aber wir wollen es und du bist mittlerweile ein wichtiger Teil in unserem Leben geworden. Wir können uns niemand besseren als dich vorstellen.“

Das dieser gestandene Mann und Polizist mehr als gerührt ist, ist nicht zu übersehen. Er sieht Jessica an und fragt sie, ob sie das denn überhaupt möchte, doch eigentlich war das überflüssig. Sie springt von ihrem Stuhl auf und ihm erneut um den Hals. „Ich, möchte sehr gerne der Patenonkel sein. Vielen lieben Dank. Ihr seid auch für mich sehr wichtig geworden und ohne euch und vor allem ohne Jessica hätte ich wohl aufgegeben.“, gesteht Hubsi nun.

Dann wird geredet und besprochen wie man die Taufe gestalten wird, auf die man sich schon jetzt freut. „Ich, hätte da noch einen Vorschlag. Wie wäre es, wenn wir die Feier hier machen? Wir können dann noch eine große Grillparty machen und ich würde gerne alle einladen.“, sagt Hubsi jetzt. Anja spürt, dass ihm das sehr wichtig ist und so wird es dann auch gemacht.

Nur 2 Wochen später ist dann die Taufe und Franz kann mit Hilfe eines Stocks mittlerweile größtenteils auf den Rollstuhl verzichten. Die Feier ist im vollen Gange, und es alle sind bereits da, als es an der Tür klingelt. „Ich geh schon“, sagt Sonja und öffnet die Tür. „Hallo, kann ich Ihnen helfen?“, fragt die junge Polizistin einen Mann im Anzug. „Das hoffe ich doch, wohnt hier derzeit ein gewisser Franz Hubert?“, will dieser nun wissen. „Wer sind Sie denn, wenn ich fragen darf? Und um was geht es?“, möchte Sonja nun erst einmal wissen. „Entschuldigen Sie, wie unhöflich von mir. Ich heiße Robert Marquardt und wir wollten uns bei Herrn Hubert bedanken.“, sagt dieser nun und eine Frau tritt nun hinter ihm hervor, von der er nun die Hand ergreift.
„Kommen Sie doch rein und warten einen Moment, ich hole ihn.“, sagt Sonja während sie die zwei reinlässt. Dann holt sie Franz, welcher ihr langsam folgt. „Guten Tag, Sie wollen etwas von mir?“, fragt der Polizist und erkennt die Frau wieder. „Sie sind die Frau die überfallen wurde richtig?“, fragt er nun weiter und die junge Frau nickt. „Mein Name ist Robert Marquardt und das ist meine Verlobte Sarah. Wir wollten uns bei Ihnen bedanken, dass Sie geholfen haben.“ „Dafür müssen Sie mir nicht danken.“ „Doch“, sagt nun die junge Frau. „Ich denke das müssen wir, und das schon in doppelter Hinsicht.“, merkt sie noch an und Hubsi sieht die beiden irritiert an und dann fragend zu Sonja. „Wenn Sie nicht gewesen wären, um schlimmeres verhindert hätten.“, doch sie kommt nicht weiter. „Was Sarah zu sagen versucht ist, dass sie im Grunde zwei Menschen das Leben gerettet haben an diesem Tag. Einmal Sarah und dann unserem ungeborenen Sohn.“, spricht ihr Partner nun weiter. „Sie sind schwanger?“, fragt Franz nun und gratuliert den beiden. Sarah kann nicht anders und muss Franz in den Arm nehmen, was ihm etwas unangenehm ist. Das wird sich wohl nie ändern, denkt er sich, denn das war schon immer ein Problem für ihn gewesen.

Kurzerhand lädt er die beiden ein zu bleiben, was sie sehr gerne tun und es wird ein wunderschöner Tag.

2 Monate später ist Franz Hubert wieder zu 100% hergestellt und er wird seinen Dienst wieder antreten. Es ist Montagmorgen Punkt 08:00 Uhr und als er das Revier betritt. Er stutz, dass er aufsperren muss, da sonst Sonja immer die erste ist. Doch nichts, alles ist leer, Sonjas Platz, das Büro vom Chef niemand da. „Ist ja komisch.“, murmelt er vor sich hin und geht an seinen Platz. Seine Lederjacke zieht er aus, und hängt sie über den Stuhl, als er ein Geräusch hört. „Hallo?“, ruft er vorsichtig und geht zur Tür, die Hand auf sein Holster gelegt. Er sieht sich vorsichtig um und geht Richtung Besprechungsraum. Hier ist es auf stockdunkel, und er tastet nach dem Lichtschalter, den er auch schnell findet.

Kaum hat er das Licht angemacht tönt ihm ein Lautes „ÜBERRASCHUNG“, entgegen. Seine Kollegen haben eine Girlande mit den Worten „Willkommen zurück“ aufgehangen, es gibt Schnittchen und Kaffee, da es für Sekt oder ähnliches eindeutig zu früh ist. „Ihr habt mich zu Tode erschreckt.“, bemerkt er nun. „Nun, dann ist uns ja unsere kleine Überraschung gelungen Kollege Hubert. Willkommen zurück, wir sind froh das Sie wieder bei uns sind.“, spricht ihn nun der Polizeirat an und schüttelt ihm die Hand. „Danke, es ist auch irgendwie schön wieder hierzu sein. Auch wenn Sie mir das vermutlich nicht glauben, ich glaube es mir ja selbst nicht einmal.“, muss er nun leicht schmunzelnd bemerken.

Kaum den ersten Schluck Kaffee genommen, klingelt auch schon das Telefon am Empfang vorne. Sonja geht hin und kurz darauf ertönt ihre Stimme über den Flur. „Versuchter Einbruch in einer Gartenlauben-Anlage Jungs.“ „Na Bravo“, sagt Hubsi. Gemeinsam mit Hansi macht er sich auf den Weg. Sein Alltag hat ihn wieder.


                                                                                     Ende
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